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Anders besser wirtschaften in Hannover – was braucht es dafür?

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Jetzt ist es wirklich wahr – unser Seminar an der Universität Lüneburg zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“, das ich gemeinsam mit meiner Co-Dozentin Antoniya Hauerwaas gebe, findet wirklich-wirklich statt. Ich freue mich so sehr!
 
In den kommenden Monaten beschäftigen sich 20-30 Studierende in fünf interdisziplinären Teams mit folgenden Themenbereichen unterfüttert mit ganz konkreten Praxisbeispielen aus der Region Hannover:
  1. Gemeinwohl-Ökonomie
  2. Transition Towns – REconomy
  3. Möglichkeits-Räume
  4. Alternative Finanzierungsinstrumente / Regionalgeld
  5. Nachhaltiges Marketing

Die Methode, die wir dabei nutzen, nennt sich Project Based Learning (hier ein Link dazu auf wikipedia). Ich werde bei Gelegenheit mehr dazu berichten, ich lerne das Project Based learning (PBL) gerade erst kennen – sehr spannend! Hier eine selbst erstellte Grafik zum Abauf eines PBL-Prozesses:

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Der Zyklus des „Project Based Learnings“ (selbst erstellte Grafik)

Jedes der Projektteams wird jeweils für sich eine Leitfrage erarbeiten. Diese wird darauf abzielen, wie die Rahmenbedingungen für das Akteure des jeweiligen Spektrums verbessert werden können. Nach mehreren Feedbackschleifen hierzu, gibt es eine seminarinterne „Generalprobe“,anschließend werden die Ergebnisse in der Öffentlichkeit präsentieren. Wir hoffen, hierzu eine adäquate Location in Hannover (bspw. Rathaus) nutzen zu dürfen und einige relevante Stakeholder*innen und Multiplikator*innen gewinnen zu können, die die Ergebnispräsentation entscheidungsfreudig aufnehmen :-)

Herzlichen Dank an alle Akteure und Unternehmen, die hierzu für Video-Interviews zur Verfügung standen und so für ein gutes Intro in die Projektarbeit der einzelnen Gruppen ermöglichen. Bitte habt Verständnis, die Interviews bleiben natürlich vertraulich, denn es wurde Tacheles geredet. Es haben Rede und Antwort gestanden:

  1. Gemeinwohl-Ökonomie:
    Janika Froch, Pressesprecherin von der El Puente GmbH, dem größten Kaffee-Fairtrade-Importeur Deutschlands, die gerade eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Alexander Thron, Geschäftsführer des Naturfreundehauses Hannover, die ebenfalls eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Knut Jung, angehender Berater der Gemeinwohl-Ökonomie und Aktivist bei der Gemeinwohl-Ökonomie-Regionalgruppe Hannover (sowie mittlerweile auch Salzburg)
  2. Transition Town Hannover – REconomy
    Bono Hoyer von die Klugbeißer, veganes Cateringunternehmen
    Dorothee Hofmann, Kleider-Kabinett und Platzprojekt
    Von Transition Town Hannover wird sicherlich auch noch ein Interview folgen
  3. Möglichkeitsräume
    Constantin Alexander (Verein Zukunftswerkstatt Ihmezentrum e.V.)
    Uta Lorenz von der Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung Hannover
    Neben dem Ihmezentrum und der Zwischennutzungsagentur gibt es selbstverständlich noch weitere Möglichkeitsräume – bspw. den gerade frisch eröffneten Co-Working- und -Makerspace oder aber das Platzprojekt.
  4. Alternative Finanzierungsformen
    Joy Lohmann, Initiator der Plattform D-Crow, sowie Initiator des Kultur des Wandels-Festes und Künstler, der u.a. mit der Methode der sozialen Skulptur arbeitet
    Anika Bogon vom bbs – Bügerbüro Stadtentwicklung mit der Plattform  HannoverMachen
    Auch zum Thema Regionalwährung gibt es Kontakte. Es wird spannend, in welche Richtung diese Gruppe sich orientieren wird.
  5. Nachhaltiges Marketing
    Cathérine Bartholomé, Inhaberin von Chrysocolla Marketing, Expertin zum Thema Nachhaltiges Eventmanagement und Marketing, die u.a. die fairgoods-Messen begleitet sowie den jährlichen Cardle2Cradle-Kongress und den LeineHeldenJam Hannover mit organisiert
    Anke Biedenkapp, die Gründerin von Stattreisen Hannover ist seit 2013 Geschäftsführerin von Global Partnership e.V. und hat unter diesem Dach eine Kampagne zum nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen – unter dem Motto „Maschsee statt Malediven“.

Ich werde über den Projektverlauf des Seminars berichten!

Vom Semesterprojekt zum Ministerium für Glück – oder: Was entfacht werden will…

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Juchu! Morgen beginnt mein erstes Uniseminar an der Leuphana Universität Lüneburg. Gemeinsam mit Antoniya Hauerwaas vom Institut für Unternehmensentwicklung begleite ich Studierende durch das Seminar: „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“

Ich habe richtig Lust darauf, Studierende zu motivieren, dieses Seminar als Chance zu betrachten, Wirtschaft sinnvoller, achtsamer und gerechter zu machen, und sie spüren zu lassen, dasss sie ihren Teil dazu beitragen können. Dabei nehme ich morgen eine Geschichte auf, die vielleicht dafür sorgt, dass bei den Studierenden der Funke überspringt: Dem einen oder anderen dürfte das Ministerium für Glück oder aber die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler schon einmal über den Weg gelaufen sein. Das Ministerium für Glück ist im Rahmen eines Semesterprojektes entstanden. Gina Schöler gründete später ihr eigenes Unternehmen dazu, bietet Glücks-Workshops und Kampagnen an und hat mittlerweile auch ein Buch dazu veröffentlicht.

