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Praxisseminar – Eine Gemeinwohl-Bilanz für die Universität Lüneburg und ihre kritische Reflektion – Eine Bewerbung für einen Lehrauftrag

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Gerade hat das Projektseminar „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“, das Antoniya Hauerwaas und ich an der Leuphana Universität Lüneburg geben, begonnen, schon ist die Einreichungsfrist für die Lehrangebote im Komplementärstudium für das Sommersemester 2017 fast erreicht.

Natürlich reiche ich auch für das Sommersemester wieder ein Projektseminar ein :-) – und ich würde mich natürlich wieder genau so freuen, wenn es wieder klappt. Im Sommersemester 2017 möchte ich mich mit den Studierenden mit dem Thema „Gemeinwohl-Ökonomie“ intensiver und auch kritisch-konstruktiv auseinandersetzen und darüber hinaus mit den Studis eine Gemeinwohl-Bilanz für die Universität Lüneburg erstellen. Das Seminar heißt: „Die Gemeinwohl-Ökonomie – Werteorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement im Spiegel weiterer Instrumente einer Corporate Social Responsibility. Eine Gemeinwohl-Bilanz für die Universität Lüneburg und ihre kritische Reflektion.“ Ich denke, dass es für die Studierenden eine ganz tolle Möglichkeit ist, mal ganz praktisch am Thema „Anders wirtschaften“ zu arbeiten.

Bitte haltet mir / haltet uns sehr, sehr, sehr die Daumen,

dass mein Lehrangebot angenommen wird!!!

Im folgenden lest Ihr meinen Lehrangebot, wie ich es einreichen werde – Danke für Eure kritisch-konstruktiven Würdigung – und wer selbst Lehrende/Lehrender ist, kann sich dieses Angebot gerne „kopieren“ – bitte sehr :-):

Inhalte der Veranstaltung:

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) hat mit der Gemeinwohl (GWÖ)-Bilanz ein Werkzeug der nichtfinanziellen Berichterstattung entwickelt, das umfassender und verbindlicher greifen kann als die bisher etablierten Reporting-Instrumente wie etwa die der Global Reporting Initiative (GRI). Denn darüber hinaus strebt die GWÖ-Bewegung an, dass die Ergebnisse einer GWÖ-Bilanz neben der herkömmlichen Finanzbilanz als gleichberechtigter, verbindlicher Indikator zur Messung des Unternehmenserfolges anerkannt werden. Die Debatten um neue Wohlstandsindikatoren beschäftigen auch die Politik seit Jahren; alternative Indikatorensets wie die bspw. von der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ in ihrem Abschlussbericht empfohlenen W3-Indikatoren haben jedoch bisher keine Verbindlichkeit erlangt.

Bereits im Jahr 2014 hat die EU eine neue Richtlinie zur Erweiterung der Berichterstattung von großen kapitalmarktorientierten Unternehmen und Konzernen verabschiedet.  Mit der sog. Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinie, die am 06. Dezember 2016 in Kraft getreten sein wird, weitet sich die Pflicht zur nichtfinanziellen Berichterstattung resp. des CSR-Reportings von Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten aus; die Gemeinwohl-Bilanz ist hierbei eines der möglichen Reportinginstrumente. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss als beratendes Gremium der Europäischen Union hat auf einer Sitzung im September 2015 mit einer Mehrheit von 86 Prozent die Gemeinwohl-Bilanz als ein Instrument der Berichterstattung empfohlen. In diesem Kontext bietet dieses Seminar folgende Inhalte:

Die Studierenden

  1. lernen die GWÖ und das Instrument der GWÖ-Bilanz kennen – u.a. indem sie nach einer umfassenden theoretischen Einführung mit Unternehmer*innen, die bereits eine GWÖ erstellt haben, sowie einem GWÖ-Berater / einer GWÖ-Beraterin in einen kritischen Austausch gehen,
  2. vergleichen die GWÖ-Bilanz mit weiteren Instrumenten des Nachhaltigkeits-Reportings und reflektieren es kritisch, angeregt u.a. durch einen Gastvortrag eines Lehrenden aus der Fakultät Wirtschaftswissenschaft an der Universität Lüneburg, der in das Seminar integriert ist.
  3. wenden das Reflektierte praktisch an, indem sie gemeinsam eine GWÖ-Bilanz für die Universität Lüneburg erstellen,
  4. präsentieren ihre Ergebnisse sowie die GWÖ-Bilanz der Universität Lüneburg, mglw. im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung
  5. organisieren diese Veranstaltung mit
  6. gestalten die Veranstatung mit, indem sie ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten (Interviews, Präsentationen, spielerische Sequenzen) attraktiv präsentieren
  7. publizieren mglw. die Ergebnisse.

Lernziele / Kompetenzen:
Die Studierenden lernen trans- und interdisziplinäres Teamwork kennen, denn sie formieren sich über den gesamten Seminarverlauf in interdisziplinären Projektteams. Zusätzlich lernen sie das theoretisch Erlernte, Reflektierte und Diskutierte ganz praktisch anzuwenden, indem sie selbst eine GWÖ-Bilanz erstellen. Ferner kommen sie mit Akteuren ins Gespräch kennen lernen, die selbst eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben oder auch den Prozess der Bilanzerstellung begleiten. Im Seminar werden vielfältige Fach- und Methodenkompetenzen vereint, vor allem eine wissenschaftliche Konzeption und Umsetzung eines Praxisprojektes auf Basis des Project-Based-Learnings (PBL). Darüber hinaus erlernen die Studierenden im Teamwork eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung zu konzipieren und zu organisieren sowie ihre Ergebnisse attraktiv zu präsentieren und mglw. auch zu publizieren.

Literaturliste (3 zentrale Werke):

  • Felber, Christian (2014):Die Gemeinwohl-Ökononie. Eine demokratische Alternative wächst.
  • Fifka, Matthias (2014): CSR und Reporting. Nachhaltigkeits- und CSR-Berichterstattung verstehen und erfolgreich umsetzen
  • Schneider, Andreas und Schmidpeter, René (Hrsg.) (2015): Corporate Social Responsibility. Verantwortungsvolle Unternehmensführung in Theorie und Praxis.