Archiv

Schreib-Glück – Danke für die Tankstelle

Schreiben ist für mich Seelen-Nahrung und eine meiner Ausdrucksformen. Hast Du es schon immer geliebt zu schreiben und spürst da eine Resonanz, eine Sehnsucht, dem mehr Raum zu geben? Dann schau Dich nach Möglichkeiten um, damit zu „spielen“! Vor vielen Jahr fiel mir das Buch „Der Weg des Künstlers – Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ in die Hände. Ich kann es wärmstens für eine integrale Schreibpraxis empfehlen  und habe hierzu auch einen Artikel „Aus meiner Bibliothek: Der Weg des Künstlers“ geschrieben.

Durch mein Mitwirken in der Online-Community humantrust, initiiert von Andrea und Veit Lindau, bin ich Anfang des Jahres auf deren Kurs „Schreib-Glück“ gestoßen – und es ist wahrhaftig ein großes Glück und Luxus, Teil dieses Kurses zu sein. Neben zwölf inspirierenden Lektionen stellt der Kurs einen Draht zu Verleger*innen her. Vor allen Dingen ist durch den Kurs aber auch eine Community an Gleichgesinnten entstanden, eine sich stärkendes, gemeinsam lernendes Feld, das sich immer weiter entwickelt.

1-schreibglück

SchreibGlück  – Energietankstelle – ein Rückblick zum Tagesworkshop

So ist das Schreib-Glück-Kurs mit dem Kurs selbst nicht abgeschlossen und geht immer weiter:

Vor einer Woche beispielsweise hatte LifeTrust, das Unternehmen von Veit Lindau zu einem Tagesworkshop „Schreib-Glück – eine Energie-Tankstelle“ eingeladen. Und eine Energietankstelle war dieser Workshop wirklich. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen Tag so besonders machten – an alle Teilnehmer*innen für den Austausch, die Stärkung, das Hinterfragen und den Applaus, an die Verleger*innen Cornelia Linder (Gründerin des Sheema Verlages), Ulrich Ehrlenspiel (Verlagsleiter Randomhouse), an Joachim Kamphausen (Gründer der J.Kamphausen Mediengruppe GmbH), für alle Life Trust-Menschen, die den Raum so wunderbar bereitet haben, für Veit Lindau und seine Marketing-Impulse.

Insbesondere die Verleger*innen haben mich sehr inspiriert. Jede/r von ihnen konnte auf ihre/seine individuelle Weise transportieren, mit welcher Leidenschaft sie/er seine Tätigkeit ausfüllt. Das hat mir das „System Verlag“ einmal menschlich vor Augen geführt. Jetzt sehe ich einen Verlag nicht mehr nur als „Abnehmer meiner Schreibprodukte“ an, sondern „sehe“ eher die darin arbeitenden Menschen als Gegenüber und Spiegel, denen das Schreiben, die Bücher, die liebevolle und nützliche „Verpackung“ von Wissen, Gefühlen und Geschichten, die Weiterentwicklung von Menschen genauso sehr am Herzen liegt, wie mir (und vielen anderen Menschen). Sie haben im Verlagswesen ihr Terrain gefunden, diese Welt schöner und runder zu machen.

  • Cornelia Linder hat mich mir ihrer Ruhe, Tiefe und Spiritualität sehr inspiriert. Danke für die tolle fünf Punkte-Übung!
  • Ulrich Ehrenspiel war so locker, flockig, heiter, so verschmitzt, so persönlich – und hat dennoch ehrlich, sehr liebevoll und wertschätzend einige heikle Knackpunkte aufgezeigt, die für (angehende) Autor*innen beachtenswert sind. Insbesondere ist mir eine Falle bewusst geworden, in die wohl so einige Autor*innen tappen: Man weiss um seine Geschichte, spürt Besonderes,  Musterhaftes, Exemplarisches in ihr auf, findet Mitteilenswertes darin, denkt, die eigene Lebensgeschichte, das eigene Schicksal, die eigene Heldenreise könnte DER Schlüssel, DIE Inspiration, DER NEUE BESTSELLER werden – doch oft ist dem nicht so. Schreiben ist auch ein Instrument der Selbstklärung. Und manchmal ist es gut und ausreichend, wenn es dabei bleibt.
  • Joachim Kamphausen und das „Team Kamphausen“ haben mich besonders beeindruckt. Hier war deutlich spürbar, wie sehr der Verlag sich in die Bedürfnisse von Autor*innen hineingedacht hat und sich konsequent in ihren Dienst stellt. Ein echtes Anliegen, kein Produkt, keine Vermarktungsstrategie. Das hat mich schon sehr berührt. Dabei hat Joachim Kamphausen klar auch die Schwierigkeiten der Branche benannt: Das gedruckte Buch – im Strudel befindlich inmitten eines sich immer größer auftürmenden digitalen Medien-Tsunamis (der sicherlich so manches Wertvolle einfach unbeachtet wegspült).

Alle Verleger*innen standen auch für Speed-Datings bereit – eine Möglichkeit, die ich nicht wahrgenommen habe, denn: mein Exposé war und ist noch immer nicht fertig. Darüber habe ich mich vor der Veranstaltung sehr gerärgert. Doch im Nachhinein bin ich froh, dass ich noch nicht so weit bin. Beim Workshop habe ich nochmal einige für mich hilfreiche Tipps bekommen, die ich bei der Exposé-Erstellung beachten werde. Insbesondere werde ich darauf achten, jedem Abschnitt zwei-drei Kernformulierungen voran zu stellen.

Unterwegs zum guten Leben – mein Medienprojekt

Das Highlight des Tages, auf das ich auch den ganzen Tag hingefiebert habe, war für mich, mein Buchkonzept in fünf Minuten präsentieren zu dürfen. Ich hatte mich einige Tage darauf vorbereitet; letztendlich habe ich tagsüber das Konzept, das ich mir zurecht gelegt hatte, komplett umgeschmissen und auf der Bühne intuitiv losgelegt. Es waren wahrlich sehr aufregende fünf Minuten! Eigentlich wollte ich auch ein Foto von mir schießen lassen, das mich bei der Präsentation zeigt, doch das habe ich im Eifer des Gefechts vergessen. So bleibt eine Collage, ein „Wimmelbild“ von den Medien, die ich bei meiner Präsentation eingesetzt habe:

1-unterwegs

Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Ich kann gar nicht richtig einschätzen, wie die Resonanz auf meine Präsentation war:
In jedem Fall bin ich froh, diese Chance genutzt zu haben.

Danke an alle, die so wohlwollend und begeistert Applaus spendeten. Ich fühlte mich getragen!

Und um was geht es bei „Unterwegs zum guten Leben“ in ganz wenigen Sätzen formuliert?1)Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…
Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden). Doch viele von uns wissen nicht, wie das geht. Meiner Meinung nach sind die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die idealen Leisterne für ein Wirken für eine bessere Welt dar (ich habe dazu auch den Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ verfasst). Und ich habe eine weitere gute Nachricht: Um dieses Wunder möglich zu machen, braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent (siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.) 
Mit diesem Medienprojekt möchte ich richtig Lust darauf machen, dafür zu wirken. Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?
Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

References   [ + ]

1. Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…

Mit Schreib-Glück zur Sinn-Finderei

1-ars

Oder: Wie ich gerade für mich dabei bin, Kunst und Geld zu versöhnen…

Worte schaffen Welten. Schreiben – das ist für mich Ausdrucksform und Spurensuche zugleich. Die richtigen Worte finden, um das stimmig zu erzählen, was an Gedanken und Gefühlen in mir ist, mich bewegt, und: mich zugleich von den Worten tiefer finden lassen, Worte, die wiederum mein Inneres rufen und es vermögen, weiter in mich hineinzutauchen und noch aus den trübsten Wässern längst Vergessenes hervorlocken. Mit Worten und Sprachbildern das Bewusstsein auch im nicht benennbarem Terrain erfischen: So funktionieren Ge-schich-ten.

ars:scribendi – Worte schaffen Welten.

