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„Das Grundeinkommen ist ein Kulturimpuls für ein vertrauensvolles Miteinander“

Susanne frisch gewa%08hlt mit unserm Rettungsschirm (1)

Interview mit Susanne Wiest, der Bundesvorsitzenden der neu gegründeten Partei „Bündnis Grundeinkommen“, die sich für die Wahl in den Deutschen Bundestag bewirbt

Zum Ende des Jahres 2008 startete die Tagesmutter Susanne Wiest eine Petition zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ an den Deutschen Bundestag. Der Hintergrund: Ihr spärliches Einkommen war aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen nochmals dezimiert worden, so dass sie davon immer weniger leben konnte. Wiests Online-Petition erzeugte eine fulminante Resonanz: Die Server des Bundestages brachen zusammen, über 50.000 Menschen stimmten innerhalb weniger Tage für die Petition. Eine Überraschung auch für Susanne Wiest, die bisher genauso wenig mit dem Internet am Hut hatte wie auch damit, sich politisch zu involvieren. Schließlich konnte sie ihr Anliegen im November 2010 persönlich im Deutschen Bundestag vortragen. Ihr Thema zog weite Kreise: Erst im Jahr 2013 wurde der Vorgang abgeschlossen mit der Empfehlung des Petitionsausschusses an den Bundestag, die Petition abzulehnen.

Doch Susanne Wiests Engagement für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ging beharrlich weiter – mit einer wachsenden Anzahl an weiteren Aktivist*innen. Jetzt hat sich im Herbst 2016 die neue Partei „Bündnis Grundeinkommen“ aus der deutschen Bewegung zum Grundeinkommen gegründet, die sich dafür stark macht, auf die Wahlzettel zur Bundestagswahl zu gelangen, damit das Bedingungslose Grundeinkommen für alle wählbar wird . Susanne Wiest wurde zur Bundesvorsitzenden dieser Partei gewählt und steht auf Listenplatz 1 der Landesliste für Mecklenburg-Vorpommern.

 Wie bist Du auf die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam geworden und was fasziniert Dich daran? 

Vor ungefähr zehn Jahren bin ich zufällig im Internet auf eine goldene Karte gestoßen, die mir die Frage stellte, „Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?“. Ich reagierte empört, wer sorgt denn für mein Einkommen? Das ist doch der Stress meines Lebens. Ich liebte meine Arbeit als Tagesmutter, musste mir aber ständig Sorgen darum machen, dass mein Einkommen für den Lebensunterhalt ausreicht. Auch die Familien der Kinder, die ich betreute, verdienten oft zu wenig, so dass ich für die Betreuung nur geringe Summen nehmen konnte. Ein Teufelskreis. Erbost drehte ich also die Karte um und stieß auf die Website der Schweizer Initiative Grundeinkommen. Mir wurde sofort klar, das ist endlich eine kluge, zukunftsweisende Antwort auf die Probleme unserer heutigen Zeit. Die bisherige Antwort aus der Politik auf diese Problematik war stets gewesen, dass wir wieder Vollbeschäftigung erreichen müssen, dabei ist doch klar, dass unsere Entwicklung genau gegenläufig ist. Immer mehr Arbeit wird von Maschinen gemacht.

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens überzeugte mich also sofort. Das war Liebe auf den ersten Blick.

Du beschäftigst Dich jetzt also seit zehn Jahren mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen – wie hat sich Dein Verständnis dieses Konzepts im Laufe der Jahre verfeinert und verändert? 

Je mehr ich mich mit dem Grundeinkommen beschäftigt habe, desto klarer wurde mir: Das Grundeinkommen ist ein Kulturimpuls. Es geht um weit mehr als einen ausgezahlten Geldbetrag, den jeder Mensch in unserem Land monatlich zur Verfügung hat. Das Grundeinkommen wirft die Frage auf „Wie wollen wir zusammen leben ?“. In einer Kultur der Kontrolle, des Misstrauens und der Bevormundung oder lieber in einem Klima von gegenseitigem Vertrauen, Zutrauen und Ermöglichung.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Grundeinkommen hat sich auch mein Arbeitsbegriff geweitet. Arbeit ist für mich nicht mehr nur sozialversicherungspflichtige Erwerbsarbeit – Arbeit ist viel mehr: Arbeit ist Leben.  Arbeit ist eine steile Treppe hoch zu gehen, gesund zu werden, ein Kind zu gebären und beim Aufwachsen begleiten. Arbeit ist ehrenamtlicher Fußballtrainer zu sein oder Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Es gibt so viel Arbeit, wie es Menschen gibt. Das meiste wird aber nicht bezahlt. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen ziehen wir unserer Gesellschaft einen Boden ein, der alle trägt: es ermöglicht selbstbestimmte Arbeit an gesellschaftlich oder persönlich wichtigen Themen.

Rund um das Jahr 2011/2012 galt die Piratenpartei als Hoffnungsträger, und ihr gelang es in vier Landesparlamente einzuziehen. Doch der Boom verpuffte. Was haben die Piraten falsch gemacht und was wird das Bündnis Grundeinkommen daraus lernen, und es anders machen?

Die Piraten sind auch als monothematische Partei gestartet mit dem Thema der Digitalisierung und ihren Konsequenzen und Möglichkeiten für unser Land und für den politischen Alltag. In diesem Feld, das Angela Merkel als Neuland bezeichnete, waren die Piraten stark. Meiner Meinung nach sind sie dann leider dem Ruf nach einem Vollprogramm auf den Leim gegangen. In meinen Augen ein Fehler, der uns nicht passieren wird. Bündnis Grundeinkommen wird eine Ein-Themen-Partei bleiben. Das ist in unserer Satzung fest verankert. Unser Anliegen ist die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens. Das ist ein so umfassendes Thema, dass es in nahezu alle politischen Bereiche greift und auch unsere gesellschaftliche Grundhaltung verändert. Deswegen werden wir alle Debatten mit dem Blick auf dieses Thema führen und auch unser Abstimmungsverhalten dahingehend ausrichten. Ist das Bedingungslose Grundeinkommen eingeführt, löst sich Bündnis Grundeinkommen wieder auf.

Du hast es eben angesprochen: Das Bündnis Grundeinkommen ist eine monothematische Partei. Wie werdet Ihr dann mit anderen Themen, mit dem vollen Programm umgehen, das Euch zweifelsohne im Bundestag erwarten wird?

Wie schon gesagt, werden wir all unser Agieren auf das Thema Grundeinkommen beziehen.

Wir gehen Schritt für Schritt. Mit aller Kraft arbeiten wir gerade jetzt daran wählbar zu werden. Dafür ist es erforderlich bundesweit 27 678 Unterstützungsunterschriften für die Wahlzulassung von Bündnis Grundeinkommen zu sammeln. Ist das geschafft, steht das Bedingungslose Grundeinkommen – BGE- auf allen Wahlzetteln und ist bundesweit wählbar. Das ist ein erster Meilenstein und ein großer Erfolg.

Eines der größten Fragezeichen hinsichtlich des Bedingungslosen Grundeinkommens ist seine Finanzierbarkeit. Was ist Deine Antwort darauf?

Über bedingte Einkommen verfügen heute nahezu alle BundesbürgerInnen. Das Geld ist also da.

Das was jede und jeder von uns sowieso zum Leben braucht, gewähren wir uns mit dem Grundeinkommen in Zukunft bedingungslos. In erster Linie ist dazu eine Umwidmung nötig: Von der Bedingtheit bestehender Einkommen, hin zur Bedingungslosigkeit.  Wie das konkret aussehen kann, dazu gibt es schon viele Überlegungen, Modelle und Berechnungen. Es ist eines unserer Vorhaben im Bundestag diese Fragen im Rahmen einer Enquete Kommission zu bewegen. Aber wie gesagt, momentan sammeln wir die erforderlichen Unterschriften für die Wahlzulassung von Bündnis Grundeinkommen und wir freuen uns dabei über jede Unterstützung.

Vielen Dank für das freundliche Gespräch!

 

Dieses Interview wird parallel zu einem Plädoyer für das Bedingungslose Grundeinkommen im Online-Magazin compassioner veröffentlicht – hier zu lesen:

Bedingungsloses Grundeinkommen – ein neues gesellschaftliches Betriebssystem
Die Artikel enthält auch zahlreiche weitere Links

Website der Partei „Bündnis Grundeinkommen“

Das Feuer, in dem ich grad stehe – oder: Ich als Werkzeug…

feuer

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Part 11
inspiriert von Veit Lindaus Artikel: „In Deinem Feuer stehen – Ostern ganz persönlich nehmen“

Ostern – Zeit des Frühlingserwachens. Die Zeit, in der das alte Jahr sich endgültig verabschiedet, der letzte Schnee vergeht. Zeit, in der Neues entsteht. Bäume und Blumen erblühen, frischer Wind weht uns um die Nase. Sowohl in der Natur und in früheren heidnischen Ritualen, als man mit Osterfeuern die Wintergeister restlos vertrieb, als auch in der christlichen Mystik ist das Osterfest das Fest der Auferstehung, der endgültige Sieg des frischen Frühlings über den Winter. Ein Symbol der Hoffnung.

