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Neue Werte für die Wirtschaft oder: Plädoyer für ein Wirtschaftswunder 2.0

Beautiful blue sky background with clouds and sun

Ein Beitrag zur Werte-Woche im Compassioner

Liebe, Würde, Authentizität, Vertrauen, Ehrlichkeit, Genuss –  all dies sind Werte, die sicherlich jede*r von uns – natürlich in unterschiedlicher Gewichtung – in seinem Leben als zentral erachtet und auch als „Leitsterne“ beachten mag. Und wie ist es um die zentralen, wirklich verbindlichen Werte in unserer Wirtschaft bestellt?

Nach den Rahmenbedingungen unserer heutigen Wirtschaftsordnung ist der monetäre Profit der höchste (Wirtschafts-)Wert, denn der Gewinn eines Unternehmens ist der wichtigste und zentrale Faktor für seinen Erfolg. Weil der Fokus genau lediglich auf den Profit gerichtet ist, werfen Unternehmen oft Werte über Bord, die ihnen eigentlich wichtig wären. Werte, die in unserem alltäglichen Leben zentrale Bedeutung haben – fast so, als wäre unsere Wirtschaft losgelöst von unserem eigentlichen Leben. Ein „wert-achtloses Agieren“ hat null Konsequenzen, im Gegenteil – Unternehmen werden dafür eigentlich belohnt, denn: Unternehmen, die effizienter produzieren, die ihre Erzeugnisse kostengünstiger anbieten können, erzielen höhere Gewinne, sind kreditwürdiger, können weiter wachsen… und diese Spirale dreht sich immer weiter.1)Ich gehe jetzt einmal nicht auf das Thema CSR und Leitbildentwicklung und Corporate Identity-Prozesse in Unternehmen ein, denn natürlich gibt es mittlerweile ein Bewusstsein für diese Schräglage, ein werte- oder gemeinwohlorientiertes Unternehmen zu führen, ist jedoch eine freiwillige Aktion.

Die Frage ist, was das mit uns und unserem Wertesystem macht,
die Frage ist auch, ob das so bleiben muss
oder ob es nicht doch einen integrierten Weg gibt,
ein Unternehmen sowohl finanziell tragfähig und erfolgreich zu führen
als auch die eigenen zentralen Werte zu bewahren
oder sogar ins Zentrum des wirtschaftlichen Schaffens zu stellen.

Immer mehr, immer mehr – um welchen Preis?

  • Muss es denn wirklich sein, dass Textilien in Bangladesh zu menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, damit wir sie für 6,00 Euro irgendwo am Grabbeltisch erstehen können?2)Und bitte, liebe Gegenbeispielsortierer, ich möchte jetzt keine Kommentare hier haben, dass wir den Menschen in Bangladesch doch Arbeitsplätze verschaffen, das ist zynisch und widerwärtig – lest Euch mal den oben verlinkten Artikel – Stichwort: menschennwürdige Bedingungen – durch, dann werdet Ihr anders darüber denken.
  • Passt es denn, dass Menschen mancher Ausbildungen auch in hier in Deutschland – trotz Mindestlohngesetzgebung – von einem Job allein nicht mehr leben können und unter dabei immer drastischeren Bedingungen arbeiten müssen – ohne Pausen, gemobbt, ständig in der Angst, ersetzt zu werden, weil „jemand anders die Arbeit mit Kusshand machen würde“?3)Bitte auch hier keine Gegenreden, ich habe schon genug Klienten begleiten, die genau das beschreiben.
  • Muss es denn eigentlich wirklich alles nach dem Prinzip „Höher, schneller, weiter“ funktionieren oder könnten wir nicht auch mal einfach „halblang“ und mit Müßiggang arbeiten?
  • Wollen wir wirklich Fleisch und auch Gemüse essen, das buchstäblich unter KZ-Bedingungen zu uns auf den Essenstisch gelangt? 4)Wenn Du es Dir vor Augen führen willst, bitte schau Dir mal die Doku „We feed the world“ an.
  • Wieviel sind uns eigentlich die Ressourcen unsere Planeten wert? Dürfen wir unbegrenzt über sie verfügen und können sie einfach so nehmen? Oder brauchen sie mehr Achtsamkeit, einen respekt- und würdevollen Umgang?5)Die Planetary Boundaries sprechen ja eine sehr deutliche Sprache, dass es so nicht weiter geht – lies Dir mal folgenden Artikel des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung durch:  https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/vier-von-neun-planetaren-grenzen201d-bereits-ueberschritten

Um welchen Preis machen wir unsere Arbeit und unsere Wirtschaft eigentlich so?
Muss das alles und noch viel mehr wirklich so sein oder geht das nicht auch ganz anders?

Argumente, dass wir Wachstum brauchen, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen (wie es der eine oder andere Politiker immer wieder einbringt), ziehen nicht mehr. Das gleicht einem „Das haben wir immer schon gemacht, deswegen muss es auch so bleiben.“ Es gibt genügend Szenarieren, die zeigen, dass genug für uns alle da ist und zwar alle Menschen auf der ganzen Welt (und ja: natürlich auch Arbeitsplätze!) – wir bekommen „nur“ die Verteilung nicht richtig hin. Die Zeiten eines Wirtschaftswunders, das auf einem Wachstumsmotor beruht, sind in den westlichen Ländern eigentlich schon spätestens seit den 80er Jahren vorbei.

Es ist in den reichen Ländern Zeit für ein neues Wirtschaftswunder 2.0,
das Werte anders bemisst, das andere Wertschätzungen ins Zentrum rückt
und bessere Verteilungen des Reichtums ermöglicht.

Mittlerweile gibt es einige Konzepte, wie sich Wirtschaft anders gestalten und an Werten orientieren könnte, die mit unseren „Lebenswerten“ im Einklang stehen: das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie natürlich oder auch das REconomy-Projekt der Transition Town-Bewegung. Natürlich sind sie noch im Stadium eines Reallabors – sie werden tatsächlich ins real existierende Wirtschaftsleben hinein erprobt und sukzessive verbessert – doch legen sie schon einmal Grundsteine, die weiter entwickelt werden können. Was es vor allen Dingen aber auch braucht, sind Rahmenbedingungen, die Konsequenzen schaffen und Unternehmen belohnen, die das planetarische Gleichgewicht sowie die Würde von Menschen, Tieren und unserer Mitwelt achten und sie nicht mit Füßen treten.

Doch dass es diese gesetzlichen Infrastrukturen noch nicht gibt,
soll kein Argument dafür sein, nicht jetzt schon anzufangen,
sein Unternehmen an anderen Werten als dem des Profits auszurichten.
Das kann der Anfang einer Umwälzung sein…
Also bist Du mit Deinem Unternehmen dabei –
Teil einer Bewegung, die die Wirtschaft schon jetzt anders besser macht? 

 

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Diesen Artikel habe ich Rahmen der Wertewoche des Online-Magazins Compassioner geschrieben. Seite einer knappen Woche werden dort täglich Beiträge zum Thema Werte aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen publiziert- Als Autorin, die dort regelmäßig veröffentlicht, wollte ich meinen ganz eigenen Beitrag dazu leisten. Über folgende Wertethemen sind im Compassioner zum Teil sehr lesenswerte Artikel erschienen:

Vielleicht magst Du Dich auch an Deiner Umfrage „Was ist Dein wichtigster Wert?“ beteiligen, die Chefredakteurin Susanne Nadler gestartet hat. 

