Salonnière

Geschichts-Schreibung im Plauderton

Texte meines Herzens, Gespräche meiner Seele – die Menschen: berührt

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Die Salonnières (v.l.nr.): Rahel Varnhagen, Henriette Herz, Bettina von Arnim

Seit ich davon zum ersten Mal gehört habe – und es muss wohl zu meiner Schulzeit gewesen sein – bin ich von der Idee der Salons, aber vor allen Dingen von den Salonnières inspiriert: Das waren ganz starke feinsinnige Frauen, die Menschen inspirierten, sie mit anderen Menschen zusammenbrachten und auf diese Weise – moderierend – Kunstwerke schufen, Innovationen und Erfindungen ermöglichten, die Gesellschaft veränderten.

Für mich ist der Salon ein ganz feines, unglaublich kraftvolles Format – spielerisch, voll feinster Ästhetik und dennoch tiefgehend und umwälzend: Geschichtsschreibung im Plauderton. Das  ist die Kraft der weiblichen Energie! Wir brauchen keine Kriege, wir brauchen keine Revolutionen. Wir veranstalten Salons! Ich will damit keinesfalls Männer schlecht machen und feministisch aufwiegeln. Ich rufe lediglich dazu auf, sich wieder dieses feinen Formats zu besinnen.

In den vergangenen Jahren hat die Salonkultur eine Renaissance erfahren: Das ist etwa sichtbar daran, dass sich seit knapp zwei Jahren Salon – das Magazin für Lebensart, Tischkultur und Gastlichkeit etabliert hat – das Verlagshaus Gruner und Jahr wirft nicht einfach so etwas auf den Markt, da stecken akribische Recherche und ein Ausloten von Zeitgeist und Markttauglichkeit dahinter. Allerorten poppen immer mehr Salons auf – hier in Hannover beispielsweise hat Anna Brandes vor etwa zwei Jahren die Waldlichtung mit ihren Ideen-Dinnern gegründet.

Ich selbst bin, was meinen eigenen Salon angeht, noch in einer Suchbewegung. Drei Versuche habe ich gestartet, gefunzt hat es bisher noch nicht, das kann ja aber noch kommen.

Ein zauberhaftes Wohnzimmer-Konzert und die Geburt eines Salons

Etwa 2000 bin ich mit meinm allerersten Salon gestartet – da versuchte ich mich – neben meiner Tätigkeit im Kultursponsoring bei Volkswagen  – darin, die Band „SPELL“  zu managen. Und ich veranstaltete besagten SALON. Spell gaben ein Konzert in meinem Wohnzimmer, und ich las einige Passagen aus einem Buch über Salons vor. Das war sehr aufregend damals. Und für mich bedeutend. Leider, leider gibt es von diesem Abend keine Bilder.

Dann ruhte der Salon sehr lange. Ich bekam meinen Sohn. Andere Themen, der Alltag, waren wichtiger.

MarkenSinnSalon

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Als ich mich in meiner Freiberuflichkeit wieder mehr auf ein sinnvolles Schaffen konzentrierte, mich dessen erinnerte, dass das möglich sein könnte und müsste, da tauchte die Idee des Salon wieder auf: der Markensinn-Salon war geboren.  Das Konzept: eine Tour durch inhabergeführte Ladengeschäfte zu machen. Die Inhaber*innen ihre Geschichte erzählen zu lassen und anschließend selbst in einen gepflegten Austausch kommen.

Insgesamt drei Ausgaben hat er erlebt. Wir waren im Zanzarelli, im Atelier Krass Unartig und im EMMAS TEA. Alles wunderschöne Abende. Was ich jedoch merkte: Mir war das ganze allein zu aufwändig alles zu organisieren. Ich wünschte mir, das mit jemandem gemeinsam zu machen. Dieser Mensch tauchte eine ganze Weile nicht auf.

Der Salon für Deine Seele

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Dann traf ich Kati van der Meulen – und augenscheinlich war klar: Wir bieten da was gemeinsam an, einen Salon für Deine Seele. Ich kann Dir gar nicht sagen, warum. Es hat einfach gepasst. Kati ist professionelle Geigerin, und wir hatten die Idee, einen seelendurchwobenen Raum zu schaffen, den Raum mit der Geige zu beseelen. die Herzen zu öffnen und dadurch eine andere Gesprächsbasis zu schaffen. Das fanden wir beide auch gut!

Doch die Zeit hat nicht mitgespielt. Ich habe gerade noch so viele andere Themen – und Kati auch. Die Zukunft unseres Salons ist also ungewisst. Aber vielleicht noch nicht zu Ende.

 

Insgesamt glaube ich an die Kraft der Salons…. und wer weiß… vielleicht will sich da ja noch etwas entwickeln…?