Ich bin übrigens Milliardärin – und was das vielleicht mit der Rettung unseres Planeten zu tun hat

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Vor kurzem war Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Es ist in der Tat sehr besorgniserregend, wie sehr die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Ungefähr 10 Prozent aller Menschen unserer Weltbevölkerung lebt in extremer Armut. Zwar ist diese Zahl in den vergangenen Jahren sehr gesunken1)http://www.tagesspiegel.de/politik/armut-in-der-welt-anteil-der-extrem-armen-sinkt-unter-zehn-prozent/12408146.html, doch wirst Du mir beipflichten: Auf einem Planeten, auf dem genug für alle da ist, darf das überhaupt nicht sein. In unserem Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, gilt jeder 4. bis 6. Menschen als armutsgefährdet (das betrifft Menschen, die weniger als 942,00 Euro monatlich zur Verfügung haben).2)https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10154668129060680/ Das finde ich besonders eklatant, denn wir könnten eine gerechte Verteilung der Reichtümer wirklich besser hinbekommen.

Aber wie kommt es, dass ich mich als Milliardärin fühle?
Und was hat das damit zu tun, dass wir hoffentlich zukünftig eine gerechte Verteilung der Reichtümer dieser Welt anders hinbekommen?

Neulich habe ich eine Übung zum Thema Reichtum gemacht, die mich sehr beeindruckt und in mir etwas „verschoben“ hat: Daneben, all seine materiellen Reichtümer und Schulden aufzulisten, galt es in dieser Lektion, sich einmal all seiner Fähigkeiten, seiner Beziehungen und seiner bisherigen Lebenserfahrungen bewusst zu werden. Indem ich all das aufgelistet habe, bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen: Mein Vermögen beträgt über 25 Milliarden Euro (aber eigentlich verfüge ich geschätzt über einen unendlichen Reichtum…). Mach vielleicht auch Du einmal diese Übung für Dich:

  • Was ist Dir Dein eigenes Leben wert?
  • Wie viel ist es Dir wert, dass Du Deine Liebsten an Deiner Seite hat?
  • Was ist es Dir wert, dass Du lieben, lachen, laufen, sehen, hören, schmecken und riechen kannst…?
  • Wie viel sind Dir all Deine bisherigen Lebenserfahrungen wert?

Selbst wenn Dir das komisch vorkommt, und Du Dich dagegen sträubst, Dein eigenes Leben zu Form von Geld zu bewerten.. Ist es nicht verblüffend, wie sehr sich Dein Verhältnis zu Deinem materiellen Reichtum verändert?3)Ich finde übrigens, dass das Wort „Humankapital“, dass ja manchmal in Personalabteilungen herumkreist, dadurch noch einmal eine andere, wirklich wertvolle Bedeutung erfährt…  

Dein innerer Reichtum… und was er mit einer besseren Welt zu tun hat

Wenn ich jetzt weiter denke und mir dann überlege, was wir alles damit anfangen können, wenn wir uns dieser immateriellen Reichtümer bewusst sind… Wir könnten sie einsetzen, um damit den Reichtum anders zu verteilen, weil wir um andere Reichtümer wissen. Das heißt nicht, das die Armen in „Luft und Liebe“ glücklich werden sollen. Das verändert aber sehr wohl unser Wertebewusstsein, das verändert unsere Verantwortung, das verändert unser Handeln. Denn wenn Du Deinem eigenen Leben mutmaßlich einen solch hohen Wert einräumst, dann ist jeder andere Menschen doch sicher genauso viel Wert, oder? Und dann würdest Du vermutlich auch sehr viel dafür tun, dass es allen anderen Menschen ebenfalls gut geht, oder? Außerdem: Wenn Du Dir Deines inneren Reichtums bewusst bist, musst Du dann noch immer mehr materieller Reichtümer anhäufen anstatt dafür zu sorgen, dass andere Menschen auch selbst Reichtum erfahren. Reichtum zu erlangen, ist dann sicher mehr als „Chacka-Chacka, die Millionen scheffeln“, oder?

Ich glaube, dass dieses andere Bewusstsein etwas verändern wird. Deswegen wünsche ich mir, dass sehr viele Menschen, diese anderen Formen des Reichtums für sich entdecken und nicht ausschließlich auf äußeren Reichtum fokussieren. Übrigens sind wir priviligierten Menschen aus den reicheren Ländern ganz besonders in der Verantwortung, diese Dimension des inneren Reichtums weiter zu verbreiten, denn wir leben in dem Luxus, diesen bewusst erfahren zu dürfen. Vielleicht hast Du ja schon einmal vom Maharishi-Effekt gehört (der allerdings nicht ganz unmstritten ist): Durch transzendentale kollektive Meditation gingen die Kriminalitätsrate, die Zahl der Autunfälle und Krankenhauseinlieferungen zum Zeitpunkt der Meditationen zurück.4)Mehr dazu: http://meditation.de/bessere-welt/

Ich hoffe, dass diese Überlegungen nicht zu zynisch für Dich klingen. Ich glaube fest daran, dass damit ein Unterschied zu erreichen ist, dass die Armen materiell reicher werden und wir Reichen an „inneren Werten“ gewinnen.

Also: Auch wenn das wissenschaftlich mit Sicherheit nicht nachweisbar ist: Ich glaube, mit diesem anderen Bewusstsein wird es möglich sein, diese Welt für alle Menschen wirklich reicher zu machen. Bist Du dabei?

 

PS:

Diese Übung habe  ich im Rahmen des Kurses „Guter Reichtum“ von Veit Lindau gemacht, an dem ich gerade teilnehme. Auch Du möchtest mehr äußeren und inneren Reichtum in Deinem Leben erschaffen? Dann teste doch mal… Vielleicht sind diese Lektionen auch etwas für Dich. Oder Du findest andere Wege, diese Themen für Dich zu lösen. In jedem Fall wünsche ich mir, dass wir andere Wege finden, unsere Arm-Reich-Schere aufzulösen, als auf die Reichen, die Politiker und/oder dasSystem zu schimpfen und unsere vermeintliche Armt zu beklagen…

References   [ + ]

1. http://www.tagesspiegel.de/politik/armut-in-der-welt-anteil-der-extrem-armen-sinkt-unter-zehn-prozent/12408146.html
2. https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10154668129060680/
3. Ich finde übrigens, dass das Wort „Humankapital“, dass ja manchmal in Personalabteilungen herumkreist, dadurch noch einmal eine andere, wirklich wertvolle Bedeutung erfährt…  
4. Mehr dazu: http://meditation.de/bessere-welt/

Anders besser wirtschaften in Hannover – was braucht es dafür?

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Jetzt ist es wirklich wahr – unser Seminar an der Universität Lüneburg zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“, das ich gemeinsam mit meiner Co-Dozentin Antoniya Hauerwaas gebe, findet wirklich-wirklich statt. Ich freue mich so sehr!
 