References   [ + ]

1. Ich gehe jetzt einmal nicht auf das Thema CSR und Leitbildentwicklung und Corporate Identity-Prozesse in Unternehmen ein, denn natürlich gibt es mittlerweile ein Bewusstsein für diese Schräglage, ein werte- oder gemeinwohlorientiertes Unternehmen zu führen, ist jedoch eine freiwillige Aktion.
2. Und bitte, liebe Gegenbeispielsortierer, ich möchte jetzt keine Kommentare hier haben, dass wir den Menschen in Bangladesch doch Arbeitsplätze verschaffen, das ist zynisch und widerwärtig – lest Euch mal den oben verlinkten Artikel – Stichwort: menschennwürdige Bedingungen – durch, dann werdet Ihr anders darüber denken.
3. Bitte auch hier keine Gegenreden, ich habe schon genug Klienten begleiten, die genau das beschreiben.
4. Wenn Du es Dir vor Augen führen willst, bitte schau Dir mal die Doku „We feed the world“ an.
5. Die Planetary Boundaries sprechen ja eine sehr deutliche Sprache, dass es so nicht weiter geht – lies Dir mal folgenden Artikel des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung durch:  https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/vier-von-neun-planetaren-grenzen201d-bereits-ueberschritten

Ich bin übrigens Milliardärin – und was das vielleicht mit der Rettung unseres Planeten zu tun hat

Erworben bei fotolia.de / Urheber: larshallstrom

Vor kurzem war Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Es ist in der Tat sehr besorgniserregend, wie sehr die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Ungefähr 10 Prozent aller Menschen unserer Weltbevölkerung lebt in extremer Armut. Zwar ist diese Zahl in den vergangenen Jahren sehr gesunken1)http://www.tagesspiegel.de/politik/armut-in-der-welt-anteil-der-extrem-armen-sinkt-unter-zehn-prozent/12408146.html, doch wirst Du mir beipflichten: Auf einem Planeten, auf dem genug für alle da ist, darf das überhaupt nicht sein. In unserem Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, gilt jeder 4. bis 6. Menschen als armutsgefährdet (das betrifft Menschen, die weniger als 942,00 Euro monatlich zur Verfügung haben).2)https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10154668129060680/ Das finde ich besonders eklatant, denn wir könnten eine gerechte Verteilung der Reichtümer wirklich besser hinbekommen.

Aber wie kommt es, dass ich mich als Milliardärin fühle?
Und was hat das damit zu tun, dass wir hoffentlich zukünftig eine gerechte Verteilung der Reichtümer dieser Welt anders hinbekommen?

Neulich habe ich eine Übung zum Thema Reichtum gemacht, die mich sehr beeindruckt und in mir etwas „verschoben“ hat: Daneben, all seine materiellen Reichtümer und Schulden aufzulisten, galt es in dieser Lektion, sich einmal all seiner Fähigkeiten, seiner Beziehungen und seiner bisherigen Lebenserfahrungen bewusst zu werden. Indem ich all das aufgelistet habe, bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen: Mein Vermögen beträgt über 25 Milliarden Euro (aber eigentlich verfüge ich geschätzt über einen unendlichen Reichtum…). Mach vielleicht auch Du einmal diese Übung für Dich:

  • Was ist Dir Dein eigenes Leben wert?
  • Wie viel ist es Dir wert, dass Du Deine Liebsten an Deiner Seite hat?
  • Was ist es Dir wert, dass Du lieben, lachen, laufen, sehen, hören, schmecken und riechen kannst…?
  • Wie viel sind Dir all Deine bisherigen Lebenserfahrungen wert?

Selbst wenn Dir das komisch vorkommt, und Du Dich dagegen sträubst, Dein eigenes Leben zu Form von Geld zu bewerten.. Ist es nicht verblüffend, wie sehr sich Dein Verhältnis zu Deinem materiellen Reichtum verändert?3)Ich finde übrigens, dass das Wort „Humankapital“, dass ja manchmal in Personalabteilungen herumkreist, dadurch noch einmal eine andere, wirklich wertvolle Bedeutung erfährt…  

Dein innerer Reichtum… und was er mit einer besseren Welt zu tun hat

Wenn ich jetzt weiter denke und mir dann überlege, was wir alles damit anfangen können, wenn wir uns dieser immateriellen Reichtümer bewusst sind… Wir könnten sie einsetzen, um damit den Reichtum anders zu verteilen, weil wir um andere Reichtümer wissen. Das heißt nicht, das die Armen in „Luft und Liebe“ glücklich werden sollen. Das verändert aber sehr wohl unser Wertebewusstsein, das verändert unsere Verantwortung, das verändert unser Handeln. Denn wenn Du Deinem eigenen Leben mutmaßlich einen solch hohen Wert einräumst, dann ist jeder andere Menschen doch sicher genauso viel Wert, oder? Und dann würdest Du vermutlich auch sehr viel dafür tun, dass es allen anderen Menschen ebenfalls gut geht, oder? Außerdem: Wenn Du Dir Deines inneren Reichtums bewusst bist, musst Du dann noch immer mehr materieller Reichtümer anhäufen anstatt dafür zu sorgen, dass andere Menschen auch selbst Reichtum erfahren. Reichtum zu erlangen, ist dann sicher mehr als „Chacka-Chacka, die Millionen scheffeln“, oder?

Ich glaube, dass dieses andere Bewusstsein etwas verändern wird. Deswegen wünsche ich mir, dass sehr viele Menschen, diese anderen Formen des Reichtums für sich entdecken und nicht ausschließlich auf äußeren Reichtum fokussieren. Übrigens sind wir priviligierten Menschen aus den reicheren Ländern ganz besonders in der Verantwortung, diese Dimension des inneren Reichtums weiter zu verbreiten, denn wir leben in dem Luxus, diesen bewusst erfahren zu dürfen. Vielleicht hast Du ja schon einmal vom Maharishi-Effekt gehört (der allerdings nicht ganz unmstritten ist): Durch transzendentale kollektive Meditation gingen die Kriminalitätsrate, die Zahl der Autunfälle und Krankenhauseinlieferungen zum Zeitpunkt der Meditationen zurück.4)Mehr dazu: http://meditation.de/bessere-welt/

Ich hoffe, dass diese Überlegungen nicht zu zynisch für Dich klingen. Ich glaube fest daran, dass damit ein Unterschied zu erreichen ist, dass die Armen materiell reicher werden und wir Reichen an „inneren Werten“ gewinnen.

Also: Auch wenn das wissenschaftlich mit Sicherheit nicht nachweisbar ist: Ich glaube, mit diesem anderen Bewusstsein wird es möglich sein, diese Welt für alle Menschen wirklich reicher zu machen. Bist Du dabei?

 

PS:

Diese Übung habe  ich im Rahmen des Kurses „Guter Reichtum“ von Veit Lindau gemacht, an dem ich gerade teilnehme. Auch Du möchtest mehr äußeren und inneren Reichtum in Deinem Leben erschaffen? Dann teste doch mal… Vielleicht sind diese Lektionen auch etwas für Dich. Oder Du findest andere Wege, diese Themen für Dich zu lösen. In jedem Fall wünsche ich mir, dass wir andere Wege finden, unsere Arm-Reich-Schere aufzulösen, als auf die Reichen, die Politiker und/oder dasSystem zu schimpfen und unsere vermeintliche Armt zu beklagen…

References   [ + ]

1. http://www.tagesspiegel.de/politik/armut-in-der-welt-anteil-der-extrem-armen-sinkt-unter-zehn-prozent/12408146.html
2. https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10154668129060680/
3. Ich finde übrigens, dass das Wort „Humankapital“, dass ja manchmal in Personalabteilungen herumkreist, dadurch noch einmal eine andere, wirklich wertvolle Bedeutung erfährt…  
4. Mehr dazu: http://meditation.de/bessere-welt/

Anders besser wirtschaften in Hannover – was braucht es dafür?

