Das „Wunder Weltrettung“ möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne

„Und ein Schmetterling schlägt seine Flügel
Die ganze Erdkugel bebt
Wir haben überlebt
Und du glaubst nicht an Wunder
Und du glaubst nicht an Wunder

Wir sind so weit auseinander
Doch fühlen uns so nah
Spreche deine Sprache nicht doch versteh jedes Wort
Ich muss nur kurz an dich denken
Das Telefon klingelt
Es bleibt ein Mystischer Ort“

(aus: Welt der Wunder von „Marteria“, interpretiert von Andreas Bourani)

Vor einem guten halben Jahr, Ende September 2015, ist etwas Magisches, etwas noch nie da Gewesenes passiert: Alle 193 Staaten der Vereinten Nationen haben sich auf einen Zukunftspakt geeinigt, haben darin in 17 Punkten die Vision für eine bessere Welt festgehalten und beschlossen, diese gemeinsam erreichen zu wollen. DAS hat es zuvor noch nicht gegeben! Der Zukunftspakt sind die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die bis zum Jahr 2030 Wirklichkeit werden sollen. Diese 17 Ziele benennen ganz konkret, was zu ändern ist – etwa, dass kein Mensch mehr hungern darf, dass Landwirtschaft wieder regionalisiert werden soll, dass die Artenvielfalt vergrößert werden soll, dass wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen sollen undundund – und zwar in konkreten Größen bemessen.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele berühren alle Lebensbereiche
– und sie berühren jeden Einzelnen von uns:
Denn damit dieses „Weltwunder Weltrettung“ Wirklichkeit werden kann,
braucht es nicht nur Staaten, es braucht jeden Einzelnen, es braucht wache und aktive Menschen, die selbst dafür einstehen und darüber hinaus die Erreichung der Ziele einfordern.


Und wie reagieren viele von uns auf so etwas wie die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele?
Mit einem ungläubigen Schweigen, mit Skepsis, mit Misstrauen, mit Zynismus, mit einem fragend-spöttischen „Na, Papier ist ja geduldig. Glauben die wirklich daran oder ist das wieder nur so ein „Pro-Forma-Akt“?“, einem resignierendem, achselzuckendem „Ist doch eh wieder nur Politiker- und Staats-Menschen-Geschwätz“ und auch einem besserwissenden Abwiegeln „Solche Verträge sind schon oft genug beschlossen worden. Das ist wie Honig-ums-Maul zu schmieren. Da passiert nix“ Und dann fangen wir in der Regel an, auf diese bösen Politiker zu schimpfen und zu jammern, dass das hier alles eh nix mehr wird.

Offenbar glauben wir also nicht daran, diese Ziele erreichen zu können. Es scheint uns nicht möglich zu sein. Die Weltrettung scheint eine Utopie, die sich nur in den kühnsten Träumen vollziehen mag.

  • Weil es nicht in unserer Macht zu stehen scheint (Ist das wirklich so?).
  • Weil sich erstmal die Gesetzgebung verändern muss, damit überhaupt irgend etwas losgehen kann (Wie ist unser heutiges Gesellschaftssystem entstanden? Indem wir auf Gesetze gewartet haben?).
  • Weil nur die Mächtigen, nur die mit richtig viel Macht und Einfluss die großen weltumspannenden Veränderungen herbeiführen können (Wie haben sich dann jemals gesellschaftliche Umwälzungen vollzogen, wie haben es jemals Menschen geschafft aufzusteigen?).
  • Weil diese Herausforderung so groß und komplex ist, weißt Du gar nicht, wo Du anfangen könntest. Es überfordert Dich. (Wie machst Du das nochmal mit den ganz großen Zielen? Richtig, Du teilst sie in kleine Häppchen und gehst Schritt für Schritt.)
  • Und überhaupt: Weil Du ja erstmal Dein eigenes Leben auf die Kette kriegen musst. (Wobei es ja nicht mehr viel auf die Kette zu kriegen gibt, wenn wir den Karren hier vor die Wand fahren…)

Für keine bessere Welt:
Du hast Visionen? Na, dann geh mal schnell zum Arzt!

Ich bin mir sicher, der Argumente, dass wir die Weltrettung (dieses hehre Ziel, dass so viele Lebewesen wie möglich ein würdiges Leben führen können) ganz bestimmt nicht packen, gibt es noch viele mehr. Auch oft zitiert: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, sagte der große Willy Brandt Helmut Schmidt.1)Ich habe zunächst fälschlicher Weise das Zitat Willy Brandt in den Mund geschoben, der sich sicherlich im Grabe umgedreht hätte. Nein, es stammt von Heltmu Schmidt. Ganz herzlichen Dank an die sehr aufmerksame Leserin Anne Schneider, die mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hat. Beliebtestes Argument ist sicherlich: „Die Weltrettung – das ist ja was für naive, blauäugige Idealisten.“

Fake it until you make it 
Was wäre, wenn Du einfach mal zumindest versuchst, daran zu glauben, dass wir diese Welt zu einem besseren Platz machen werden? 

Ich stelle Dir dazu folgende Frage: Was macht es wohl mit Deiner Grundhaltung, wenn Du Dir eigentlich eine bessere Welt wünschst, aber glaubst nichts dafür tun zu können? (Und ich weiß, dass es Dir im Grund nicht egal ist, denn zu viele repräsentative Erhebungen besagen exakt, dass die Mehrheit der Menschen sich eine gerechtere, auf die Umwelt achtende Gesellschaft wünscht – bspw. die der Bertelsmann Stiftung) Und eine weitere Frage: Was glaubst Du, würde sich verändern, wenn Du (und vielleicht noch mehr Menschen – vielleicht sogar insgesamt 5 Prozent) Dich einfach mal nur entschließen würdest, daran zu glauben, dass ein fulminanter Wandel möglich ist? Und wenn Du dabei bedenkst, dass wir Menschen bisher nur einen winzigen Teil unseres Potenzials nutzen, dann hast Du vielleicht eine Ahnung, dass doch so viel mehr möglich sein kann, an das wir jetzt überhaupt noch nicht denken können…

Erde mit Atmosphre und Mond

Ich bin der festen Überzeugung, wenn ein Teil der Menschheit daran glaubt, dass wir diesen unseren Planeten zu einem besseren Platz machen können, dann wird allein schon diese Haltung, dieser Glaube daran, einen entscheidenden Unterschied bewirken, und den Möglichkeitsraum vergrößern. Nur daran zu glauben, tut ja erstmal gar nicht weh ;-).