In den kommenden Monaten beschäftigen sich 20-30 Studierende in fünf interdisziplinären Teams mit folgenden Themenbereichen unterfüttert mit ganz konkreten Praxisbeispielen aus der Region Hannover:
  1. Gemeinwohl-Ökonomie
  2. Transition Towns – REconomy
  3. Möglichkeits-Räume
  4. Alternative Finanzierungsinstrumente / Regionalgeld
  5. Nachhaltiges Marketing

Die Methode, die wir dabei nutzen, nennt sich Project Based Learning (hier ein Link dazu auf wikipedia). Ich werde bei Gelegenheit mehr dazu berichten, ich lerne das Project Based learning (PBL) gerade erst kennen – sehr spannend! Hier eine selbst erstellte Grafik zum Abauf eines PBL-Prozesses:

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Der Zyklus des „Project Based Learnings“ (selbst erstellte Grafik)

Jedes der Projektteams wird jeweils für sich eine Leitfrage erarbeiten. Diese wird darauf abzielen, wie die Rahmenbedingungen für das Akteure des jeweiligen Spektrums verbessert werden können. Nach mehreren Feedbackschleifen hierzu, gibt es eine seminarinterne „Generalprobe“,anschließend werden die Ergebnisse in der Öffentlichkeit präsentieren. Wir hoffen, hierzu eine adäquate Location in Hannover (bspw. Rathaus) nutzen zu dürfen und einige relevante Stakeholder*innen und Multiplikator*innen gewinnen zu können, die die Ergebnispräsentation entscheidungsfreudig aufnehmen :-)

Herzlichen Dank an alle Akteure und Unternehmen, die hierzu für Video-Interviews zur Verfügung standen und so für ein gutes Intro in die Projektarbeit der einzelnen Gruppen ermöglichen. Bitte habt Verständnis, die Interviews bleiben natürlich vertraulich, denn es wurde Tacheles geredet. Es haben Rede und Antwort gestanden:

  1. Gemeinwohl-Ökonomie:
    Janika Froch, Pressesprecherin von der El Puente GmbH, dem größten Kaffee-Fairtrade-Importeur Deutschlands, die gerade eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Alexander Thron, Geschäftsführer des Naturfreundehauses Hannover, die ebenfalls eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Knut Jung, angehender Berater der Gemeinwohl-Ökonomie und Aktivist bei der Gemeinwohl-Ökonomie-Regionalgruppe Hannover (sowie mittlerweile auch Salzburg)
  2. Transition Town Hannover – REconomy
    Bono Hoyer von die Klugbeißer, veganes Cateringunternehmen
    Dorothee Hofmann, Kleider-Kabinett und Platzprojekt
    Von Transition Town Hannover wird sicherlich auch noch ein Interview folgen
  3. Möglichkeitsräume
    Constantin Alexander (Verein Zukunftswerkstatt Ihmezentrum e.V.)
    Uta Lorenz von der Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung Hannover
    Neben dem Ihmezentrum und der Zwischennutzungsagentur gibt es selbstverständlich noch weitere Möglichkeitsräume – bspw. den gerade frisch eröffneten Co-Working- und -Makerspace oder aber das Platzprojekt.
  4. Alternative Finanzierungsformen
    Joy Lohmann, Initiator der Plattform D-Crow, sowie Initiator des Kultur des Wandels-Festes und Künstler, der u.a. mit der Methode der sozialen Skulptur arbeitet
    Anika Bogon vom bbs – Bügerbüro Stadtentwicklung mit der Plattform  HannoverMachen
    Auch zum Thema Regionalwährung gibt es Kontakte. Es wird spannend, in welche Richtung diese Gruppe sich orientieren wird.
  5. Nachhaltiges Marketing
    Cathérine Bartholomé, Inhaberin von Chrysocolla Marketing, Expertin zum Thema Nachhaltiges Eventmanagement und Marketing, die u.a. die fairgoods-Messen begleitet sowie den jährlichen Cardle2Cradle-Kongress und den LeineHeldenJam Hannover mit organisiert
    Anke Biedenkapp, die Gründerin von Stattreisen Hannover ist seit 2013 Geschäftsführerin von Global Partnership e.V. und hat unter diesem Dach eine Kampagne zum nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen – unter dem Motto „Maschsee statt Malediven“.

Ich werde über den Projektverlauf des Seminars berichten!

Vom Semesterprojekt zum Ministerium für Glück – oder: Was entfacht werden will…

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Juchu! Morgen beginnt mein erstes Uniseminar an der Leuphana Universität Lüneburg. Gemeinsam mit Antoniya Hauerwaas vom Institut für Unternehmensentwicklung begleite ich Studierende durch das Seminar: „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“

Ich habe richtig Lust darauf, Studierende zu motivieren, dieses Seminar als Chance zu betrachten, Wirtschaft sinnvoller, achtsamer und gerechter zu machen, und sie spüren zu lassen, dasss sie ihren Teil dazu beitragen können. Dabei nehme ich morgen eine Geschichte auf, die vielleicht dafür sorgt, dass bei den Studierenden der Funke überspringt: Dem einen oder anderen dürfte das Ministerium für Glück oder aber die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler schon einmal über den Weg gelaufen sein. Das Ministerium für Glück ist im Rahmen eines Semesterprojektes entstanden. Gina Schöler gründete später ihr eigenes Unternehmen dazu, bietet Glücks-Workshops und Kampagnen an und hat mittlerweile auch ein Buch dazu veröffentlicht.

Wer weiß also, was aus diesem Praxisseminar entstehen mag? Schließlich ist es wie ein Wunder, dass dieses Seminar stattfindet, denn ich bin Kulturwissenschaftlerin, und dank eines transdisziplinären Tandemteachings ist das nun möglich. Ich freue mich sehr und werde mein Bestes geben, dass dieses Seminar richtig rockt, denn wir haben viel vor: Mein Zielbild ist die Multi-Level-Perspektive, eine Transformationsmodell nach Frank Geels. Mein Wunsch ist, dass die Transformation passiert. Drückt mir die Daumen, dass ich mit diesem Seminar einen „kleinen Vers dazu beitragen kann“.

Unterwegs zum guten Leben – Mein Buch- und Medienprojekt

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Vor einer guten Woche hatte ich die Chance, mein Buchprojekt „Unterwegs zum guten Leben“ kurz und knackig vor geschätzt 100 Menschen im Rahmen des Workshops „Schreibglück“ zu präsentieren. Jetzt sizziere ich auch hier kurz, um was es bei dem Projekt geht.

Los geht´s…

Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist.1)Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.

Doch wie geht das – ein gutes Leben führen,
ein Leben, das gut ist für mich, für Dich und auch für den Rest der Welt?

Wie kann das wieder in Balance kommen? Das ist doch ein Weltwunder-Projekt, so monumental, so unerreichbar, so unfassbar, dass ein Mensch allein daran scheitern. Und überhaupt: Was kann unsere gemeinsame Orientierungslinie, was könnten gemeinsam Leitsterne sein, die Dich und mich (ver)führen, uns aufzumachen hin zum guten Leben?