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Jetzt ist es wirklich wahr – unser Seminar an der Universität Lüneburg zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“, das ich gemeinsam mit meiner Co-Dozentin Antoniya Hauerwaas gebe, findet wirklich-wirklich statt. Ich freue mich so sehr!
 
In den kommenden Monaten beschäftigen sich 20-30 Studierende in fünf interdisziplinären Teams mit folgenden Themenbereichen unterfüttert mit ganz konkreten Praxisbeispielen aus der Region Hannover:
  1. Gemeinwohl-Ökonomie
  2. Transition Towns – REconomy
  3. Möglichkeits-Räume
  4. Alternative Finanzierungsinstrumente / Regionalgeld
  5. Nachhaltiges Marketing

Die Methode, die wir dabei nutzen, nennt sich Project Based Learning (hier ein Link dazu auf wikipedia). Ich werde bei Gelegenheit mehr dazu berichten, ich lerne das Project Based learning (PBL) gerade erst kennen – sehr spannend! Hier eine selbst erstellte Grafik zum Abauf eines PBL-Prozesses:

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Der Zyklus des „Project Based Learnings“ (selbst erstellte Grafik)

Jedes der Projektteams wird jeweils für sich eine Leitfrage erarbeiten. Diese wird darauf abzielen, wie die Rahmenbedingungen für das Akteure des jeweiligen Spektrums verbessert werden können. Nach mehreren Feedbackschleifen hierzu, gibt es eine seminarinterne „Generalprobe“,anschließend werden die Ergebnisse in der Öffentlichkeit präsentieren. Wir hoffen, hierzu eine adäquate Location in Hannover (bspw. Rathaus) nutzen zu dürfen und einige relevante Stakeholder*innen und Multiplikator*innen gewinnen zu können, die die Ergebnispräsentation entscheidungsfreudig aufnehmen :-)

Herzlichen Dank an alle Akteure und Unternehmen, die hierzu für Video-Interviews zur Verfügung standen und so für ein gutes Intro in die Projektarbeit der einzelnen Gruppen ermöglichen. Bitte habt Verständnis, die Interviews bleiben natürlich vertraulich, denn es wurde Tacheles geredet. Es haben Rede und Antwort gestanden:

  1. Gemeinwohl-Ökonomie:
    Janika Froch, Pressesprecherin von der El Puente GmbH, dem größten Kaffee-Fairtrade-Importeur Deutschlands, die gerade eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Alexander Thron, Geschäftsführer des Naturfreundehauses Hannover, die ebenfalls eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Knut Jung, angehender Berater der Gemeinwohl-Ökonomie und Aktivist bei der Gemeinwohl-Ökonomie-Regionalgruppe Hannover (sowie mittlerweile auch Salzburg)
  2. Transition Town Hannover – REconomy
    Bono Hoyer von die Klugbeißer, veganes Cateringunternehmen
    Dorothee Hofmann, Kleider-Kabinett und Platzprojekt
    Von Transition Town Hannover wird sicherlich auch noch ein Interview folgen
  3. Möglichkeitsräume
    Constantin Alexander (Verein Zukunftswerkstatt Ihmezentrum e.V.)
    Uta Lorenz von der Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung Hannover
    Neben dem Ihmezentrum und der Zwischennutzungsagentur gibt es selbstverständlich noch weitere Möglichkeitsräume – bspw. den gerade frisch eröffneten Co-Working- und -Makerspace oder aber das Platzprojekt.
  4. Alternative Finanzierungsformen
    Joy Lohmann, Initiator der Plattform D-Crow, sowie Initiator des Kultur des Wandels-Festes und Künstler, der u.a. mit der Methode der sozialen Skulptur arbeitet
    Anika Bogon vom bbs – Bügerbüro Stadtentwicklung mit der Plattform  HannoverMachen
    Auch zum Thema Regionalwährung gibt es Kontakte. Es wird spannend, in welche Richtung diese Gruppe sich orientieren wird.
  5. Nachhaltiges Marketing
    Cathérine Bartholomé, Inhaberin von Chrysocolla Marketing, Expertin zum Thema Nachhaltiges Eventmanagement und Marketing, die u.a. die fairgoods-Messen begleitet sowie den jährlichen Cardle2Cradle-Kongress und den LeineHeldenJam Hannover mit organisiert
    Anke Biedenkapp, die Gründerin von Stattreisen Hannover ist seit 2013 Geschäftsführerin von Global Partnership e.V. und hat unter diesem Dach eine Kampagne zum nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen – unter dem Motto „Maschsee statt Malediven“.

Ich werde über den Projektverlauf des Seminars berichten!

Vom Semesterprojekt zum Ministerium für Glück – oder: Was entfacht werden will…

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Juchu! Morgen beginnt mein erstes Uniseminar an der Leuphana Universität Lüneburg. Gemeinsam mit Antoniya Hauerwaas vom Institut für Unternehmensentwicklung begleite ich Studierende durch das Seminar: „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“

Ich habe richtig Lust darauf, Studierende zu motivieren, dieses Seminar als Chance zu betrachten, Wirtschaft sinnvoller, achtsamer und gerechter zu machen, und sie spüren zu lassen, dasss sie ihren Teil dazu beitragen können. Dabei nehme ich morgen eine Geschichte auf, die vielleicht dafür sorgt, dass bei den Studierenden der Funke überspringt: Dem einen oder anderen dürfte das Ministerium für Glück oder aber die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler schon einmal über den Weg gelaufen sein. Das Ministerium für Glück ist im Rahmen eines Semesterprojektes entstanden. Gina Schöler gründete später ihr eigenes Unternehmen dazu, bietet Glücks-Workshops und Kampagnen an und hat mittlerweile auch ein Buch dazu veröffentlicht.

Wer weiß also, was aus diesem Praxisseminar entstehen mag? Schließlich ist es wie ein Wunder, dass dieses Seminar stattfindet, denn ich bin Kulturwissenschaftlerin, und dank eines transdisziplinären Tandemteachings ist das nun möglich. Ich freue mich sehr und werde mein Bestes geben, dass dieses Seminar richtig rockt, denn wir haben viel vor: Mein Zielbild ist die Multi-Level-Perspektive, eine Transformationsmodell nach Frank Geels. Mein Wunsch ist, dass die Transformation passiert. Drückt mir die Daumen, dass ich mit diesem Seminar einen „kleinen Vers dazu beitragen kann“.

Unterwegs zum guten Leben – Mein Buch- und Medienprojekt

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Vor einer guten Woche hatte ich die Chance, mein Buchprojekt „Unterwegs zum guten Leben“ kurz und knackig vor geschätzt 100 Menschen im Rahmen des Workshops „Schreibglück“ zu präsentieren. Jetzt sizziere ich auch hier kurz, um was es bei dem Projekt geht.

Los geht´s…

Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist.1)Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.

Doch wie geht das – ein gutes Leben führen,
ein Leben, das gut ist für mich, für Dich und auch für den Rest der Welt?

Wie kann das wieder in Balance kommen? Das ist doch ein Weltwunder-Projekt, so monumental, so unerreichbar, so unfassbar, dass ein Mensch allein daran scheitern. Und überhaupt: Was kann unsere gemeinsame Orientierungslinie, was könnten gemeinsam Leitsterne sein, die Dich und mich (ver)führen, uns aufzumachen hin zum guten Leben?

Die gute Nachricht ist: Es gibt diese Leitsterne schon!
Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen

Vor einem Jahr, im September 2015, ist nämlich etwas Weltbewegendes passiert: Alle 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kamen zu diesem Zeitpunkt zu einer Konferenz inNewYork zusammen und haben alle miteinander gemeinsam die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, willkommen geheißen. Alle 192 Mitgliedsstaaten haben diese Ziele unterzeichnet und sich dazu bekannt, diese Ziele gemeinsam spätestens bis zum Jahr 2030 erreichen zu wollen.