Ich freue mich also sehr, wenn dieser Artikel ein paar Menschen inspiriert mitzumachen – einfach erstmal daran zu glauben. Und wenn Du jetzt mit einem „Steffi, ist das nicht reichlich naiv?“, reagierst und mir zig Studien auflistet, warum das doch alles eh keinen Sinn und die „Anderen“ (ersetze beliebig: die „Reichen“, die „Mächtigen“, die „Unternehmer“, die „Konzernbosse“, die „Politiker“, die „Verbraucher“) etwas tun müssten, damit sich was verändert, dann bin ich sehr stolz auf Deine Belesenheit und danke Dir für diese wertvollen Informationen, die umso mehr die Dringlichkeit, jetzt sofort loszulegen untermauern.

Weißt Du was?
Ich liebe mein Leben und meine Träume einfach viel zu sehr,
als dass ich mich dadurch einschüchtern ließe.

Nenne mich Idealistin, nenne mich naiv, nenne mich verrückt:
Ich glaube einfach fest daran, dass jeder Einzelne von uns
einen nennenswerten Beitrag für eine bessere Welt leisten kann.
Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, mit ganzer Leidenschaft dafür einzustehen.
Also, bist DU dabei und glaubst und gehst mit mir?

Was können wir jetzt konkret tun?
Die Globalen Nachhaltigkeitsziele als Leitsterne für den Wandel
Mögliche Orientierungspunkte für eine bessere Welt gibt es viele: Etwa die Umweltenzyklika von Papst Franziskus „Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ aus dem Jahr 2015, die sich umfassend mit aktuellen Fragen der Schöpfungstheologie, der Umwelt und Ökologie sowie des Klimawandels auseinander setzt und Empfehlungen abgibt oder auch die kleine Schrift „Ethik ist wichtiger als Religion: Der Appell des Dalai Lama an die Welt“Ideale Leitsterne für die Ambition, die Welt zu einem besseren Platz zu machen, sind meiner Ansicht nach die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals (SDGs), weil sie so umfassend und gleichzeitig sehr konkret sind. 2)Ich habe das große Glück, aktuell an einem Projekt namens „Weltwunder -Wandel statt Wachstum“ des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. mitzuwirken, in dem wir uns für eine Publikation sehr intensiv mit den SDGs beschäftigen. Von daher kann ich gerade sehr intensiv in die Materie eintauchen. Sobald die Publikation dazu veröffentlicht ist, werde ich auch darüber berichten.

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Die Globalen Nachhaltigkeitsziele im Überblick

Weltrettung ganz konkret und in homöopathischen Dosen:
Woche für Woche ein SDGs und Ideen zum Aktiv-Werden!
Hier auf meinem Blog werde ich Euch sukzessive in wöchentlichem Abstand die globalen Nachhaltigkeitsziele auf unterhaltsame Weise skizzieren und Dir ganz konkrete Beispiele nennen, wo und wie Du Dich engagieren kannst, um einen Beitrag zur Erreichung der Ziele zu leisten. Ich möchte Euch richtig Lust auf dieses Thema machen und hänge mich dafür richtig rein. Ganz fest versprochen!

Bevor wir loslegen: Kleiner Zwischenstopp – Weltrettung warum?
Ich starte nächsten Freitag, am 10.06.2016 – allerdings erstmal mit einem kleinen Zwischenstopp, bevor wir richtig loslegen: Es wird darum gehen, warum ich mich für die Weltrettung einsetze und warum es meiner Ansicht nach nicht nur pures Idealistentum und Aufopferung sind, sondern auch mit meinem „starken Ich“ und einer Klarheit gegenüber Dir selbst zu tun hat.

Also, bist Du am kommenden Freitag, 10.06.2016 am Start
und gehst die Sache gemeinsam mit mir an?
Ich freue mich sehr über jeden einzelnen Menschen,
der mitmacht und mitdenkt und auch Feedback gibt.
Wir lesen uns nächsten Freitag! Okay?

PS:

Aktuell arbeitet die Bundesregierung gerade an einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie, die Bezug nimmt auf die globalen Nachhaltigkeitsziele. Sie soll im Herbst 2016 willkommen geheißen werden. Lies doch mal rein, was der aktuelle Plan ist.

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References   [ + ]

1. Ich habe zunächst fälschlicher Weise das Zitat Willy Brandt in den Mund geschoben, der sich sicherlich im Grabe umgedreht hätte. Nein, es stammt von Heltmu Schmidt. Ganz herzlichen Dank an die sehr aufmerksame Leserin Anne Schneider, die mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hat.
2. Ich habe das große Glück, aktuell an einem Projekt namens „Weltwunder -Wandel statt Wachstum“ des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. mitzuwirken, in dem wir uns für eine Publikation sehr intensiv mit den SDGs beschäftigen. Von daher kann ich gerade sehr intensiv in die Materie eintauchen. Sobald die Publikation dazu veröffentlicht ist, werde ich auch darüber berichten.

Gestatten, Margarethe Moral-Apostel!

MargareteWie Ihr seit dem letzten Blogpost wisst, geht es mir um ein ganz bedeutsames Thema: Ich trete für eine bessere Welt ein und möchte einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass wir in zwei Jahrzehnten unsere Lage der Welt deutlich zum Besseren gewendet haben werden.

Das ist schon ein sehr heikles Thema, bei dem man schon recht klugscheißerisch und oberlehrerhaft rüberkommen kann. Ich will mir diesen Schuh aber nun wirklich nicht anziehen. Wie die Weltrettung so funktioniert, das weiß schließlich keiner so genau – sonst hätten wir es doch schon längst gepackt. Außerdem möchte ich nicht missionarisch und vorschreidend sein. Ich will niemandem klare Regeln vorschreiben à la: “ Wenn Du nicht mindestens streng vegan oder gar fruktarisch lebst, zählst Du nicht zum „Club der besten Weltretter“… Nein, ich finde, jede und jeder kann und darf nach seiner eigenen Fasson seinen Beitrag leisten – und das mit ganz viel Freude.

Gestatten, Margarethe erledigt das Moral-Aposteln für mich!