Ostern persönlich nehmen. Wo stehe ich gerade im Feuer? 

Für mich im Feuer stehen…

… das heißt, für mich selbst einzustehen, mich selbst wichtig zu nehmen. Gerade beginne ich eine integrale Lebenspraxis für mich zu etablieren. (Fast) zum ersten Mal in meinem Leben tue ich etwas nur für mich, für meinen Körper, für mein Wohlsein. Ich tue das nicht, um eine Leistung zu erfüllen, irgendwo zu glänzen, die Beste zu sein, abzuliefern. Ich tu es das wirklich allein für mich.

… heißt auch für meine eigenen Anliegen einzustehen. Seit Jahren rede ich davon, dass ich endlich MEIN Buch schreiben will. Ich spüre sehr deutlich, dass ich etwas Besonderes zu sagen habe, es mit der Welt zu teilen haben.

… bedeutet dabei auch zu zweifeln. Ist das wirklich etwas Besonderes, das ich zu sagen habe? Oder ist es persönliche Eitelkeit? Ist das eines von Millionen von Bücher im Büchermeer? Ist es ein Egotripp? Ist „mein Vers, den ich zum Lebenslied beitragen kann“, wirklich wertvoll?

… bedeutet auch, mir meinen Wert dafür einzugestehen. Ich liebe es zu schreiben. Allein schreiben zu dürfen ist für mich ein Geschenk. Doch wenn ich das so sehr liebe, dann heißt das auch für mich fündig zu sein und Modelle und Wege zu finden, die es mir ermöglichen, davon zu leben.

… heißt auch, mich finden zu lassen.  Ich schreibe, bin ganz da, gehe voll dafür, und es wird sich fügen. Es wird sich zeigen, ob ich wirklich so gemeint bin. Wenn ich wirklich dafür im Feuer stehe.

In diesem Jahr heißt das „Im-Feuer-stehen“ für mich auch noch etwas Weiteres:

Ich stehe gemeinsam mit weiteren Menschen im Feuer für ein gemeinsames Anliegen. Unser Anliegen, das wir gerade für eine weitaus größere Gruppe von Menschen formen – für etwa 600 Menschen, alle Menschen der Menschenlehrer-Ausbildung, zumindest alle, die Lust darauf haben, sich daran zu beteiligen. Ein großer Auftrag, eine große Verantwortung, eine Hüteraufgabe. Als Ich-Wir vor einigen Wochen ganz überraschend den Auftrag dafür bekamen (oder Ich-Wir uns des Auftrags annahmen), ein gemeinsames Anliegen zu formen, erfüllte mich das mit ziemlichem Respekt. Langsam wird etwas sichtbar, der Weg dahin ist bisher leicht, schön und konstruktiv.

Im Nachhören des ersten Ausbildungsabschnitts wird immer klarer, wie zentral dieses Finden des gemeinsamen Anliegens ist. Es zieht sich wie ein Mantra durch die bisherigen Lektionen. Fast mystisch ist auch, dass wir in der Anliegen-Gruppe das Bild eines Baums fanden, der für uns das gemeinsame Anliegen in all seinen Potenzialen verkörpert. Mir war gar nicht (mehr) bewusst, dass die Abschluss-Meditation des ersten Moduls die Geschichte eines Baums erzählt, der in Fesseln liegt, beschnitten ist und dann befreit wird, wieder Zutrauen zu sich selbst gewinnt und sich dann entfaltet. Wie wundersam!

Wunderschön und berührend auch die Menschen, die Anfang März in Hamburg ihre Einzel-Anliegen auf die Bühne brachten. Ich habe daraufhin nochmal selbst die Medition nachempfunden. Mein Wort, das kam, war GEBORGENHEIT. Meine tiefste Sehnsucht in dieser Ausbildung ist es, mir selbst und allen Menschen um mich herum Geborgenheit zu schenken, die bedingungslose Sicherheit, so geliebt zu sein, wie er oder sie gemeint ist. Ich möchte das Gefühl schenken, dass jeder Mensch um mich herum wertvoll ist, dass wir alle miteinander groß und wundervoll sind. 

Jetzt bete ich dafür,

… dass wir es schaffen, wirklich das gemeinsame Anliegen zu finden und es so zu transportieren, dass es möglichst viele Menschenlehrer*innen motiviert und inspiriert, aus diesem Anliegen etwas zu machen

… dass wir es wirklich schaffen, unsere Egos zurückzunehmen, um das Anliegen durch uns hindurch agieren zu lassen

… dass wir dieses Wunder geschehen lassen.

Und so ist mein „Im-Feuer-stehen“ beides: ich stehe für mich selbst im Feuer und ich stehe gemeinsam mit anderen im Feuer für ein Anliegen – und hoffentlich in beiden Fällen so, dass etwas durch mich-uns hindurchwirken kann.

Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Monate und darauf, was ich am Ende des Jahr 2018 zu erzählen haben werde.

kurs-in-wundern

Das letzte Kapitel meines ersten Menschenlehrer-Buchs – Ein Tag am Ende des Jahres 2018

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Part 11

einstein

Es ist Samstag, der 08. Dezember 2018 – ein schöner Tag, um dieses ganz besondere Jahr zu feiern. Wir surfen und tanzen zusammen durchs Welt-All in einer Location, die sich Welt-All nennt. Zwei ganz besondere Jahre liegen hinter mir, hinter uns. Gemeinsam konnten wir Geschichte schreiben, haben die Saat für „Neue Sternstunden der Menschheit – Die innere Reise“ mit gelegt. Vor Jahrhunderten entdeckten etwa Christopher Kolombus, Vasco da Gama, Marco Polo und Alexander von Humboldt neue geographische Terrains. Wir gingen auf Bewusstseinsreise, aktivierten neue Areale unseres Seins, eroberten ins uns schlafende Potenziale. Erwachten. Entdeckten neue Bewusstseinsräume. Albert Einstein sagte:

„Kein Problem kann auf der Bewusstseinsebene gelöst werden,
die es geschaffen hat.“

Deshalb sind wir aufgebrochen, um uns neue Dimensionen zu erschließen. Denn wir alle sahen und sehen die Herausforderungen und Probleme, die wir uns selbst geschaffen hatten: ein kollektives Burnout auf vielen Ebenen. Eine erschöpfte Welt. Erschöpfte Menschen. Kriege im Innen und Außen. Ungerechtigkeiten. Ellenbogen. Wir hatten die Ahnung, dass es besser anders geht und machten uns auf. Wir sind ein lebendiges Experiment, entdeckten Räume der Stille inmitten des lauten Lärm um Alles und Nichts, kultivierten die Lust auf ein neues Bewusstsein, das die Balance von Innen und Außen lebt und deswegen die Bestätigung und Status im Außen nicht mehr so nötig hat, freundeten uns an mit unseren Schatten und konnten deshalb immer besser Frieden schließen, mit uns selbst und anderen.

Wir. Heute feiern wir. Ahnend, dass wir unsere neue Menschen-Möglichkeit wahr machen können. Wir haben es in der Hand. Weil wir uns der Schätze unserer Vergangenheit erinnert haben und sie jetzt integrieren können. Wir haben uns als gute Schüler erwiesen und sind selbst zu guten Lehrern gereift. Menschenlehrer. Den Tag haben wir mit einer Zeremonie begonnen, jeder von uns präsentierte kurz eines seiner und ihrer Learnings in einer Performance, jede und jeder wurde gefeiert, gebührend gewürdigt, johlend beklatscht oder erntete beührte Stille für ihre oder sein Wahrhaftigkeit. Jede und jeder bekam dann ganz feierlich ihr und sein Zertifikat überreicht. Jetzt tanzen wir ausgelassen, baden in der Musik, geben uns ihr voll und ganz hin, um uns selbst zu feiern, um die Menschheit zu feiern. Das Jahr 2030 kann kommen. Wir sind bereit. Bis dahin werden wir die Welt in Balance gebracht haben. Ein Versprechen, dass wir nun unseren Nachkommen ganz fest geben können.

Und was war, was ist mein Anteil daran?  Ich bin dabei. „Lass mich Teil einer nachhaltigen (Unternehmer-)Bewegung sein, die die Welt zu einem besseren Platz machen.“ In Anlehnung an einen Tocotronic-Song habe ich vor ein paar Jahren diesen Wunsch ausgesprochen. Jetzt ist er wahr geworden. Das ist das größte Geschenk.

Mein Anteil daran ist fast gar nicht so wichtig. Das größte Geschenk ist es, Teil dessen zu sein zu dürfen. Das gibt Glaube – Liebe – Hoffnung. Das Wichtigste: Ich bin voll und ganz wieder Mensch geworden. Ich stehe zu mir. Ich bin wirklich zum Teil der Veränderung geworden, die ich mir für diese Welt wünsche. Ich habe mit meinen Talenten und Kompentenzen meinen Beitrag dazu geleistet, diese Veränderung herbeizuführen.

Ich habe mein Buch geschrieben, dieses das vor Dir liegt, und vermutlich noch ein anderes. (Da ich dies im Frühjahr 2017 schreibe, vermag ich es noch nicht genau zu sagen. Zum jetzigen Zeitpunkt sage ich: Es werden zwei Bücher sein.) Die Bücher habe ich in erster Linie für mich geschrieben, das war mir sehr wichtig. Weil das rauswollte und meinen Veränderungsprozess formte. Mein Spiegel. Schreiben ist mein Ausdrucks- und Bewusstseinswerkzeug.