Was für eine Vision! Denn: Diese globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein Spiegelbild nahezu all der Riesenbaustellen, die wir auf diesem unserem Planeten Erde in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben. Vom Beenden der Armut über die gerechte Verteilung von Lebensmitteln, die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Rettung der Meere bis hin zur Erhaltung der Artenvielfalt sind mit den globalen Nachhaltigkeitszielen sämtliche Hausaufgaben aufgelistet, die wir zu machen haben, um diese Welt so zu ordnen, damit unsere Kinder und Kinderkinder es hier gut haben – und vielleicht sogar in manchen Dingen noch besser haben als unsere Weltengemeinschaft jetzt. Wenn wir aber das Ruder rumreißen wollen und nicht nur selbst ein gutes Leben leben wollen sondern die auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dann ist es wichtig, dass jede und jeder mit anpackt. Und dazu bieten die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzheitlichen Anlage einen idealen Orientierungsrahmen. (Im Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ auf diesem Blog kannst Du das etwas tiefer ausformuliert nachlesen).

Und ich habe sogar noch eine weitere gute Nachricht: Die Nachricht von den magischen fünf Prozent
Um dieses Wunder möglich zu machen, müssen wir freilich alle gemeinsam anpacken. Es reicht nicht zu „warten“,was einige Regierungen verzapfen, wir müssen das aktiv einfordern und selbst etwas beitragen. Doch es gibt eine weitere, weitaus beruhigendere Zahl: Es braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent, um einen fulminanten gesellschaftliche Veränderung herbei zu führen. Diese Zahl kommt aus der Schwarmforschung, Richard David Precht zitiert sie in seinem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“, in einem Interview mit dem Schwarmforscher Jens Krause2)Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225; die Autor*innen Ute Scheub und Annette Jensen haben diese magische Zahl in ihren „Aktionsplan für ein gutes Leben“, dem letzten Kapitel ihres Buchs „Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben“ ebenfalls integriert3)Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304. 5 Prozent einer Weltbevölkerung, das sind 400 Millionen Menschen – so viele Menschen wie in der EU leben. Das wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammen bekommen, wenn schon hunderttausende Menschen gegen TTIP und CETA auf die Straße gehen. Glaube mir: Wir schaffen das! (Siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.)

Und was hat das jetzt mit meinem Medienprojekt
„Unterwegs zum guten Leben“ zu tun?

Richtig, damit mache ich Dir richtig Lust darauf, für eine bessere Welt zu wirken.

Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?

Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

Und sukzessive gibt es hier mehr dazu zu lesen, zu hören und zu sehen.

In Kürze stelle ich Dir zum Beispiel Chris und Tanja vor…

References   [ + ]

1. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.
2. Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225
3. Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304

Stell Dir vor, es ist…

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„Where is your courage?“ Fotografie eines Kunstwerkes von Lucia Dellefant.

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

In den 80ern, zu Zeiten der Anti-Atom-Bewegung, die ja auch gleichzeitig wegen des Kalten Krieges irgendwie eine Friedensbewegung war, kursierte dieser Spruch auf vielen Stickern und Pins. Heute würde er wohl auf Pinterest oder Instagram kursieren, wenn denn dieser Spruch heute populär wäre. Ich selbst hatte so einen Sticker auf meiner Schultasche; noch heute klebt er auf meinem Akkordeonkoffer, kein Abrubbeln möglich. „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Wie wäre es wohl, wenn wir diesen Spruch heute ummünzen würden in

„Stell Dir vor, es ist Kapitalismus, Business as usual, und keiner macht mehr mit!“?

Bei vielen Menschen ist dieses Grundgefühl längst vorhanden. In Zahlen gemessen: 80 Prozent aller Deutschen wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung – eine mit faireren Prinzipien, eine, die achtsamer mit der Umwelt und uns Menschen umgeht, besagt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung. Du kennst die Phänomene dieser Tage vielleicht aus eigener Erfahrung:

  • Du fühlst keinen Sinn mehr in Deiner Arbeit, fühlst Dich wie im Hamsterrad, überlegst es zu verlassen, weißt aber nicht wie und mit was. Und überhaupt: Alles wird immer stressiger! Lassen wir Zahlen sprechen, die sicher der eine oder die andere schon öfters gehört oder gelesen hat. „Gegenüber dem Jahr 2003 haben sich die Krankentage auf Grund seelischer Leiden demnach mehr als verdoppelt. Auch die Falldauer bei Krankschreibung ist um ein Viertel gestiegen“, ist beispielsweise in einem Artikel in der WELT vom Juli 2015 zu lesen. Seit einigen Jahren kursiert das geflügelte Wort von der Politikverdrossenheit. Eigentlich gehört ein weiteres dazu: das von der Arbeitsverdrossenheit – und dabei geht es nicht darum, dass viele nicht mehr arbeiten wollen. Im Gegenteil: Viele sehnen sich nach Arbeit, aber eben einer richtig guten, die konform mit dem ist, was sie – vielleicht unbewusst – in sich als Wertegerüst tragen.1)Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
  • Du fühlst ein dumpfes Unbehagen, dass Du diese Wirtschaftspraktiken auch als Konsument nicht mehr hinnehmen willst – wie wir Tiere „verarbeiten“, wie wir mit der „Humanressource Mensch“ umgehen, wie wir es uns selbst auf Kosten der so genannten Dritten Welt kuschelig machen und andere Menschen für uns in unwürdigen Verhältnissen irgendwie überleben müssen.  Wollen wir wirklich weiter so an diesem Rad drehen?
  • Du bist vielleicht sogar selbst Chef und fühlst Dich in einem Dilemma: Eigentlich ist es Dir zuwider, ständig in Effizienzen und Kostenminimierungen zu denken. Aber es hilft nichts: Maßstab Deines Erfolgs sind die schwarzen Zahlen, die Dein Profitcenter am Geschäftsjahresende oder gar Quartalsende (noch mehr Druck!) schreibt. Wenn die nicht wären, würdest Du ganz anders…

Wenn das denn so ist, warum machen wir das denn überhaupt länger mit?

Wollen wir Killerphrasen die Oberhand lassen – wie etwa: „Das haben wir schon immer so gemacht?“ „Das System ist eben so, es gibt kein nunmal kein anderes!“, „Das System hat sich bewährt, jetzt was Neues anzufangen, wäre doch völlig naiv!“ oder aber die beliebtesten Angstmacher-Sätze: „Wenn wir das anders machen, dann gehen doch hunderttausende Jobs flöten!“ „Wenn wir da nicht mehr machen, gehen wir Konkurs!“ und „Wenn wir als Volkswirtschaft nicht mehr mitmachen, verlieren wir den Anschluss an die Weltwirtschaft!“

Ich glaube (und Zahlen habe ich dazu nicht, wie denn auch?), dass das Unbehagen gegenüber dem, wie wir heute arbeiten und wirtschaften viel weitere Kreise zieht, als wir ahnen.  Das ist eine riesige Dunkelziffer, unzählige Menschen, die sich bisher noch nicht zu ihrem „Wirtschaftsfrust-Outing“ stehen können, weil sie denken sie wären „nicht normal“ oder sie „müssten da mal eben durch, weil das grad so ne depressive Phase ist“ oder auch sie „dürften jetzt nichts falsch machen und sich keine Blöße geben, weil sie das Geld ja brauchen“.

Wow, was ist da an unterdrücktem Potenzial,
das wir nutzen könnten, um es anders besser zu machen!
Schließlich haben wir ja das heutige Wirtschaftssystem
auch mal so aufgebaut oder wenigstens mitgemacht.