Wer weiß also, was aus diesem Praxisseminar entstehen mag? Schließlich ist es wie ein Wunder, dass dieses Seminar stattfindet, denn ich bin Kulturwissenschaftlerin, und dank eines transdisziplinären Tandemteachings ist das nun möglich. Ich freue mich sehr und werde mein Bestes geben, dass dieses Seminar richtig rockt, denn wir haben viel vor: Mein Zielbild ist die Multi-Level-Perspektive, eine Transformationsmodell nach Frank Geels. Mein Wunsch ist, dass die Transformation passiert. Drückt mir die Daumen, dass ich mit diesem Seminar einen „kleinen Vers dazu beitragen kann“.

Unterwegs zum guten Leben – Mein Buch- und Medienprojekt

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Vor einer guten Woche hatte ich die Chance, mein Buchprojekt „Unterwegs zum guten Leben“ kurz und knackig vor geschätzt 100 Menschen im Rahmen des Workshops „Schreibglück“ zu präsentieren. Jetzt sizziere ich auch hier kurz, um was es bei dem Projekt geht.

Los geht´s…

Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist.1)Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.

Doch wie geht das – ein gutes Leben führen,
ein Leben, das gut ist für mich, für Dich und auch für den Rest der Welt?

Wie kann das wieder in Balance kommen? Das ist doch ein Weltwunder-Projekt, so monumental, so unerreichbar, so unfassbar, dass ein Mensch allein daran scheitern. Und überhaupt: Was kann unsere gemeinsame Orientierungslinie, was könnten gemeinsam Leitsterne sein, die Dich und mich (ver)führen, uns aufzumachen hin zum guten Leben?

Die gute Nachricht ist: Es gibt diese Leitsterne schon!
Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen

Vor einem Jahr, im September 2015, ist nämlich etwas Weltbewegendes passiert: Alle 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kamen zu diesem Zeitpunkt zu einer Konferenz inNewYork zusammen und haben alle miteinander gemeinsam die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, willkommen geheißen. Alle 192 Mitgliedsstaaten haben diese Ziele unterzeichnet und sich dazu bekannt, diese Ziele gemeinsam spätestens bis zum Jahr 2030 erreichen zu wollen.

Was für eine Vision! Denn: Diese globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein Spiegelbild nahezu all der Riesenbaustellen, die wir auf diesem unserem Planeten Erde in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben. Vom Beenden der Armut über die gerechte Verteilung von Lebensmitteln, die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Rettung der Meere bis hin zur Erhaltung der Artenvielfalt sind mit den globalen Nachhaltigkeitszielen sämtliche Hausaufgaben aufgelistet, die wir zu machen haben, um diese Welt so zu ordnen, damit unsere Kinder und Kinderkinder es hier gut haben – und vielleicht sogar in manchen Dingen noch besser haben als unsere Weltengemeinschaft jetzt. Wenn wir aber das Ruder rumreißen wollen und nicht nur selbst ein gutes Leben leben wollen sondern die auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dann ist es wichtig, dass jede und jeder mit anpackt. Und dazu bieten die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzheitlichen Anlage einen idealen Orientierungsrahmen. (Im Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ auf diesem Blog kannst Du das etwas tiefer ausformuliert nachlesen).

Und ich habe sogar noch eine weitere gute Nachricht: Die Nachricht von den magischen fünf Prozent
Um dieses Wunder möglich zu machen, müssen wir freilich alle gemeinsam anpacken. Es reicht nicht zu „warten“,was einige Regierungen verzapfen, wir müssen das aktiv einfordern und selbst etwas beitragen. Doch es gibt eine weitere, weitaus beruhigendere Zahl: Es braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent, um einen fulminanten gesellschaftliche Veränderung herbei zu führen. Diese Zahl kommt aus der Schwarmforschung, Richard David Precht zitiert sie in seinem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“, in einem Interview mit dem Schwarmforscher Jens Krause2)Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225; die Autor*innen Ute Scheub und Annette Jensen haben diese magische Zahl in ihren „Aktionsplan für ein gutes Leben“, dem letzten Kapitel ihres Buchs „Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben“ ebenfalls integriert3)Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304. 5 Prozent einer Weltbevölkerung, das sind 400 Millionen Menschen – so viele Menschen wie in der EU leben. Das wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammen bekommen, wenn schon hunderttausende Menschen gegen TTIP und CETA auf die Straße gehen. Glaube mir: Wir schaffen das! (Siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.)

Und was hat das jetzt mit meinem Medienprojekt
„Unterwegs zum guten Leben“ zu tun?

Richtig, damit mache ich Dir richtig Lust darauf, für eine bessere Welt zu wirken.

Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?

Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

Und sukzessive gibt es hier mehr dazu zu lesen, zu hören und zu sehen.

In Kürze stelle ich Dir zum Beispiel Chris und Tanja vor…

References   [ + ]

1. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.
2. Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225
3. Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304