Meine Ethik – Die Richtschnur meines Handelns

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 „Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine elementare ethische Urquelle in uns … Ethik – nicht Religion – ist in der menschlichen Natur verankert. Und so können wir auch daran arbeiten, die Schöpfung zu bewahren. Das ist praktizierte Religion und praktizierte Ethik.“
(aus: Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion)

Wertebewusst und wertschätzend zu leben war mir schon immer sehr wichtig. Jedoch war ich mir der Bedeutsamkeit meiner Werte nicht bewusst und habe eher intuitiv wertebewusst gehandelt. Im Zuge der Menschenlehrer-Ausbildung bei Veit Lindau und als Teamleaderin im Human Trust beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Werte und ihrer Relevanz. Dadurch wird mir bewusst, dass ich einige meiner Lebenssituationen aufgrund dessen verändert habe, dass sie nicht stimmig mit meinen eigenen Grundwerten waren. So ist es für mich wichtig, meine zentralen Werte festzuhalten, in den Kontext einiger weiterer ethischer Manifeste zu stellen, die in meinem Leben wichtig sind, und mir dieses Gefüge von Zeit zu Zeit anzuschauen und anzupassen.

Folgende Werte stellen die Richtschnur meines Handelns dar, nach ihnen will ich streben und mein Handeln messen lassen. So möchte ich sein:

wesentlich

„Was ist eine Kriegerin des Lichts?“
„Sie ist diejenige, die das Wunder des Lebens zu begreifen weiß, die um das, woran sie glaubt, bis zum letzten kämpft und auch die Glocken hören kann, die das Meer in seinen Tiefen festhält. … Dazu ist übrigens jeder Mensch in der Lage. Doch nur wenige halten sich für eine Kriegerin des Lichts, obwohl jede eine sein könnte.“
(aus: Handbuch des Kriegers des Lichts von Paulo Coelho; alle weiteren nachfolgenden Zitate sind ebenfalls aus diesem Buch. Ich habe mich dazu entschieden, die weibliche Form zu verwenden.)

Ich bin überzeugt: Jeder Mensch, jedes Wesen trägt eine kostbare Essenz seines Seins sich, ihren und seinen Lebensauftrag. Wenn es-sie-er diese Essenz entdeckt und zur Entfaltung bringt, leistet sie ihren Beitrag zum Wohle aller Wesen auf diesem Planeten. Mir ist es ein zentrales Anliegen, diese Wesentlichkeit zu fördern und jedem Wesen seinen Raum zu schenken, dass es-sie-er diese Wesentlichkeit entdecken und zur Entfaltung bringen kann.

Was ich dafür tue:
Ich strebe danach, emphatisch zu sein, mich voll und ganz auf jedes Wesen mit all meinen Sinnen einzulassen. Dies schließt auch die Achtsamkeit gegenüber mir selbst ein. Deswegen schule ich mich regelmäßig (in Achtsamkeit) und bemühe mich darum, alles möglichst holistisch anzusehen, wohl wissend, dass meine bewusste Wahrnehmung stets nur einen Bruchteil dessen erfassen kann, was ist.

sinnvoll

„Die Krieger des Lichts erkennen einander am Blick. Sie leben in der Welt, gehören zur Welt und wurden ohne Rucksack oder Sandalen in die Welt geschickt. … Das macht sie zu Kriegern des Lichts. Dass sie sich irren. Dass sie fragen. Dass sie einen Sinn suchen. Und ihn am Ende finden.“

Mit der Essenz jedes Wesens verbindet sich sein tieferer Sinn, sein Auftrag, warum sie hier ist. Ich strebe danach sinnvoll tätig zu sein, mich nicht in Ausweichmanövern zu verlieren. Ich strebe danach, sinnstiftend zu agieren und zu sein, und andere Wesen zu ermuntern, ebenfalls sinnstiftend unterwegs zu sein. Ich suche intensiv nach meinem Sinn und lasse mich finden, glaubend, dass jedes Wesen eine Bestimmung hat, auf dieser Welt zu sein.

