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Das Feuer, in dem ich grad stehe – oder: Ich als Werkzeug…

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Mein Menschenlehrer-Tagebuch Part 11
inspiriert von Veit Lindaus Artikel: „In Deinem Feuer stehen – Ostern ganz persönlich nehmen“

Ostern – Zeit des Frühlingserwachens. Die Zeit, in der das alte Jahr sich endgültig verabschiedet, der letzte Schnee vergeht. Zeit, in der Neues entsteht. Bäume und Blumen erblühen, frischer Wind weht uns um die Nase. Sowohl in der Natur und in früheren heidnischen Ritualen, als man mit Osterfeuern die Wintergeister restlos vertrieb, als auch in der christlichen Mystik ist das Osterfest das Fest der Auferstehung, der endgültige Sieg des frischen Frühlings über den Winter. Ein Symbol der Hoffnung.

Ostern persönlich nehmen. Wo stehe ich gerade im Feuer? 

Für mich im Feuer stehen…

… das heißt, für mich selbst einzustehen, mich selbst wichtig zu nehmen. Gerade beginne ich eine integrale Lebenspraxis für mich zu etablieren. (Fast) zum ersten Mal in meinem Leben tue ich etwas nur für mich, für meinen Körper, für mein Wohlsein. Ich tue das nicht, um eine Leistung zu erfüllen, irgendwo zu glänzen, die Beste zu sein, abzuliefern. Ich tu es das wirklich allein für mich.

… heißt auch für meine eigenen Anliegen einzustehen. Seit Jahren rede ich davon, dass ich endlich MEIN Buch schreiben will. Ich spüre sehr deutlich, dass ich etwas Besonderes zu sagen habe, es mit der Welt zu teilen haben.

… bedeutet dabei auch zu zweifeln. Ist das wirklich etwas Besonderes, das ich zu sagen habe? Oder ist es persönliche Eitelkeit? Ist das eines von Millionen von Bücher im Büchermeer? Ist es ein Egotripp? Ist „mein Vers, den ich zum Lebenslied beitragen kann“, wirklich wertvoll?

… bedeutet auch, mir meinen Wert dafür einzugestehen. Ich liebe es zu schreiben. Allein schreiben zu dürfen ist für mich ein Geschenk. Doch wenn ich das so sehr liebe, dann heißt das auch für mich fündig zu sein und Modelle und Wege zu finden, die es mir ermöglichen, davon zu leben.

… heißt auch, mich finden zu lassen.  Ich schreibe, bin ganz da, gehe voll dafür, und es wird sich fügen. Es wird sich zeigen, ob ich wirklich so gemeint bin. Wenn ich wirklich dafür im Feuer stehe.

In diesem Jahr heißt das „Im-Feuer-stehen“ für mich auch noch etwas Weiteres:

Ich stehe gemeinsam mit weiteren Menschen im Feuer für ein gemeinsames Anliegen. Unser Anliegen, das wir gerade für eine weitaus größere Gruppe von Menschen formen – für etwa 600 Menschen, alle Menschen der Menschenlehrer-Ausbildung, zumindest alle, die Lust darauf haben, sich daran zu beteiligen. Ein großer Auftrag, eine große Verantwortung, eine Hüteraufgabe. Als Ich-Wir vor einigen Wochen ganz überraschend den Auftrag dafür bekamen (oder Ich-Wir uns des Auftrags annahmen), ein gemeinsames Anliegen zu formen, erfüllte mich das mit ziemlichem Respekt. Langsam wird etwas sichtbar, der Weg dahin ist bisher leicht, schön und konstruktiv.

Im Nachhören des ersten Ausbildungsabschnitts wird immer klarer, wie zentral dieses Finden des gemeinsamen Anliegens ist. Es zieht sich wie ein Mantra durch die bisherigen Lektionen. Fast mystisch ist auch, dass wir in der Anliegen-Gruppe das Bild eines Baums fanden, der für uns das gemeinsame Anliegen in all seinen Potenzialen verkörpert. Mir war gar nicht (mehr) bewusst, dass die Abschluss-Meditation des ersten Moduls die Geschichte eines Baums erzählt, der in Fesseln liegt, beschnitten ist und dann befreit wird, wieder Zutrauen zu sich selbst gewinnt und sich dann entfaltet. Wie wundersam!