(Oder hast Du nur zugeguckt? Und sage mir jetzt nicht, Deine „Eltern“ oder die „Politik“ oder „die Mächtigen“ oder die „Wirtschaft an sich“ seien schuld….)

Also… was wäre, wenn….

… Du diese Woche anfängst und heute einmal ein weniger mutiger bist…

  • … Dir ein Stündchen Zeit nimmst, um zu erträumen, was Du Dir an Deiner Arbeit, an unserer Wirtschaft anders wünscht,
  • … Dich vielleicht ganz sanft „outest“, dass Du SO nicht mehr arbeiten magst (Wer weiß, vielleicht sind Deine Kollegen sogar ganz erleichtert und wer weißt, vielleicht ist es Dein Chef auch?)
  • … vielleicht sogar Veränderungen vorschlägst („Sagt mal, unsere Kantine, könnten wir da nicht…?“ „Woher kommen eigentlich unsere Komponenten und wie geht es den Menschen, die sie herstellen, das frage ich mich schon die ganze Zeit, in der ich hier dran rumschraube…“, „Ich wünsche mir, dass wir uns mal gegenseitig loben, nicht nur immer Druck machen“)

Und was wäre, wenn Du dann feststellst, dass Du mit Deinem Unbehagen gar nicht allein bist, sondern viele Deiner Kolleg*innen, vielleicht sogar Chefin oder Chef, ähnlich empfinden – und was wäre, wenn es sogar fünf Prozent wären? Wäre ja gar nicht auszudenken 😉 (Was es mit den fünf Prozent Magisches auf sich hast, liest Du, wenn Du auf diesen Link klickst)

Eines steht fest: Wenn Du es nicht probierst, wirst es nicht rausfinden, sondern  weiter frustriert bleiben – kein schöner Zustand. Und ich habe im Übrigen mal eine tolle Managementregel von Dr. Reinhard K.Sprenger gelernt, nach der ich mein Handeln stets auszurichten versuche: „Love it, change it oder leave it!“ Und? Was machst DU jetzt?

Es gibt so viele Möglichkeiten, in ganz kleinen Mini-Schritten mit Bedacht etwas anzustoßen, viel mehr als Du denkst… Deinen Job wirst Du so leicht nicht verlieren, Du wirst nämlich gebraucht – als „wacher Mitarbeiter“ noch viel mehr. Und es ist schon so viel mehr da, als Du vielleicht bisher wahrgenommen hast:

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Cover der Broschüre „Anders leben, besser wirtschaften“ (2016) – Mein Coop-Werk mit SLU – Heinrich Böll Stiftung :-)

Es gibt noch so viel mehr…

Das sind nur drei von tausenden realer Wirtschafts-Utopien, die schon jetzt und heute Wirklichkeit geworden sind. Im Buch „Glücks-Ökonomie: Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub findest Du noch viele weitere Beispiele. Und ich bin stolz, vor kurzem eine Publikation mit Unterstützung der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen konzipiert, „erschrieben“ und veröffentlicht zu haben, die skizziert, was hier in Hannover so passiert. Du kannst sie hier bestellen – natürlich gerne direkt auch bei mir, wenn Du mir eine Mail an info@ars-scribendi.com mit Deiner Postadresse schreibst :-).

Also…. ich wünsche Dir eine ganz mutige Woche…  und ich freue mich, wenn Du vielleicht berichten magst :-)

Mich inspiriert übrigens JETZT gerade der Song von Emily Sandé „Read about it“ – Kennst Du ihn?

References   [ + ]

1. Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
2. Über die Gemeinwohl-Ökonomie werde ich in Kürze an anderer Stelle noch mehr schreiben. Du kannst Dich freuen :-

Gestatten, Margarethe Moral-Apostel!

MargareteWie Ihr seit dem letzten Blogpost wisst, geht es mir um ein ganz bedeutsames Thema: Ich trete für eine bessere Welt ein und möchte einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass wir in zwei Jahrzehnten unsere Lage der Welt deutlich zum Besseren gewendet haben werden.

Das ist schon ein sehr heikles Thema, bei dem man schon recht klugscheißerisch und oberlehrerhaft rüberkommen kann. Ich will mir diesen Schuh aber nun wirklich nicht anziehen. Wie die Weltrettung so funktioniert, das weiß schließlich keiner so genau – sonst hätten wir es doch schon längst gepackt. Außerdem möchte ich nicht missionarisch und vorschreidend sein. Ich will niemandem klare Regeln vorschreiben à la: “ Wenn Du nicht mindestens streng vegan oder gar fruktarisch lebst, zählst Du nicht zum „Club der besten Weltretter“… Nein, ich finde, jede und jeder kann und darf nach seiner eigenen Fasson seinen Beitrag leisten – und das mit ganz viel Freude.

Gestatten, Margarethe erledigt das Moral-Aposteln für mich!

Damit ich gar nicht so klugscheißerisch daherkomme, weiß ich seit gut drei Jahren eine sehr gute Freundin an meiner Seite, die diesen Besserwisser-Job auf sehr charmante, liebevolle Art und Weise – stets mit einem kleinen Augenzwinkern versehen – ausfüllt. Ich kann mir keine bessere dafür vorstellen: als Margarethe Moral-Apostel (Doppel-Name! Ja, sie ist „progressiv verheiratet“ – sie nennt ihre Beziehung eine Ehe mit Extras – sie ist auch nach zwanzig Beziehung noch immer ganz eng mit ihrem Mann, sexuelle Extras mit weiteren Männern und Frauen schließt sie dennoch nie ganz aus). Weil sie in dieser Beziehung so offenherzig ist, gestattet sie sich und ihrem Moral-Empfinden, diese Freiräume auch auf weitere Lebensbereiche auszuweiten: Es gibt keine starren Regeln, sondern ganz viele Möglichkeiten – fast so viele wie es Menschen, Bedürfnisse und Werte gibt – alles ist ein Miteinander-Austarieren und -Ausprobieren – achtsam, respektvoll und neugierig. So ist Margarethe Moral-Apostel! Sympathisch, oder?

Ja, sie kam vor drei Jahren zu mir, denn schon damals war mir klar, dass sie bei einem derart wertenden Thema eine zentrale Rolle spielen würde. Damals wollte ich sie für eine feste Kolumne engagieren. Heute weiß ich noch nicht, ob sie sich nicht dann und wann einfach nur mal auf dem Off melden wird (bei einer Geschichte bin ich mir schon sehr sicher,sie heißt „Drei Wünsche frei“). Vermutlich wird sie nicht Teil meines aktuellen Buchprojektes. Aber es ist dennoch gut und wichtig, dass sie da ist. Ich wollte sie Euch zumindest mal als Teil meines Dream-Teams vorstellen :-).

Geschaffen wurde sie übrigens von der tollen Illustratorin Tanja Föhr, die sie damals nach meinen Vorstellungen aufgemalt hat.

Und Du, welche Figuren begleiten Dich mein Deiner Arbeit?

Die magischen fünf Prozent: Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast

Underwater view at coral reef and fishes, Dahab, Red Sea, Egypt

© fotolia.de / Urheber: johnwalker1

„Da wo ich herkomm‘ wohnen eintausend Menschen,
im Ort daneben schon zweimal so viel,
300.000 in der nächsten Großstadt
und bald vier Millionen in Berlin.“

(aus „80 Millionen“ von Max Giesinger)

Meine Vision ist es, mit meinen Fähigkeiten und Talenten einen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten, dass wir die Welt zu einem besseren Platz gemacht haben werden – mehr Gerechtigkeit, mehr Achtsamkeit unter uns Menschen und gegenüber den Ressourcen, die wir verwenden, weniger Kriege und so einiges mehr. Vor allen Dingen möchte ich es noch erleben, dass wir das geschafft haben – wir sollten also in meiner Vorstellung dahingehend in den kommenden Jahrzehnten schon einiges gewuppt haben :-).