Die gute Nachricht ist: Es gibt diese Leitsterne schon!
Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen

Vor einem Jahr, im September 2015, ist nämlich etwas Weltbewegendes passiert: Alle 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kamen zu diesem Zeitpunkt zu einer Konferenz inNewYork zusammen und haben alle miteinander gemeinsam die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, willkommen geheißen. Alle 192 Mitgliedsstaaten haben diese Ziele unterzeichnet und sich dazu bekannt, diese Ziele gemeinsam spätestens bis zum Jahr 2030 erreichen zu wollen.

Was für eine Vision! Denn: Diese globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein Spiegelbild nahezu all der Riesenbaustellen, die wir auf diesem unserem Planeten Erde in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben. Vom Beenden der Armut über die gerechte Verteilung von Lebensmitteln, die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Rettung der Meere bis hin zur Erhaltung der Artenvielfalt sind mit den globalen Nachhaltigkeitszielen sämtliche Hausaufgaben aufgelistet, die wir zu machen haben, um diese Welt so zu ordnen, damit unsere Kinder und Kinderkinder es hier gut haben – und vielleicht sogar in manchen Dingen noch besser haben als unsere Weltengemeinschaft jetzt. Wenn wir aber das Ruder rumreißen wollen und nicht nur selbst ein gutes Leben leben wollen sondern die auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dann ist es wichtig, dass jede und jeder mit anpackt. Und dazu bieten die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzheitlichen Anlage einen idealen Orientierungsrahmen. (Im Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ auf diesem Blog kannst Du das etwas tiefer ausformuliert nachlesen).

Und ich habe sogar noch eine weitere gute Nachricht: Die Nachricht von den magischen fünf Prozent
Um dieses Wunder möglich zu machen, müssen wir freilich alle gemeinsam anpacken. Es reicht nicht zu „warten“,was einige Regierungen verzapfen, wir müssen das aktiv einfordern und selbst etwas beitragen. Doch es gibt eine weitere, weitaus beruhigendere Zahl: Es braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent, um einen fulminanten gesellschaftliche Veränderung herbei zu führen. Diese Zahl kommt aus der Schwarmforschung, Richard David Precht zitiert sie in seinem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“, in einem Interview mit dem Schwarmforscher Jens Krause2)Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225; die Autor*innen Ute Scheub und Annette Jensen haben diese magische Zahl in ihren „Aktionsplan für ein gutes Leben“, dem letzten Kapitel ihres Buchs „Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben“ ebenfalls integriert3)Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304. 5 Prozent einer Weltbevölkerung, das sind 400 Millionen Menschen – so viele Menschen wie in der EU leben. Das wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammen bekommen, wenn schon hunderttausende Menschen gegen TTIP und CETA auf die Straße gehen. Glaube mir: Wir schaffen das! (Siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.)

Und was hat das jetzt mit meinem Medienprojekt
„Unterwegs zum guten Leben“ zu tun?

Richtig, damit mache ich Dir richtig Lust darauf, für eine bessere Welt zu wirken.

Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?

Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

Und sukzessive gibt es hier mehr dazu zu lesen, zu hören und zu sehen.

In Kürze stelle ich Dir zum Beispiel Chris und Tanja vor…

References   [ + ]

1. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.
2. Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225
3. Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304

Schreib-Glück – Danke für die Tankstelle

Schreiben ist für mich Seelen-Nahrung und eine meiner Ausdrucksformen. Hast Du es schon immer geliebt zu schreiben und spürst da eine Resonanz, eine Sehnsucht, dem mehr Raum zu geben? Dann schau Dich nach Möglichkeiten um, damit zu „spielen“! Vor vielen Jahr fiel mir das Buch „Der Weg des Künstlers – Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ in die Hände. Ich kann es wärmstens für eine integrale Schreibpraxis empfehlen  und habe hierzu auch einen Artikel „Aus meiner Bibliothek: Der Weg des Künstlers“ geschrieben.

Durch mein Mitwirken in der Online-Community humantrust, initiiert von Andrea und Veit Lindau, bin ich Anfang des Jahres auf deren Kurs „Schreib-Glück“ gestoßen – und es ist wahrhaftig ein großes Glück und Luxus, Teil dieses Kurses zu sein. Neben zwölf inspirierenden Lektionen stellt der Kurs einen Draht zu Verleger*innen her. Vor allen Dingen ist durch den Kurs aber auch eine Community an Gleichgesinnten entstanden, eine sich stärkendes, gemeinsam lernendes Feld, das sich immer weiter entwickelt.

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SchreibGlück  – Energietankstelle – ein Rückblick zum Tagesworkshop

So ist das Schreib-Glück-Kurs mit dem Kurs selbst nicht abgeschlossen und geht immer weiter:

Vor einer Woche beispielsweise hatte LifeTrust, das Unternehmen von Veit Lindau zu einem Tagesworkshop „Schreib-Glück – eine Energie-Tankstelle“ eingeladen. Und eine Energietankstelle war dieser Workshop wirklich. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen Tag so besonders machten – an alle Teilnehmer*innen für den Austausch, die Stärkung, das Hinterfragen und den Applaus, an die Verleger*innen Cornelia Linder (Gründerin des Sheema Verlages), Ulrich Ehrlenspiel (Verlagsleiter Randomhouse), an Joachim Kamphausen (Gründer der J.Kamphausen Mediengruppe GmbH), für alle Life Trust-Menschen, die den Raum so wunderbar bereitet haben, für Veit Lindau und seine Marketing-Impulse.

Insbesondere die Verleger*innen haben mich sehr inspiriert. Jede/r von ihnen konnte auf ihre/seine individuelle Weise transportieren, mit welcher Leidenschaft sie/er seine Tätigkeit ausfüllt. Das hat mir das „System Verlag“ einmal menschlich vor Augen geführt. Jetzt sehe ich einen Verlag nicht mehr nur als „Abnehmer meiner Schreibprodukte“ an, sondern „sehe“ eher die darin arbeitenden Menschen als Gegenüber und Spiegel, denen das Schreiben, die Bücher, die liebevolle und nützliche „Verpackung“ von Wissen, Gefühlen und Geschichten, die Weiterentwicklung von Menschen genauso sehr am Herzen liegt, wie mir (und vielen anderen Menschen). Sie haben im Verlagswesen ihr Terrain gefunden, diese Welt schöner und runder zu machen.