Wunderschön und berührend auch die Menschen, die Anfang März in Hamburg ihre Einzel-Anliegen auf die Bühne brachten. Ich habe daraufhin nochmal selbst die Medition nachempfunden. Mein Wort, das kam, war GEBORGENHEIT. Meine tiefste Sehnsucht in dieser Ausbildung ist es, mir selbst und allen Menschen um mich herum Geborgenheit zu schenken, die bedingungslose Sicherheit, so geliebt zu sein, wie er oder sie gemeint ist. Ich möchte das Gefühl schenken, dass jeder Mensch um mich herum wertvoll ist, dass wir alle miteinander groß und wundervoll sind. 

Jetzt bete ich dafür,

… dass wir es schaffen, wirklich das gemeinsame Anliegen zu finden und es so zu transportieren, dass es möglichst viele Menschenlehrer*innen motiviert und inspiriert, aus diesem Anliegen etwas zu machen

… dass wir es wirklich schaffen, unsere Egos zurückzunehmen, um das Anliegen durch uns hindurch agieren zu lassen

… dass wir dieses Wunder geschehen lassen.

Und so ist mein „Im-Feuer-stehen“ beides: ich stehe für mich selbst im Feuer und ich stehe gemeinsam mit anderen im Feuer für ein Anliegen – und hoffentlich in beiden Fällen so, dass etwas durch mich-uns hindurchwirken kann.

Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Monate und darauf, was ich am Ende des Jahr 2018 zu erzählen haben werde.

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Meine Ethik – Die Richtschnur meines Handelns

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 „Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine elementare ethische Urquelle in uns … Ethik – nicht Religion – ist in der menschlichen Natur verankert. Und so können wir auch daran arbeiten, die Schöpfung zu bewahren. Das ist praktizierte Religion und praktizierte Ethik.“
(aus: Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion)

Wertebewusst und wertschätzend zu leben war mir schon immer sehr wichtig. Jedoch war ich mir der Bedeutsamkeit meiner Werte nicht bewusst und habe eher intuitiv wertebewusst gehandelt. Im Zuge der Menschenlehrer-Ausbildung bei Veit Lindau und als Teamleaderin im Human Trust beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Werte und ihrer Relevanz. Dadurch wird mir bewusst, dass ich einige meiner Lebenssituationen aufgrund dessen verändert habe, dass sie nicht stimmig mit meinen eigenen Grundwerten waren. So ist es für mich wichtig, meine zentralen Werte festzuhalten, in den Kontext einiger weiterer ethischer Manifeste zu stellen, die in meinem Leben wichtig sind, und mir dieses Gefüge von Zeit zu Zeit anzuschauen und anzupassen.

Folgende Werte stellen die Richtschnur meines Handelns dar, nach ihnen will ich streben und mein Handeln messen lassen. So möchte ich sein:

wesentlich

„Was ist eine Kriegerin des Lichts?“
„Sie ist diejenige, die das Wunder des Lebens zu begreifen weiß, die um das, woran sie glaubt, bis zum letzten kämpft und auch die Glocken hören kann, die das Meer in seinen Tiefen festhält. … Dazu ist übrigens jeder Mensch in der Lage. Doch nur wenige halten sich für eine Kriegerin des Lichts, obwohl jede eine sein könnte.“
(aus: Handbuch des Kriegers des Lichts von Paulo Coelho; alle weiteren nachfolgenden Zitate sind ebenfalls aus diesem Buch. Ich habe mich dazu entschieden, die weibliche Form zu verwenden.)

Ich bin überzeugt: Jeder Mensch, jedes Wesen trägt eine kostbare Essenz seines Seins sich, ihren und seinen Lebensauftrag. Wenn es-sie-er diese Essenz entdeckt und zur Entfaltung bringt, leistet sie ihren Beitrag zum Wohle aller Wesen auf diesem Planeten. Mir ist es ein zentrales Anliegen, diese Wesentlichkeit zu fördern und jedem Wesen seinen Raum zu schenken, dass es-sie-er diese Wesentlichkeit entdecken und zur Entfaltung bringen kann.