Gemeinsam mit anderen habe ich außerdem etwas geformt, das anderen Menschen ein Spielfläche bietet, dieses neue Menschsein voller Lust, Leidenschaft, Freude, Trauer und Wahrhaftigkeit auszuprobieren. Das neue Menschsein entwickelt sich langsam zum Kult, zu einer Art Popkultur. Das neue Menschsein greift um sich – und wir konnten es mit initiieren!

Konkreter mag ich heute, am 13. April 2017, noch nicht werden. Doch ich spüre heute, was alles möglich ist in diesen kommenden knapp 20 Monaten. In dieser Zeit lernt ein Neugeborenes gut laufen und fängt dann langsam an zu sprechen, sich zu artikulieren. Und so bin ich voller Vorfreude auf die nächsten Monate, werde voll und ganz dabei sein und mein Bestes geben, auf dass wir es am 08. Dezember 2018 ordentlich krachen lassen – und all das feiern, was wir bis dahin aufgebrochen haben – in uns und anderen, für die Welt in uns und um uns herum. Ich freue mich auch darauf, am frühen Morgen des 08. Dezember 2018 diese Zeilen hier zu lesen und abzugleichen mit der Realität, in der ich dann lebe werde. Ja, ich mache mir gleich ein Erinnermich in meinen Kalender.

So ist dieser 08. Dezember 2018 zwar ein Abschlussfest, eine Feier von uns Menschenlehrern. Doch in ihm liegt ein entscheidender Anfang: Denn nun tragen wir Menschenlehrer all das, was wir in den vergangenen Monaten gelernt haben, immer weiter in diese Welt und leisten einen Beitrag zu ihrer Transformation. Und auch ich wirke daran. Deswegen mag zwar dieses Kapitel vielleicht das Ende meines ersten Menschenlehrer-Buches bedeuten. Doch ich bin mir sicher, die Geschichte wird in weiteren Büchern fortgeschrieben und davon künden, wie wir diese Welt verändern. Also: Machen wir weiter!

Namasté!     

    

Für neue Sternstunden der Menschheit – Die innere Reise

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Teil 5

sternstunden

„Immer müssen Millionen müßige Weltstunden verrinnen,
ehe eine wahrhaft historische, eine Sternstunde der Menschheit in Erscheinung tritt.
Entsteht aber in der Kunst ein Genius, so überdauert er die Zeiten;
ereignet sich eine solche Weltstunde,
so schafft sie Entscheidung für Jahrzehnte und Jahrhunderte.
Wie in der Spitze eines Blitzableiters die Elektrizität der ganzen Atmosphäre,
ist dann eine unermeßliche Fülle von Geschehnissen zusammengedrängt in die engste Spanne von Zeit.
Was ansonsten gemächlich nacheinander und nebeneinander abläuft,
komprimiert sich in einen einzigen Augenblick, der alles bestimmt und alles entscheidet;
ein einziges Ja, ein einziges Nein, ein Zufrüh oder ein Zuspät
macht diese Stunde unwiderruflich für hundert Geschlechter
und bestimmt das Leben eines Einzelnen, eines Volkes
und sogar den Schicksalslauf der ganzen Menschheit.“

(Stefan Zweig „Sternstunden der Menschheit“)

„Sternstunden der Menschheit“ – so hieß ein Buch, das mich in meiner Kindheit magisch angezogen hat. Es war eines der wenigen Bücher, die meine Eltern besaßen. In Miniaturen hatte der Autor Stefan Zweig berühmte Menschen, die der Menschheit Sternstunden beschert hatten, ganz fesselnd in einigen Schlüsselszenen ihres Daseins porträtiert. Wie habe ich diese Geschichten geliebt. Besonders die Geschichte von der gescheiterten Südpol-Expedition Robert Scotts hatte es mir angetan.1)Damals fiel mir übrigens gar nicht auf, dass Stefan Zweig nur Männer porträtierte.

„Es war ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer Schritt für die Menschheit“,
sagte der Astronaut Neil Armstrong, als er am 21. Juli 2017 den Mond betrat. 

Was wünsche ich mir für diese Ausbildung?
Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam ein großartiges Feld schaffen, dass für neue Sternstunden der Menschheit bereit ist und diese Sternstunden mit kreiert. Nichts weniger wünsche ich mir für diese Ausbildung. Und ich will mein Bestes dafür geben, dass das auch wirklich passiert.

Klingt das vermessen?

Ich finde nicht. Wir haben so viele Baustellen. So viele von uns tragen die Sehnsucht in sich, dass diese Gier, dass dieser Egoismus, dass diese Ressourcenverschwendung, dass dieses Hamsterrad, dass dieser Leistungsdruck, dass diese wachsende Ungleichheit und Ungerechtigkeit verschwinden mögen und wir für uns ein gutes Leben finden, in Frieden, in Erfüllung unseres Potenzials, in Balance mit unserer Mitwelt und unserem Planeten. Irgend etwas unerklärliches, irgendeine hohe Barriere scheint uns daran zu hindern, diesen Schalter umzulegen.Vermutlich sind diese Barriere: wir selbst.

Die große Frage ist:
Warum setzen wir nicht alles daran, für unsere Sehnsüchte zu gehen, das einfach zu machen?
Denn wir haben schon längst erkannt: Jammern ist Energieverschwendung.
Statt dessen drehen wir uns weiter in unserem Hamsterrad der Gewohnheit.
Noch.

In diesem Sinne wünsche ich mir neue Sternstunden der Menschheit. Ich wünsche mir Erfindungen und Entdeckungen unseres Potenzials, unseres inneren Reichtums. Jahreshundertelang haben wir neue Länder entdeckt, bedeutsame Erfindungen für die Menschheit im Außen gemacht. Jetzt steht es an, neu auf Reisen zu gehen. Ins Innen zu reisen, die Ressourcen in uns zur Entfaltung zu bringen, damit wir die Ressourcen im Außen nicht mehr verschwenden müssen. Ich wünsche mir, dass wir uns erheben, ohne bedeutsam sein zu müssen. Bedeutsam nicht im Sinne einer egoistischen Bedeutsamkeit, sondern in dem Sinne, dass wir unser Selbst in Verbundenheit zu anderen Selbsts bedeutsam nehmen. Verstehst Du, was ich meine?

Das war jetzt der große weite Wurf, der große Bogen, das weite Feld.
Und was wünsche ich mir für mich selbst in meiner Menschenlehrer-Zeit
in Spiegelung des großen weiten Feldes?

Ich wünsche mir

  • Heilung, ich wünsche mir in Balance zu kommen, so viele Schattenthemen aufzulösen, die mich bewegen.
  • … eine Integrale Lebenspraxis zu etablieren und zu leben, damit in Balance zu kommen.
  • … ganz scBegeisterunghlicht meinen Körper zu versorgen, meinen Tempel mit der Ernährung, der Bewegung, der Berührung und der Selbstliebe, die er verdient, die ich mir wert bin, (ist eigentlich interessant, ich könnte damit ja auch zu „Weight Watchers“ gehen ;-), das habe ich auch tatsächlich schonmal ganz erfolgreich gemacht, aber ich habe das Gefühl, dass ich diese Themen hier besser und tiefer lösen kann, weil ich tiefer zu schürfen habe….)
  • …. meine Reichtums- und Gelddthemen zu lösen, Reichtum zu erkennen und zu generieren
  • … mich bedingungslos und selbstverständlich so zu lieben wie ich bin, mein Bedeutsamkeitsthema zu lösen,
  • … neugierig auf mich zu sein, mich selbst neu kennen zu lernen, über mich zu lachen, mit mir zu weinen, mich so verrückt und paradox und schräg und liebenswert anzunehmen, wie ich gerade bin,
  • … mein volles Potenzial in diese Welt zu bringen, mein Buch-Baby, die Geschichten, die ich zu geben habe, meinen Beitrag, meine Begeisterung, meine Exstase, das möchte ich (er)leben.
  • … zum Werkzeug dieses Lebens zu werden, dass das Leben durch mich hindurchwirkt und ich so im Fluss und am besten bin.

Das Mark des Lebens in mich aufsaugen…
Ich bin bereit.
Danke.

References   [ + ]

1. Damals fiel mir übrigens gar nicht auf, dass Stefan Zweig nur Männer porträtierte.

Von einer, die auszog ihre Werte zu leben – und: was ihre eigene Bestimmung damit zu tun hat

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Teil 4

ars:scribendi. Wer war Sie, wer ist Sie? Mein LeseStoff. Unternehmerische Irrfahrten. Ankommen im Welt-Verbessern. Wieder-Erinnern. Wer war Sie, wer ist Sie heute?