  • Cornelia Linder hat mich mir ihrer Ruhe, Tiefe und Spiritualität sehr inspiriert. Danke für die tolle fünf Punkte-Übung!
  • Ulrich Ehrenspiel war so locker, flockig, heiter, so verschmitzt, so persönlich – und hat dennoch ehrlich, sehr liebevoll und wertschätzend einige heikle Knackpunkte aufgezeigt, die für (angehende) Autor*innen beachtenswert sind. Insbesondere ist mir eine Falle bewusst geworden, in die wohl so einige Autor*innen tappen: Man weiss um seine Geschichte, spürt Besonderes,  Musterhaftes, Exemplarisches in ihr auf, findet Mitteilenswertes darin, denkt, die eigene Lebensgeschichte, das eigene Schicksal, die eigene Heldenreise könnte DER Schlüssel, DIE Inspiration, DER NEUE BESTSELLER werden – doch oft ist dem nicht so. Schreiben ist auch ein Instrument der Selbstklärung. Und manchmal ist es gut und ausreichend, wenn es dabei bleibt.
  • Joachim Kamphausen und das „Team Kamphausen“ haben mich besonders beeindruckt. Hier war deutlich spürbar, wie sehr der Verlag sich in die Bedürfnisse von Autor*innen hineingedacht hat und sich konsequent in ihren Dienst stellt. Ein echtes Anliegen, kein Produkt, keine Vermarktungsstrategie. Das hat mich schon sehr berührt. Dabei hat Joachim Kamphausen klar auch die Schwierigkeiten der Branche benannt: Das gedruckte Buch – im Strudel befindlich inmitten eines sich immer größer auftürmenden digitalen Medien-Tsunamis (der sicherlich so manches Wertvolle einfach unbeachtet wegspült).

Alle Verleger*innen standen auch für Speed-Datings bereit – eine Möglichkeit, die ich nicht wahrgenommen habe, denn: mein Exposé war und ist noch immer nicht fertig. Darüber habe ich mich vor der Veranstaltung sehr gerärgert. Doch im Nachhinein bin ich froh, dass ich noch nicht so weit bin. Beim Workshop habe ich nochmal einige für mich hilfreiche Tipps bekommen, die ich bei der Exposé-Erstellung beachten werde. Insbesondere werde ich darauf achten, jedem Abschnitt zwei-drei Kernformulierungen voran zu stellen.

Unterwegs zum guten Leben – mein Medienprojekt

Das Highlight des Tages, auf das ich auch den ganzen Tag hingefiebert habe, war für mich, mein Buchkonzept in fünf Minuten präsentieren zu dürfen. Ich hatte mich einige Tage darauf vorbereitet; letztendlich habe ich tagsüber das Konzept, das ich mir zurecht gelegt hatte, komplett umgeschmissen und auf der Bühne intuitiv losgelegt. Es waren wahrlich sehr aufregende fünf Minuten! Eigentlich wollte ich auch ein Foto von mir schießen lassen, das mich bei der Präsentation zeigt, doch das habe ich im Eifer des Gefechts vergessen. So bleibt eine Collage, ein „Wimmelbild“ von den Medien, die ich bei meiner Präsentation eingesetzt habe:

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Ich kann gar nicht richtig einschätzen, wie die Resonanz auf meine Präsentation war:
In jedem Fall bin ich froh, diese Chance genutzt zu haben.

Danke an alle, die so wohlwollend und begeistert Applaus spendeten. Ich fühlte mich getragen!

Und um was geht es bei „Unterwegs zum guten Leben“ in ganz wenigen Sätzen formuliert?1)Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…
Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden). Doch viele von uns wissen nicht, wie das geht. Meiner Meinung nach sind die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die idealen Leisterne für ein Wirken für eine bessere Welt dar (ich habe dazu auch den Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ verfasst). Und ich habe eine weitere gute Nachricht: Um dieses Wunder möglich zu machen, braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent (siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.) 
Mit diesem Medienprojekt möchte ich richtig Lust darauf machen, dafür zu wirken. Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?
Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

References   [ + ]

1. Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…

Mit Schreib-Glück zur Sinn-Finderei

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Oder: Wie ich gerade für mich dabei bin, Kunst und Geld zu versöhnen…

Worte schaffen Welten. Schreiben – das ist für mich Ausdrucksform und Spurensuche zugleich. Die richtigen Worte finden, um das stimmig zu erzählen, was an Gedanken und Gefühlen in mir ist, mich bewegt, und: mich zugleich von den Worten tiefer finden lassen, Worte, die wiederum mein Inneres rufen und es vermögen, weiter in mich hineinzutauchen und noch aus den trübsten Wässern längst Vergessenes hervorlocken. Mit Worten und Sprachbildern das Bewusstsein auch im nicht benennbarem Terrain erfischen: So funktionieren Ge-schich-ten.

ars:scribendi – Worte schaffen Welten.

Genau dieser Prozess, dieses Ping-Pong, fasziniert mich seither am Schreiben. Nicht ohne Grund habe ich wohl vor fast zehn Jahren mein erstes Unternehmen ars:scribendi genannt – die „Kunst des Schreibens“. ars:scribendi – die Verwandtheit zum ars vivendi, diesem leichten, kunstvollen Lebensstil, gefiel mir. Mein inneres Auge reiste nach Ligurien, ich spürte Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der Duft von Pinienhainen lag in der Luft, das Meer rauschte von der Ferne, ich wanderte auf einem schmalen Pfad an einer Felsenklippe entlang. Unterwegs und im Fluss, im Gleichklang mit mir und der Welt. Darum ging es mir schon immer: Schreibend den Sinn (er-)finden und dabei die Schönheit dieses Tuns genießen. „Worte schaffen Welten.“ habe ich damals auch als Credo für ars:scribendi gefunden, und es mit jener Werte-Kalligrafie illustrieren lassen, die Du als Titel dieses Artikels siehst. Allein: dass ich diese Werte nicht achtete, beachtete ich nicht.

Was ich so machte: Worte für die Tonne
Kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution

ars:scribendi – hört sich gut an, oder? Was verbindest Du damit? Eine Literaturagentur? Ein Literaturcafé? Eine Buchhandlung mit ganz feinen Büchern? Vermutlich all das und einige schöne Dinge mehr, aber bestimmt nicht das, was ich daraus mit meinem Unternehmen machte: Ich gründete eine PR-Agentur, stellte mich in den Konzept- und Schreibdienst von Unternehmen. „Das ist ja auch sinnvoll und gut“, magst Du denken. Und ja, daran ist nichts Verwerfliches, das denke ich auch. Nur: Heute denke ich, dass ich damals mein Licht unter den Scheffel stellte, aber vor allem: dass ich einige meiner zentralen Werte negierte. Denn: Vieles war ich da im Dienste einiger Unternehmen tat, war in meinen Augen kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution. Das war eigentlich für die Tonne – Schaumschlägerei und ein unangemessenes Anpreisen. Ich muss es nochmal aufschreiben, auch wenn mir wieder schlecht dabei wird. Bei all meinem Tun ging und geht es mir stets darum, wesentlich, wertvoll und sinnstiftend zu kommunizieren, zu sein. So einiges von dem, was ich da machte, war das mitnichten. Versteh mich nicht falsch – manches Mal, wenn ich für einen Coach ein Marketingkonzept erstellte, wenn ich gemeinsam mit ihm oder ihr ein Geschäftskonzept erarbeitete und dafür eine Kommunikationsstrategie entwickelte, dann war das tiefe, ehrliche Arbeit. Doch einige Projekte nahm ich offen gestanden nur wegen des Geldes an und nicht, weil ich davon überzeugt gewesen wäre. Aber genau das gestand ich mir nicht ein. Ich war so drin in der Maschinerie, dass ich Aufträge brauchte, dass ich nicht darüber nachdachte, welches meine eigentlichen Werte und Prinzipien waren.