Was ich dafür tue:
Ich strebe danach, emphatisch zu sein, mich voll und ganz auf jedes Wesen mit all meinen Sinnen einzulassen. Dies schließt auch die Achtsamkeit gegenüber mir selbst ein. Deswegen schule ich mich regelmäßig (in Achtsamkeit) und bemühe mich darum, alles möglichst holistisch anzusehen, wohl wissend, dass meine bewusste Wahrnehmung stets nur einen Bruchteil dessen erfassen kann, was ist.

sinnvoll

„Die Krieger des Lichts erkennen einander am Blick. Sie leben in der Welt, gehören zur Welt und wurden ohne Rucksack oder Sandalen in die Welt geschickt. … Das macht sie zu Kriegern des Lichts. Dass sie sich irren. Dass sie fragen. Dass sie einen Sinn suchen. Und ihn am Ende finden.“

Mit der Essenz jedes Wesens verbindet sich sein tieferer Sinn, sein Auftrag, warum sie hier ist. Ich strebe danach sinnvoll tätig zu sein, mich nicht in Ausweichmanövern zu verlieren. Ich strebe danach, sinnstiftend zu agieren und zu sein, und andere Wesen zu ermuntern, ebenfalls sinnstiftend unterwegs zu sein. Ich suche intensiv nach meinem Sinn und lasse mich finden, glaubend, dass jedes Wesen eine Bestimmung hat, auf dieser Welt zu sein.

Was ich dafür tue?
Ich strebe nach Potenzialentfaltung und erlerne und praktiziere diverse Werkzeuge zur Potenzialentfaltung. Immer einmal wieder halte ich inne, um nachzuspüren, wie sinnvoll und dienlich für das Ganze ein Tun, ein Sein sind.

sinnlich

„Alle Wege der Welt führen mitten ins Herz der Kriegerin: Sie taucht, ohne zu zögern, in den Strom der Leidenschaften ein, die durch ihr Leben fließt. … Sie nimmt ihren Leidenschaften an und genießt intensiv.“
„Manche Kriegerin des Lichts richtet ihren Augenmerk auf die kleinen Wunder des Alltags. Sie ist fähig, das Schöne zu sehen, weil sie die Schönheit in sich trägt, denn die Welt ist ein Spiegel und wirft einem jeden Menschen das  Bild seines eigenen Gesichts zurück.“

Wir Menschen sind nicht nur mit einem Kopf ausgestattet – wir sind Sinneswesen. Ich möchte tief ins Leben eintauchen, das „Mark des Lebens aufsaugen“ und intensiv und mit allen Sinnen genießen, dann entfaltet sich die Schönheit jedes Wesens. In seiner Vielfalt – mit aller Freude und aller Traurigkeit, mit aller Vitalität und allem Schmerz. Mit allem, was ist. Mir war der Leitsatz: „Ich fühle also bin ich“ schon immer mindestens genauso wichtig ein „Ich denke, also bin ich.“. Sinnlichkeit ist für mich nicht nur Erotik, sondern sich seines breiten sinnlichen Wahrnehmungsspektrums, bewusst zu sein und es in seiner Vielfalt auszukosten. Sinnlichkeit drückt sich in vielen Künsten aus, meine eigene Hauptausdrucksform ist dabei die Poesie.

Was ich dafür tue?
Ich genieße es mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ich vollziehe eine regelmäßige Schreibpraxis. Ich tauche genau bewusst in vielfältige Sinneserlebnisse ein.

dankbar

„Eine Kriegerin des Lichts vergisst niemals dankbar zu sein. … Daher kniet sie bei Sonnenuntergang nieder und dankt dem schützenden Mantel, der sie umgibt.“

Ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich am Leben bin, dass ich gesund bin, dass ich voller Talente bin, dass ich eine Familie habe, die mich trägt und stützt, dass ich eine Arbeit habe, die ich als sinnstiftend wahrnehme. Ich bin dankbar über das Glück, von solcher Fülle umgeben zu sein. Es gibt so viele Gründe, dankbar dafür zu sein, dass ich mein Leben so leben darf, dass ich den Luxus genießen darf, daran zu arbeiten, mein volles Potenzial zu entfalten. Weil ich in einer solch privilegierten Umgebung leben darf, ist diese Dankbarkeit für mich auch mit einer gewissen Verantwortung und Demut verbunden: Ich möchte dazu beitragen, dass viele weiteren Menschen Ähnliches genießen dürfen.