Genau dieser Prozess, dieses Ping-Pong, fasziniert mich seither am Schreiben. Nicht ohne Grund habe ich wohl vor fast zehn Jahren mein erstes Unternehmen ars:scribendi genannt – die „Kunst des Schreibens“. ars:scribendi – die Verwandtheit zum ars vivendi, diesem leichten, kunstvollen Lebensstil, gefiel mir. Mein inneres Auge reiste nach Ligurien, ich spürte Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der Duft von Pinienhainen lag in der Luft, das Meer rauschte von der Ferne, ich wanderte auf einem schmalen Pfad an einer Felsenklippe entlang. Unterwegs und im Fluss, im Gleichklang mit mir und der Welt. Darum ging es mir schon immer: Schreibend den Sinn (er-)finden und dabei die Schönheit dieses Tuns genießen. „Worte schaffen Welten.“ habe ich damals auch als Credo für ars:scribendi gefunden, und es mit jener Werte-Kalligrafie illustrieren lassen, die Du als Titel dieses Artikels siehst. Allein: dass ich diese Werte nicht achtete, beachtete ich nicht.

Was ich so machte: Worte für die Tonne
Kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution

ars:scribendi – hört sich gut an, oder? Was verbindest Du damit? Eine Literaturagentur? Ein Literaturcafé? Eine Buchhandlung mit ganz feinen Büchern? Vermutlich all das und einige schöne Dinge mehr, aber bestimmt nicht das, was ich daraus mit meinem Unternehmen machte: Ich gründete eine PR-Agentur, stellte mich in den Konzept- und Schreibdienst von Unternehmen. „Das ist ja auch sinnvoll und gut“, magst Du denken. Und ja, daran ist nichts Verwerfliches, das denke ich auch. Nur: Heute denke ich, dass ich damals mein Licht unter den Scheffel stellte, aber vor allem: dass ich einige meiner zentralen Werte negierte. Denn: Vieles war ich da im Dienste einiger Unternehmen tat, war in meinen Augen kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution. Das war eigentlich für die Tonne – Schaumschlägerei und ein unangemessenes Anpreisen. Ich muss es nochmal aufschreiben, auch wenn mir wieder schlecht dabei wird. Bei all meinem Tun ging und geht es mir stets darum, wesentlich, wertvoll und sinnstiftend zu kommunizieren, zu sein. So einiges von dem, was ich da machte, war das mitnichten. Versteh mich nicht falsch – manches Mal, wenn ich für einen Coach ein Marketingkonzept erstellte, wenn ich gemeinsam mit ihm oder ihr ein Geschäftskonzept erarbeitete und dafür eine Kommunikationsstrategie entwickelte, dann war das tiefe, ehrliche Arbeit. Doch einige Projekte nahm ich offen gestanden nur wegen des Geldes an und nicht, weil ich davon überzeugt gewesen wäre. Aber genau das gestand ich mir nicht ein. Ich war so drin in der Maschinerie, dass ich Aufträge brauchte, dass ich nicht darüber nachdachte, welches meine eigentlichen Werte und Prinzipien waren.

Das Unbehagen mit dem eigenen Unternehmen

In den folgenden Jahr spürte ich oft, dass es nicht passte, dass ich nicht richtig war, dass Business-Veranstaltungen sich für mich häufig „leer“ anfühlten – das typische Unternehmer-Blabla. Vielleicht kennst Du ja auch solche Events? Ich nahm sie als notwendiges Übel hin und dachte, es müsste so sein. Viele meiner Klienten schätzten meine Arbeit. Und eigentlich habe ich auch nie Akquise gemacht, denn die Kunden fühlten sich von mir hingezogen (vielleicht weil sie spürten, dass da noch mehr schlummerte). Doch ich selbst war oft mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden, manchmal musste ich bei Abgabeterminen auch um Aufschub bitten, manche Projekte beendete ich nie… Mein Business lief folglich nicht richtig…

Was ich eigentlich wollte: Worte schaffen (auch bessere) Welten

Einige Schlüsselerlebnisse (davon berichte ich in anderen Artikeln sukzessive) führten mir vor Augen, um was es mir eigentlich ging mit meiner „Schreib- und Kommnikations-Kunst“: etwas Positives zu erschaffen, etwas Größeres, Besseres, Schöneres – einen Beitrag dazu zu leisten, diese Welt zu einem guten Platz zu machen. Dann da ist noch ganz viel Luft nach oben. Worte schaffen (auch bessere) Welten. Dazu ist Schreiben eines meiner Talente.

Meine Job-Transformation:
Ich bin Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung!

In den letzten drei Jahren habe ich mich immer mehr von Projekten finden lassen, die meinen Werten entsprechen und die dazu beitragen, diese Welt tatsächlich zu einem besseren Platz zu machen – zum Beispiel die Gemeinwohl-Ökonomie und die Transition Town-Bewegung. Und ICH DARF mich dort einbringen, schreibend, konzipierend, organisierend  – das ist ein großes (Schreib-)Glück und eine Ehre. Tag für Tag, ich bin von Dankbarkeit erfüllt. Noch bin ich unterwegs; ich bin aber immer mehr in der Lage, davon leben zu können und kongruent mit meinen Werten zu sein.

Und jetzt meine Hinführung zum Schreib-Glück: Meine Sinnfindungssuche im humantrust (vormals Living Master Club) von Andrea und Veit Lindau hat erheblich dazu beigetragen, dass mich all das entdeckt hat. (Interessanter Weise bin ich fast zeitgleich zum Living Master Club gekommen und habe mich sowohl von der Gemeinwohl-Ökonomie als auch von der Transition Town-Bewegung finden lassen – eine sehr spannende Synchronizität…)   Als in diesem oben beschriebenen Sinn so heftig Schreib-Verliebte war es für mich nur logisch, dass ich im Frühjahr auch  in den Schreibglück-Kurs von Veit Lindau eingetaucht bin. Weil da seit Jahren Medien in mir schlummern, die die Welt erblicken mögen. Noch schenke ich ihnen nicht genügend Raum, aber ich spüre sehr deutlich, dass sie immer mehr Platz einnehmen wollen, und ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Wochen und Monaten in dieser Hinsicht passiert.
PS: Dieser Artikel sollte eigentlich ein Rückblick auf das wunderbare Schreibglück-Event werden, das ich vergangenen Sonntag in Baden-Baden besucht habe. Meine Worte haben mich aber woandershin verführt, wie das manches Mal mit ihnen so ist ;-)…
Jetzt folgt dieses Wochenende noch ein weiterer Blogpost mit einem tatsächlichen Rückblick – und hier ist er schon: Schreibglück – Danke für die Tankstelle :-)

Schaulaufen: Vom Leben verführt…

oder: warum ich die letzten vier Wochen anderer Wege ging, als weiter auf diesem Blog zu schreiben und die versprochene SDG-Serie zu starten…
oder auch: alles neu macht der Juni!!