Damit ich gar nicht so klugscheißerisch daherkomme, weiß ich seit gut drei Jahren eine sehr gute Freundin an meiner Seite, die diesen Besserwisser-Job auf sehr charmante, liebevolle Art und Weise – stets mit einem kleinen Augenzwinkern versehen – ausfüllt. Ich kann mir keine bessere dafür vorstellen: als Margarethe Moral-Apostel (Doppel-Name! Ja, sie ist „progressiv verheiratet“ – sie nennt ihre Beziehung eine Ehe mit Extras – sie ist auch nach zwanzig Beziehung noch immer ganz eng mit ihrem Mann, sexuelle Extras mit weiteren Männern und Frauen schließt sie dennoch nie ganz aus). Weil sie in dieser Beziehung so offenherzig ist, gestattet sie sich und ihrem Moral-Empfinden, diese Freiräume auch auf weitere Lebensbereiche auszuweiten: Es gibt keine starren Regeln, sondern ganz viele Möglichkeiten – fast so viele wie es Menschen, Bedürfnisse und Werte gibt – alles ist ein Miteinander-Austarieren und -Ausprobieren – achtsam, respektvoll und neugierig. So ist Margarethe Moral-Apostel! Sympathisch, oder?

Ja, sie kam vor drei Jahren zu mir, denn schon damals war mir klar, dass sie bei einem derart wertenden Thema eine zentrale Rolle spielen würde. Damals wollte ich sie für eine feste Kolumne engagieren. Heute weiß ich noch nicht, ob sie sich nicht dann und wann einfach nur mal auf dem Off melden wird (bei einer Geschichte bin ich mir schon sehr sicher,sie heißt „Drei Wünsche frei“). Vermutlich wird sie nicht Teil meines aktuellen Buchprojektes. Aber es ist dennoch gut und wichtig, dass sie da ist. Ich wollte sie Euch zumindest mal als Teil meines Dream-Teams vorstellen :-).

Geschaffen wurde sie übrigens von der tollen Illustratorin Tanja Föhr, die sie damals nach meinen Vorstellungen aufgemalt hat.

Und Du, welche Figuren begleiten Dich mein Deiner Arbeit?

Die magischen fünf Prozent: Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast

Underwater view at coral reef and fishes, Dahab, Red Sea, Egypt

© fotolia.de / Urheber: johnwalker1

„Da wo ich herkomm‘ wohnen eintausend Menschen,
im Ort daneben schon zweimal so viel,
300.000 in der nächsten Großstadt
und bald vier Millionen in Berlin.“

(aus „80 Millionen“ von Max Giesinger)

Meine Vision ist es, mit meinen Fähigkeiten und Talenten einen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten, dass wir die Welt zu einem besseren Platz gemacht haben werden – mehr Gerechtigkeit, mehr Achtsamkeit unter uns Menschen und gegenüber den Ressourcen, die wir verwenden, weniger Kriege und so einiges mehr. Vor allen Dingen möchte ich es noch erleben, dass wir das geschafft haben – wir sollten also in meiner Vorstellung dahingehend in den kommenden Jahrzehnten schon einiges gewuppt haben :-).

Das Megaziel Weltrettung: Wie wird es greifbar?

Das ist natürlich ein hehres, ein großes, eine Megaziel. Die Weltrettung? Wie kann das gehen? Wie kann die Weltrettung zu einem messbaren Ziel werden, wie kann sie in greifbare Nähe rücken. Nun: Seitdem ich von einer bestimmten Zahl weiß, bin ich mir sehr sicher, dass wir es schaffen können. Ich habe davon in dem sehr lesenswerten Buch „Die Glücks-Ökonomie – Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub erfahren. Es geht um die „magischen fünf Prozent“. Ich zitiere die beiden Autorinnen:

Noch nie in der Geschichte haben sich so viele Menschen für Menschenrechte, Gerechtigkeit und den Schutz des Planeten eingesetzt. Fünf Prozent eines tierischen Schwarms reichen aus, um diesen in eine andere Richtung zu treiben, hat der Verhaltensbiologe Jens Krause festgestellt. Fünf Prozent Entschlossene genügen auch, um eine ganze Gesellschaft umzuorientieren.“1)Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.

Fünf Prozent: Mengenlehre meets Weltrettung

Fünf Prozent also, Max Giesingers wunderschöner Song handelt von einer Frau, die ihn aus 80 Millionen Menschen, die wir in Deutschland leben, gefunden hat. Er hat schon ganz recht, dass der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach die die Möglichkeit, diesen einen Menschen zu finden, wirklich äußerst gering ist.2)Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-) Doch fünf Prozent, das ist ja wirklich eine überschaubare Größe, wenn wir davon absehen, dass alle sich dann mal auf ein Zielgemenge einigen müssten ;-). Zoomen wir uns langsam ran:

  • Fünf Prozent von acht Milliarden Menschen, die auf unserem wunderschönen Planeten Erde leben, das sind 400 Millionen. Es müssten also ungefähr die Hälfte der EU-Einwohner*innen (ca. 750 Millionen Menschen) nicht nur davon überzeugt sein, sondern auch dafür zu 100 Prozent für eine bessere Welt einstehen. Das klingt ja sehr ernüchternd – und vor allen Dingen so wenig greifbar :-(
  • Blicken wir mal auf Deutschland: Hier leben ungefähr 80 Millionen Menschen, wie Max Giesinger so schön singt. Hier müssten wir also 4 Millionen Menschen überzeugen – das sind so viele Menschen, wie in Berlin leben. Also: ganz Berlin müsste  sich dafür mit ganzer Leidenschaft auf den Weg machen. Das klingt auch noch etwas unrealistisch.
  • Ich selbst lebe in Hannover – gemeinsam mit insgesamt ungefähr 500.000 weiteren Menschen. Hier müssten also 25.000 Menschen vollends für die Weltrettung einstehen. Das klingt immer noch sehr utopisch. Wenn ich mich aber daran erinnere, dass Anfang April 2016  immerhin ungefähr 90.000 Menschen hier in Hannover auf die Straße gingen sind, weil sie gegen TTIP sind, dann wird die Zahl langsam greifbar. Okay, es waren Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Dennoch…
  • Ich habe studiert in Lüneburg, einem schnuckeligen kleinen Studentenstädtchen mit 60.000 Einwohnern. Hier wären es 3.000 Menschen, die zu überzeugen wären. Wenn ich daran denke, dass ich mich gerade in einer Coaching-Community, dem Human Trust initiiert von Andrea und Veit Lindau, bewege, der sich über 7.000 Menschen zugehörig fühlen, dann habe ich langsam ein Gefühl von Machbarkeit :-), zumal es ja noch weitere Bewegungen und Gemeinschaften gibt, die ähnlich unterwegs sind.
  • Jetzt komme ich zur kleinsten Einheit, die ich betrachten mag., und die hat wiederum mit dem dem Song von Max Giesinger zu tun. Denn ich bin tatsächlich in einem 1000-Seelen- Dorf aufgewachsen: in  Hahausen am Harzrand. In Hahausen, vielleicht auch in meinem Kiez bei mir ums Eck, der 1.000 zählen könnte, in meinem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis (wenn ich an all die Initiativen denke, in denen ich mich bewege), wären es rund 50 Menschen, die wirklich für die Weltrettung zu entflammen wären. Spätestens bei dieser Zahl habe ich das Gefühl, dass wir es wirklich packen können.