Ich strebe danach, ALLES als ein Geschenk zu betrachten
– auch wenn es auf den ersten Blick keines sein mag.
Ich nehme alles dankbar an, denn es wird sich als Geschenk erweisen,
wenn ich mich auf es einlasse.

Was tue ich dafür?
Ich danke am Ende jedes Tages bewusst für alle Erlebnisse und Geschenke, die ich während dieses Tages erfahren habe. Ich gebe regelmäßig ein Zehntel meines Einkommens ab, um meine Dankbarkeit zu zeigen und andere Menschen in die Fülle zu bringen.

humorvoll & verspielt

„Eine Kriegerin des Lichts tut immer Außergewöhnliches. Sie tanzt beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße. Oder blickt einem Unbekannten in die Augen und spricht sofort von Liebe. Sie verficht eine Idee, die lächerlich wirken mag. Die Kriegerin des Lichts erlaubt sich derlei Dinge.“

Ich darf mich immer wieder daran erinnern, dass im Leben nicht nur alles Ernst ist, sondern dass wir auf der Welt sind, um uns zu erfreuen, um zu Staunen, um das Spiel des Lebens zu genießen. Oft betrachte ich den All-Tag zu verbissen und verliere die Leichtigkeit. So ist für mich eine Prise Humor und Spielfreude ein wichtiges Lernfeld, das ich regelmäßig integrieren mag.

Was ich dafür tue?
Ich hole mir regelmäßig verrückende Impulse. Ich gestehe mir zu, ab und zu neben der Spur zu sein. Ich spiele bewusst.

ganzheitlich

„Intuition ist dem Krieger des Lichts sehr wichtig. Der Krieger weiß, dass die Intuition das Alphabet Gottes ist, und horcht weiter auf den Wind und redet mit den Sternen.“

Ich bin danach bestrebt, alles in seiner Ganzheit anzusehen und wahrzunehmen. Daher schaue ich ganz genau hin und nehme dabei unterschiedliche Perspektiven ein.

verbunden

„Die Kriegerin weiß, dass kein Mensch eine Insel ist. Sie kann nicht allein kämpfen. Wie auch immer ihr Plan aussieht, sie wird andere Menschen brauchen. Sie braucht jemanden, den sie um Hilfe bitten, mit dem sie ihre Strategie besprechen und dem sie in ruhigen Augenblicken am Lagerfeuer Geschichten über den Kampf erzählen kann.“

Alles ist mit allem verbunden. Ich weiß darum. Wenn ich jemand Anderem schade, schade ich auch mir selbst. Meine Familie ist mein wichtigster Verbund, meine Kraftquelle, sie pflege ich täglich. Um die weitere Verbundenheit wahrzunehmen, begebe ich mich aktiv in Gruppenprozesse wie auch in eine regelmäßige Innenschau. Denn wenn ich selbst mit mir verbunden bin, bin ich auch mit der Welt um mich herum verbunden.

exzellent

„Jede Kriegerin des Lichts versucht stets, sich zu vervollkommnen. Jeder Hieb ihres Schwerts trägt jahrhundertealte Weisheit und Meditation in sich… Die Kriegerin perfektioniert die Schönheit ihrer Hiebe.“

Um meinen Beitrag auf diesem Planeten zu leisten, strebe ich nach dem Besten, nach Exzellenz in den Bereichen, in denen ich über besondere Fähigkeiten verfüge. Auf sie fokussiere ich mich, damit ich sie weiter vervollkommne. Meine besonderen Fähigkeiten sind es, mich schreibend auszudrücken, Kommunikationskonzepte zu entwickeln und damit wertvolle Konzepte sichtbar zu machen, zu präsentieren, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen und zu moderieren. Um in diesen Bereichen exzellent zu sein, fokussiere mich auf sie. Lieber mache ich weniger, als mich zu verzetteln.