Das Unbehagen mit dem eigenen Unternehmen

In den folgenden Jahr spürte ich oft, dass es nicht passte, dass ich nicht richtig war, dass Business-Veranstaltungen sich für mich häufig „leer“ anfühlten – das typische Unternehmer-Blabla. Vielleicht kennst Du ja auch solche Events? Ich nahm sie als notwendiges Übel hin und dachte, es müsste so sein. Viele meiner Klienten schätzten meine Arbeit. Und eigentlich habe ich auch nie Akquise gemacht, denn die Kunden fühlten sich von mir hingezogen (vielleicht weil sie spürten, dass da noch mehr schlummerte). Doch ich selbst war oft mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden, manchmal musste ich bei Abgabeterminen auch um Aufschub bitten, manche Projekte beendete ich nie… Mein Business lief folglich nicht richtig…

Was ich eigentlich wollte: Worte schaffen (auch bessere) Welten

Einige Schlüsselerlebnisse (davon berichte ich in anderen Artikeln sukzessive) führten mir vor Augen, um was es mir eigentlich ging mit meiner „Schreib- und Kommnikations-Kunst“: etwas Positives zu erschaffen, etwas Größeres, Besseres, Schöneres – einen Beitrag dazu zu leisten, diese Welt zu einem guten Platz zu machen. Dann da ist noch ganz viel Luft nach oben. Worte schaffen (auch bessere) Welten. Dazu ist Schreiben eines meiner Talente.

Meine Job-Transformation:
Ich bin Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung!

In den letzten drei Jahren habe ich mich immer mehr von Projekten finden lassen, die meinen Werten entsprechen und die dazu beitragen, diese Welt tatsächlich zu einem besseren Platz zu machen – zum Beispiel die Gemeinwohl-Ökonomie und die Transition Town-Bewegung. Und ICH DARF mich dort einbringen, schreibend, konzipierend, organisierend  – das ist ein großes (Schreib-)Glück und eine Ehre. Tag für Tag, ich bin von Dankbarkeit erfüllt. Noch bin ich unterwegs; ich bin aber immer mehr in der Lage, davon leben zu können und kongruent mit meinen Werten zu sein.

Und jetzt meine Hinführung zum Schreib-Glück: Meine Sinnfindungssuche im humantrust (vormals Living Master Club) von Andrea und Veit Lindau hat erheblich dazu beigetragen, dass mich all das entdeckt hat. (Interessanter Weise bin ich fast zeitgleich zum Living Master Club gekommen und habe mich sowohl von der Gemeinwohl-Ökonomie als auch von der Transition Town-Bewegung finden lassen – eine sehr spannende Synchronizität…)   Als in diesem oben beschriebenen Sinn so heftig Schreib-Verliebte war es für mich nur logisch, dass ich im Frühjahr auch  in den Schreibglück-Kurs von Veit Lindau eingetaucht bin. Weil da seit Jahren Medien in mir schlummern, die die Welt erblicken mögen. Noch schenke ich ihnen nicht genügend Raum, aber ich spüre sehr deutlich, dass sie immer mehr Platz einnehmen wollen, und ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Wochen und Monaten in dieser Hinsicht passiert.
PS: Dieser Artikel sollte eigentlich ein Rückblick auf das wunderbare Schreibglück-Event werden, das ich vergangenen Sonntag in Baden-Baden besucht habe. Meine Worte haben mich aber woandershin verführt, wie das manches Mal mit ihnen so ist ;-)…
Jetzt folgt dieses Wochenende noch ein weiterer Blogpost mit einem tatsächlichen Rückblick – und hier ist er schon: Schreibglück – Danke für die Tankstelle :-)

Ernte-Dank oder: für ausgeglichenen Reichtum

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Das Motiv wurde von mir eingefangen an einem reichen Herbsttag im Jahr 2013 im Vierjahreszeitenpark in Oelde in NRW.

Gerade nehme ich am Programm „21 Tage Meditieren mit Deepak Chopra“ teil (übrigens sehr empfehlenswert). Es geht um Wünsche und Schicksal. Das Motto und Mantra des heutigen Tages1)Ich hinke im Programm ein wenig hinterher, bin bei Tag 4, die meisten werden wohl bereits an Tag 8 angelangt sein… ;-)… lautet

„Ich bin das Universum, und ich bin von Fülle und Reichtum umgeben.“

Ja, daran glaube ich. Ja, um uns herum ist so viel Fülle, so viel Reichtum. Gerade im Herbst, gerade zur Erntezeit, ist das offenkundig. Und dass WIR kostenfrei an einer solchen Meditation teilnehmen dürfen, das ist auch ein unglaublich großartiges Geschenk! Und dass ich das hier schreiben darf erst… Ich kann mich heute ganz entspannt hier hinsetzen, einen Blogartikel schreiben, schreibend sinnieren, bin soooo frei…

Dann kreisen meine Gedanken weiter und ich erinnere mich daran, dass wir zwar diesen unfassbaren Reichtum haben, er aber ebenso unfassbar ungerecht verteilt ist. Dass wir hier in den nordwestlichen Gefilden auf Kosten so vieler anderer Menschen in den ärmeren Ländern leben.

Zum Beispiel „Waffen“… 

Ich erinnere mich daran, dass in Aleppo hunderte Menschen niedergemetzelt werden, einfach weil sie zufällig dort leben. Ich erinnere mich daran, dass es wohl in vielen anderen Gebieten dieser Erde ebenso sein wird, weil ein Teil unseres Reichtums damit angehäuft wird, dass wir Waffen dorthin exportieren – übrigens auch nach Syrien. Deutschland hat im Jahr 2015 Waffen im Wert von acht Milliarden Euro exportiert und ist damit der drittgrößte Waffen-Exporteur der Welt.2)http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/ruestungsindustrie-waffen-bericht-waffenexporte-2015 Das machen wir. Wir leben auf Kosten des Todes anderer Menschen. Menschen, die einfach weggepustet werden, aus dem Leben ausgelöscht. Familien, die zerrissen werden. Menschen, die sich deshalb auf die Flucht machen. Weil ihre Familie, weil ihre Freunde einfach weggepustet wurden. Weil sie Angst um ihr Leben haben. Und wir diskutieren darüber, wie viele von ihnen wir noch reinlassen? Obwohl wir Mitverursacher dieser Misere sind?