Das Megaziel Weltrettung: Wie wird es greifbar?

Das ist natürlich ein hehres, ein großes, eine Megaziel. Die Weltrettung? Wie kann das gehen? Wie kann die Weltrettung zu einem messbaren Ziel werden, wie kann sie in greifbare Nähe rücken. Nun: Seitdem ich von einer bestimmten Zahl weiß, bin ich mir sehr sicher, dass wir es schaffen können. Ich habe davon in dem sehr lesenswerten Buch „Die Glücks-Ökonomie – Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub erfahren. Es geht um die „magischen fünf Prozent“. Ich zitiere die beiden Autorinnen:

Noch nie in der Geschichte haben sich so viele Menschen für Menschenrechte, Gerechtigkeit und den Schutz des Planeten eingesetzt. Fünf Prozent eines tierischen Schwarms reichen aus, um diesen in eine andere Richtung zu treiben, hat der Verhaltensbiologe Jens Krause festgestellt. Fünf Prozent Entschlossene genügen auch, um eine ganze Gesellschaft umzuorientieren.“1)Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.

Fünf Prozent: Mengenlehre meets Weltrettung

Fünf Prozent also, Max Giesingers wunderschöner Song handelt von einer Frau, die ihn aus 80 Millionen Menschen, die wir in Deutschland leben, gefunden hat. Er hat schon ganz recht, dass der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach die die Möglichkeit, diesen einen Menschen zu finden, wirklich äußerst gering ist.2)Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-) Doch fünf Prozent, das ist ja wirklich eine überschaubare Größe, wenn wir davon absehen, dass alle sich dann mal auf ein Zielgemenge einigen müssten ;-). Zoomen wir uns langsam ran:

  • Fünf Prozent von acht Milliarden Menschen, die auf unserem wunderschönen Planeten Erde leben, das sind 400 Millionen. Es müssten also ungefähr die Hälfte der EU-Einwohner*innen (ca. 750 Millionen Menschen) nicht nur davon überzeugt sein, sondern auch dafür zu 100 Prozent für eine bessere Welt einstehen. Das klingt ja sehr ernüchternd – und vor allen Dingen so wenig greifbar :-(
  • Blicken wir mal auf Deutschland: Hier leben ungefähr 80 Millionen Menschen, wie Max Giesinger so schön singt. Hier müssten wir also 4 Millionen Menschen überzeugen – das sind so viele Menschen, wie in Berlin leben. Also: ganz Berlin müsste  sich dafür mit ganzer Leidenschaft auf den Weg machen. Das klingt auch noch etwas unrealistisch.
  • Ich selbst lebe in Hannover – gemeinsam mit insgesamt ungefähr 500.000 weiteren Menschen. Hier müssten also 25.000 Menschen vollends für die Weltrettung einstehen. Das klingt immer noch sehr utopisch. Wenn ich mich aber daran erinnere, dass Anfang April 2016  immerhin ungefähr 90.000 Menschen hier in Hannover auf die Straße gingen sind, weil sie gegen TTIP sind, dann wird die Zahl langsam greifbar. Okay, es waren Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Dennoch…
  • Ich habe studiert in Lüneburg, einem schnuckeligen kleinen Studentenstädtchen mit 60.000 Einwohnern. Hier wären es 3.000 Menschen, die zu überzeugen wären. Wenn ich daran denke, dass ich mich gerade in einer Coaching-Community, dem Human Trust initiiert von Andrea und Veit Lindau, bewege, der sich über 7.000 Menschen zugehörig fühlen, dann habe ich langsam ein Gefühl von Machbarkeit :-), zumal es ja noch weitere Bewegungen und Gemeinschaften gibt, die ähnlich unterwegs sind.
  • Jetzt komme ich zur kleinsten Einheit, die ich betrachten mag., und die hat wiederum mit dem dem Song von Max Giesinger zu tun. Denn ich bin tatsächlich in einem 1000-Seelen- Dorf aufgewachsen: in  Hahausen am Harzrand. In Hahausen, vielleicht auch in meinem Kiez bei mir ums Eck, der 1.000 zählen könnte, in meinem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis (wenn ich an all die Initiativen denke, in denen ich mich bewege), wären es rund 50 Menschen, die wirklich für die Weltrettung zu entflammen wären. Spätestens bei dieser Zahl habe ich das Gefühl, dass wir es wirklich packen können.

Wie ein Virus: Weltrettung ist möglich – Spread the word! Und: schmeißt eine Weltrettungsparty :-)

Stell Dir vor auch Du fängst an, diese Zahl weiter zu wispern. „Du, ich hab da gehört, wenn wir uns alle zusammen, dann könnten wir unseren  kollektiver Traum davon, die Welt zu einem besseren Platz zu machen, Wirklichkeit werden lassen.“ Schau Dich mal in Deinem Freundeskreis um: 50 Menschen, die von einer besseren Welt träumen, die findest Du doch sicherlich. Wie wäre es, wenn Du 50 Menschen zu einer Weltrettungsparty einlädst und Ihr Euch feiernd darauf einstimmt, dass Ihr bald gemeinsam was ganz Großes schaffen werdet?

Doch halt, nicht so schnell, wir realistisch ist das überhaupt, ist es überhaupt unser kollektiver Traum, die Welt zu einem besseren Platz zu machen – und wenn ja: was wäre dann das „Wahlprogramm zur Weltrettung“?

Gibt es wirklich einen kollektiven Traum zur Weltrettung?
Es gibt sogar beachtenswerte Studien, die das bestätigen. Eine repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge wünschen sich nahezu 80 Prozent aller Menschen hier in Deutschland eine neue Wirtschaftsordnung – eine Wirtschaftsordnung, die fairer und gerechter ist und die ressourcenschonender agiert. Dafür sind die Menschen sogar bereit, auf Einkommen zu verzichten. Das ist ihnen nämlich gar nicht am wichtigsten.3)http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung Interessant, oder?

Lassen wir darüber hinaus mal die Menschen direkt sprechen. Ich habe bereits die Community „human trust“ rund um Veit und Andrea Lindau angeführt. Dort waren in einem der Tagesimpulse die Mitglieder gefragt, über das Glück zu reflektieren, eine der Fragestellungen war auch, was die Menschen denn derzeit unglücklich mache. Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 900 Menschen. Zwei Drittel davon waren unglücklich mit der Lage der Welt: Wie wir die Umwelt zerstören, wie der Kapitalismus Ungleichheiten schafft, wie wir 1 Milliarde Menschen in der Welt hungern lassen, obwohl doch genügend Nahrung für alle da wäre. Spricht das nicht eine deutliche Sprache?

Offenbar ist es tatsächlich so, dass viele von uns sich eine Alternative wünschen, ihnen die Thematik aber zu komplex erscheint. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen, stehen vor einem riesigen Berg, denken, dass ihr eigenes Handeln sowieso nichts bewirken kann, fühlen sich gelähmt – und lassen deshalb alles so, wie es ist. Doch wenn es so vielen von uns so geht, dass wir uns eine bessere Welt wünschen und uns die aktuelle Lage der Dinge so unglücklich macht, warum belassen wir es denn dabei und suchen nicht anstatt dessen nach einer Lösung, wie wir das wirklich packen können.

Aufbruchsstimmung: Lass uns geh´n!