Wie ein Virus: Weltrettung ist möglich – Spread the word! Und: schmeißt eine Weltrettungsparty :-)

Stell Dir vor auch Du fängst an, diese Zahl weiter zu wispern. „Du, ich hab da gehört, wenn wir uns alle zusammen, dann könnten wir unseren  kollektiver Traum davon, die Welt zu einem besseren Platz zu machen, Wirklichkeit werden lassen.“ Schau Dich mal in Deinem Freundeskreis um: 50 Menschen, die von einer besseren Welt träumen, die findest Du doch sicherlich. Wie wäre es, wenn Du 50 Menschen zu einer Weltrettungsparty einlädst und Ihr Euch feiernd darauf einstimmt, dass Ihr bald gemeinsam was ganz Großes schaffen werdet?

Doch halt, nicht so schnell, wir realistisch ist das überhaupt, ist es überhaupt unser kollektiver Traum, die Welt zu einem besseren Platz zu machen – und wenn ja: was wäre dann das „Wahlprogramm zur Weltrettung“?

Gibt es wirklich einen kollektiven Traum zur Weltrettung?
Es gibt sogar beachtenswerte Studien, die das bestätigen. Eine repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge wünschen sich nahezu 80 Prozent aller Menschen hier in Deutschland eine neue Wirtschaftsordnung – eine Wirtschaftsordnung, die fairer und gerechter ist und die ressourcenschonender agiert. Dafür sind die Menschen sogar bereit, auf Einkommen zu verzichten. Das ist ihnen nämlich gar nicht am wichtigsten.3)http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung Interessant, oder?

Lassen wir darüber hinaus mal die Menschen direkt sprechen. Ich habe bereits die Community „human trust“ rund um Veit und Andrea Lindau angeführt. Dort waren in einem der Tagesimpulse die Mitglieder gefragt, über das Glück zu reflektieren, eine der Fragestellungen war auch, was die Menschen denn derzeit unglücklich mache. Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 900 Menschen. Zwei Drittel davon waren unglücklich mit der Lage der Welt: Wie wir die Umwelt zerstören, wie der Kapitalismus Ungleichheiten schafft, wie wir 1 Milliarde Menschen in der Welt hungern lassen, obwohl doch genügend Nahrung für alle da wäre. Spricht das nicht eine deutliche Sprache?

Offenbar ist es tatsächlich so, dass viele von uns sich eine Alternative wünschen, ihnen die Thematik aber zu komplex erscheint. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen, stehen vor einem riesigen Berg, denken, dass ihr eigenes Handeln sowieso nichts bewirken kann, fühlen sich gelähmt – und lassen deshalb alles so, wie es ist. Doch wenn es so vielen von uns so geht, dass wir uns eine bessere Welt wünschen und uns die aktuelle Lage der Dinge so unglücklich macht, warum belassen wir es denn dabei und suchen nicht anstatt dessen nach einer Lösung, wie wir das wirklich packen können.

Aufbruchsstimmung: Lass uns geh´n!

Mich stimmt sehr optimistisch, dass dies schon an vielen Orten, in vielen Bewegungen passiert. Es ist Aufbruchsstimmung – von Persönlichkeitsentwicklungs-Communites über Ernährungsbewegungen bis hin zu den Transition Towns oder auch Bewegungen zur Solidarischen Ökonomie und Gemeinwohl-Ökonomie wie auch der Umweltbewegung. In einem späteren Blogbeitrag werde ich dezidierter darauf eingehen und eine Kartographie des Wandels skizzieren.
Als, wenn es denn so einfach wäre: Wie schaut das Wahlprogramm zur Weltrettung aus?

Wir können also wohl festhalten, dass sich eine überwiegend Mehrheit eine bessere Welt wünscht – nur würden wir uns überhaupt auf ein gemeinsames „Wahlprogramm zur Weltrettung“ einigen können? Ich habe da schon eine Idee, sie hat mit den globalen Nachhaltigkeitszielen zu tun, die im Herbst 2015 von den Vereinten Nationen willkommen geheißen wurden. Aber das schildere ich Dir einmal in einem der kommenden Blogartikel :-).

 

Jetzt freue ich mich, wenn Dich mein Artikel inspiriert hat, wenn Du Überlegungen dazu hast oder auch Fragen, hinterlasse gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße zu Dir – in Aufbruchsstimmung,

Steffi.

 

References   [ + ]

1. Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.
2. Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-
3. http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung

Aus meiner Bibliothek: Julia Cameron – „Der Weg des Künstlers“

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Eines meiner Lieblingsbücher zur Ankurbelung der eigenen Kreativität ist der Klassiker „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron.

Das Buch unterstützt den Leser/die Leserin in 12 Lektionen mit vielen Schreib-, Denkübungen sowie in Übungen zur sinnlichen Wahrnehmung, die einen zugleich neu innere Landschaften entdecken lassen. Wer sich komplett darauf einlässt, wird ahnen: Dieses Buch hat es in sich und wird „nachwehen“.