Weiterdenken:
Leute, wir müssen die Politik in die Zange und in die Pflicht nehmen, dass es so nicht mehr geht!!! Leute, wir müssen die Unternehmen dazu zwingen, die Produktion von Waffen endlich aufzugeben. Das wird ein hartes Unterfangen, ich glaube, das schwierigste, denn sofort höre ich die Killerphrasen: „Und wie ist das mit den Arbeitsplätzen…??!!“

Zum Beispiel  „Lebensmittel“… 

Ich erinnere mich daran, dass in Deutschland 18 Millionen Tonnen (!) Nahrungsmittel jährlich in der Tonne landen. Ein Drittel unserer Nahrungsmittel. Es gibt sieben Milliarden Menschen auf der Welt, eine Milliarde davon verhungert. Und wir machen so was.3)http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wwf-studie-millionen-tonnen-lebensmittel-landen-im-muell-a-1039485.html Am heftigsten transportiert das sicher der Film „We feed the world“ – zur Abschreckung empfohlen.

Weiterdenken:
Wie gut, dass es die Foodsharer gibt, die Lebensmittel retten und verteilen. Wie es wohl wäre, wenn es uns gelingen könnte, die übrig gebliebenen Lebensmittel dorthin zu bringen, wo sie so dringend gebraucht werden – ich glaube das wäre eine der größten Taten dieser Tage…Und ich glaube, dass das funktionieren kann, arbeiten die Foodsharer doch gerade an einer digitalen Plattform für bedingungsloses Teilen namens yunity.

Zum Beispiel auch hier in Deutschland…

Ich erinnere mich daran, dass auch in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Deutschland ist eines der reichsten Länder dieser Welt – und eines, in dem die Vermögensungleichheit am größten auseinander klafft. Schweden, Spanien, Frankreich, Italien, Irland und einige weitere europäische Länder sind da weitaus gerechter aufgestellt.4)http://www.wid.world/#Country:6 – Die Website wird u.a. von dem franzäsischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty betrieben – sein Buch „Das Kapital im 21. Jahrhhundert“ ist äußerst lesenswert und aufschlussreich. Auch hier in Deutschland leben also Menschen auf Kosten anderer Menschen, die Verteilungsungerechtigkeit ist gar nicht so weit weg… Ist doch krass, oder?

Vom zynischen Mantra: „Ich bin das Universum und von Reichtum und Fülle umgeben.“ …

Bei all dem und noch vielen Dingen mehr kommt es mir fast zynisch vor, das Mantra „Ich bin das Universum, und ich bin von Fülle und Reichtum umgeben.“ zu sprechen. Ja, ich bin das Universum. Und ja, mir zerbricht es mein Herz bei all den Schmerzen, die ich fühle, bei der Sado-Maso-Maschinerie, die wir da betreiben.  Ja, ich bin umgeben von Reichtum und Fülle. Und ja, es kommt mir so zynisch vor, und ich fühle mich beschämt, dass wir trotz dieses Reichtums seine Verteilung nicht besser hinbekommen. Und trotzdem meditiere ich weiter…

… in ein hoffendes Mantra hinein: „Ich bin das Universum und von Reichtum und Fülle umgeben.“

Ich meditiere und ich bete für alle Menschen, denen wir unseren Reichtum vorenthalten. Und ich meditiere in der Haltung, dass wir es schaffen werden. Gerade das Meditieren ist ein erster Schritt. Er macht uns erst einmal bewusst, in welcher Fülle wir leben. Und dass wir etwas verändern können, dass wir soviel verändern können, wenn wir es wollen. Ich glaube, dass die entscheidenen Impulse einer umfassenden gesellschaftlichen Veränderung, die dazu führt, dass die Fülle gerechter verteilt wird, von den gebildeten Menschen in den westlichen Ländern kommen muss und kommen wird. Weil es uns bewusst wird, dass es ganz anders geht. Bis dahin bete ich noch für die Menschen, denen so viel Unrecht widerfährt – und schaue, was ich auf meiner kleinen Scholle zum Wandel beitragen kann.

Sky lanterns firework festival, Chiang Mai, Thailand, Loy Krathong and Yi Peng Festival

References   [ + ]

1. Ich hinke im Programm ein wenig hinterher, bin bei Tag 4, die meisten werden wohl bereits an Tag 8 angelangt sein… ;-)…
2. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/ruestungsindustrie-waffen-bericht-waffenexporte-2015
3. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wwf-studie-millionen-tonnen-lebensmittel-landen-im-muell-a-1039485.html
4. http://www.wid.world/#Country:6 – Die Website wird u.a. von dem franzäsischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty betrieben – sein Buch „Das Kapital im 21. Jahrhhundert“ ist äußerst lesenswert und aufschlussreich.

Schaulaufen: Vom Leben verführt…

oder: warum ich die letzten vier Wochen anderer Wege ging, als weiter auf diesem Blog zu schreiben und die versprochene SDG-Serie zu starten…
oder auch: alles neu macht der Juni!!

Karussell auf dem Oktoberfest

Synchronizitäten – spirituelle Menschen sagen Dir, diese „Gleichklänge“, diese Wegweiser, diese „Ereignis-Mäzene“, tauchten dann auf, wenn Du mit Deiner Intuition gut unterwegs seist. Wenn Du so seist, wie das Leben Dich gemeint habe, dann öffne Dir das Leben Türen, die Dir zuvor verschlossen gewesen seien. Vielleicht hat Dir das Leben bisweilen diese Wunder-Winke geschenkt…

Und dann: Kennst Du auch das Gefühl, gerade dann vom Leben so komplett absorbiert zu sein, dass eine Reflektion dessen, was Dir da gerade passiert, unmöglich scheint – vielleicht gerade, weil gerade alles so synchron im Fluss ist? Obwohl Du doch Pläne hast, obwohl Du doch mitteilen willst, obwohl Du doch gerade so gut freigeschrieben bist, obwohl Du fühlst, dass ein Mitteilen vielleicht interessant, vielleicht wichtig wäre. Kennst Du das, dass das Leben Dich gerade so will, dass Du einfach nur diese Augenblicke genießen magst, weil sie zu heilig sind, als dass sie zu beschreiben wären? So geht es mir manches Mal… Ich nehme mir vor, über bestimmte Termine, über Vorträge, über Veranstaltungen, über Erlebnisse zu berichten… und dann… sind sie vorbei geflogen so intensiv… und eine weitere Erlebniswelle nimmt mich auf, trägt mich, trägt mich weiter, immer weiter im Strom des Lebens.

Genauso waren meine letzten Wochen. Ich habe an diesen meinen Blog gedacht, Wort- und Berichtsfetzen im Kopf. Die geplante Serie zum nachhaltigen Leben im Kopf… und doch war die Zeit so intensiv, dass ein Eintauchen in den geplanten Stoff nicht möglich schien…. Mit schlechtem Gewissen habe ich an diesen Blog gedacht, der in den letzten Wochen brach lag, meine Pläne mit dieser Serie, mein Versprechen zu starten… und habe es immer wieder verschoben zu schreiben… und …..