Karussell auf dem Oktoberfest

Synchronizitäten – spirituelle Menschen sagen Dir, diese „Gleichklänge“, diese Wegweiser, diese „Ereignis-Mäzene“, tauchten dann auf, wenn Du mit Deiner Intuition gut unterwegs seist. Wenn Du so seist, wie das Leben Dich gemeint habe, dann öffne Dir das Leben Türen, die Dir zuvor verschlossen gewesen seien. Vielleicht hat Dir das Leben bisweilen diese Wunder-Winke geschenkt…

Und dann: Kennst Du auch das Gefühl, gerade dann vom Leben so komplett absorbiert zu sein, dass eine Reflektion dessen, was Dir da gerade passiert, unmöglich scheint – vielleicht gerade, weil gerade alles so synchron im Fluss ist? Obwohl Du doch Pläne hast, obwohl Du doch mitteilen willst, obwohl Du doch gerade so gut freigeschrieben bist, obwohl Du fühlst, dass ein Mitteilen vielleicht interessant, vielleicht wichtig wäre. Kennst Du das, dass das Leben Dich gerade so will, dass Du einfach nur diese Augenblicke genießen magst, weil sie zu heilig sind, als dass sie zu beschreiben wären? So geht es mir manches Mal… Ich nehme mir vor, über bestimmte Termine, über Vorträge, über Veranstaltungen, über Erlebnisse zu berichten… und dann… sind sie vorbei geflogen so intensiv… und eine weitere Erlebniswelle nimmt mich auf, trägt mich, trägt mich weiter, immer weiter im Strom des Lebens.

Genauso waren meine letzten Wochen. Ich habe an diesen meinen Blog gedacht, Wort- und Berichtsfetzen im Kopf. Die geplante Serie zum nachhaltigen Leben im Kopf… und doch war die Zeit so intensiv, dass ein Eintauchen in den geplanten Stoff nicht möglich schien…. Mit schlechtem Gewissen habe ich an diesen Blog gedacht, der in den letzten Wochen brach lag, meine Pläne mit dieser Serie, mein Versprechen zu starten… und habe es immer wieder verschoben zu schreiben… und …..

… Heute bin ich wieder da… aufgetaucht… nach vier (!) intensiven Wochen, die wie im Fluge vergingen…

… und als ich heute in meinen gefühlt ersten ruhigen Stunden an die vergangenen vier Wochen gedacht habe, da wurde ich mir bewusst, dass sich in einem Monat ein Teil meines Lebens komplett umgekrempelt hat – mein Berufsleben… Auch wenn einiges davon schon früher klar war, und ich quasi ins Neue hineingearbeitet habe. Folgendem habe ich mich im Juni unter anderem voll hingegeben:

  • Zum 01. Juni habe ich meinen (Halbtags-)Traumjob angetreten, bei dem ich für meine Vision gehen kann – als Projektkoordinatorin für das deutsche Transition Netzwerk. Wuuuhuuuu! Und gleich im Juni drei intensive Veranstaltungen organisiert und erlebt, die meinen vollen Fokus forderten: ein Hackathon-Wochenende für den Relaunch unserer Website, dem ersten Projekttag mit unserem Förderer, dem Umwelt-Bundesamt sowie ein Tag, an dem wir uns das Projektjahr offiziell starteten …
  • Am 10. Juni  bin ich als Autorin im neuen Online-Magazin „Compassioner“ mit einem Artikel zur Gemeinwohl-Ökonomie gestartet und werde für den Compassioner regelmäßig monatlich schreiben. Ebenfalls: Wuuuuhuuuuu!!!
  • Mitte Juni tauchte „spontan“ ein zweiter Job auf, der mein Einkommen komplettiert und rund macht – fast wie mit einm Fingerschnipp: Ich bin als Coach und Beraterin für die IBB AG (Institut für berufliche Bildung AG) tätig – wieder einmal. Nachdem ich bis vor knapp zwei Jahren für das IBB tätig war, hatte ich seitdem pausiert. Jetzt suchte das IBB für den Standort Peine dringend einen Coach: mich. Und nachdem ich den Job seit zwei Wochen mache, kann ich schreiben: Klasse, es war eine gute Entscheidung! Ich unterstütze arbeitssuchende Menschen dabei, einen neuen Job zu finden oder sich beruflich sogar nochmal ganz neu zu erfinden. Ich kann also ganz viel Würde wieder geben, Mut machen, Sinn stiften. Toll!
  • Schließlich hat vor etwa einer Woche noch ein sehr spannender Künstler mit einigen Welt-Hits mit einem Biografie-Projekt bei mir angeklopft. So, als würde er sagen wollen: „Steffi, Du Künstlerseele, Du Künstler-Versteherin, Du Künstler-Liebhaberin, Du Kultur-Genießerin, Du in die Schönheit verliebtes Wesen, denk nicht immer nur in Welt-Retten-Dimensionen. Es gibt die Musik, es gibt die Poesie, die Mystik, die Wunder.“ Es steht im Raum, diese Biographie für ihn (mit) zu schreiben, und mein Herz lacht, weil ich einen so faszinierenden Menschen habe kennen lernen dürfen.

Also… jetzt hast Du einen kleinen Ausschnitt von dem erhascht, was mich in den vergangenen Wochen so in seinen Bann gezogen hat. Und vielleicht verstehst Du jetzt ein wenig, warum meine Arbeit am Blog  stockte. Es war, als hätte die Zeit hier stillgestanden, weil woanders das Leben getanzt hat. Jetzt bin ich wieder hier an meinem lieb gewonnenen Schreibplatz, bei meiner Schreibliebe. Und bitte verzeih, wenn es hier ein wenig still war, und sich der Start einer angekündigten Serie ein wenig verzögert. Es passiert! :-).

Und Du? Wie geht es Dir?
Bist auch Du schonmal so von Deinem Weg abgekommen,
obwohl Du doch weißt, dass es eigentlich der Richtige ist?

Herzliche, um Verständnis werbende Grüße,

Steffi.

Stell Dir vor, es ist…

dellefant5

„Where is your courage?“ Fotografie eines Kunstwerkes von Lucia Dellefant.

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

In den 80ern, zu Zeiten der Anti-Atom-Bewegung, die ja auch gleichzeitig wegen des Kalten Krieges irgendwie eine Friedensbewegung war, kursierte dieser Spruch auf vielen Stickern und Pins. Heute würde er wohl auf Pinterest oder Instagram kursieren, wenn denn dieser Spruch heute populär wäre. Ich selbst hatte so einen Sticker auf meiner Schultasche; noch heute klebt er auf meinem Akkordeonkoffer, kein Abrubbeln möglich. „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Wie wäre es wohl, wenn wir diesen Spruch heute ummünzen würden in

„Stell Dir vor, es ist Kapitalismus, Business as usual, und keiner macht mehr mit!“?

Bei vielen Menschen ist dieses Grundgefühl längst vorhanden. In Zahlen gemessen: 80 Prozent aller Deutschen wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung – eine mit faireren Prinzipien, eine, die achtsamer mit der Umwelt und uns Menschen umgeht, besagt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung. Du kennst die Phänomene dieser Tage vielleicht aus eigener Erfahrung:

  • Du fühlst keinen Sinn mehr in Deiner Arbeit, fühlst Dich wie im Hamsterrad, überlegst es zu verlassen, weißt aber nicht wie und mit was. Und überhaupt: Alles wird immer stressiger! Lassen wir Zahlen sprechen, die sicher der eine oder die andere schon öfters gehört oder gelesen hat. „Gegenüber dem Jahr 2003 haben sich die Krankentage auf Grund seelischer Leiden demnach mehr als verdoppelt. Auch die Falldauer bei Krankschreibung ist um ein Viertel gestiegen“, ist beispielsweise in einem Artikel in der WELT vom Juli 2015 zu lesen. Seit einigen Jahren kursiert das geflügelte Wort von der Politikverdrossenheit. Eigentlich gehört ein weiteres dazu: das von der Arbeitsverdrossenheit – und dabei geht es nicht darum, dass viele nicht mehr arbeiten wollen. Im Gegenteil: Viele sehnen sich nach Arbeit, aber eben einer richtig guten, die konform mit dem ist, was sie – vielleicht unbewusst – in sich als Wertegerüst tragen.1)Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
  • Du fühlst ein dumpfes Unbehagen, dass Du diese Wirtschaftspraktiken auch als Konsument nicht mehr hinnehmen willst – wie wir Tiere „verarbeiten“, wie wir mit der „Humanressource Mensch“ umgehen, wie wir es uns selbst auf Kosten der so genannten Dritten Welt kuschelig machen und andere Menschen für uns in unwürdigen Verhältnissen irgendwie überleben müssen.  Wollen wir wirklich weiter so an diesem Rad drehen?
  • Du bist vielleicht sogar selbst Chef und fühlst Dich in einem Dilemma: Eigentlich ist es Dir zuwider, ständig in Effizienzen und Kostenminimierungen zu denken. Aber es hilft nichts: Maßstab Deines Erfolgs sind die schwarzen Zahlen, die Dein Profitcenter am Geschäftsjahresende oder gar Quartalsende (noch mehr Druck!) schreibt. Wenn die nicht wären, würdest Du ganz anders…

Wenn das denn so ist, warum machen wir das denn überhaupt länger mit?

Wollen wir Killerphrasen die Oberhand lassen – wie etwa: „Das haben wir schon immer so gemacht?“ „Das System ist eben so, es gibt kein nunmal kein anderes!“, „Das System hat sich bewährt, jetzt was Neues anzufangen, wäre doch völlig naiv!“ oder aber die beliebtesten Angstmacher-Sätze: „Wenn wir das anders machen, dann gehen doch hunderttausende Jobs flöten!“ „Wenn wir da nicht mehr machen, gehen wir Konkurs!“ und „Wenn wir als Volkswirtschaft nicht mehr mitmachen, verlieren wir den Anschluss an die Weltwirtschaft!“

Ich glaube (und Zahlen habe ich dazu nicht, wie denn auch?), dass das Unbehagen gegenüber dem, wie wir heute arbeiten und wirtschaften viel weitere Kreise zieht, als wir ahnen.  Das ist eine riesige Dunkelziffer, unzählige Menschen, die sich bisher noch nicht zu ihrem „Wirtschaftsfrust-Outing“ stehen können, weil sie denken sie wären „nicht normal“ oder sie „müssten da mal eben durch, weil das grad so ne depressive Phase ist“ oder auch sie „dürften jetzt nichts falsch machen und sich keine Blöße geben, weil sie das Geld ja brauchen“.

Wow, was ist da an unterdrücktem Potenzial,
das wir nutzen könnten, um es anders besser zu machen!
Schließlich haben wir ja das heutige Wirtschaftssystem
auch mal so aufgebaut oder wenigstens mitgemacht.

(Oder hast Du nur zugeguckt? Und sage mir jetzt nicht, Deine „Eltern“ oder die „Politik“ oder „die Mächtigen“ oder die „Wirtschaft an sich“ seien schuld….)

Also… was wäre, wenn….

… Du diese Woche anfängst und heute einmal ein weniger mutiger bist…

  • … Dir ein Stündchen Zeit nimmst, um zu erträumen, was Du Dir an Deiner Arbeit, an unserer Wirtschaft anders wünscht,
  • … Dich vielleicht ganz sanft „outest“, dass Du SO nicht mehr arbeiten magst (Wer weiß, vielleicht sind Deine Kollegen sogar ganz erleichtert und wer weißt, vielleicht ist es Dein Chef auch?)
  • … vielleicht sogar Veränderungen vorschlägst („Sagt mal, unsere Kantine, könnten wir da nicht…?“ „Woher kommen eigentlich unsere Komponenten und wie geht es den Menschen, die sie herstellen, das frage ich mich schon die ganze Zeit, in der ich hier dran rumschraube…“, „Ich wünsche mir, dass wir uns mal gegenseitig loben, nicht nur immer Druck machen“)

Und was wäre, wenn Du dann feststellst, dass Du mit Deinem Unbehagen gar nicht allein bist, sondern viele Deiner Kolleg*innen, vielleicht sogar Chefin oder Chef, ähnlich empfinden – und was wäre, wenn es sogar fünf Prozent wären? Wäre ja gar nicht auszudenken 😉 (Was es mit den fünf Prozent Magisches auf sich hast, liest Du, wenn Du auf diesen Link klickst)

Eines steht fest: Wenn Du es nicht probierst, wirst es nicht rausfinden, sondern  weiter frustriert bleiben – kein schöner Zustand. Und ich habe im Übrigen mal eine tolle Managementregel von Dr. Reinhard K.Sprenger gelernt, nach der ich mein Handeln stets auszurichten versuche: „Love it, change it oder leave it!“ Und? Was machst DU jetzt?

Es gibt so viele Möglichkeiten, in ganz kleinen Mini-Schritten mit Bedacht etwas anzustoßen, viel mehr als Du denkst… Deinen Job wirst Du so leicht nicht verlieren, Du wirst nämlich gebraucht – als „wacher Mitarbeiter“ noch viel mehr. Und es ist schon so viel mehr da, als Du vielleicht bisher wahrgenommen hast:

12803229_1141570602522806_4914589692600085634_n

Cover der Broschüre „Anders leben, besser wirtschaften“ (2016) – Mein Coop-Werk mit SLU – Heinrich Böll Stiftung :-)

Es gibt noch so viel mehr…

Das sind nur drei von tausenden realer Wirtschafts-Utopien, die schon jetzt und heute Wirklichkeit geworden sind. Im Buch „Glücks-Ökonomie: Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub findest Du noch viele weitere Beispiele. Und ich bin stolz, vor kurzem eine Publikation mit Unterstützung der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen konzipiert, „erschrieben“ und veröffentlicht zu haben, die skizziert, was hier in Hannover so passiert. Du kannst sie hier bestellen – natürlich gerne direkt auch bei mir, wenn Du mir eine Mail an info@ars-scribendi.com mit Deiner Postadresse schreibst :-).

Also…. ich wünsche Dir eine ganz mutige Woche…  und ich freue mich, wenn Du vielleicht berichten magst :-)

Mich inspiriert übrigens JETZT gerade der Song von Emily Sandé „Read about it“ – Kennst Du ihn?

References   [ + ]

1. Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
2. Über die Gemeinwohl-Ökonomie werde ich in Kürze an anderer Stelle noch mehr schreiben. Du kannst Dich freuen :-

Buchtipp für Schreib-Liebende: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

Foto (1)

Als Absolventin des Kurses „SchreibGlück von Veit Lindau“ und als als ins Schreiben verliebte Frau, für die Schreiben eine ganz wesentliche Ausdrucksform ist, setze ich mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander – genreübergreifend, obwohl ich gerade selbst an einem Sachbuch arbeite.

Gerade habe ich Bianca Ritter ein Feedback zu ihrem wunderbaren Roman-Erstling „das Erbe von Alchatar“ gegeben und dachte, dass diese Gedanken vielleicht auch für Euch von Interesse sein könnten:

Eine großartige Einführung ins Romanschreibe-Handwerk
liefert James N. Frey mit seinen Büchern
„Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und
„The Key – Die Kraft des Mythos.
Wie verdammt gute Romane noch besser werden.“

Ich habe sie sehr gern gelesen, sie sind gut geschrieben – und lehrreich.

Insbesondere „The Key – Die Macht des Mythos“ hat bei mir einiges „erhellt“. Frey beschreibt darin den Zyklus der Heldenreise nach Joseph Campbell. Campbells Werke sind doch recht mühsam zu lesen – Frey erklärt das locker-flockig-leicht. Daumen hoch!