Julia Cameron schlägt begleitend zur Lektüre vor, drei einfache Werkzeuge in den Alltag zu integrieren:

  1. die Guten-Morgen-Seiten:
    Stehe täglich ein halbe Stunde früher und verfasse handschriftlich ca. drei Seiten, um Deinen Schreib- und Kreativitätsfluss zu aktivieren,
  2. Rendezvous mit Dir selbst:
    Verabrede einmal in der Woche ein Stelldichein mit Dir allein für einige Stunden und verbinge die Zeit bewusst mit Dir, mach es Dir schön (stöbere in einem Trödelladen, nimm in Ruhe ein Bad nehmen, geh allein ins Restaurant oder was auch immer Dir einfällt, werde kreativ, …)
  3.  Wöchentlicher Spaziergang:
    Führe Dich darüber hinaus mindestens einmal die Woche „Gassi“ und gehe bewusst spazieren – nicht hektisch, sondern ganz in Ruhe, nimm Deine Umgebung wahr und genieße es.

Ich finde, das sind allesamt sehr wertvolle Anregungen, die ich von Zeit zu Zeit in meinen Alltag integriere – immer wie es passt. Die „Guten Morgen-Seiten“ sind gelegentlich meine „stille halbe Stunde“ am Morgen, doch wenn es allzu hektisch ist, lasse ich sie wegfallen. Das tut mir allerdings nicht gut. Gerade beim Durchblättern habe ich wieder gemerkt, dass mir das Buch richtig Lust macht, und ich freue mich schon sehr darauf bei Gelegenheit, einmal wieder die eine oder andere Übung daraus zu machen.

Neben ihrem Erstlingswerk „Der Weg des Künstlers“ hat Julia Cameron übrigens weitere lesens- und beachtenswerte „Kreativitätsbücher“ verfasst.

Und welche Bücher und Medien helfen Dir zur Aktivierung Deiner Kreativität?

Welche Tipps hast?

 

Das Buch:
Julia Cameron: „Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“

Ich freue mich, wenn Du das Buch bei Deinem lokalen Buchhändler ums Eck erwirbst!
Gute Alternative: Vielleicht findest Du es auch auf der Plattform fairmondo.de, die sind auf dem Weg, einen fairen Online-Marktplatz zu etablieren.

 

PS:

Die Krimiautorin Daniela Alge (um ihre Autorenwebsite zu besuchen, klicke bitte auf diesen Link) hat ebenfalls darüber geschrieben, wie ihr „Der Weg des Künstlers“ bei ihrer Arbeit hilft. Ich verlinke hier gerne auf den Artikel: https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/22/blogparade-special/ 

Lass es leuchten: Ermächtige Dich!

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Bei einem Osterspaziergang in Hannover – April 2015 – Foto made by Steffi

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind,
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, begnadet, phantastisch sein darf?“

Wer bist du denn, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum, sich nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.

(Marianne  Williamson aus: „A return to love“ bzw. „Rückkehr zur Liebe“; das Zitat wird auch häufig Nelson Mandela zugeschrieben)

 

Empowerment – auf deutsch: Selbstermächtigung – vor knapp drei Jahren hat mir dieses Wort noch fast Angst gemacht. In jedem Fall hatte ich sehr großen Respekt davor, dieses Wort zu verwenden. Damals diskutieren wir auf dem bundesweiten Netzwerktreffen über die Transition Charta, und dass wir Bürgerinnen und Bürger selbst ermächtigen und für den Wandel aktiv werden sollten.

Selbstermächtigung  – ich habe damals an das Ermächtigungsgesetz gedacht. An diesen Akt, der das Dritte Reich manifestierte. Und deshalb habe ich Angst gehabt, Respekt mindestens.

Mittlerweile glaube ich, dass Selbstermächtigung einer der wichtigsten Faktoren für den Wandel ist. Wenn nämlich viele Menschen sich selbst ermächtigen,

… sich auf Ihre wirklichen Träume besinnen und sie zu äußern
… sich auf das Potenzial besinnen, das noch in ihnen schlummert, anstatt in Zynismus und „Es geht nicht“-Modus zu verharren
… sich selbst ermächtigen, dieses Potenzial zu entfalten
… und andere Menschen ermuntern, es ihnen gleich zu tun.

dann wäre diese Welt ein besserer Platz.

Ein einfacher Perspektivwechsel, ein Fokus auf unser Vermögen und wir würden ganz anders mit uns umgehen.

Ich erinnere mich jetzt gerade selbst daran, wie ich gerade gestern mit mir gehadert habe, und mich nicht getraut habe, eine eigene Facebookseite einzurichten  für mich als Künstlerin, Autorin und Transformations-Aktivistin.  Ein wenig kann ich darüber schmunzeln, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe. Ja, ich bin eine Künstlerin – und ich wünsche mir, dass so viel mehr Menschen, den Künstler, die Künstlerin in sich entdecken – endlich Frieden mit sich schließen, sich von begrenzenden Ketten lösen und sich getrauen, ihre Großartigkeit voll und ganz in diese Welt zu geben, sich voll und ganz zu schenken.

Ich verspreche Euch, ich werde mein Bestes geben, weiter an meine Großartigkeit zu glauben und sie immer mehr zeigen – und zwar nicht im narzistischen Sinne, sondern in einem Sinn, der der Welt dient. Und in einem Sinn, der Dich und Dich und viele weitere Menschen ermuntert, ebenfalls Ihre großartigste Version zu leben und zu sein. In einem Sinn, der uns allen ganz viel Raum schenkt.

Ich wünsche Euch einen sonnigen Maientag!

Herzlich, Steffi.

Eine Geburt & ein fragendes „Bin ich so gemeint?“ … oder: meine Facebook-Autorenseite

© fotolia.de / Urheber: Alekss

„Wäre ich ein Dichter,
dann wählte ich das Schweigen.
Wäre ich ein Heiliger,
dann wählte ich die Welt.
Wie die Dinge liegen,
mache ich mir sanft zu eigen,
was hinter unsern Augen
langsam in die Asche fällt.
….
So ist es gewesen.
Ich war hemmungsvoll dabei.
Ich denke, also bin ich. Also gut.
Mein Lebensmittel ist der schwere Mut.“
(aus Heinz Rudolf Kunze, „Der schwere Mut“)

Ja, jetzt habe ich es getan. Ich habe eine eigene Facebookseite für mich eingerichtet. Kein bloßes Profil mehr – für Freunde, keine Firmenfacebookseite. Nein, ich zeige mich – als Expertin und „Autorität“.