Schon vor zehn Jahren elementar:
Standortbestimmung meiner Werte samt einer Suchbewegung für meine Sehnsucht
Wertebewusst zu leben, wertebewusst zu arbeiten, wertschätzend unterwegs zu sein – das ist mir schon lange sehr wichtig gewesen, genauer gesagt eigentlich, seitdem ich mich vor zehn Jahren mit meinem eigenen Unternehmen ars:scribendi selbständig gemacht habe. Für mein Firmenbaby Werte zu defineren, hatte damals elementare Bedeutung für mich. Und das war mir einiges Wert, denn ich habe diese Werte damals nicht nur aufgeschrieben. Ich habe sie mir extra von einem Kalligraphen gestalten lassen.

Meine Werte: Das Herzstück meines LeseStoffs

lesestoff

Meine so gefundenen und gestalteten Werte wurden zum Herzstück des LeseStoffs, einer Publikation, die für mich mein Business verkörpert hat. Mit dem LeseStoff wollte ich mein Kostbarstes sichtbar machen, das zeigen, was ich dieser Welt zu schenken habe: die in jedem Wesen, jedem Ding innewohnende, oft verborgene Schönheit in Form von Geschichten zu Papier zu bringen, sie erlebbar, erfühlbar, sichtbar machen. Mein Credo, mit dem ich startete, lautete damals: „Jedes Ding, jedes Wesen verkörpert Schönheit. Jede, jede, jeder ist ein Geschichtenschatz. Du darfst genauer hinschauen, und dann Du wirst mit einem unschätzbaren Reichtum beschenkt.“  Mit diesem Credo unterwegs porträtierte ich insgesamt zehn Menschen, völlig unterschiedliche Menschen mit ihrem Tun, in ihrem Sein:

  • „Aufblühen und Teetrinken“ – die Gründer des Unternehmens Creani, das einen weißen „Erblühtee“ nach Deutschland importiert
  • „Das Gefühl für den vollendeten Klang“ – den chinesischen Nachwuchs-Pianisten Haiou Zhang, der mittlerweile auf den ganz großen Klassikbühnen zu Hause ist,
  • „Der Parcours zum Erfolg“ – Sabine Wehrhahn, Golf-Mentaltrainerin
  • „Messerscharf kombiniert! Crime meets Comedy“ – das Autorenduo Michael Bresser (mittlerweile mein Ehemann) und Martin Springenberg mit ihren Münsterland Krimis
  • „United they stand – united they help“ – die Basketball-Mannschaft UBC Tigers mit ihrem Charity-Projekt an Hauptschulen
  • „Mit klarem Blick für mehr Gewinn“ – Gründungsberaterin Constanze Wildenhain
  • „Der mit den Wölfen heult“ – Granato Rambocco, Einheizer beim Fußballclub Vfl Wolfsburg
  • „Keine Geschichte, eine Geschichte“ – die Band „Scycs“, die einmal Ende der 90er den einen Hit „Next November“ hatten, und dann scheinbar in der Versenkung verschwanden
  • „Kreuzweise mit CSTx“ – das Unternehmen, das eine der ersten Apps programmiert hat (bevor es diesen Namen gab)
  • „Die Schrift der Sterne“ – die Astrologin Annegret Becker-Baumann

porträts

Jede dieser Geschichten hat mich auf irgendeine Art und Weise gespiegelt, mich transformiert. Und inmitten dieser Geschichten habe ich die Beschreibung meines Unternehmens samt meiner Werte gepackt. So wollte ich mich finden lassen:

„Worte schaffen Welten. Worte sind wichtig, sind die Chiffren, mit denen wir uns selbst benennen. Worte schaffen Welten, bedeuten Werte. Indem wir darauf achten, bestimmte Worte zu verwenden, zeigen wir, wofür wir einstehen und markieren unsere Position. … Die Liebe ist der zentrale Wert von ars:scribendi. Wir schaffen immer für eine Sache – voller Empathie und Freude, optimistisch und ideenreich. „Schönheit rettet die Welt“, weiß Dostojewski. Ganz Recht so. Wir finden, das auch dazu gehört, das Schöne sehen zu können. Schönen Dingen Worten zu verleihen, ein Gesicht zu schenken und ihnen Gehör zu verschaffen – das ist Ziel unserer Arbeit. Unser Blick ist den Dingen zugewandt, die wir schätzen und kommunikativ nach vorne bringen wollen, gemeinsam mit unseren Kunden und Geschäftspartnern. Die Freude am Schaffen und die Wertschätzung unserer Arbeit inspirieren uns!…“

Mit diesen Worten habe ich damals die Essenz meines Wertesystems, den Wert meiner Arbeit und meinen inneren Antrieb beschrieben. Und ich finde auch heute noch, dass das stimmig ist. Wenn ich aber heute, zehn Jahre später, daran denke, an wen ich das adressiert habe, dann wundere ich mich gar nicht mehr, wie sich sich alles SO entwickelt hat…

„Ich habe gerade Deinen Lesestoff durchgeblättert und gelesen. Er ist so kostbar. Ein Schmuckstück. Darf ich ihn wirklich behalten?“,war eines der Feedbacks, das mir der Geschäftsführer eines Unternehmens gegeben hatte. Es kamen in der Tat auch Menschen zielgerichtet auf mich zu, die – durch den LeseStoff inspiriert – auch für ihr Unternehmen eine ähnliche Publikation realisiert haben wollten. In den vergangenen Jahren habe ich so einige wundervolle Projekte realisieren dürfen. Dieser Lesestoff war ihr Startpunkt. Mit jedem Projekt habe ich mich näher zu meiner Bestimmung „hingeschrieben“. Dazu gehörten u.a. folgende Arbeiten:

  • „Mit Vielfalt zum Erfolg“ – Porträts von Gründerinnen mit anderen kulturellen Wurzeln
  • „Bewusst wie: Anders leben. Besser wirtschaften“
  • und zuletzt: „Weltwunder. Wandel statt Wachstum. Die Nachhaltigkeitsziele umsetzen. Bei Dir. Bei uns. Weltweit.“

Doch wenn ich es mir recht überlege, dann waren meiner Auftraggeber entweder selten klassische Unternehmen, sondern Organisation, die für etwas ganz besonders eingestanden haben, für ideelle Werte statt für herkömmliche Produkte. Nicht selten waren das allerdings selbst initiierte Projekte.

Klassische Unternehmen oder Corporate Publishing Agenturen (wie ich das eigentlich intendiert hatte) habe ich damit nur relativ wenige gewinnen können. Ich habe allerdings auch niemals klassische Akquise gemacht bzw. eine Zeitlang eine Frau dafür engagiert. Gefunzt hat das das allerdings auch nicht richtig.

So war ich also unterwegs mit diesen Werten, mit dieser Arbeit, die mir selbst so kostbar und wertvoll war, aber nur wenige wussten, damit etwas anzufangen. Heute nachdem ich da nochmal intensiv nachgespürt habe, glaube ich die Gründe dafür zu kennen, warum ich damit nicht ankommen konnte:

  1. Ich habe versucht, mich als klassische Texterin, als Auftragsschreiberin und -kreateurin zu verkaufen. Im Grunde bin ich das nicht. Denn ich stehe nicht allein für gute Worte und exzellente Konzepte, ich stehe für eine Mission von einer besseren Welt. Diese Mission nehme ich immer mit. Ich bin Autorin und Künstlerin (die noch immer auf der Suche ist nach einem soliden Fundament.)
  2. Ich habe meinen Selbstwert dabei nicht gekannt und deshalb meine Werte verraten. Jetzt habe ich verstanden: Der Selbstwert ist die Basis von allem. Wenn ich mir meines eigenen Werts bewusst bin und für ihn einstehe, gerät nichts mehr ins Wanken. Jetzt weiß ich das. Ich werde das nicht mehr vergessen. Ich bin mir das selbst wert.

So gut kann ich mich an Situationen erinnern, in denen ich auf irgendwelchen Business-Events war und mich so gar nicht wohl gefühlt habe. Jetzt weiß ich, warum. Ich habe mich selbst jahrelang für falsch verkauft.

Bitte versteh mich nicht falsch: Ich will die normale Business-Welt, in die ich ja hinwollte, nicht schlechtreden. Sie ist, wie sie ist. Sie ist aber eben nunmal nicht meins. Und so war meine letzten zehn Jahre eine einzige große Suchbewegung: Ich hatte einfach kein Vorbild für das, wer ich bin. Ich kann die Berufe des PR-Managers und Redakteurs, denn das hatte ich ja gelernt. So war ich PR-Referentin, Freiberuflerin, Unternehmerin, Initatorin und Vorstandsvorsitzende einer Genossenschaft, Anschieberin und Projektwupperin. Und nach dem Scheitern der Genossenschaft bin ich zusammen gebrochen. Jetzt erkenne ich: Ich war mir meiner wirklichen Rolle noch nicht richtig bewusst.

Als ich mich nach meinem Zusammenbruch 2012 im Jahr 2013 wieder aufrappelte, rief folgender Wunsch in mir ganz laut: „Lass mich Teil einer Nachhaltigkeitsbewegung sein, einer Unternehmerbewegung, die für eine bessere Wirtschaftswelt einsteht, in der Menschen wertschätzender unterwegs sind, sich gegenseitig stärken, die Umwelt und unsere Mitwelt achten. Lass mich Teil dieser neuen Menschheit sein.“ So bin ich mit der Gemeinwohl-Ökonomie- und der Transition Town-Bewegung in Berührung gekommen, mit Projekten, die in eine Utopie hineinleben, die die Werte und die Projekte verkörpern, für die mein Herz schlägt.  Heute bin ich voll aktiv für Projekte, hinter denen ich voll und ganz stehen kann. Und ich bin mir meiner Rolle bewusst:

Ich bin eine der Reporterinnen für diese neuen Welt.
Das ist meine Wahrheit.
Meine Aufgabe ist es, mich dafür zu befreien und dafür, für mich einzustehen.