… Heute bin ich wieder da… aufgetaucht… nach vier (!) intensiven Wochen, die wie im Fluge vergingen…

… und als ich heute in meinen gefühlt ersten ruhigen Stunden an die vergangenen vier Wochen gedacht habe, da wurde ich mir bewusst, dass sich in einem Monat ein Teil meines Lebens komplett umgekrempelt hat – mein Berufsleben… Auch wenn einiges davon schon früher klar war, und ich quasi ins Neue hineingearbeitet habe. Folgendem habe ich mich im Juni unter anderem voll hingegeben:

  • Zum 01. Juni habe ich meinen (Halbtags-)Traumjob angetreten, bei dem ich für meine Vision gehen kann – als Projektkoordinatorin für das deutsche Transition Netzwerk. Wuuuhuuuu! Und gleich im Juni drei intensive Veranstaltungen organisiert und erlebt, die meinen vollen Fokus forderten: ein Hackathon-Wochenende für den Relaunch unserer Website, dem ersten Projekttag mit unserem Förderer, dem Umwelt-Bundesamt sowie ein Tag, an dem wir uns das Projektjahr offiziell starteten …
  • Am 10. Juni  bin ich als Autorin im neuen Online-Magazin „Compassioner“ mit einem Artikel zur Gemeinwohl-Ökonomie gestartet und werde für den Compassioner regelmäßig monatlich schreiben. Ebenfalls: Wuuuuhuuuuu!!!
  • Mitte Juni tauchte „spontan“ ein zweiter Job auf, der mein Einkommen komplettiert und rund macht – fast wie mit einm Fingerschnipp: Ich bin als Coach und Beraterin für die IBB AG (Institut für berufliche Bildung AG) tätig – wieder einmal. Nachdem ich bis vor knapp zwei Jahren für das IBB tätig war, hatte ich seitdem pausiert. Jetzt suchte das IBB für den Standort Peine dringend einen Coach: mich. Und nachdem ich den Job seit zwei Wochen mache, kann ich schreiben: Klasse, es war eine gute Entscheidung! Ich unterstütze arbeitssuchende Menschen dabei, einen neuen Job zu finden oder sich beruflich sogar nochmal ganz neu zu erfinden. Ich kann also ganz viel Würde wieder geben, Mut machen, Sinn stiften. Toll!
  • Schließlich hat vor etwa einer Woche noch ein sehr spannender Künstler mit einigen Welt-Hits mit einem Biografie-Projekt bei mir angeklopft. So, als würde er sagen wollen: „Steffi, Du Künstlerseele, Du Künstler-Versteherin, Du Künstler-Liebhaberin, Du Kultur-Genießerin, Du in die Schönheit verliebtes Wesen, denk nicht immer nur in Welt-Retten-Dimensionen. Es gibt die Musik, es gibt die Poesie, die Mystik, die Wunder.“ Es steht im Raum, diese Biographie für ihn (mit) zu schreiben, und mein Herz lacht, weil ich einen so faszinierenden Menschen habe kennen lernen dürfen.

Also… jetzt hast Du einen kleinen Ausschnitt von dem erhascht, was mich in den vergangenen Wochen so in seinen Bann gezogen hat. Und vielleicht verstehst Du jetzt ein wenig, warum meine Arbeit am Blog  stockte. Es war, als hätte die Zeit hier stillgestanden, weil woanders das Leben getanzt hat. Jetzt bin ich wieder hier an meinem lieb gewonnenen Schreibplatz, bei meiner Schreibliebe. Und bitte verzeih, wenn es hier ein wenig still war, und sich der Start einer angekündigten Serie ein wenig verzögert. Es passiert! :-).

Und Du? Wie geht es Dir?
Bist auch Du schonmal so von Deinem Weg abgekommen,
obwohl Du doch weißt, dass es eigentlich der Richtige ist?

Herzliche, um Verständnis werbende Grüße,

Steffi.

Stell Dir vor, es ist…

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„Where is your courage?“ Fotografie eines Kunstwerkes von Lucia Dellefant.

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

In den 80ern, zu Zeiten der Anti-Atom-Bewegung, die ja auch gleichzeitig wegen des Kalten Krieges irgendwie eine Friedensbewegung war, kursierte dieser Spruch auf vielen Stickern und Pins. Heute würde er wohl auf Pinterest oder Instagram kursieren, wenn denn dieser Spruch heute populär wäre. Ich selbst hatte so einen Sticker auf meiner Schultasche; noch heute klebt er auf meinem Akkordeonkoffer, kein Abrubbeln möglich. „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Wie wäre es wohl, wenn wir diesen Spruch heute ummünzen würden in

„Stell Dir vor, es ist Kapitalismus, Business as usual, und keiner macht mehr mit!“?

Bei vielen Menschen ist dieses Grundgefühl längst vorhanden. In Zahlen gemessen: 80 Prozent aller Deutschen wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung – eine mit faireren Prinzipien, eine, die achtsamer mit der Umwelt und uns Menschen umgeht, besagt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung. Du kennst die Phänomene dieser Tage vielleicht aus eigener Erfahrung:

  • Du fühlst keinen Sinn mehr in Deiner Arbeit, fühlst Dich wie im Hamsterrad, überlegst es zu verlassen, weißt aber nicht wie und mit was. Und überhaupt: Alles wird immer stressiger! Lassen wir Zahlen sprechen, die sicher der eine oder die andere schon öfters gehört oder gelesen hat. „Gegenüber dem Jahr 2003 haben sich die Krankentage auf Grund seelischer Leiden demnach mehr als verdoppelt. Auch die Falldauer bei Krankschreibung ist um ein Viertel gestiegen“, ist beispielsweise in einem Artikel in der WELT vom Juli 2015 zu lesen. Seit einigen Jahren kursiert das geflügelte Wort von der Politikverdrossenheit. Eigentlich gehört ein weiteres dazu: das von der Arbeitsverdrossenheit – und dabei geht es nicht darum, dass viele nicht mehr arbeiten wollen. Im Gegenteil: Viele sehnen sich nach Arbeit, aber eben einer richtig guten, die konform mit dem ist, was sie – vielleicht unbewusst – in sich als Wertegerüst tragen.1)Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
  • Du fühlst ein dumpfes Unbehagen, dass Du diese Wirtschaftspraktiken auch als Konsument nicht mehr hinnehmen willst – wie wir Tiere „verarbeiten“, wie wir mit der „Humanressource Mensch“ umgehen, wie wir es uns selbst auf Kosten der so genannten Dritten Welt kuschelig machen und andere Menschen für uns in unwürdigen Verhältnissen irgendwie überleben müssen.  Wollen wir wirklich weiter so an diesem Rad drehen?
  • Du bist vielleicht sogar selbst Chef und fühlst Dich in einem Dilemma: Eigentlich ist es Dir zuwider, ständig in Effizienzen und Kostenminimierungen zu denken. Aber es hilft nichts: Maßstab Deines Erfolgs sind die schwarzen Zahlen, die Dein Profitcenter am Geschäftsjahresende oder gar Quartalsende (noch mehr Druck!) schreibt. Wenn die nicht wären, würdest Du ganz anders…

Wenn das denn so ist, warum machen wir das denn überhaupt länger mit?