Ich muss zugeben: Es fühlt sich komisch an. Es tanzen da so Gedanken in meinem Kopf herum, meine kleine Teufelchen:

„Steffi, wer bist Du eigentlich, dass Du da jetzt eine eigene Facebookseite für Dich einrichtest?“

Kein Verstecken mehr hinter irgendwelchem Marken, hinter Firmengebilden, die ich erschuf, hinter Projekten, hinter anderen Kunden. Die Marke bin ich, der Mensch: Stephanie Ristig-Bresser, 44 Jahre alt, über 20 Jahre im Berufsleben stehend, so schreibverliebt wie am ersten Tag, eine unverbesserliche Optimistin obendrein, eine, die die Hoffnung niemals aufgeben wird, eine die davon träumt, einen Beitrag zu leisten, diese Welt zu einem besseren Platz zu machen, eine, die mit ihrer ganzen Leidenschaft unterwegs ist und damit hoffentlich ein paar Menschen zu inspirieren vermag, ein Mensch, der sich mit der Transition-Bewegung und der Gemeinwohl-Ökonomie verbunden fühlt und die daran glaubt, dass diese Ideen zur Transformation beitragen werden.

Ich habe diese Facebookseite fragend eingerichtet:
Bin ich diese Autorität, von der ich spüre, dass sie in mir ist?

Und ich habe mich erinnert an den Krimiautoren Sebastian Fitzek, von dem ich mal auf Facebook sinngemäß den Satz gelesen habe: „Ihr seid Schuld. Weil ich bereits 5.000 Freund*innen und Freunde auf Facebook habe, ist jetzt diese Seite entstanden.“

Ich frage mich, ab wann ein Mensch eine „Autorität“ ist, wann seine Strahlkraft so groß ist, dass er oder sie sich als öffentliche Person bezeichnen kann. Ich frage mich, als wer ich gemeint bin? Ich fühle, da ist noch mehr Steffi in Steffi, als Steffi schon sein kann. Ich werde es mit Euch herausfinden, ich bin gerade hemmungsvoll dabei :-).

Zaghafte Grüße zu Euch,
noch etwas wackelig auf den Beinen,

Steffi.

PS: Und der Link zu meiner Facebookseite ist jener:

https://www.facebook.com/Stephanie-Ristig-Bresser-262767270743162/

Our Future starts now

Eine Gesprächsrunde zur Finissage der Ausstellung „upcycling society level 3“ von Lucia Dellefant

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Our future starts now – unter diesem Motto durfte ich Donnerstag Abend eine auch für mich sehr inspirierende Runde moderieren, die anlässlich der Finissage der Ausstellung „upcycling level 3“ der wunderbaren Künstlerin Lucia Dellefant in der Galerie Robert Drees zusammen kam.

Mit Lucia und mir diskutierten:

Hartmut El Kurdi (taz-Kolumnist, Dramaturg am Schauspiel Hannover), der in seinen Asuführungen deutlich machte, dass unsere Zukunft nicht von „biodeutschen Akademikern“ bestimmt werden darf, sondern dass es wichtig ist, möglichst zu involvieren und zu aktivieren,

sehr passend dazu:

Hans Grimmelmann, der als Prozessbegleiter unter dem Motto „Zusammen.Wirken“ partizipative Unternehmenskulturen fördert und Unternehmen damit in ihre ganz besondere Kraft bringt,

Gert Schmidt, der sich als Aktivist u.a. im Recycling-/Upcycling und in der Kreislaufwirtschaft in der Bauteilbörse Hannover engagiert, und seine Utopie von einer müllminimierten Gesellschaft beschrieb,

sowie

Dr. Patrick Schreiner, Autor des lesenswerten Buches „Unterwerfung als Freiheit – Leben im Neoliberalismus“, das durchleuchtet, wie sehr der Neoliberalismus bereits alle Lebensbereiche durchdrungen hat,

Vielen herzlichen Dank an die Galerie Robert Drees für die Organisation dieses Abends, der auch hoffentlich einige Besucher*innen inspiriert hat.

Auf dem Bild sind zu sehen (v.l.n.r.): Hans Grimmelmann, Maren Coldewey (Aktivistin der Gemeinwohl-Ökonomie), ich, Hartmut El Kurdi und Lucia Dellefant). Wir stehen inmitten einer von Lucia geschaffenen Skulptur.

Let´s go, 2016! Übungsmatte für einen gelingenden Wandel – in Dir und für die Welt

Vor allem in den vergangenen drei Jahren spüre ich immer deutlicher:
Da bricht was auf!
Die Zeit ist reif für den Wandel!

Abflug / Flugschirme der Pustblume beim Start :)

Fotografie: © Doris Oberfrank-List @ fotolia.de

Ich mag das so wahrnehmen, weil auch ich mich vor knapp drei Jahren dazu bekannt habe, Teil einer Nachhaltigkeits-Bewegung zu sein, die für ein neues System einsteht, das unser aller Ressourcen in bessere Balance bringt. Damals, im Frühjahr 2013, gab ich auf der KarmaKonsum-Konferenz einen Workshop, in dem ich einzig einem heiligen Wunsch zum Ausdruck brachte: „Lass mich Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung sein!“ – relativ „blauäugig“ und ohne um die diversen alternativen ökonomischen Ansätze zu wissen, die vor allem in den letzten 5-10 Jahren entwickelt wurden. Natürlich ist damit ein Stein ins Rollen gekommen; ich lernte immer mehr Gleichgesinnte kennen. Es ist schon sehr beeindruckend, wie vielen Menschen ich in den vergangenen Jahren begegnet bin, die sich eine ganz andere Welt wünschen, als die, die wir uns geschaffen haben. Manche sind zu Aktivist*innen des Wandels geworden (in Fachsprech: „Change-Maker“) – oder wir haben in diesem Kontext zusammen gearbeitet, manche sehnen sich noch still nach dem Wandel.

Große Zahlen, die ein Gefühl bestätigen

Dass der Großteil der Menschen hier in Deutschland (und vermutlich an vielen weiteren Orten auf dieser Welt) sich eine andere (Wirtschafts-)Welt wünscht, ist übrigens nicht nur mein Gefühl allein. So einige – sogar repräsentative – Studien bestätigen: „Fast 90 Prozent fordern … eine neue Wirtschaftsordnung, in der der Umweltschutz einen höheren Stellenwert hat als bisher und die den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft  anstrebt.“1) Das ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zu einer repräsentativen Studie, die sie im Jahr 2010 zum Thema in Auftrag gegeben hatte. Weiteres dazu beim Klick auf diesen Link. Auf diese Quelle hat mich und viele andere Menschen übrigens Christian Felber in seinem Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ aufmerksam gemacht; er führt sie in der Einleitung des Buches an.  