Mich stimmt sehr optimistisch, dass dies schon an vielen Orten, in vielen Bewegungen passiert. Es ist Aufbruchsstimmung – von Persönlichkeitsentwicklungs-Communites über Ernährungsbewegungen bis hin zu den Transition Towns oder auch Bewegungen zur Solidarischen Ökonomie und Gemeinwohl-Ökonomie wie auch der Umweltbewegung. In einem späteren Blogbeitrag werde ich dezidierter darauf eingehen und eine Kartographie des Wandels skizzieren.
Als, wenn es denn so einfach wäre: Wie schaut das Wahlprogramm zur Weltrettung aus?

Wir können also wohl festhalten, dass sich eine überwiegend Mehrheit eine bessere Welt wünscht – nur würden wir uns überhaupt auf ein gemeinsames „Wahlprogramm zur Weltrettung“ einigen können? Ich habe da schon eine Idee, sie hat mit den globalen Nachhaltigkeitszielen zu tun, die im Herbst 2015 von den Vereinten Nationen willkommen geheißen wurden. Aber das schildere ich Dir einmal in einem der kommenden Blogartikel :-).

 

Jetzt freue ich mich, wenn Dich mein Artikel inspiriert hat, wenn Du Überlegungen dazu hast oder auch Fragen, hinterlasse gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße zu Dir – in Aufbruchsstimmung,

Steffi.

 

References   [ + ]

1. Damit beziehen sich Annette Jensen und Ute Scheub auf Aussagen in Richard David Prechts  Buch: „Die Kunst kein Egoist zu sein“, in dem im Kapitel „Die Moral der Horde“ (Seite 222 ff.) genau auf dieses Phänomen und die Beoachtungen von Jens Krause ausführlich eingeht.
2. Ich war noch nie Mathefan, von daher werde ich erst gar nicht versuchen, das zu errechnen ;-). Nur so viel: Zu Max Song selbst meine ich nur, dass er zwar ganz fantastisch ist, aber dass dieser Sache mit der einen großen Liebe – nun ja – vielleicht einfach ein wenig vom eigenen Radar abhängt ob man sie denn findet. Es gibt da durchaus auch andere Meinungen ;-). Als ich in Studienjahren mal ein wenig Liebeskummer hatte, besuchte ich mit einem engen Freund ein Stadionkonzert. Um mich aufzumuntern, versuchte er es mit den Gedanken: „Steffi, stell Dir vor, das ganze große Stadion wartet hier auf Dich. Nun ja, ich denke mal schätzungsweise die Hälfte, wenn Du für Dich festgelegt hast, nur heterosexuell zu sein.“ Damals fand ich das so gar nicht lustig, heute kann ich schon sehr darüber schmunzeln… :-
3. http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung

Let´s go, 2016! Übungsmatte für einen gelingenden Wandel – in Dir und für die Welt

Vor allem in den vergangenen drei Jahren spüre ich immer deutlicher:
Da bricht was auf!
Die Zeit ist reif für den Wandel!

Abflug / Flugschirme der Pustblume beim Start :)

Fotografie: © Doris Oberfrank-List @ fotolia.de

Ich mag das so wahrnehmen, weil auch ich mich vor knapp drei Jahren dazu bekannt habe, Teil einer Nachhaltigkeits-Bewegung zu sein, die für ein neues System einsteht, das unser aller Ressourcen in bessere Balance bringt. Damals, im Frühjahr 2013, gab ich auf der KarmaKonsum-Konferenz einen Workshop, in dem ich einzig einem heiligen Wunsch zum Ausdruck brachte: „Lass mich Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung sein!“ – relativ „blauäugig“ und ohne um die diversen alternativen ökonomischen Ansätze zu wissen, die vor allem in den letzten 5-10 Jahren entwickelt wurden. Natürlich ist damit ein Stein ins Rollen gekommen; ich lernte immer mehr Gleichgesinnte kennen. Es ist schon sehr beeindruckend, wie vielen Menschen ich in den vergangenen Jahren begegnet bin, die sich eine ganz andere Welt wünschen, als die, die wir uns geschaffen haben. Manche sind zu Aktivist*innen des Wandels geworden (in Fachsprech: „Change-Maker“) – oder wir haben in diesem Kontext zusammen gearbeitet, manche sehnen sich noch still nach dem Wandel.

Große Zahlen, die ein Gefühl bestätigen

Dass der Großteil der Menschen hier in Deutschland (und vermutlich an vielen weiteren Orten auf dieser Welt) sich eine andere (Wirtschafts-)Welt wünscht, ist übrigens nicht nur mein Gefühl allein. So einige – sogar repräsentative – Studien bestätigen: „Fast 90 Prozent fordern … eine neue Wirtschaftsordnung, in der der Umweltschutz einen höheren Stellenwert hat als bisher und die den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft  anstrebt.“1) Das ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zu einer repräsentativen Studie, die sie im Jahr 2010 zum Thema in Auftrag gegeben hatte. Weiteres dazu beim Klick auf diesen Link. Auf diese Quelle hat mich und viele andere Menschen übrigens Christian Felber in seinem Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ aufmerksam gemacht; er führt sie in der Einleitung des Buches an.  

Zeitgeist: Aufbruch und die Sehnsucht nach dem Sinn

Diesen Zahlen und diesem Gefühl entsprechen auch weitere Beobachtungen und Fakten. Hier nur einige Beispiele:

  • 250.000 Menschen gingen am 10.10.2015 in Berlin gegen TTIP und Campact auf die Straße. Aufgerufen hatten dazu diverse zivilgesellschaftliche Organisationen von Gewerkschaften bis hin über Umweltschutzverbänden, die sich in einem Bündnis zusammengeschlossen hatten.2)http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-demonstration-in-berlin-stellt-teilnehmerrekord-auf-a-1057187.html
  • Aus der Idee der Gemeinwohl-Ökonomie, initiiert von einer Handvoll engagierter österreichischer Unternehmer*innen rund um den Autoren und Aktivisten Christian Felber, ist binnen fünf Jahren eine internationale Bewegung geworden, die in über 20 Ländern Regionalgruppen beheimatet und knapp 9.000 Unterstützer*innen zählt. 3)Genauere Zahlen hier: https://www.ecogood.org/was-ist-die-gemeinwohl-oekonomie Ist das nicht wunderbar?
  • Einige – ich nenne sie mal – spirituelle Wegbegleiter*innen spinnen Gemeinschaftsnetze um ihr Lehrpraxis herum – etwa Thomas Hübl mit Retreats und Sommercamps oder Jwala und Karl Gamper mit der „Vision von NeuLand“ oder auch Andrea und Veit Lindau mit der Coaching-Community Human Trust. Dort geht es nicht nur um persönliches Wachstum und individuellen Erfolg; er wird als Teil eines größeren Ganzen begriffen. Auch hier geht es um den Wandel der Gesellschaft und diese Welt insgesamt gerechter, achtsamer und liebevoller zu gestalten.

Das sind wie gesagt nur einige Beispiele (mir sind noch viele weitere bekannt: Transition Town Initiativen, Solidarische Ökonomie, Solidarische Landwirtschaft, Ouishare, degrowth-Bewegung, Postwachstums-Ökonomie, Schenk-Ökonomie, …).