Was ich dafür tue?
Ich strebe nach Potenzialentfaltung und erlerne und praktiziere diverse Werkzeuge zur Potenzialentfaltung. Immer einmal wieder halte ich inne, um nachzuspüren, wie sinnvoll und dienlich für das Ganze ein Tun, ein Sein sind.

sinnlich

„Alle Wege der Welt führen mitten ins Herz der Kriegerin: Sie taucht, ohne zu zögern, in den Strom der Leidenschaften ein, die durch ihr Leben fließt. … Sie nimmt ihren Leidenschaften an und genießt intensiv.“
„Manche Kriegerin des Lichts richtet ihren Augenmerk auf die kleinen Wunder des Alltags. Sie ist fähig, das Schöne zu sehen, weil sie die Schönheit in sich trägt, denn die Welt ist ein Spiegel und wirft einem jeden Menschen das  Bild seines eigenen Gesichts zurück.“

Wir Menschen sind nicht nur mit einem Kopf ausgestattet – wir sind Sinneswesen. Ich möchte tief ins Leben eintauchen, das „Mark des Lebens aufsaugen“ und intensiv und mit allen Sinnen genießen, dann entfaltet sich die Schönheit jedes Wesens. In seiner Vielfalt – mit aller Freude und aller Traurigkeit, mit aller Vitalität und allem Schmerz. Mit allem, was ist. Mir war der Leitsatz: „Ich fühle also bin ich“ schon immer mindestens genauso wichtig ein „Ich denke, also bin ich.“. Sinnlichkeit ist für mich nicht nur Erotik, sondern sich seines breiten sinnlichen Wahrnehmungsspektrums, bewusst zu sein und es in seiner Vielfalt auszukosten. Sinnlichkeit drückt sich in vielen Künsten aus, meine eigene Hauptausdrucksform ist dabei die Poesie.

Was ich dafür tue?
Ich genieße es mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ich vollziehe eine regelmäßige Schreibpraxis. Ich tauche genau bewusst in vielfältige Sinneserlebnisse ein.

dankbar

„Eine Kriegerin des Lichts vergisst niemals dankbar zu sein. … Daher kniet sie bei Sonnenuntergang nieder und dankt dem schützenden Mantel, der sie umgibt.“

Ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich am Leben bin, dass ich gesund bin, dass ich voller Talente bin, dass ich eine Familie habe, die mich trägt und stützt, dass ich eine Arbeit habe, die ich als sinnstiftend wahrnehme. Ich bin dankbar über das Glück, von solcher Fülle umgeben zu sein. Es gibt so viele Gründe, dankbar dafür zu sein, dass ich mein Leben so leben darf, dass ich den Luxus genießen darf, daran zu arbeiten, mein volles Potenzial zu entfalten. Weil ich in einer solch privilegierten Umgebung leben darf, ist diese Dankbarkeit für mich auch mit einer gewissen Verantwortung und Demut verbunden: Ich möchte dazu beitragen, dass viele weiteren Menschen Ähnliches genießen dürfen.

Ich strebe danach, ALLES als ein Geschenk zu betrachten
– auch wenn es auf den ersten Blick keines sein mag.
Ich nehme alles dankbar an, denn es wird sich als Geschenk erweisen,
wenn ich mich auf es einlasse.

Was tue ich dafür?
Ich danke am Ende jedes Tages bewusst für alle Erlebnisse und Geschenke, die ich während dieses Tages erfahren habe. Ich gebe regelmäßig ein Zehntel meines Einkommens ab, um meine Dankbarkeit zu zeigen und andere Menschen in die Fülle zu bringen.

humorvoll & verspielt

„Eine Kriegerin des Lichts tut immer Außergewöhnliches. Sie tanzt beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße. Oder blickt einem Unbekannten in die Augen und spricht sofort von Liebe. Sie verficht eine Idee, die lächerlich wirken mag. Die Kriegerin des Lichts erlaubt sich derlei Dinge.“

Ich darf mich immer wieder daran erinnern, dass im Leben nicht nur alles Ernst ist, sondern dass wir auf der Welt sind, um uns zu erfreuen, um zu Staunen, um das Spiel des Lebens zu genießen. Oft betrachte ich den All-Tag zu verbissen und verliere die Leichtigkeit. So ist für mich eine Prise Humor und Spielfreude ein wichtiges Lernfeld, das ich regelmäßig integrieren mag.

Was ich dafür tue?
Ich hole mir regelmäßig verrückende Impulse. Ich gestehe mir zu, ab und zu neben der Spur zu sein. Ich spiele bewusst.

ganzheitlich

„Intuition ist dem Krieger des Lichts sehr wichtig. Der Krieger weiß, dass die Intuition das Alphabet Gottes ist, und horcht weiter auf den Wind und redet mit den Sternen.“

Ich bin danach bestrebt, alles in seiner Ganzheit anzusehen und wahrzunehmen. Daher schaue ich ganz genau hin und nehme dabei unterschiedliche Perspektiven ein.