Was tue ich dafür?
Ich praktiziere diese Themenfelder intensiv und bilde mich regelmäßig in ihnen weiter. Ich orientiere mich an den Besten in diesen Themenfeldern.

achtsam

„Die Kriegerin des Lichts meditiert. Sie setzt sich an einen ruhigen Platz in ihrem Zelt und überlässt sich dem göttlichen Licht… Während sie meditiert, ist die Kriegerin nicht mehr sie selbst, sondern ein Funken der Weltenseele. … Eine Kriegerin des Licht weiß, dass in der Stille ihres Herzens eine Ordnung liegt, die ihr den Weg weist.“

Ich habe Achtsamkeit und Meditation als wesentliche Kraftquellen identifiziert, denn eine regelmäßige Praxis darin lässt mich fokussierter, zentrierter und klarer agieren und aus mir heraus handeln anstatt abgelenkt und diffus. Verbundenheit mit mir selbst zu sein, bedeutet Verbundenheit mit der Welt zu sein. Achtsamkeit zahlt auf die anderen Werte ein, die mir in meinem Leben wichtig sind. Achtsamkeit ermöglicht mit ein insgesamt ein Leben in Balance zu führen, nachdem ich strebe.

Was tue ich dafür?
Ich kultiviere eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis mit Stille am Morgen, einem täglichen Spaziergang und einem Dankbarkeitsritual am Abend.

wertschätzend

„Eine Kriegerin des Lichts teilt ihre Welt mit den Menschen, die sie liebt. Wenn sie mutlos sind, wird sie versuchen, sie darin zu bestärken, ihren Träumen zu folgen.“
„Eine Kriegerin des Lichts braucht Liebe. Zuneigung und Zärtlichkeit gehören zu ihrer Natur wie Essen, Trinken und die Lust am guten Kampf.“

Wertschätzend und liebevoll unterwegs zu sein, liebesfähig zu sein, Liebe zu schenken und zu empfangen ist eine meiner wesentlichen Kraftquellen, die mich lebendig macht. Ich berühre gerne und lasse mich gerne berühren. Wenn das passiert, weiß ich, dass ich wirklich da bin. Wertschätzend unterwegs zu sein, bedeutet für mich auch, gerne zu geben, zu honorieren, zu gönnen, freigiebig zu sein. Genauso weiß ich auch um meinen Wert und erfahre gerne eine angemessene Honorierung. Zum Thema Wertschätzung gehört für mich auch Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Pünktlichkeit. Dies sind für mich keine lästigen Sekundärtugenden sondern zollen von Achtsamkeit und Respekt gegenüber meinen Mitmenschen.

Was ich dafür tue?
In Begegnungen mit anderen Menschen und mir bin ich wirklich da und präsent.

wahrhaftig

„Eine Kriegerin des Lichts fällt Entscheidungen. Ihre Seele ist frei wie die Wolken am Himmel, aber sie ist ihrem Traum verpflichtet. Auf ihrem frei gewählten Weg muss sie zu Unzeiten aufwachen, die ihr nicht gefallen, mit Menschen reden, die sie nicht weiterbringen und auf einiges verzichten… Ihre Freunde meinen: „Du opferst Dich umsonst auf. Du bist nicht frei.“ Die Kriegerin ist frei. Aber sie weiß, dass ein offener Ofen kein Brot bäckt.“

Ich bin integer und aufrecht zu mir selbst und stehe zu meiner eigenen Wahrheit, die ich für mich gefunden habe, respektiere dabei aber auch andere Wahrheiten. Ich stehe für mich selbst ein. Wenn ich einsehe, dass ich mich irre, korrigiere ich meinen Kurs, verharre dabei aber nicht allzu lange mit Wunden lecken, sondern gestehe mir ein, dass Fehler zu einem aufrechten Kurs gehören. Ich stehe zu all dem, was und wie ich bin: zu meinen Stärken wie auch zu meinen Schwächen, zu meinem Licht wie auch meinen Schatten. Ich liebe mich.