Ein Teil davon wird es sein, mir meine Werte jetzt nochmal genauer anzuschauen. Sie klar zu kriegen und festzuschreiben sind die Basis für meine weiteren Schritte. Noch ist für mich vieles nebulös. und ich weiß auch nicht, ob es glasklar rüberkommt, was ich zum Ausdruck bringen will. Im Grunde ist es auch egal. Mein eigener Prozess ist wertvoll für mich, und ich spüre deutlich, dass ich gerade sehr gewinne, auch wenn sich vieles noch zeigen will.  DANKE SCHÖN!

Selbstliebe

Der Kampf für mich

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Woche 2

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Der Kampf für mich – Foto: fotolia.de / Urheber: Andrey Kiselev / Bearbeitung durch mich

Ja, ich kämpfe. Ich begehre auf. Ich kämpfe für mich. Und es ist mir im Grunde egal, was Du davon hältst, ob „man“ nicht mehr kämpfen sollte, weil man ja da drüber steht, ob ich noch nicht weit genug bin und angeblich noch Techniken lernen „muss“,um in Fluss zu kommen. So ist es gerade für mich, und in dieser Woche habe ich es ganz besonders gespürt. Ich kämpfe für mich und meine so kostbare Zeit. Ich kämpfe dafür, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Ich boxe mir Zeit frei, um zu erforschen, was in mir schlummert, um in die Welt zu bringen, das herauszukommen begehrt.

Es schreit in mir, es schreibt in mir.

Ganz besonders heftig ist dieser Kampf, diese Rebellion, wenn ich in gähnend langweiligen Besprechungen sitze, Diskussionen beiwohne, die mich langweilen, in Gesprächen, die zu nichts führen, die sich sich in irre lange Dauerschleifen drehen. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will dabei Dich oder Dich nicht verurteilen oder mich über Dich stellen. Ich weiß, ich bin verdammt ungeduldig und dann auch manchmal ungerecht. Manche Dinge brauchen aber Geduld. Doch da schlummert so viel in mir, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Die Uhr tickt. Es schreit und brodelt inwändig.

Manchmal bricht dieser Vukan auch aus. Gerade diese Woche konnte ich nicht mehr an mich halten. Es wurde zuviel, ich wurde zum trotzigen Kind, zur Kriegerin für meine Ressourcen. Ich schäme mich dessen nicht. Die kleine Kriegerin hat gut auf mich aufgepasst. Diese Woche wurde ich ihrer so richtig bewusst, der Keimzelle meiner Wut. Sie kämpft für MEINE ZEIT.

Und wisst Ihr was? Ich höre gerade auf sie, meine liebe Wut. Heute ist ein ganzer Tag für mich! Ich schreibe heute, ich genieße das. Ich lasse die anderen Schreibarbeiten links liegen, und bin für das da, was aus mir heraus in die Welt will. Und ich weiß, ich werde das jetzt konsequent tun, ich will dem „FÜR-MICH“ kontinuerlich Raum schenken, das wird die Kriegerin in mir befrieden. So wird die Energie, die Aufmerksamkeit, die sie von mir fordert, in konstruktivere Bahnen gelenkt. Kriegerin, ich danke Dir!

PS: Ich habe ihr übrigens einen Namen gegeben: sie heißt Rodriana.

Das Mark des Lebens

Mein Menschenlehrer -Tagebuch Woche 1/2

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Ich ging in die Wälder … Foto von der fotolia.de / Bearbeitung durch mich.

Dieses Zitat von Thoreau habe ich, wie wohl so viele andere Menschen das erste Mal im Film „Club der Toten Dichter“ gehört. Mit diesem Text leitete der „Club der Toten Dichter“ stets seine Sitzungen ein. So wie der ganze Film hat mich dieses Zitat damals tief berührt.

Und  Ja: genau darum geht es für mich in dieser Menschenlehrer-Ausbildung: das Mark des Lebens in mich aufsaugen, intensiv leben, echt leben, meine Essenz und Wesentlichkeit leben. Ich will tief leben, ich will mich rausfinden, mich verschenken, mich in dem Potenzial (er-)leben, auf dass ich mein Bestes in und für diese Welt geben kann. Meine Sehnsucht und meine Hoffnung ist, dass ich es wirklich schaffen kann, ein integrales, gutes Leben zu leben, und meine Sehnsucht und Hoffnung ist es zugleich auch, dass ich weitere Menschen dazu inspirieren kann.  Ich will nicht der Neil Perry im „Club der Toten Dichter“ sein, der verzweifelt und hoffnungslos aus dem Leben scheidet, weil es offenbar keinen anderen Ausweg mehr gibt. Ich will den „weiblichen Todd Andersen“ verkörpern, der es schließlich schafft, aufzustehen, für sich, für sein Leben würdevoll einzustehen.

Mein Leben ist gerade fulminant und eine Achterbahnfahrt, eine riesige Baustelle. Es kommt vieles in Fahrt, ich bin voll unterwegs, und ich komme immer mehr in meine Kraft, aber es ist wirklich noch gut was zu tun. Ich bin mittendrin, und es stehen so viele Dinge an. Das zeigt eine Zwischennotiz, die ich vor kurzem einige Tage nach dem ersten Modul der Menschenlehrer-Ausbildung schrieb:

„Vor zwei Wochen ging ich in unsere Menschenlehrer-Ausbildung mit einem Gefühl „Boah, eigentlich hast Du MEHR als genug grad – kannst Du Dir es leisten, in diesen ersten Block zu gehen…?!?“, so viele Projekte in Deinem Patchwork-Berufsdasein – u.a.:

  • Kommunikationskonzept (zum Einstieg in einen geliebten Job, der am 1.März bezahlt startet), 
  • Konzeptpapier – Abschlussarbeit für eine Fundraising-Ausbildung
  • am Wochenende Strategietreffen für Transition (so dass ich Samstag und Sonntag schonmal garantiert nicht teilnehmen konnte)
  • im Mai ein TransitionCamp zu organisieren, mit dem ich gefühlt allein dastehe, da eine Kollegin auf unabsehbare Zeit schwer erkrankt ist
  • im Mai eine komplexere Website relauncht haben (bei dem ich einen Dienstleister steuere, aber ganz viel konzeptionelle und redaktionelle Arbeit liegt bei mir),
    (beide Termine bindend, weil in ein Projekt integriert, das wir dokumentieren müssen) 
  • mein Buchprojekt, das diesmal nicht (!!!) hintenrunter fallen soll
  • Teamleader im humantrust
  • und der ganz normale geliebte (!) Berufsalltag (zwei inhaltsreiche Newsletter vorbereiten, zwei Facebookseiten betreuen)

Ich fühlte mich echt überfordert, es fühlte sich so „eng“ an und ich dachte, ich müsste mich von etwas trennen, um wirksamer und erfolgreicher unterwegs sein zu können. In das Treffen am Wochenende ging ich „hart“ – in der Ankommensrunde benutzte ich die Worte „Es ist frostig, ich gehe hier geklärt rein, aber ich fühl mich allein, es ist alles zu viel….“

Und dann: … Ist das Eis aufgebrochen!!!

Am Wochenende haben sich zwei Teams gefunden – eines, das gemeinsam mit mir das Camp vorbereitet und richtig Bock drauf hat und ein Websiteteam. Das Fundraising-Konzept ist in die Jahresplanung integriert und nicht „nur“ für die Ausbildung geschrieben – und ich habe es nach dem Wochenende einfach runterschreiben können und pünktlich abgegeben – und es ist sogar sinnvoll, weil mit Nutzen. Die Ideenskizze zum Kommunikations-Konzept ist auch schon fertig und gestern per Skype mit einem tollen Feedback besprochen – und auch so, dass wir es gleich anwenden werden. Mein Verleger hat mich angeschrieben (also seine Initiative – wuuuuhuuuu!!!), wir haben hin und her geschrieben und Anfang März ein Treffen vereinbart – die Terminschiene fühlt sich für mich supergut an. Und gestern hat sich auch noch meine kranke Kollegin gemeldet, es geht bergauf bei ihr.

Bei einem anderen Projekt,unserem LeineHeldenJam, der im November ansteht und mir auch zuviel wurde, zeichnet sich auch eine Lösung ab: Er wird vermutlich in ein anderes Event integriert, und es ist so viiiiel weniger Arbeit. Und auch hier habe ich gesagt: „Boah, es wird mir zu viel. Ich schaffe das nicht. Ich liebe aber dieses Projekt und fühle eine Verpflichtung gegenüber einer Uni, weil sie Kooperationspartner ist und sogar ein Lehrforschungsprojekt draus macht.“ Und siehe da: Jemand anderem kam auch hier die zündende Idee, die mich sofort extrem erleichtert und die Machbarkait fühlbarer gemacht hat.