verbunden

„Die Kriegerin weiß, dass kein Mensch eine Insel ist. Sie kann nicht allein kämpfen. Wie auch immer ihr Plan aussieht, sie wird andere Menschen brauchen. Sie braucht jemanden, den sie um Hilfe bitten, mit dem sie ihre Strategie besprechen und dem sie in ruhigen Augenblicken am Lagerfeuer Geschichten über den Kampf erzählen kann.“

Alles ist mit allem verbunden. Ich weiß darum. Wenn ich jemand Anderem schade, schade ich auch mir selbst. Meine Familie ist mein wichtigster Verbund, meine Kraftquelle, sie pflege ich täglich. Um die weitere Verbundenheit wahrzunehmen, begebe ich mich aktiv in Gruppenprozesse wie auch in eine regelmäßige Innenschau. Denn wenn ich selbst mit mir verbunden bin, bin ich auch mit der Welt um mich herum verbunden.

exzellent

„Jede Kriegerin des Lichts versucht stets, sich zu vervollkommnen. Jeder Hieb ihres Schwerts trägt jahrhundertealte Weisheit und Meditation in sich… Die Kriegerin perfektioniert die Schönheit ihrer Hiebe.“

Um meinen Beitrag auf diesem Planeten zu leisten, strebe ich nach dem Besten, nach Exzellenz in den Bereichen, in denen ich über besondere Fähigkeiten verfüge. Auf sie fokussiere ich mich, damit ich sie weiter vervollkommne. Meine besonderen Fähigkeiten sind es, mich schreibend auszudrücken, Kommunikationskonzepte zu entwickeln und damit wertvolle Konzepte sichtbar zu machen, zu präsentieren, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen und zu moderieren. Um in diesen Bereichen exzellent zu sein, fokussiere mich auf sie. Lieber mache ich weniger, als mich zu verzetteln.

Was tue ich dafür?
Ich praktiziere diese Themenfelder intensiv und bilde mich regelmäßig in ihnen weiter. Ich orientiere mich an den Besten in diesen Themenfeldern.

achtsam

„Die Kriegerin des Lichts meditiert. Sie setzt sich an einen ruhigen Platz in ihrem Zelt und überlässt sich dem göttlichen Licht… Während sie meditiert, ist die Kriegerin nicht mehr sie selbst, sondern ein Funken der Weltenseele. … Eine Kriegerin des Licht weiß, dass in der Stille ihres Herzens eine Ordnung liegt, die ihr den Weg weist.“

Ich habe Achtsamkeit und Meditation als wesentliche Kraftquellen identifiziert, denn eine regelmäßige Praxis darin lässt mich fokussierter, zentrierter und klarer agieren und aus mir heraus handeln anstatt abgelenkt und diffus. Verbundenheit mit mir selbst zu sein, bedeutet Verbundenheit mit der Welt zu sein. Achtsamkeit zahlt auf die anderen Werte ein, die mir in meinem Leben wichtig sind. Achtsamkeit ermöglicht mit ein insgesamt ein Leben in Balance zu führen, nachdem ich strebe.

Was tue ich dafür?
Ich kultiviere eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis mit Stille am Morgen, einem täglichen Spaziergang und einem Dankbarkeitsritual am Abend.

wertschätzend

„Eine Kriegerin des Lichts teilt ihre Welt mit den Menschen, die sie liebt. Wenn sie mutlos sind, wird sie versuchen, sie darin zu bestärken, ihren Träumen zu folgen.“
„Eine Kriegerin des Lichts braucht Liebe. Zuneigung und Zärtlichkeit gehören zu ihrer Natur wie Essen, Trinken und die Lust am guten Kampf.“

Wertschätzend und liebevoll unterwegs zu sein, liebesfähig zu sein, Liebe zu schenken und zu empfangen ist eine meiner wesentlichen Kraftquellen, die mich lebendig macht. Ich berühre gerne und lasse mich gerne berühren. Wenn das passiert, weiß ich, dass ich wirklich da bin. Wertschätzend unterwegs zu sein, bedeutet für mich auch, gerne zu geben, zu honorieren, zu gönnen, freigiebig zu sein. Genauso weiß ich auch um meinen Wert und erfahre gerne eine angemessene Honorierung. Zum Thema Wertschätzung gehört für mich auch Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Pünktlichkeit. Dies sind für mich keine lästigen Sekundärtugenden sondern zollen von Achtsamkeit und Respekt gegenüber meinen Mitmenschen.