Das „Wunder Weltrettung“ möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne

„Und ein Schmetterling schlägt seine Flügel
Die ganze Erdkugel bebt
Wir haben überlebt
Und du glaubst nicht an Wunder
Und du glaubst nicht an Wunder

Wir sind so weit auseinander
Doch fühlen uns so nah
Spreche deine Sprache nicht doch versteh jedes Wort
Ich muss nur kurz an dich denken
Das Telefon klingelt
Es bleibt ein Mystischer Ort“

(aus: Welt der Wunder von „Marteria“, interpretiert von Andreas Bourani)

Vor einem guten halben Jahr, Ende September 2015, ist etwas Magisches, etwas noch nie da Gewesenes passiert: Alle 193 Staaten der Vereinten Nationen haben sich auf einen Zukunftspakt geeinigt, haben darin in 17 Punkten die Vision für eine bessere Welt festgehalten und beschlossen, diese gemeinsam erreichen zu wollen. DAS hat es zuvor noch nicht gegeben! Der Zukunftspakt sind die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die bis zum Jahr 2030 Wirklichkeit werden sollen. Diese 17 Ziele benennen ganz konkret, was zu ändern ist – etwa, dass kein Mensch mehr hungern darf, dass Landwirtschaft wieder regionalisiert werden soll, dass die Artenvielfalt vergrößert werden soll, dass wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen sollen undundund – und zwar in konkreten Größen bemessen.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele berühren alle Lebensbereiche
– und sie berühren jeden Einzelnen von uns:
Denn damit dieses „Weltwunder Weltrettung“ Wirklichkeit werden kann,
braucht es nicht nur Staaten, es braucht jeden Einzelnen, es braucht wache und aktive Menschen, die selbst dafür einstehen und darüber hinaus die Erreichung der Ziele einfordern.


Und wie reagieren viele von uns auf so etwas wie die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele?
Mit einem ungläubigen Schweigen, mit Skepsis, mit Misstrauen, mit Zynismus, mit einem fragend-spöttischen „Na, Papier ist ja geduldig. Glauben die wirklich daran oder ist das wieder nur so ein „Pro-Forma-Akt“?“, einem resignierendem, achselzuckendem „Ist doch eh wieder nur Politiker- und Staats-Menschen-Geschwätz“ und auch einem besserwissenden Abwiegeln „Solche Verträge sind schon oft genug beschlossen worden. Das ist wie Honig-ums-Maul zu schmieren. Da passiert nix“ Und dann fangen wir in der Regel an, auf diese bösen Politiker zu schimpfen und zu jammern, dass das hier alles eh nix mehr wird.

Offenbar glauben wir also nicht daran, diese Ziele erreichen zu können. Es scheint uns nicht möglich zu sein. Die Weltrettung scheint eine Utopie, die sich nur in den kühnsten Träumen vollziehen mag.

  • Weil es nicht in unserer Macht zu stehen scheint (Ist das wirklich so?).
  • Weil sich erstmal die Gesetzgebung verändern muss, damit überhaupt irgend etwas losgehen kann (Wie ist unser heutiges Gesellschaftssystem entstanden? Indem wir auf Gesetze gewartet haben?).
  • Weil nur die Mächtigen, nur die mit richtig viel Macht und Einfluss die großen weltumspannenden Veränderungen herbeiführen können (Wie haben sich dann jemals gesellschaftliche Umwälzungen vollzogen, wie haben es jemals Menschen geschafft aufzusteigen?).
  • Weil diese Herausforderung so groß und komplex ist, weißt Du gar nicht, wo Du anfangen könntest. Es überfordert Dich. (Wie machst Du das nochmal mit den ganz großen Zielen? Richtig, Du teilst sie in kleine Häppchen und gehst Schritt für Schritt.)
  • Und überhaupt: Weil Du ja erstmal Dein eigenes Leben auf die Kette kriegen musst. (Wobei es ja nicht mehr viel auf die Kette zu kriegen gibt, wenn wir den Karren hier vor die Wand fahren…)

Für keine bessere Welt:
Du hast Visionen? Na, dann geh mal schnell zum Arzt!

Ich bin mir sicher, der Argumente, dass wir die Weltrettung (dieses hehre Ziel, dass so viele Lebewesen wie möglich ein würdiges Leben führen können) ganz bestimmt nicht packen, gibt es noch viele mehr. Auch oft zitiert: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, sagte der große Willy Brandt Helmut Schmidt.1)Ich habe zunächst fälschlicher Weise das Zitat Willy Brandt in den Mund geschoben, der sich sicherlich im Grabe umgedreht hätte. Nein, es stammt von Heltmu Schmidt. Ganz herzlichen Dank an die sehr aufmerksame Leserin Anne Schneider, die mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hat. Beliebtestes Argument ist sicherlich: „Die Weltrettung – das ist ja was für naive, blauäugige Idealisten.“

Fake it until you make it 
Was wäre, wenn Du einfach mal zumindest versuchst, daran zu glauben, dass wir diese Welt zu einem besseren Platz machen werden? 

Ich stelle Dir dazu folgende Frage: Was macht es wohl mit Deiner Grundhaltung, wenn Du Dir eigentlich eine bessere Welt wünschst, aber glaubst nichts dafür tun zu können? (Und ich weiß, dass es Dir im Grund nicht egal ist, denn zu viele repräsentative Erhebungen besagen exakt, dass die Mehrheit der Menschen sich eine gerechtere, auf die Umwelt achtende Gesellschaft wünscht – bspw. die der Bertelsmann Stiftung) Und eine weitere Frage: Was glaubst Du, würde sich verändern, wenn Du (und vielleicht noch mehr Menschen – vielleicht sogar insgesamt 5 Prozent) Dich einfach mal nur entschließen würdest, daran zu glauben, dass ein fulminanter Wandel möglich ist? Und wenn Du dabei bedenkst, dass wir Menschen bisher nur einen winzigen Teil unseres Potenzials nutzen, dann hast Du vielleicht eine Ahnung, dass doch so viel mehr möglich sein kann, an das wir jetzt überhaupt noch nicht denken können…

Erde mit Atmosphre und Mond

Ich bin der festen Überzeugung, wenn ein Teil der Menschheit daran glaubt, dass wir diesen unseren Planeten zu einem besseren Platz machen können, dann wird allein schon diese Haltung, dieser Glaube daran, einen entscheidenden Unterschied bewirken, und den Möglichkeitsraum vergrößern. Nur daran zu glauben, tut ja erstmal gar nicht weh ;-).

Ich freue mich also sehr, wenn dieser Artikel ein paar Menschen inspiriert mitzumachen – einfach erstmal daran zu glauben. Und wenn Du jetzt mit einem „Steffi, ist das nicht reichlich naiv?“, reagierst und mir zig Studien auflistet, warum das doch alles eh keinen Sinn und die „Anderen“ (ersetze beliebig: die „Reichen“, die „Mächtigen“, die „Unternehmer“, die „Konzernbosse“, die „Politiker“, die „Verbraucher“) etwas tun müssten, damit sich was verändert, dann bin ich sehr stolz auf Deine Belesenheit und danke Dir für diese wertvollen Informationen, die umso mehr die Dringlichkeit, jetzt sofort loszulegen untermauern.

Weißt Du was?
Ich liebe mein Leben und meine Träume einfach viel zu sehr,
als dass ich mich dadurch einschüchtern ließe.

Nenne mich Idealistin, nenne mich naiv, nenne mich verrückt:
Ich glaube einfach fest daran, dass jeder Einzelne von uns
einen nennenswerten Beitrag für eine bessere Welt leisten kann.
Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, mit ganzer Leidenschaft dafür einzustehen.
Also, bist DU dabei und glaubst und gehst mit mir?