Zeitgeist: Aufbruch und die Sehnsucht nach dem Sinn

Diesen Zahlen und diesem Gefühl entsprechen auch weitere Beobachtungen und Fakten. Hier nur einige Beispiele:

  • 250.000 Menschen gingen am 10.10.2015 in Berlin gegen TTIP und Campact auf die Straße. Aufgerufen hatten dazu diverse zivilgesellschaftliche Organisationen von Gewerkschaften bis hin über Umweltschutzverbänden, die sich in einem Bündnis zusammengeschlossen hatten.2)http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-demonstration-in-berlin-stellt-teilnehmerrekord-auf-a-1057187.html
  • Aus der Idee der Gemeinwohl-Ökonomie, initiiert von einer Handvoll engagierter österreichischer Unternehmer*innen rund um den Autoren und Aktivisten Christian Felber, ist binnen fünf Jahren eine internationale Bewegung geworden, die in über 20 Ländern Regionalgruppen beheimatet und knapp 9.000 Unterstützer*innen zählt. 3)Genauere Zahlen hier: https://www.ecogood.org/was-ist-die-gemeinwohl-oekonomie Ist das nicht wunderbar?
  • Einige – ich nenne sie mal – spirituelle Wegbegleiter*innen spinnen Gemeinschaftsnetze um ihr Lehrpraxis herum – etwa Thomas Hübl mit Retreats und Sommercamps oder Jwala und Karl Gamper mit der „Vision von NeuLand“ oder auch Andrea und Veit Lindau mit der Coaching-Community Human Trust. Dort geht es nicht nur um persönliches Wachstum und individuellen Erfolg; er wird als Teil eines größeren Ganzen begriffen. Auch hier geht es um den Wandel der Gesellschaft und diese Welt insgesamt gerechter, achtsamer und liebevoller zu gestalten.

Das sind wie gesagt nur einige Beispiele (mir sind noch viele weitere bekannt: Transition Town Initiativen, Solidarische Ökonomie, Solidarische Landwirtschaft, Ouishare, degrowth-Bewegung, Postwachstums-Ökonomie, Schenk-Ökonomie, …).

Damit der Wandel gelingt 1: Die magischen fünf Prozent 

Sehen wir einmal von der Tatsache ab, dass sich erfahrungsgemäß einige Menschen in mehreren Initiativen gleichzeitig engagieren, ist es also Summa summarum ganz erstaunlich, wie viele Menschen bereits „in Bewegung“ sind. Ich finde diese Zahlen auch deshalb so ermutigend, weil der Schwarmforscher Jens Krause herausgefunden hat, dass fünf Prozent einer Gesellschaft genügen, „um eine ganz Gesellschaft umzuorientieren.“4)Jensen / Scheub (2014): Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben.“, S. 304

Allerdings passiert ein gebündeltes Miteinander, wie sich dies beispielsweise im Rahmen des Aktionsbündnisses gegen TTIP gebildet hat, eher zufällig. So diese ist diese „Masse“, die schon in Bewegung ist, gar nicht richtig sichtbar. Lasst uns also miteinander systematische Bündnisse schließen und uns gegenseitig stärken! Hier gibt es kein Besser oder Schlechter und erst Recht kein Gegeneinander, keinen Kampf. Die Zeit der Protestsongs und des Klein-Klein-Hick-Hacks der Bewegungs-Initiativen untereinander ist vorbei: Wenn „WIR“ uns verbinden, dann gelingt der Wandel!

Damit der Wandel gelingt 2: Impulse auf vielen Ebenen

Die magischen fünf Prozent: Natürlich ist es dabei nicht egal, welche fünf Prozent aktiv werden. Das soziologische Modell der Multi-Level-Perspectives nach Frank Geels5) Einen guten Überblick über das Modell liefert dieses Skript: http://gedankenstrich.org/wp-content/uploads/2014/11/Kurze-Einf%C3%BChrung-in-die-Multi-Level-Perspective.pdf skizziert, dass es Impulse und Bündnispartner*innen auf allen Ebenen – in der Nische wie auch im „Regime, der existierenden Gesellschaftsordnung“ braucht, um den Wandel möglich zu machen. Wenn der Zeitgeist und aktuellen Ereignisse (die „Landkarte“) dann ebenfalls im Wandelsinn getaktet sind, dann geht die Party ab ;-). 

Multi-Level-Perspectives-Modell

Modell der Multi-Level-Perspectives nach Frank Geels

Mein persönlicher „Wandel-Mix“ für Hannover und die Welt

Doch um einen Wandel in der Tiefe zu erreichen, braucht es nicht nur Aktionismus im Äußeren: Wer für den Systemwandel wirkt, braucht auch für sich selbst eine gute Balance, eine Zentriertheit und Klarheit. Wir gehen voran und verkörpern selbst schon in allen Dimensionen den Wandel, für den wir einstehen.

GWÖ-Traum

Das Bild zeigt eine Collage unserer Vision für die Gemeinwohl-Ökonomie in Hannover, das im Juli 2015 für eine Präsentation im Hodlersaal im Neune Rathaus entstanden ist.

Ich selbst habe einen persönlichen Wandel-Mix gefunden, der für mich sowohl sinnerfüllend ist als auch mich selbst stärkt, mir Kraft gibt und mich beflügelt.
Meine Vision ist es, meine Gaben und Talente (als Autorin, Netzwerkerin, „Regisseurin“ und Dozentin) dafür einzusetzen, einen entscheidenden Beitrag dafür zu leisten, dass wir die magischen fünf Prozent erreichen und der Wandel gelingt. Dazu bin ich auf verschiedenen Ebenen tätig:

  • Seit September 2014 engagiere ich mich für die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und habe hier in Hannover eine Regionalgruppe aufgebaut, die sich gerade in den letzten Monaten eines guten Zulaufs erfreut und von vielen Kooperationspartner*innen feines Feedback bekommt. Außerdem wirke ich mit im Vorstand des Wiener Gründungsvereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie und habe so auch die Möglichkeit, strategische Weichen mit zu stellen.
  • Darüber hinaus engagiere ich mich in der deutschen Transition Bewegung, im Kokreis, dem Entscheidungsgremium des deutschen Transition Netzwerkes, und habe u.a. ein Konzept für das REconomy-Projekt zur Relokalisierung der Wirtschaft entwickelt. Für beide Bewegungen werde ich mich auch in diesem Jahr weiter engagieren.
  • Natürlich wird auch im November diesen Jahres der LeineHeldenJam wieder stattfinden, dessen Co-Initiatorin und Teamleiterin ich bin. Da kündigt sich schon einiges Tolles an, wie wir den Jam weiter entwickeln werden.
  • Ich hoffe, dass sich Anfang 2016 zwei entscheidende berufliche Weichen stellen werden, um in diese Arbeit richtig viel Kraft geben zu dürfen. Bitte drückt mir mal die Daumen :-)!
  • Eines der Herzstücke meiner Arbeit in diesem Jahr wird außerdem ein Publikationsprojekt sein, das ebenfalls das Thema „Gelingender Welten-Wandel“ behandeln wird. Ihr dürft gespannt sein :-)!
  • Vor allem aber: Tägliche Übungsmatte im Human Trust: Bei allen diesen tollen Projekten ist es mir aber genauso wichtig, mich selbst zu stärken und für meine eigene Kraft, für mein Wohlergehen, meine Balance, meine Zufriedenheit, meine Freude, mein Glück zu sorgen. Dafür habe ich vor zwei Jahren den Human Trust (vormals: Living Master Club) für mich entdeckt, mein „integrales Fitness-Studio“, das mich immer wieder auf den Teppich, meine tägliche Übungsmatte holt und mich dabei unterstützt, alle Lebensbereiche im Blick zu halten und in Balance zu bringen. Wie Ihr lesen könnt, habe ich mir so einiges vorgenommen. Der Human Trust unterstützt mich dabei, hilft mir, den Fokus zu finden, die Kraft zu sammeln, die Gelassenheit zu bewahren – und all das mit ganz viel Freude zu tun.
    Als Teamleaderin für Hannover, die ich jetzt im Human Trust zweiten Jahr bin – gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Teamleader, erhalte ich außerdem so einige Werkzeuge, die ich für meine Arbeit in all den genannten Projekten sehr gut gebrauchen kann. Gleichzeitig werde ich auch in diesem Jahr wieder eine Lokalgruppe hier in Hannover anbieten mit monatlichen Treffen. Ich wünsche mir eine Gruppe, die sich gegenseitig stärkt und in der auch Menschen finden, die mir für meine Vorhaben Kraft geben. Wenn auch Du in 2016 viel vorhast, kann auch für Dich der Human Trust eine gute „Tankstelle“ sein. Vielleicht ist ja auch meine Lokalgruppe in Hannover etwas für Dich – Termine etc. gibt es in Kürze. Informiere Dich gerne in Ruhe über den Human Trust – und maile mich gerne an, wenn noch Fragen offen sind (info@ars-scribendi.com – wenn Du Dich übrigens über die hier angeführten Links zu Human Trust anmeldest, bekomme ich eine „Provision“).

In jedem Fall wünsche ich Dir ein lichtvolles, fantastisches 2016, das Du zu einem guten Jahr für Dich machst <3. Und ich wünsche Dir, das Du von Menschen umgeben bist, die Dich in all dem, was Du vorhast, stärken und stützen. Gemeinsam können wir so viel erreichen – denn es ist so viel mehr möglich, als wir glauben. Daran glaube ich. Ganz fest.

References   [ + ]

1.  Das ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zu einer repräsentativen Studie, die sie im Jahr 2010 zum Thema in Auftrag gegeben hatte. Weiteres dazu beim Klick auf diesen Link. Auf diese Quelle hat mich und viele andere Menschen übrigens Christian Felber in seinem Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ aufmerksam gemacht; er führt sie in der Einleitung des Buches an. 
2. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-demonstration-in-berlin-stellt-teilnehmerrekord-auf-a-1057187.html
3. Genauere Zahlen hier: https://www.ecogood.org/was-ist-die-gemeinwohl-oekonomie
4. Jensen / Scheub (2014): Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben.“, S. 304
5. Einen guten Überblick über das Modell liefert dieses Skript: http://gedankenstrich.org/wp-content/uploads/2014/11/Kurze-Einf%C3%BChrung-in-die-Multi-Level-Perspective.pdf

Noch nackt…

Dreaming Angel on the ball against blue sky

© Katarina S. – fotolia.de

… ist diese Seite fast. Ich empfinde sie als eine weitere Stufe hin zu mir selbst, einen weiteren Schritt auf mich zu, auf das Ich, als das ich eigentlich gemeint bin. Mein digitales Basislager für all die Projekte, die ich in den vergangenen Jahren (mit) geschaffen habe und die es ermöglicht haben, immer tiefer zu meinem Kern vorzustoßen. Mein digitales Brevier & Magazin auch, in dem ich zu den Themen, die mich beschäftigen, sinniere, mein Wissen und meine Gedanken und Gefühle weitergebe, Geschichten erzähle, Menschen porträtiere, reportiere….

Herzlich Willkommen, fast unbeschriebenes Blog, lass uns gemeinsam den Zauber des Anfangs bewahren!

Und zweitens: Herzlich willkommen auch an Dich, meinen inneren inneren Schweinehund – nennen wir Dich mal Kurt (und gut). Lass mich gute Wege finden, Dich zu zähmen und in Schach zu halten, auf dass dieses Blog lange lebe und kontinuierlich und feingeistig mit meinem Wortsalat gefüttert werde.

Und drittens: Herzlich willkommen natürlich auch an Dich, liebe Leserin, lieber Leser: Ist noch ziemlich leer hier, was? Wünsch mir Glück, wünsch mir Zeit, wünsch mir Disziplin!  Du bist Zeugin, Du bist Zeuge einer Blogwerdung und verfolgst, ob und wie mein kleines Brevier-Baby wächst und gedeiht. Ich test jetzt mal bis in den Frühling hinein. Aus einem bestimmten Grund erscheint mir der 16.04. ein geeignetes Datum zu sein zu überprüfen, ob dieses Brevier-Projekt erblüht und sich trägt. Also: muntert mich gerne auf, wenn Ihr Gefallen an diesem Projekt findet… :-)