Was ich dafür tue?
In Begegnungen mit anderen Menschen und mir bin ich wirklich da und präsent.

wahrhaftig

„Eine Kriegerin des Lichts fällt Entscheidungen. Ihre Seele ist frei wie die Wolken am Himmel, aber sie ist ihrem Traum verpflichtet. Auf ihrem frei gewählten Weg muss sie zu Unzeiten aufwachen, die ihr nicht gefallen, mit Menschen reden, die sie nicht weiterbringen und auf einiges verzichten… Ihre Freunde meinen: „Du opferst Dich umsonst auf. Du bist nicht frei.“ Die Kriegerin ist frei. Aber sie weiß, dass ein offener Ofen kein Brot bäckt.“

Ich bin integer und aufrecht zu mir selbst und stehe zu meiner eigenen Wahrheit, die ich für mich gefunden habe, respektiere dabei aber auch andere Wahrheiten. Ich stehe für mich selbst ein. Wenn ich einsehe, dass ich mich irre, korrigiere ich meinen Kurs, verharre dabei aber nicht allzu lange mit Wunden lecken, sondern gestehe mir ein, dass Fehler zu einem aufrechten Kurs gehören. Ich stehe zu all dem, was und wie ich bin: zu meinen Stärken wie auch zu meinen Schwächen, zu meinem Licht wie auch meinen Schatten. Ich liebe mich.

Was ich dafür tue?
Ich lerne mich immer besser kennen. Ich praktiziere regelmäßig Schattenarbeit, um immer vollkommener zu werden.

ausgewogen

„Weil sie weiß, dass die Zeit für sie arbeitet, hat es die Kriegerin des Lichts nie eilig. … Sie weiß, dass sie an einem entscheidenden Augenblick in der Geschichte der Menschheit teilhat und sich selbst ändern muss, bevor sie die Welt verändern kann. Daher erinnert sie sich an die Worte von Lanza del Vasto:
„Eine Revolution braucht Zeit, um Fuß zu fassen.“
Ein Krieger pflückt eine Frucht erst, wenn sie reif ist.“

Ich übe mich in Geduld. Ich pflege ein ausbalanciertes Leben, das ausreichend Zeit bereit hält für Ruhephasen, Phasen des Lernens und Studierens, Phasen des Meditierens und Körpertrainings, Zeit für gesunde Ernährung, Zeit für Austausch mit anderen Menschen wie auch Phasen für eine sinnstiftende Arbeit. All diese Lebensbereiche wollen Beachtung finden, damit ich einen möglichst langen Atem habe. Ausgewogen zu sein, bedeutet auch gut für mich selbst zu sorgen, weil ich damit das Gesamtsystem in Balance bringe.    

Was ich dafür tue?

  1. Ich sorge gut für mich und diszipliniere mich zu einer integralen Lebenspraxis.
  2. Ich gönne mir ausreichende Auszeiten mit einem freien Tag in der Woche.
  3. Ich gönne mir jeden Tagen einige kurze Auszeiten mit morgendlicher Stille, einem Spaziergang und abendlicher Dankbarkeit.
  4. Ich räume mir nahezu täglich mindestens eine Stunde zum Schreiben ein.
  5. Ich kultiviere einen nachhaltigen Lebensstil.

magisch

„Eine Kriegerin des Lichts glaubt. Weil sie an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil sie sich sicher ist, dass ihre Gedanken ihr Leben verändern können, verändert sich ihr Leben. Weil sie sich sicher ist, dass ihr die Liebe begegnet. Begegnet ihr diese Liebe auch.“

Vom Zeugungsakt bis zum letzten Atemhauch: Dieses Leben ist wundervoll, voller Mysterien und Synchronizitäten. Ich tue mein Bestes und glaube, und so beschenkt mich das Universum mit einem Wunder ums andere. Ich bleibe neugierig und staune.

Was ich dafür tue?
Ich trainiere mich regelmäßig darin, einen positiven Anfängergeist zu bewahren. Ich schaue mir genauestens selbst die profanen Dinge an und nehme die Wunder dieses Lebens wahr.

 

Meine Werte sind eingebettet in einen größeren Kontext

Meine Vision ist es, gemeinsam mit anderen einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Daher bin ich Teil verschiedener Bewegungen, die dies ebenfalls als Vision in sich tragen, und so fühle ich mich diesen ethischen Manifesten ebenfalls verbunden und trage mit meinem Verhalten dazu bei, diese Werte zu leben.

Folgende Visionswerke und Ethiken anerkenne und beherzige ich:

  • Paulo Coelho „Handbuch des Kriegers des Lichts“
  • Dalai Lama „Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion“
  • Papst Franziskus: „Laudato si: Die Umweltenzyklika des Papstes“

 

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