Was können wir jetzt konkret tun?
Die Globalen Nachhaltigkeitsziele als Leitsterne für den Wandel
Mögliche Orientierungspunkte für eine bessere Welt gibt es viele: Etwa die Umweltenzyklika von Papst Franziskus „Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ aus dem Jahr 2015, die sich umfassend mit aktuellen Fragen der Schöpfungstheologie, der Umwelt und Ökologie sowie des Klimawandels auseinander setzt und Empfehlungen abgibt oder auch die kleine Schrift „Ethik ist wichtiger als Religion: Der Appell des Dalai Lama an die Welt“Ideale Leitsterne für die Ambition, die Welt zu einem besseren Platz zu machen, sind meiner Ansicht nach die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals (SDGs), weil sie so umfassend und gleichzeitig sehr konkret sind. 2)Ich habe das große Glück, aktuell an einem Projekt namens „Weltwunder -Wandel statt Wachstum“ des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. mitzuwirken, in dem wir uns für eine Publikation sehr intensiv mit den SDGs beschäftigen. Von daher kann ich gerade sehr intensiv in die Materie eintauchen. Sobald die Publikation dazu veröffentlicht ist, werde ich auch darüber berichten.

de_global_goals_uebersicht_700

Die Globalen Nachhaltigkeitsziele im Überblick

Weltrettung ganz konkret und in homöopathischen Dosen:
Woche für Woche ein SDGs und Ideen zum Aktiv-Werden!
Hier auf meinem Blog werde ich Euch sukzessive in wöchentlichem Abstand die globalen Nachhaltigkeitsziele auf unterhaltsame Weise skizzieren und Dir ganz konkrete Beispiele nennen, wo und wie Du Dich engagieren kannst, um einen Beitrag zur Erreichung der Ziele zu leisten. Ich möchte Euch richtig Lust auf dieses Thema machen und hänge mich dafür richtig rein. Ganz fest versprochen!

Bevor wir loslegen: Kleiner Zwischenstopp – Weltrettung warum?
Ich starte nächsten Freitag, am 10.06.2016 – allerdings erstmal mit einem kleinen Zwischenstopp, bevor wir richtig loslegen: Es wird darum gehen, warum ich mich für die Weltrettung einsetze und warum es meiner Ansicht nach nicht nur pures Idealistentum und Aufopferung sind, sondern auch mit meinem „starken Ich“ und einer Klarheit gegenüber Dir selbst zu tun hat.

Also, bist Du am kommenden Freitag, 10.06.2016 am Start
und gehst die Sache gemeinsam mit mir an?
Ich freue mich sehr über jeden einzelnen Menschen,
der mitmacht und mitdenkt und auch Feedback gibt.
Wir lesen uns nächsten Freitag! Okay?

PS:

Aktuell arbeitet die Bundesregierung gerade an einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie, die Bezug nimmt auf die globalen Nachhaltigkeitsziele. Sie soll im Herbst 2016 willkommen geheißen werden. Lies doch mal rein, was der aktuelle Plan ist.

*************************************************************************************************************

Hier findest Du ähnliche Artikel dieses Blogs:

References   [ + ]

1. Ich habe zunächst fälschlicher Weise das Zitat Willy Brandt in den Mund geschoben, der sich sicherlich im Grabe umgedreht hätte. Nein, es stammt von Heltmu Schmidt. Ganz herzlichen Dank an die sehr aufmerksame Leserin Anne Schneider, die mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hat.
2. Ich habe das große Glück, aktuell an einem Projekt namens „Weltwunder -Wandel statt Wachstum“ des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. mitzuwirken, in dem wir uns für eine Publikation sehr intensiv mit den SDGs beschäftigen. Von daher kann ich gerade sehr intensiv in die Materie eintauchen. Sobald die Publikation dazu veröffentlicht ist, werde ich auch darüber berichten.

Die magischen fünf Prozent: Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast

Underwater view at coral reef and fishes, Dahab, Red Sea, Egypt

© fotolia.de / Urheber: johnwalker1

„Da wo ich herkomm‘ wohnen eintausend Menschen,
im Ort daneben schon zweimal so viel,
300.000 in der nächsten Großstadt
und bald vier Millionen in Berlin.“

(aus „80 Millionen“ von Max Giesinger)

Meine Vision ist es, mit meinen Fähigkeiten und Talenten einen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten, dass wir die Welt zu einem besseren Platz gemacht haben werden – mehr Gerechtigkeit, mehr Achtsamkeit unter uns Menschen und gegenüber den Ressourcen, die wir verwenden, weniger Kriege und so einiges mehr. Vor allen Dingen möchte ich es noch erleben, dass wir das geschafft haben – wir sollten also in meiner Vorstellung dahingehend in den kommenden Jahrzehnten schon einiges gewuppt haben :-).

Das Megaziel Weltrettung: Wie wird es greifbar?

Das ist natürlich ein hehres, ein großes, eine Megaziel. Die Weltrettung? Wie kann das gehen? Wie kann die Weltrettung zu einem messbaren Ziel werden, wie kann sie in greifbare Nähe rücken. Nun: Seitdem ich von einer bestimmten Zahl weiß, bin ich mir sehr sicher, dass wir es schaffen können. Ich habe davon in dem sehr lesenswerten Buch „Die Glücks-Ökonomie – Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub erfahren. Es geht um die „magischen fünf Prozent“. Ich zitiere die beiden Autorinnen:

Noch nie in der Geschichte haben sich so viele Menschen für Menschenrechte, Gerechtigkeit und den Schutz des Planeten eingesetzt. Fünf Prozent eines tierischen Schwarms reichen aus, um diesen in eine andere Richtung zu treiben, hat der Verhaltensbiologe Jens Krause festgestellt. Fünf Prozent Entschlossene genügen auch, um eine ganze Gesellschaft umzuorientieren.“1)Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.

Fünf Prozent: Mengenlehre meets Weltrettung

Fünf Prozent also, Max Giesingers wunderschöner Song handelt von einer Frau, die ihn aus 80 Millionen Menschen, die wir in Deutschland leben, gefunden hat. Er hat schon ganz recht, dass der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach die die Möglichkeit, diesen einen Menschen zu finden, wirklich äußerst gering ist.2)Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-) Doch fünf Prozent, das ist ja wirklich eine überschaubare Größe, wenn wir davon absehen, dass alle sich dann mal auf ein Zielgemenge einigen müssten ;-). Zoomen wir uns langsam ran:

  • Fünf Prozent von acht Milliarden Menschen, die auf unserem wunderschönen Planeten Erde leben, das sind 400 Millionen. Es müssten also ungefähr die Hälfte der EU-Einwohner*innen (ca. 750 Millionen Menschen) nicht nur davon überzeugt sein, sondern auch dafür zu 100 Prozent für eine bessere Welt einstehen. Das klingt ja sehr ernüchternd – und vor allen Dingen so wenig greifbar :-(
  • Blicken wir mal auf Deutschland: Hier leben ungefähr 80 Millionen Menschen, wie Max Giesinger so schön singt. Hier müssten wir also 4 Millionen Menschen überzeugen – das sind so viele Menschen, wie in Berlin leben. Also: ganz Berlin müsste  sich dafür mit ganzer Leidenschaft auf den Weg machen. Das klingt auch noch etwas unrealistisch.
  • Ich selbst lebe in Hannover – gemeinsam mit insgesamt ungefähr 500.000 weiteren Menschen. Hier müssten also 25.000 Menschen vollends für die Weltrettung einstehen. Das klingt immer noch sehr utopisch. Wenn ich mich aber daran erinnere, dass Anfang April 2016  immerhin ungefähr 90.000 Menschen hier in Hannover auf die Straße gingen sind, weil sie gegen TTIP sind, dann wird die Zahl langsam greifbar. Okay, es waren Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Dennoch…
  • Ich habe studiert in Lüneburg, einem schnuckeligen kleinen Studentenstädtchen mit 60.000 Einwohnern. Hier wären es 3.000 Menschen, die zu überzeugen wären. Wenn ich daran denke, dass ich mich gerade in einer Coaching-Community, dem Human Trust initiiert von Andrea und Veit Lindau, bewege, der sich über 7.000 Menschen zugehörig fühlen, dann habe ich langsam ein Gefühl von Machbarkeit :-), zumal es ja noch weitere Bewegungen und Gemeinschaften gibt, die ähnlich unterwegs sind.
  • Jetzt komme ich zur kleinsten Einheit, die ich betrachten mag., und die hat wiederum mit dem dem Song von Max Giesinger zu tun. Denn ich bin tatsächlich in einem 1000-Seelen- Dorf aufgewachsen: in  Hahausen am Harzrand. In Hahausen, vielleicht auch in meinem Kiez bei mir ums Eck, der 1.000 zählen könnte, in meinem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis (wenn ich an all die Initiativen denke, in denen ich mich bewege), wären es rund 50 Menschen, die wirklich für die Weltrettung zu entflammen wären. Spätestens bei dieser Zahl habe ich das Gefühl, dass wir es wirklich packen können.

Wie ein Virus: Weltrettung ist möglich – Spread the word! Und: schmeißt eine Weltrettungsparty :-)

Stell Dir vor auch Du fängst an, diese Zahl weiter zu wispern. „Du, ich hab da gehört, wenn wir uns alle zusammen, dann könnten wir unseren  kollektiver Traum davon, die Welt zu einem besseren Platz zu machen, Wirklichkeit werden lassen.“ Schau Dich mal in Deinem Freundeskreis um: 50 Menschen, die von einer besseren Welt träumen, die findest Du doch sicherlich. Wie wäre es, wenn Du 50 Menschen zu einer Weltrettungsparty einlädst und Ihr Euch feiernd darauf einstimmt, dass Ihr bald gemeinsam was ganz Großes schaffen werdet?

Doch halt, nicht so schnell, wir realistisch ist das überhaupt, ist es überhaupt unser kollektiver Traum, die Welt zu einem besseren Platz zu machen – und wenn ja: was wäre dann das „Wahlprogramm zur Weltrettung“?

Gibt es wirklich einen kollektiven Traum zur Weltrettung?
Es gibt sogar beachtenswerte Studien, die das bestätigen. Eine repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge wünschen sich nahezu 80 Prozent aller Menschen hier in Deutschland eine neue Wirtschaftsordnung – eine Wirtschaftsordnung, die fairer und gerechter ist und die ressourcenschonender agiert. Dafür sind die Menschen sogar bereit, auf Einkommen zu verzichten. Das ist ihnen nämlich gar nicht am wichtigsten.3)http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung Interessant, oder?

Lassen wir darüber hinaus mal die Menschen direkt sprechen. Ich habe bereits die Community „human trust“ rund um Veit und Andrea Lindau angeführt. Dort waren in einem der Tagesimpulse die Mitglieder gefragt, über das Glück zu reflektieren, eine der Fragestellungen war auch, was die Menschen denn derzeit unglücklich mache. Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 900 Menschen. Zwei Drittel davon waren unglücklich mit der Lage der Welt: Wie wir die Umwelt zerstören, wie der Kapitalismus Ungleichheiten schafft, wie wir 1 Milliarde Menschen in der Welt hungern lassen, obwohl doch genügend Nahrung für alle da wäre. Spricht das nicht eine deutliche Sprache?

Offenbar ist es tatsächlich so, dass viele von uns sich eine Alternative wünschen, ihnen die Thematik aber zu komplex erscheint. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen, stehen vor einem riesigen Berg, denken, dass ihr eigenes Handeln sowieso nichts bewirken kann, fühlen sich gelähmt – und lassen deshalb alles so, wie es ist. Doch wenn es so vielen von uns so geht, dass wir uns eine bessere Welt wünschen und uns die aktuelle Lage der Dinge so unglücklich macht, warum belassen wir es denn dabei und suchen nicht anstatt dessen nach einer Lösung, wie wir das wirklich packen können.

Aufbruchsstimmung: Lass uns geh´n!

Mich stimmt sehr optimistisch, dass dies schon an vielen Orten, in vielen Bewegungen passiert. Es ist Aufbruchsstimmung – von Persönlichkeitsentwicklungs-Communites über Ernährungsbewegungen bis hin zu den Transition Towns oder auch Bewegungen zur Solidarischen Ökonomie und Gemeinwohl-Ökonomie wie auch der Umweltbewegung. In einem späteren Blogbeitrag werde ich dezidierter darauf eingehen und eine Kartographie des Wandels skizzieren.
Als, wenn es denn so einfach wäre: Wie schaut das Wahlprogramm zur Weltrettung aus?

Wir können also wohl festhalten, dass sich eine überwiegend Mehrheit eine bessere Welt wünscht – nur würden wir uns überhaupt auf ein gemeinsames „Wahlprogramm zur Weltrettung“ einigen können? Ich habe da schon eine Idee, sie hat mit den globalen Nachhaltigkeitszielen zu tun, die im Herbst 2015 von den Vereinten Nationen willkommen geheißen wurden. Aber das schildere ich Dir einmal in einem der kommenden Blogartikel :-).

 

Jetzt freue ich mich, wenn Dich mein Artikel inspiriert hat, wenn Du Überlegungen dazu hast oder auch Fragen, hinterlasse gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße zu Dir – in Aufbruchsstimmung,

Steffi.

 

References   [ + ]

1. Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.
2. Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-
3. http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung

Aus meiner Bibliothek: Julia Cameron – „Der Weg des Künstlers“

Foto (5)

Eines meiner Lieblingsbücher zur Ankurbelung der eigenen Kreativität ist der Klassiker „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron.

Das Buch unterstützt den Leser/die Leserin in 12 Lektionen mit vielen Schreib-, Denkübungen sowie in Übungen zur sinnlichen Wahrnehmung, die einen zugleich neu innere Landschaften entdecken lassen. Wer sich komplett darauf einlässt, wird ahnen: Dieses Buch hat es in sich und wird „nachwehen“.

Julia Cameron schlägt begleitend zur Lektüre vor, drei einfache Werkzeuge in den Alltag zu integrieren:

  1. die Guten-Morgen-Seiten:
    Stehe täglich ein halbe Stunde früher und verfasse handschriftlich ca. drei Seiten, um Deinen Schreib- und Kreativitätsfluss zu aktivieren,
  2. Rendezvous mit Dir selbst:
    Verabrede einmal in der Woche ein Stelldichein mit Dir allein für einige Stunden und verbinge die Zeit bewusst mit Dir, mach es Dir schön (stöbere in einem Trödelladen, nimm in Ruhe ein Bad nehmen, geh allein ins Restaurant oder was auch immer Dir einfällt, werde kreativ, …)
  3.  Wöchentlicher Spaziergang:
    Führe Dich darüber hinaus mindestens einmal die Woche „Gassi“ und gehe bewusst spazieren – nicht hektisch, sondern ganz in Ruhe, nimm Deine Umgebung wahr und genieße es.