Dies alles hat sich innerhalb weniger Tage so gelöst….
Das Zuviel-Gefühl hatte ich Wochen mit mir rumgetragen. Ich weiß jetzt: Sobald dieses Gefühl auftaucht, werde ich es ansprechen ;).

Mein Learning: 
Wenn Du merkst, es wird für Dich zu viel, Du liebst aber das, was da mit Dir durch Dich passieren soll, und es ist sinnvoll, bitte nicht in dem Gefühl der Enge bleiben und zurückstecken, auf Deine Komfortzone zurückrudern, sondern ehrlich sagen: „Uff, ist grad viel… es ist aber trotzdem meine Vision und ja sie hat auch mit Eurer zu tun,und ich geh dafür. Bitte helft mir und zeigt mir, wies geht. Und die Unterstützung wird kommen :-))))…“

Ich fühle mich gerade getragen, wie befreit – größer und auf neuem Level. Ich fühle mich wie ein Feld, das mit anderen durch andere wirkt. Und es fließt. Ein tolles Gefühl!!!“

Ein großes Thema: Meine integrale Balance finden

Wie Du an diesen Ausführungen merkst, habe ich einen deutlichen Lebensschwerpunkt: mein Leben ist sehr einseitig ausgerichtet, sehr von meiner Berufung eingenommen und bestimmt. Das gefällt mir nicht, ich brauche eine integralere Lebenspraxis und ich wünsche mir sehr, dass sich diese innerhalb der nächsten zwei Jahre entfaltet – und zwar mit Leichtigkeit – so wie sich meine beruflichen Herausforderungen vor zwei Wochen gerade aufgelöst haben:

Ich mache zu wenig Sport, achte zu wenig auf mich selbst, ernähre mich ungesund, gönne mir zu wenig Auszeiten, wertschätze meine Familie zu wenig, obwohl ich sie so sehr liebe und mir sehr bewusst ist, was für einen Heimathafen und Ruhepol mir meine Familie wirklich bietet. Bei uns zu Hause ist es viel zu unordentlich und unwirtlich. Das will ich dringend ändern. Ich will wieder mehr Schönheit, Gemütlichkeit und gleichzeitig das „Mark des Lebens“. Ganz schön viel! Zuviel? Ich glaube nicht, ich glaube, dass das gehen kann.

Integraler UND nachhaltiger Lebensstil

Ein Riesenthema ist für mich auch, dass ich einen nachhaltigen Lebensstil wirklich vorleben möchte. Ich schreibe gerade das Buch „Unterwegs zum guten Leben – Mensch sein für ein neues Zeitalter“ und ich möchte diesen guten Menschen, den ich im Buch propagiere wirklich verkörpern. Ich möchte integer, authentisch, strahlend damit sein. Es aus jeder Pore ausstrahlen. Mein Glaube an den Weltenwandel ist wirklich wahrhaftig, meine Begeisterung transportiert sich, aber ich muss es auch wirklich verkörpern, indem ich einen nachhaltigen Lebensstil vorlebe oder einen „Bruch“ damit transparent mache und gut begründe. Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, und da ist noch ganz viel Luft nach oben, ich merke das je tiefer ich in dieses Thema eintauche. Wir könnten alle so viel mehr, wenn wir unser Verhalten und unser Bewusstsein nur ändern würden. So denke ich, dass ich mit dem Buchprojekt so etwas wie ein Spiegel sein kann. Ich transformiere mich schreibend und biete so die Transformationsfläche für andere – mit all meinen Lebensbaustellen.

human trust: Integrales Basislager und Veränderungsfundament

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Human Rising Dezember 2016 – Ein Teil unserer Hannover-Gruppe vor der Party (und ich mich siehst Du ganz rechts in der ersten Reihe)

Die meisten, die mich persönlich kennen, wissen: Ein fester Baustein meines täglichen Lebens ist der humantrust geworden. Hier möchte ich Dir beschreiben, was die Mitgliedschaft im human trust für mich bedeutet und was ich visionär darin sehe. Außerdem möchte ich Dich einladen, einmal vorbei zu schnuppern, wenn Du neugierig geworden bist.

Wie ich zum humantrust kam – mein Anfang

2013 war ein anstrengendes Jahr gewesen. Ein Umbruchs- und Aufbaujahr. Die Gründung der Genossenschaft DIE.Kommunikationsgenossen eG, deren Initiatorin und Vorstandsvorsitzende ich war, war im Jahr zuvor gescheitert. Daran wäre ich fast zerbrochen, aber in 2013 habe ich mich wieder berappelt, startete mit einem neuen Projekt durch. Ich wollte fortan Marketing und Public Relations für nachhaltig und sinnstiftend orientierte Unternehmen machen, hatte gerade mit Jens Hansen und Hans Grimmelmann gemeinsam erfolgreich zum ersten Mal den LeineHeldenJam nach Hannover geholt.

Doch ich fühlte mich ausgepowert, ich hatte so sehr gekämpft in den vergangenen drei Jahren.
Noch immer saß mir das Scheitern dieser Genossenschaft tief in den Knochen;
ich hatte fast das Vertrauen in unternehmerische Kooperationen verloren
– und eigentlich war es immer genau darum gegangen,
eigentlich hatte ich mich auch deshalb selbständig gemacht:
um gut und sinnstiftend mit anderen zusammen zu arbeiten, sich gegenseitig zu stärken.
Ich wusste nicht mehr, ob das alles noch Sinn machte.
Ich hatte das Gefühl, ich bräuchte ein Coaching in allen Lebensbereichen.

„Ein Rundum-Coaching für Alles? Ich glaube ich habe da etwas für Dich: Den Living Master Club von Veit und Andrea Lindau  – das ist so etwas wie eine Coaching Community für alle Lebensbereiche. Ich schick Dir mal einen Link zu ein paar Videos. Dann kannst Du ja schauen, ob das was für Dich ist“, erzählte mir Hans begeistert, als ich ihm relativ offen von meiner damaligen Stimmungslage berichtete.

Was ich zu Beginn dachte:
„Seelengevögelte, sexy Erfolgsdisziplin – ist das eine Sekte, oder was?“

Zögernd und skeptisch schaute ich mir erste Begrüßungsvideos von diesem Veit Lindau an. Das hört sich alles so WOW an – wie in einer Sekte. Sexy Erfolgsdisziplin? Integraler Ansatz? Diese vielen englischen, hippen Begriffe? Irgendwie war mir das alles noch nicht ganz geheuer. Ich tigerte misstrauisch um dieses Ding herum. Vision aufstellen? Ziele setzen? Buddys suchen? Livetreffen in Hannover?

Was ich heute denke:
Mein integrales Basislager – Fundament für meine fulminanten Veränderungen seit 2014

„Nun ja, dann versuchst Du es für ein paar Wochen lang. Jeweils einen Coach für alle Lebensbereiche kannst Du Dir sowieso nicht leisten“, lautete schließlich mein Entschluss. So stieg ich ein – und bin bisher dabei geblieben. Der humantrust (denn das ist mittlerweile aus dem LivingMasterClub geworden) ist in den vergangenen drei Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens geworden, meine tägliche Übungsmatte, meine ganz persönliche Heldenreise – eine Art integrales Fitness-Studio für Herz, Hirn und Hand, ein Möglichkeitsraum in mir und dir, aus mir und dir – für uns. In der Tatvergleichbar mit einem integralen Fitness-Studio, denn die 1 Euro pro Tag entsprechen Fitness-Studio-Konditionen. Doch hier geht es um weit mehr als um Deine bloße Körper-Oberfläche („Fleisch-Klöpschen“, wie Veit immer so schön nennt).

Ich glaube, dass es so etwas wie den humantrust unbedingt braucht. Denn in jedem Menschen schlummert ein so großartiges Potenzial, das wir bei weitem noch nicht wachgeküsst haben. Wenn wir aber all die Herausforderungen, die wir auf diesem Planeten haben, wirklich lösen wollen, dann brauchen wir ganz viele dieser wundervollen Potenziale, von denen wir im Jetzt noch gar nicht ahnen, dass sie wie eine Perle nur entdeckt werden wollen. Wenn du an dein und mein Leben glaubst, mach es dir möglich, nach deinen kostbaren Perlen zu tauchen – zum Beispiel im humantrust.“

So habe ich es auf der Website des humantrust beschrieben, auf der ich als eine der Expert*innen selbst auftrete und meine Meinung kundtun darf – und das macht mich stolz.

Was hat sich bei mir konkret verändert?