Was ich dafür tue?
Ich lerne mich immer besser kennen. Ich praktiziere regelmäßig Schattenarbeit, um immer vollkommener zu werden.

ausgewogen

„Weil sie weiß, dass die Zeit für sie arbeitet, hat es die Kriegerin des Lichts nie eilig. … Sie weiß, dass sie an einem entscheidenden Augenblick in der Geschichte der Menschheit teilhat und sich selbst ändern muss, bevor sie die Welt verändern kann. Daher erinnert sie sich an die Worte von Lanza del Vasto:
„Eine Revolution braucht Zeit, um Fuß zu fassen.“
Ein Krieger pflückt eine Frucht erst, wenn sie reif ist.“

Ich übe mich in Geduld. Ich pflege ein ausbalanciertes Leben, das ausreichend Zeit bereit hält für Ruhephasen, Phasen des Lernens und Studierens, Phasen des Meditierens und Körpertrainings, Zeit für gesunde Ernährung, Zeit für Austausch mit anderen Menschen wie auch Phasen für eine sinnstiftende Arbeit. All diese Lebensbereiche wollen Beachtung finden, damit ich einen möglichst langen Atem habe. Ausgewogen zu sein, bedeutet auch gut für mich selbst zu sorgen, weil ich damit das Gesamtsystem in Balance bringe.    

Was ich dafür tue?

  1. Ich sorge gut für mich und diszipliniere mich zu einer integralen Lebenspraxis.
  2. Ich gönne mir ausreichende Auszeiten mit einem freien Tag in der Woche.
  3. Ich gönne mir jeden Tagen einige kurze Auszeiten mit morgendlicher Stille, einem Spaziergang und abendlicher Dankbarkeit.
  4. Ich räume mir nahezu täglich mindestens eine Stunde zum Schreiben ein.
  5. Ich kultiviere einen nachhaltigen Lebensstil.

magisch

„Eine Kriegerin des Lichts glaubt. Weil sie an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil sie sich sicher ist, dass ihre Gedanken ihr Leben verändern können, verändert sich ihr Leben. Weil sie sich sicher ist, dass ihr die Liebe begegnet. Begegnet ihr diese Liebe auch.“

Vom Zeugungsakt bis zum letzten Atemhauch: Dieses Leben ist wundervoll, voller Mysterien und Synchronizitäten. Ich tue mein Bestes und glaube, und so beschenkt mich das Universum mit einem Wunder ums andere. Ich bleibe neugierig und staune.

Was ich dafür tue?
Ich trainiere mich regelmäßig darin, einen positiven Anfängergeist zu bewahren. Ich schaue mir genauestens selbst die profanen Dinge an und nehme die Wunder dieses Lebens wahr.

 

Meine Werte sind eingebettet in einen größeren Kontext

Meine Vision ist es, gemeinsam mit anderen einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Daher bin ich Teil verschiedener Bewegungen, die dies ebenfalls als Vision in sich tragen, und so fühle ich mich diesen ethischen Manifesten ebenfalls verbunden und trage mit meinem Verhalten dazu bei, diese Werte zu leben.

Folgende Visionswerke und Ethiken anerkenne und beherzige ich:

  • Paulo Coelho „Handbuch des Kriegers des Lichts“
  • Dalai Lama „Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion“
  • Papst Franziskus: „Laudato si: Die Umweltenzyklika des Papstes“

 

Heute ist Holi: Wusstest Du um den tieferen Sinn?

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Wusstest Ihr das? Heute wird das hinduistische Fest Holi gefeiert.

Vor ein paar Jahren bin ich das erste Mal auf das Holi-Festival aufmerksam geworden: In Hannover (oder bei Hannover?) wurde erstmals ein Holi Farbrausch Festival veranstaltet. Ganz nett habe ich mir gedacht, nur doch irgendwie total sinnlos. Erst jetzt bin ich darauf gestoßen, dass das Fest, ursprünglich aus Indien kommend, doch einen tieferen Sinn hat, lassen wir wikipedia sprechen:

„Holi (Hindi, f., होली, holī) ist ein aus der hinduistischen Überlieferung stammendes indisches Frühlingsfest am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun (Februar/März). Dieses „Fest der Farben“ dauert mindestens zwei, in einigen Gegenden Indiens auch bis zu zehn Tage.