Ich finde, das sind allesamt sehr wertvolle Anregungen, die ich von Zeit zu Zeit in meinen Alltag integriere – immer wie es passt. Die „Guten Morgen-Seiten“ sind gelegentlich meine „stille halbe Stunde“ am Morgen, doch wenn es allzu hektisch ist, lasse ich sie wegfallen. Das tut mir allerdings nicht gut. Gerade beim Durchblättern habe ich wieder gemerkt, dass mir das Buch richtig Lust macht, und ich freue mich schon sehr darauf bei Gelegenheit, einmal wieder die eine oder andere Übung daraus zu machen.

Neben ihrem Erstlingswerk „Der Weg des Künstlers“ hat Julia Cameron übrigens weitere lesens- und beachtenswerte „Kreativitätsbücher“ verfasst.

Und welche Bücher und Medien helfen Dir zur Aktivierung Deiner Kreativität?

Welche Tipps hast?

 

Das Buch:
Julia Cameron: „Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“

Ich freue mich, wenn Du das Buch bei Deinem lokalen Buchhändler ums Eck erwirbst!
Gute Alternative: Vielleicht findest Du es auch auf der Plattform fairmondo.de, die sind auf dem Weg, einen fairen Online-Marktplatz zu etablieren.

 

PS:

Die Krimiautorin Daniela Alge (um ihre Autorenwebsite zu besuchen, klicke bitte auf diesen Link) hat ebenfalls darüber geschrieben, wie ihr „Der Weg des Künstlers“ bei ihrer Arbeit hilft. Ich verlinke hier gerne auf den Artikel: https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/22/blogparade-special/ 

Lass es leuchten: Ermächtige Dich!

11010972_974373995909135_1751841057018876748_n

Bei einem Osterspaziergang in Hannover – April 2015 – Foto made by Steffi

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind,
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, begnadet, phantastisch sein darf?“

Wer bist du denn, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum, sich nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.

(Marianne  Williamson aus: „A return to love“ bzw. „Rückkehr zur Liebe“; das Zitat wird auch häufig Nelson Mandela zugeschrieben)

 

Empowerment – auf deutsch: Selbstermächtigung – vor knapp drei Jahren hat mir dieses Wort noch fast Angst gemacht. In jedem Fall hatte ich sehr großen Respekt davor, dieses Wort zu verwenden. Damals diskutieren wir auf dem bundesweiten Netzwerktreffen über die Transition Charta, und dass wir Bürgerinnen und Bürger selbst ermächtigen und für den Wandel aktiv werden sollten.

Selbstermächtigung  – ich habe damals an das Ermächtigungsgesetz gedacht. An diesen Akt, der das Dritte Reich manifestierte. Und deshalb habe ich Angst gehabt, Respekt mindestens.

Mittlerweile glaube ich, dass Selbstermächtigung einer der wichtigsten Faktoren für den Wandel ist. Wenn nämlich viele Menschen sich selbst ermächtigen,

… sich auf Ihre wirklichen Träume besinnen und sie zu äußern
… sich auf das Potenzial besinnen, das noch in ihnen schlummert, anstatt in Zynismus und „Es geht nicht“-Modus zu verharren
… sich selbst ermächtigen, dieses Potenzial zu entfalten
… und andere Menschen ermuntern, es ihnen gleich zu tun.

dann wäre diese Welt ein besserer Platz.

Ein einfacher Perspektivwechsel, ein Fokus auf unser Vermögen und wir würden ganz anders mit uns umgehen.

Ich erinnere mich jetzt gerade selbst daran, wie ich gerade gestern mit mir gehadert habe, und mich nicht getraut habe, eine eigene Facebookseite einzurichten  für mich als Künstlerin, Autorin und Transformations-Aktivistin.  Ein wenig kann ich darüber schmunzeln, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe. Ja, ich bin eine Künstlerin – und ich wünsche mir, dass so viel mehr Menschen, den Künstler, die Künstlerin in sich entdecken – endlich Frieden mit sich schließen, sich von begrenzenden Ketten lösen und sich getrauen, ihre Großartigkeit voll und ganz in diese Welt zu geben, sich voll und ganz zu schenken.

Ich verspreche Euch, ich werde mein Bestes geben, weiter an meine Großartigkeit zu glauben und sie immer mehr zeigen – und zwar nicht im narzistischen Sinne, sondern in einem Sinn, der der Welt dient. Und in einem Sinn, der Dich und Dich und viele weitere Menschen ermuntert, ebenfalls Ihre großartigste Version zu leben und zu sein. In einem Sinn, der uns allen ganz viel Raum schenkt.

Ich wünsche Euch einen sonnigen Maientag!

Herzlich, Steffi.

Eine Geburt & ein fragendes „Bin ich so gemeint?“ … oder: meine Facebook-Autorenseite

© fotolia.de / Urheber: Alekss

„Wäre ich ein Dichter,
dann wählte ich das Schweigen.
Wäre ich ein Heiliger,
dann wählte ich die Welt.
Wie die Dinge liegen,
mache ich mir sanft zu eigen,
was hinter unsern Augen
langsam in die Asche fällt.
….
So ist es gewesen.
Ich war hemmungsvoll dabei.
Ich denke, also bin ich. Also gut.
Mein Lebensmittel ist der schwere Mut.“
(aus Heinz Rudolf Kunze, „Der schwere Mut“)

Ja, jetzt habe ich es getan. Ich habe eine eigene Facebookseite für mich eingerichtet. Kein bloßes Profil mehr – für Freunde, keine Firmenfacebookseite. Nein, ich zeige mich – als Expertin und „Autorität“.

Ich muss zugeben: Es fühlt sich komisch an. Es tanzen da so Gedanken in meinem Kopf herum, meine kleine Teufelchen:

„Steffi, wer bist Du eigentlich, dass Du da jetzt eine eigene Facebookseite für Dich einrichtest?“

Kein Verstecken mehr hinter irgendwelchem Marken, hinter Firmengebilden, die ich erschuf, hinter Projekten, hinter anderen Kunden. Die Marke bin ich, der Mensch: Stephanie Ristig-Bresser, 44 Jahre alt, über 20 Jahre im Berufsleben stehend, so schreibverliebt wie am ersten Tag, eine unverbesserliche Optimistin obendrein, eine, die die Hoffnung niemals aufgeben wird, eine die davon träumt, einen Beitrag zu leisten, diese Welt zu einem besseren Platz zu machen, eine, die mit ihrer ganzen Leidenschaft unterwegs ist und damit hoffentlich ein paar Menschen zu inspirieren vermag, ein Mensch, der sich mit der Transition-Bewegung und der Gemeinwohl-Ökonomie verbunden fühlt und die daran glaubt, dass diese Ideen zur Transformation beitragen werden.

Ich habe diese Facebookseite fragend eingerichtet:
Bin ich diese Autorität, von der ich spüre, dass sie in mir ist?

Und ich habe mich erinnert an den Krimiautoren Sebastian Fitzek, von dem ich mal auf Facebook sinngemäß den Satz gelesen habe: „Ihr seid Schuld. Weil ich bereits 5.000 Freund*innen und Freunde auf Facebook habe, ist jetzt diese Seite entstanden.“

Ich frage mich, ab wann ein Mensch eine „Autorität“ ist, wann seine Strahlkraft so groß ist, dass er oder sie sich als öffentliche Person bezeichnen kann. Ich frage mich, als wer ich gemeint bin? Ich fühle, da ist noch mehr Steffi in Steffi, als Steffi schon sein kann. Ich werde es mit Euch herausfinden, ich bin gerade hemmungsvoll dabei :-).

Zaghafte Grüße zu Euch,
noch etwas wackelig auf den Beinen,

Steffi.

PS: Und der Link zu meiner Facebookseite ist jener:

https://www.facebook.com/Stephanie-Ristig-Bresser-262767270743162/