Damit der Wandel gelingt 1: Die magischen fünf Prozent 

Sehen wir einmal von der Tatsache ab, dass sich erfahrungsgemäß einige Menschen in mehreren Initiativen gleichzeitig engagieren, ist es also Summa summarum ganz erstaunlich, wie viele Menschen bereits „in Bewegung“ sind. Ich finde diese Zahlen auch deshalb so ermutigend, weil der Schwarmforscher Jens Krause herausgefunden hat, dass fünf Prozent einer Gesellschaft genügen, „um eine ganz Gesellschaft umzuorientieren.“4)Jensen / Scheub (2014): Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben.“, S. 304

Allerdings passiert ein gebündeltes Miteinander, wie sich dies beispielsweise im Rahmen des Aktionsbündnisses gegen TTIP gebildet hat, eher zufällig. So diese ist diese „Masse“, die schon in Bewegung ist, gar nicht richtig sichtbar. Lasst uns also miteinander systematische Bündnisse schließen und uns gegenseitig stärken! Hier gibt es kein Besser oder Schlechter und erst Recht kein Gegeneinander, keinen Kampf. Die Zeit der Protestsongs und des Klein-Klein-Hick-Hacks der Bewegungs-Initiativen untereinander ist vorbei: Wenn „WIR“ uns verbinden, dann gelingt der Wandel!

Damit der Wandel gelingt 2: Impulse auf vielen Ebenen

Die magischen fünf Prozent: Natürlich ist es dabei nicht egal, welche fünf Prozent aktiv werden. Das soziologische Modell der Multi-Level-Perspectives nach Frank Geels5) Einen guten Überblick über das Modell liefert dieses Skript: http://gedankenstrich.org/wp-content/uploads/2014/11/Kurze-Einf%C3%BChrung-in-die-Multi-Level-Perspective.pdf skizziert, dass es Impulse und Bündnispartner*innen auf allen Ebenen – in der Nische wie auch im „Regime, der existierenden Gesellschaftsordnung“ braucht, um den Wandel möglich zu machen. Wenn der Zeitgeist und aktuellen Ereignisse (die „Landkarte“) dann ebenfalls im Wandelsinn getaktet sind, dann geht die Party ab ;-). 

Multi-Level-Perspectives-Modell

Modell der Multi-Level-Perspectives nach Frank Geels

Mein persönlicher „Wandel-Mix“ für Hannover und die Welt

Doch um einen Wandel in der Tiefe zu erreichen, braucht es nicht nur Aktionismus im Äußeren: Wer für den Systemwandel wirkt, braucht auch für sich selbst eine gute Balance, eine Zentriertheit und Klarheit. Wir gehen voran und verkörpern selbst schon in allen Dimensionen den Wandel, für den wir einstehen.

GWÖ-Traum

Das Bild zeigt eine Collage unserer Vision für die Gemeinwohl-Ökonomie in Hannover, das im Juli 2015 für eine Präsentation im Hodlersaal im Neune Rathaus entstanden ist.

Ich selbst habe einen persönlichen Wandel-Mix gefunden, der für mich sowohl sinnerfüllend ist als auch mich selbst stärkt, mir Kraft gibt und mich beflügelt.
Meine Vision ist es, meine Gaben und Talente (als Autorin, Netzwerkerin, „Regisseurin“ und Dozentin) dafür einzusetzen, einen entscheidenden Beitrag dafür zu leisten, dass wir die magischen fünf Prozent erreichen und der Wandel gelingt. Dazu bin ich auf verschiedenen Ebenen tätig:

  • Seit September 2014 engagiere ich mich für die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und habe hier in Hannover eine Regionalgruppe aufgebaut, die sich gerade in den letzten Monaten eines guten Zulaufs erfreut und von vielen Kooperationspartner*innen feines Feedback bekommt. Außerdem wirke ich mit im Vorstand des Wiener Gründungsvereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie und habe so auch die Möglichkeit, strategische Weichen mit zu stellen.
  • Darüber hinaus engagiere ich mich in der deutschen Transition Bewegung, im Kokreis, dem Entscheidungsgremium des deutschen Transition Netzwerkes, und habe u.a. ein Konzept für das REconomy-Projekt zur Relokalisierung der Wirtschaft entwickelt. Für beide Bewegungen werde ich mich auch in diesem Jahr weiter engagieren.
  • Natürlich wird auch im November diesen Jahres der LeineHeldenJam wieder stattfinden, dessen Co-Initiatorin und Teamleiterin ich bin. Da kündigt sich schon einiges Tolles an, wie wir den Jam weiter entwickeln werden.
  • Ich hoffe, dass sich Anfang 2016 zwei entscheidende berufliche Weichen stellen werden, um in diese Arbeit richtig viel Kraft geben zu dürfen. Bitte drückt mir mal die Daumen :-)!
  • Eines der Herzstücke meiner Arbeit in diesem Jahr wird außerdem ein Publikationsprojekt sein, das ebenfalls das Thema „Gelingender Welten-Wandel“ behandeln wird. Ihr dürft gespannt sein :-)!
  • Vor allem aber: Tägliche Übungsmatte im Human Trust: Bei allen diesen tollen Projekten ist es mir aber genauso wichtig, mich selbst zu stärken und für meine eigene Kraft, für mein Wohlergehen, meine Balance, meine Zufriedenheit, meine Freude, mein Glück zu sorgen. Dafür habe ich vor zwei Jahren den Human Trust (vormals: Living Master Club) für mich entdeckt, mein „integrales Fitness-Studio“, das mich immer wieder auf den Teppich, meine tägliche Übungsmatte holt und mich dabei unterstützt, alle Lebensbereiche im Blick zu halten und in Balance zu bringen. Wie Ihr lesen könnt, habe ich mir so einiges vorgenommen. Der Human Trust unterstützt mich dabei, hilft mir, den Fokus zu finden, die Kraft zu sammeln, die Gelassenheit zu bewahren – und all das mit ganz viel Freude zu tun.
    Als Teamleaderin für Hannover, die ich jetzt im Human Trust zweiten Jahr bin – gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Teamleader, erhalte ich außerdem so einige Werkzeuge, die ich für meine Arbeit in all den genannten Projekten sehr gut gebrauchen kann. Gleichzeitig werde ich auch in diesem Jahr wieder eine Lokalgruppe hier in Hannover anbieten mit monatlichen Treffen. Ich wünsche mir eine Gruppe, die sich gegenseitig stärkt und in der auch Menschen finden, die mir für meine Vorhaben Kraft geben. Wenn auch Du in 2016 viel vorhast, kann auch für Dich der Human Trust eine gute „Tankstelle“ sein. Vielleicht ist ja auch meine Lokalgruppe in Hannover etwas für Dich – Termine etc. gibt es in Kürze. Informiere Dich gerne in Ruhe über den Human Trust – und maile mich gerne an, wenn noch Fragen offen sind (info@ars-scribendi.com – wenn Du Dich übrigens über die hier angeführten Links zu Human Trust anmeldest, bekomme ich eine „Provision“).

In jedem Fall wünsche ich Dir ein lichtvolles, fantastisches 2016, das Du zu einem guten Jahr für Dich machst <3. Und ich wünsche Dir, das Du von Menschen umgeben bist, die Dich in all dem, was Du vorhast, stärken und stützen. Gemeinsam können wir so viel erreichen – denn es ist so viel mehr möglich, als wir glauben. Daran glaube ich. Ganz fest.

References   [ + ]

1.  Das ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zu einer repräsentativen Studie, die sie im Jahr 2010 zum Thema in Auftrag gegeben hatte. Weiteres dazu beim Klick auf diesen Link. Auf diese Quelle hat mich und viele andere Menschen übrigens Christian Felber in seinem Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ aufmerksam gemacht; er führt sie in der Einleitung des Buches an. 
2. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ttip-demonstration-in-berlin-stellt-teilnehmerrekord-auf-a-1057187.html
3. Genauere Zahlen hier: https://www.ecogood.org/was-ist-die-gemeinwohl-oekonomie
4. Jensen / Scheub (2014): Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben.“, S. 304
5. Einen guten Überblick über das Modell liefert dieses Skript: http://gedankenstrich.org/wp-content/uploads/2014/11/Kurze-Einf%C3%BChrung-in-die-Multi-Level-Perspective.pdf