Seitdem ich Teil des humantrusts bin, hat sich bei mir jede Menge verändert – und dazu hat sicher auch der human trust beigetragen, aber natürlich nicht nur. Konkret hat sich bei mir folgendes getan:

  • Mein Berufsleben hat sich komplett verändert – und zwar so, wie ich es mir immer gewünscht habe.
    • Ich habe seit einem halben Jahr eine (halbe) Stelle als Projektkoordinatorin beim Verein Transition Netzwerk e.V., um die deutsche Transition Town-Bewegung systematisch aufzubauen. Die halbe Stelle passt für mich wunderbar, denn so habe ich Freiräume für andere Projekte. Mit dem Job beim Transition Netzwerk habe ich ein Teilziel erreicht, mit einem beruflichen Wirken meinen Anteil zur gesellschaftlichen Transformation beizutragen.
    • Ich bin ebenso seit einem halben Jahr als freiberuflicher Coach für das Institut für berufliche Bildung IBB AG aktiv und begleite arbeits- und sinnsuchende Menschen in ihrer Neuorientierung.
    • Seit Wintersemester 2016/2017 habe ich einen Lehrauftrag an der Leuphana Universität Lüneburg zum Thema „Gemeinwohl-Ökonomie und Nachhaltig wirtschaften“ und hoffe sehr, dass ich diesen fortsetzen darf.
    • Seit knapp zwei Jahren bin ich sogar als Teamleader im human trust unterwegs und begleite Trustees in Hannover auf ihrem Weg.
    • Seit einem halben Jahr schreibe ich regelmäßig für das Online-Magazin compassioner zu Themen der Gemeinwohl-Ökonomie, der Transition Towns und der gesellschaftlichen Transformation.
    • Nachdem ich jahrelang darauf herumsinniert habe, arbeite ich jetzt tatsächlich an einem Buch -und habe jetzt kurz nach Weihnachten sogar einen Verlag dafür gefunden. => Allein dieses Ergebnis ist schon der OBERHAMMER!
  • Schließlich: In meiner Wahrnehmung bin ich generell gelassener, souveräner und vor allem: wesentlicher und wesentlich selbstwirksamer geworden.

Natürlich habe ich noch viele weitere Baustellen. Vor allen Dingen mag ich noch viel mehr Balance in mein bisher sehr auf meine Beruf(ung) orientiertes Leben bringen – und ich lege hier auf diesem Blog – voraussichtlich im Laufe des Januars 2017 – auch noch meine Baustellen offen. Doch ich kann für mich sagen: Die Mitgliedschaft im humantrust lohnt sich für mich in jeglicher Hinsicht, sie ist mein tägliches Erinner-Mich.

Kickstart

Für wirklich alle Lebensbereiche? Wie funktioniert das mit dem humantrust denn genau?

Starkes ICH – Starkes WIR – Starke WELT
– das ist das Motto des humantrusts und um diese drei großen Themen geht es auch – und zwar umfassend. Es ist hier also nicht nur Egoshow angesagt. Doch wie funktioniert das? Durch die integrale Anlage, die konsequent umgesetzt ist – und zwar dadurch, dass jeder Tag einem bestimmten Thema zugeordnet ist und Du täglich morgens einen Impuls erhältst – als Einladung, Dich damit zu beschäftigen – und zwar:

  • Montags zum Thema Erfolg
  • Dienstags zum Thema Körper
  • Mittwochs zum Thema Arbeit
  • Donnerstag zum Thema Beziehung
  • Freitags zum Thema Deine Verantwortung in der Welt
  • Samstags zum Thema Glück
  • Sonntags zum Thema Seele

Zusätzlich gibt es einmal wöchentlich ein Life-Video von Veit Lindau unter dem Motto „OPUS – Meisterwerk Deines Lebens“, in dem er ein (Übungs-)Thema der Woche anbietet und – nachdem er auf Fragen von uns Trustees eingegangen ist – dieses zumeist mit einer integrierenden Meditation abrundet.  Zusätzlich gibt es viele Kurse, die jeweils einen Aspekt oder mehrere Aspekte miteinander verworben thematisieren und in vielen Übungen vertiefen, bspw.

  • Think Big Evolution – einen Kurs zu Entfaltung Deiner Selbstwirksamkeit
  • The Call – eine Entdeckungsreise für Deine Berufung
  • Love Revolution thematisiert Deine Liebes- und Beziehungsfähigkeit
  • Guter Reichtum lässt Dich erforschen, wie reich Du bereits bist und wie Du mehr (im)materiellen Reichtum generieren kannst
  • und viele Kurse mehr. Die meisten davon sind tatsächlich kostenfrei.

Durch die vier Jahre Human Trust /Living Master Club ist mittlerweile ein reichhaltiges Buffet, eine Bibliothek an Videos und Audios entstanden, aus der sich alle Trustees nach Bedarf bedienen können. Zusätzlich gibt es hunderte von Gruppen zu den unterschiedlichsten Themen – bspw. habe ich gerade eine Selbsthilfe-Gruppe von Eltern von Transgender-Kindern entdeckt. Es kommen ALLE THEMEN auf den Tisch. Hier stärken sich wache Menschen miteinander-füreinander. Niemand ist hier falsch oder richtiger… Auch das Online-Magazin compassioner trägt zur Themenvielfält und „Diskursivität“ bei – und glaub mir, im trust entstehen über die compassioner-Artikel noch ganz andere, tiefgehendere Diskussionen, als Du das „von außen“ erahnen kannst.

Gemeinsam mit Katinka begleite ich Dich im „Salon für Deine Seele“

Schließlich gibt es noch über 200 Teamleader – vorwiegend im deutschsprachigen Raum, die in lokalen Gruppen wirken. In Hannover sind wir (ich glaube) acht Teamleader – und ich bin einer davon – und ich freue mich, Dich gemeinsam mit meiner Freundin Katinka van der Meulen mit dem „Salon für Deine Seele“ zu begleiten. Ich schreibe in Kürze noch mehr darüber.

Für mich ist der humantrust weit mehr als „narzistisches Erfolgs-Chi-Chi“, das drückt auch schon sein Name „humantrust = Vertrauen in uns Menschen“ aus. Ich bin fest davon überzeugt: Bei den Herausforderungen, die wir derzeit auf unserem Planeten haben, brauchen wir neue lernende Gemeinschaften, in denen wir uns gegenseitig stärken und gemeinsam miteinander wachsen, um unsere Potenziale zu wecken. Das Internet unterstützt bei der digitalen Vernetzung und dabei, Wissen zu teilen – und wenn wir uns darüber hinaus vor Ort vernetzen können, dann stärkt das ungemein. Der humantrust ist eine dieser essentiellen lernenden Gemeinschaften.

Gibt es Alternativen zum humantrust?

Natürlich ist der humantrust nicht die einzige Plattform dieser Art. Gerade in diesen Tagen etablieren sich  ähnliche Communities wie der humantrust, wie zum Beispiel:

… und vermutlich noch einige mehr, die ich selbst noch nicht kenne. Dieses „Community-Building“ entspricht also tatsächlich den Zeichen der Zeit, unserer Sehnsucht, uns selbst und diese Welt zu heilen, denn es geht schon lange nicht mehr nur um Dich allein. Da ist etwas Größeres im Aufbruch. Also…

… worauf wartest Du noch?

Wir Menschen der westlichen Welt sind so reich.
1 Euro pro Tag sind Peanuts.
Ich finde es hingegen wichtig und fast überlebensnotwendig,
dass jede/r von uns an ihrer und seiner Potenzialentfaltung arbeitet,
denn wir haben diese Freiräume
– nicht für unser Ego-Erfolgsding,
sondern damit jede und jeder von uns seinen Teil zur Transformation
und Befreiung unserer Gesellschaft beitragen kann.
Denn vielleicht ist das unser Weg, der Welt einmal das zurück zu geben,
dass wir uns auf Kosten anderer genommen haben.
Denn das ist ein Schmerz, der tief in vielen von uns wohnt
den wir nicht so gern anschauen,
der ganz beharrlich inwändig nach uns ruft.
Er wird nicht aufhören und sich zeigen. Auch bei Dir.

Also: Machst auch Du Dich auf den Weg?
Wenn Du in den humantrust, findest begleite ich Dich gern – ein kleines oder sogar auch längeres Stück Deines Weges. Interesse bekunden kannst Du hier:
www.humantrust.com 

Danke, 2016! Die andere Seite der Medaille

Vintage typewriter on white background with text thank you 2016.

fotolia.de / Urheber: farizun amrod

Von vielen habe ich gehört und gelesen, dass dieses Jahr ziemlich stürmisch und manchmal auch unerfreulich war.

Wenn ich auf die „gesamtgesellschaftliche Entwicklung“ schaue, dann nehme ich auch durchaus Zwiespältiges war: Wieder aufkeimende Angst vor dem Fremden, Brandmarkereien und Verunglimpfungen, Schrecken und Gewalt verbreitender Terrorismus und einen neuen US-Präsidenten, der einem mit seinen rohen Äußerungen ebenfalls Angst machen kann.

Doch das ist die eine Seite der Medaille. Die andere kann sich sehen lassen: Es ist so viel im Aufbruch! So viele Alternativen finden positive Resonanzen, werden sogar in Leitmedien aufgegriffen: Die Gemeinwohl-Ökonomie und die Transition Town Bewegung haben in über 40 Ländern Verbreitung gefunden. In Deutschland führen wir gerade eine Befragung der Transition Towns durch – wir wissen, dass es hier etwa 100 lokale Initiativen in Deutschland gibt – dazu unzählige weitere Projekte, die in eine ähnliche Richtung gehen. Der Jahresrückblickspost von Transition Town Frankfurt auf deren Facebookseite zeigt exemplarisch, was da „von unten“ passiert. Schaut mal hin. Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) zählt aktuell 122 Mitgliedsbetriebe, es gibt Repaircafés, Gemeinschaftsgärten, Alternative Wohnprojekte …. so vieles mehr….