Wollen wir Killerphrasen die Oberhand lassen – wie etwa: „Das haben wir schon immer so gemacht?“ „Das System ist eben so, es gibt kein nunmal kein anderes!“, „Das System hat sich bewährt, jetzt was Neues anzufangen, wäre doch völlig naiv!“ oder aber die beliebtesten Angstmacher-Sätze: „Wenn wir das anders machen, dann gehen doch hunderttausende Jobs flöten!“ „Wenn wir da nicht mehr machen, gehen wir Konkurs!“ und „Wenn wir als Volkswirtschaft nicht mehr mitmachen, verlieren wir den Anschluss an die Weltwirtschaft!“

Ich glaube (und Zahlen habe ich dazu nicht, wie denn auch?), dass das Unbehagen gegenüber dem, wie wir heute arbeiten und wirtschaften viel weitere Kreise zieht, als wir ahnen.  Das ist eine riesige Dunkelziffer, unzählige Menschen, die sich bisher noch nicht zu ihrem „Wirtschaftsfrust-Outing“ stehen können, weil sie denken sie wären „nicht normal“ oder sie „müssten da mal eben durch, weil das grad so ne depressive Phase ist“ oder auch sie „dürften jetzt nichts falsch machen und sich keine Blöße geben, weil sie das Geld ja brauchen“.

Wow, was ist da an unterdrücktem Potenzial,
das wir nutzen könnten, um es anders besser zu machen!
Schließlich haben wir ja das heutige Wirtschaftssystem
auch mal so aufgebaut oder wenigstens mitgemacht.

(Oder hast Du nur zugeguckt? Und sage mir jetzt nicht, Deine „Eltern“ oder die „Politik“ oder „die Mächtigen“ oder die „Wirtschaft an sich“ seien schuld….)

Also… was wäre, wenn….

… Du diese Woche anfängst und heute einmal ein weniger mutiger bist…

  • … Dir ein Stündchen Zeit nimmst, um zu erträumen, was Du Dir an Deiner Arbeit, an unserer Wirtschaft anders wünscht,
  • … Dich vielleicht ganz sanft „outest“, dass Du SO nicht mehr arbeiten magst (Wer weiß, vielleicht sind Deine Kollegen sogar ganz erleichtert und wer weißt, vielleicht ist es Dein Chef auch?)
  • … vielleicht sogar Veränderungen vorschlägst („Sagt mal, unsere Kantine, könnten wir da nicht…?“ „Woher kommen eigentlich unsere Komponenten und wie geht es den Menschen, die sie herstellen, das frage ich mich schon die ganze Zeit, in der ich hier dran rumschraube…“, „Ich wünsche mir, dass wir uns mal gegenseitig loben, nicht nur immer Druck machen“)

Und was wäre, wenn Du dann feststellst, dass Du mit Deinem Unbehagen gar nicht allein bist, sondern viele Deiner Kolleg*innen, vielleicht sogar Chefin oder Chef, ähnlich empfinden – und was wäre, wenn es sogar fünf Prozent wären? Wäre ja gar nicht auszudenken 😉 (Was es mit den fünf Prozent Magisches auf sich hast, liest Du, wenn Du auf diesen Link klickst)

Eines steht fest: Wenn Du es nicht probierst, wirst es nicht rausfinden, sondern  weiter frustriert bleiben – kein schöner Zustand. Und ich habe im Übrigen mal eine tolle Managementregel von Dr. Reinhard K.Sprenger gelernt, nach der ich mein Handeln stets auszurichten versuche: „Love it, change it oder leave it!“ Und? Was machst DU jetzt?

Es gibt so viele Möglichkeiten, in ganz kleinen Mini-Schritten mit Bedacht etwas anzustoßen, viel mehr als Du denkst… Deinen Job wirst Du so leicht nicht verlieren, Du wirst nämlich gebraucht – als „wacher Mitarbeiter“ noch viel mehr. Und es ist schon so viel mehr da, als Du vielleicht bisher wahrgenommen hast:

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Cover der Broschüre „Anders leben, besser wirtschaften“ (2016) – Mein Coop-Werk mit SLU – Heinrich Böll Stiftung :-)

Es gibt noch so viel mehr…

Das sind nur drei von tausenden realer Wirtschafts-Utopien, die schon jetzt und heute Wirklichkeit geworden sind. Im Buch „Glücks-Ökonomie: Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub findest Du noch viele weitere Beispiele. Und ich bin stolz, vor kurzem eine Publikation mit Unterstützung der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen konzipiert, „erschrieben“ und veröffentlicht zu haben, die skizziert, was hier in Hannover so passiert. Du kannst sie hier bestellen – natürlich gerne direkt auch bei mir, wenn Du mir eine Mail an info@ars-scribendi.com mit Deiner Postadresse schreibst :-).

Also…. ich wünsche Dir eine ganz mutige Woche…  und ich freue mich, wenn Du vielleicht berichten magst :-)

Mich inspiriert übrigens JETZT gerade der Song von Emily Sandé „Read about it“ – Kennst Du ihn?

References   [ + ]

1. Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
2. Über die Gemeinwohl-Ökonomie werde ich in Kürze an anderer Stelle noch mehr schreiben. Du kannst Dich freuen :-

Buchtipp für Schreib-Liebende: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

Foto (1)

Als Absolventin des Kurses „SchreibGlück von Veit Lindau“ und als als ins Schreiben verliebte Frau, für die Schreiben eine ganz wesentliche Ausdrucksform ist, setze ich mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander – genreübergreifend, obwohl ich gerade selbst an einem Sachbuch arbeite.

Gerade habe ich Bianca Ritter ein Feedback zu ihrem wunderbaren Roman-Erstling „das Erbe von Alchatar“ gegeben und dachte, dass diese Gedanken vielleicht auch für Euch von Interesse sein könnten:

Eine großartige Einführung ins Romanschreibe-Handwerk
liefert James N. Frey mit seinen Büchern
„Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und
„The Key – Die Kraft des Mythos.
Wie verdammt gute Romane noch besser werden.“

Ich habe sie sehr gern gelesen, sie sind gut geschrieben – und lehrreich.

Insbesondere „The Key – Die Macht des Mythos“ hat bei mir einiges „erhellt“. Frey beschreibt darin den Zyklus der Heldenreise nach Joseph Campbell. Campbells Werke sind doch recht mühsam zu lesen – Frey erklärt das locker-flockig-leicht. Daumen hoch!