2016 durften wir beginnen, diesen Schatz zu heben. (Ich bin schon seit 2013/2014 dabei.) Dass wir dabei eine Förderung des Umweltbundesamtes erfahren und dass das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mittlerweile ein Förderprogramm auflegt, das solche Graswurzelbewegungen direkt adressiert, ist für mich ein weiteres Zeichen, dass es nicht nur in die eine Richtung geht.

2017 wird das alles noch viel sichtbarer werden. Ich bin jeden Tag von Neuem so tief dankbar, dass ich Teil dieser Bewegung sein darf, sie mit zum Erblühen bringen darf – das bringt mich selbst zum Strahlen. Gleichzeitig fühle ich eine große Verantwortung, die manchmal ganz schön drückt.

VON GANZEN HERZEN DANKE AN ALLE
die diese Aufbruchsreise mit möglich machen. Ich bin so froh, dabei zu sein. Ich verzichte jetzt mal auf Namensnennungen – es wären zu viele 😉.

Jetzt freue mich ich auf 2017!
Ich habe mir gerade eine Auszeit genommen und bin gut vorbereitet :-). 2017 wird dieser Schatz immer mehr sichtbar. Heute Abend wird dazu mit den besten Menschen gefeiert. DANKE AUCH AN EUCH

Facebook als Möglichkeitsraum – warum gerade ich als Aktivistin Facebook bewusst nutze

Erworben bei fotolia.de / Urheberin: Gesina Ottner

Erworben bei fotolia.de / Urheberin: Gesina Ottner

Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.1)Ich muss gesehen, ich habe hin- und herüberlegt, ob dieses Zitat verwenden soll – zumal noch an so prominenter Stelle. Denn Facebook ist für mich nichts „Böses“ an sich. Facebook ist für mich einfach ein Angebot – das mensch sich entscheidet anzunehmen und dann als digitalen Raum zu nutzen. Ich nutze es dennoch, weil es Dich vielleicht triggert, weiter zu lesen.
(Edmund Burke)

„Facebook – Du bist auf Facebook? Und dann auch noch so aktiv? Facebook – die berauben Dich doch all Deiner Daten und verkaufen sie weiter. Facebook weiß alles über Dich und manipuliert Dich. Außerdem wird da doch nur rumgepöbelt: ein Shitstorm nach dem anderen. Was wir brauchen ist ein alternatives digitales Netzwerk, eine Alternative zu Facebook, wo uns niemand reinpfuschen kann.“

Facebook – das ist das böse Netzwerk2)Interessant, auf was man bei einer einfachen Googlelei so stößte. Die Zeitung „Der Westen“ hat bereits im Jahr 2011 einige – auch wissenschaftlich fundierte Argumente – gesammelt, warum Facebook „das Böse“ sei: http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/warum-facebook-boese-und-gemein-ist-id4810086.html
Diese Meinung höre ich oft – gerade von Menschen, mit denen ich eng zusammen arbeite. Einige von ihnen lehnen Facebook komplett ab und haben erst gar keinen Account, andere konzipieren sogar Alternativen. Um den 9./10.12. herum findet beispielsweise in Berlin im Supermarkt eine sehr interessante Veranstaltung zum Thema „Plattform Cooperativsm“ statt, die genau um dieses Thema kreist.

Ich selbst bin der Tat sogar sehr aktiv auf Facebook – sowohl auf meinem eigenen Profil als auch auf den Facebookseiten für die deutsche Transition Town-Bewegung und (zumindest temporär seit August 2016 bis ca. Februar 2017) für die Gemeinwohl-Ökonomie. Und ich hoffe sehr, dass sich in den kommenden Monaten für beide Bewegungen Social Media Teams aufbauen, die sowohl die Facebookseiten befüllen und darüber hinaus sogar weitere digitale Netzwerke, wie bspw. Instagram.3)Drückt mir die Daumen, dass wir das schaffen. Denn ich werde mich in 2017 mich auf anderen Kommunikationsfeldern tummeln.

Warum agiere ich so?
(Ich betone, dass dies hier meine Einzelmeinung ist, weder die der Transition Town-Bewegung noch die der Gemeinwohl-Ökonomie.)

Für mich sind digitale Netzwerke Möglichkeitsräume:

  • Plattformen, an denen ich die Positionen, für die ich stehe, publizieren kann,
  • Orte, an denen ich informiere und zur Diskussion stelle,
  • Netzwerke, in denen ich mich mit Gleichgesinnten verbinde,
  • Marktplätze, auf denen ich die Gelegenheit habe, die Gruppierungen, in denen ich mich bewege, sowie die Werte und die Aktionen, für die ich stehe, sichtbar zu machen.

Wenn ich diese Plattformen nicht nutze, bin ich dort nicht sichtbar. Dann sind möglicherweise nur die Positionen, Gruppierungen, Werthaltungen vertreten, die vielleicht sogar die Positionen und Aktionen für die ich gehe, verneinen. Damit hätte ich also eine Chance vertan, wenn ich mich dort nicht tummelte. Und: was passiert wohl, wenn wir neuen sozialen Bewegungen dort nicht präsent sind? Richtig: Die Alternativen werden nicht gesehen und stehen nicht zur Diskussion.

Also: Lasst uns Facebook fluten…

Das Feld Facebook nicht zu nutzen, ist meiner Ansicht nach töricht. Denn auf Facebook (und vielleicht sogar zur Zeit noch mehr auf Instagram) tobt das digitale Leben. Dort sind Menschen erreichbar. Wir können natürlich unsere eigenen reinen digitalen Dörfer bauen, nur schotten wir uns dann ab und bleiben „unter uns“. Ich weiß nicht, ob wir das wirklich wollen – und ob es dem Ziel der großen Transformation, die wir ja anstreben (?) wirklich dienlich ist. Wir sollten vielmehr dieses „Feld“ nutzen und nicht brach liegen lassen – im Gegenteil: Wir sollten es nutzen, wir sollten es fluten, mit dem, was wir zu sagen und zu bieten haben!

… und dabei wertschätzende digitale Kommunikationsstile kultivieren

Damit meine ich nicht, dass wir uns der „Shitstorm“-Gepflogenheiten bedienen sollten, die von einigen Menschen, die auf Facebook unterwegs sind, praktiziert werden. Wir sollten mit der wertschätzenden kommunikative Grundhaltung auftreten, die wir auch in anderen Kommunikationsfelder für uns kultiviert haben. In der Transition Town Bewegung ist dies die Transition Charta, in der Gemeinwohl-Ökonomie gibt es einen Kommunikations-Kodex. Auch damit machen wir einen Unterschied und zeigen Alternativen auf. Sehr fein und inspirierend hat sich übrigens kürzlich auch Veit Lindau mit diesem Thema beschäftigt im Blogartikel „Märkte sind Gespräche – und Du erschaffst sie mit“. Sehr differenziert setzt ich , Autorinnen-Kollegin im Online-Magazin compassioner mit dem Für und Wider zu Facebook auseinander im Blogartikel „Wie Du Facebook für Deine persönliche Entwicklung nutzen kannst.“

Viele Kommunikations-Wege führen in eine bessere Welt

Übrigens, auch wenn Facebook und Co. für mich wirkungsvolle Transportmittel sind: Ich finde es großartig und unbedingt notwendig, dass es digitale Pionier*innen gibt, die Alternativen zu Facebook entwickeln. Herzlichen Dank an all, die diese wertvolle, oft mühsame Arbeit machen.

So braucht es wohl beide Wege:
Das Erbauen neuer Häuser als auch das „Einnisten“ in die alten.
Und keiner dieser Wege ist besser oder schlechter.

 

Und noch ein PS, das zugleich auch eine große Herausforderung darstellt:
Wer viele Kommunikationswege wählt, braucht viele Mitgestalter*innen – deswegen macht bei uns mit, wir können viele Ko-Kreateur*innen und Ko-Kommunikateur*innen gebrauchen.

 

Jetzt interessiert mich natürlich Eure Meinung:

Wie seht Ihr das?
Seid Ihr auf Facebook und in digitalen Netzwerken unterwegs?
Wie seid Ihr dort unterwegs?
Welche Meinung habt Ihr dazu?

Interessierte Grüße,

Steffi.

References   [ + ]

1. Ich muss gesehen, ich habe hin- und herüberlegt, ob dieses Zitat verwenden soll – zumal noch an so prominenter Stelle. Denn Facebook ist für mich nichts „Böses“ an sich. Facebook ist für mich einfach ein Angebot – das mensch sich entscheidet anzunehmen und dann als digitalen Raum zu nutzen. Ich nutze es dennoch, weil es Dich vielleicht triggert, weiter zu lesen.
2. Interessant, auf was man bei einer einfachen Googlelei so stößte. Die Zeitung „Der Westen“ hat bereits im Jahr 2011 einige – auch wissenschaftlich fundierte Argumente – gesammelt, warum Facebook „das Böse“ sei: http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/warum-facebook-boese-und-gemein-ist-id4810086.html
3. Drückt mir die Daumen, dass wir das schaffen. Denn ich werde mich in 2017 mich auf anderen Kommunikationsfeldern tummeln.