Holi ist eines der ältesten Feste Indiens.[2] Fünf Tage nach Vollmond ist Rangapanchami (Ranga = Farbe; Pancami = der 5. lunare Tag), der zweite Tag des Festes. An diesem Tag scheinen alle Schranken durch Kaste, Geschlecht, Alter und gesellschaftlichen Status aufgehoben. Es wird ausgelassen gefeiert und man besprengt und bestreut sich gegenseitig mit gefärbtem Wasser und gefärbtem Puder, dem Gulal. Wer den Übermut ablehnt, bestreicht sich gegenseitig zumindest dezent mit etwas Pulverfarbe. Trotz aller Veränderungen in der modernen indischen Gesellschaft ist die sakrale Bedeutung weiterhin deutlich erkennbar, so werden etwa die Farben noch heute meist vorher auf dem Altar geweiht und die Menschen überbringen Segenswünsche. Ursprünglich entstanden die Farbpulver aus bestimmten Blüten, Wurzeln und Kräutern, die heilend wirken. Heute kommen häufig synthetische Farben zum Einsatz, die teilweise sogar schädlich sein können.

Am ersten Tag entzündet man in der Nacht ein Feuer und verbrennt darin eine Figur aus Stroh, als Symbol für die Dämonin Holika.

Wie alle Feste ist auch Holi in seiner Bedeutung sehr vielschichtig. Im spirituellen Bereich vermittelt es, wie in der dazugehörenden Mythologie erkennbar, die Botschaft vom Triumph des Guten über das Böse. In der Natur dagegen markiert es den Sieg des Frühlings über den Winter, denn das Fest beginnt mit dem Aufblühen der Natur. Ein wichtiger Punkt ist den Menschen auch der Versöhnungsaspekt, denn es heißt, dass man in diesen Tagen auch alte Streitigkeiten begraben soll.“

Na, das ist ja eine tolle Bedeutung, da kann ich mitgehen: Also wünsche ich Euch allen heute:
Happy Holi!

Der Kampf für mich

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Woche 2

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Der Kampf für mich – Foto: fotolia.de / Urheber: Andrey Kiselev / Bearbeitung durch mich

Ja, ich kämpfe. Ich begehre auf. Ich kämpfe für mich. Und es ist mir im Grunde egal, was Du davon hältst, ob „man“ nicht mehr kämpfen sollte, weil man ja da drüber steht, ob ich noch nicht weit genug bin und angeblich noch Techniken lernen „muss“,um in Fluss zu kommen. So ist es gerade für mich, und in dieser Woche habe ich es ganz besonders gespürt. Ich kämpfe für mich und meine so kostbare Zeit. Ich kämpfe dafür, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Ich boxe mir Zeit frei, um zu erforschen, was in mir schlummert, um in die Welt zu bringen, das herauszukommen begehrt.

Es schreit in mir, es schreibt in mir.

Ganz besonders heftig ist dieser Kampf, diese Rebellion, wenn ich in gähnend langweiligen Besprechungen sitze, Diskussionen beiwohne, die mich langweilen, in Gesprächen, die zu nichts führen, die sich sich in irre lange Dauerschleifen drehen. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will dabei Dich oder Dich nicht verurteilen oder mich über Dich stellen. Ich weiß, ich bin verdammt ungeduldig und dann auch manchmal ungerecht. Manche Dinge brauchen aber Geduld. Doch da schlummert so viel in mir, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Die Uhr tickt. Es schreit und brodelt inwändig.

Manchmal bricht dieser Vukan auch aus. Gerade diese Woche konnte ich nicht mehr an mich halten. Es wurde zuviel, ich wurde zum trotzigen Kind, zur Kriegerin für meine Ressourcen. Ich schäme mich dessen nicht. Die kleine Kriegerin hat gut auf mich aufgepasst. Diese Woche wurde ich ihrer so richtig bewusst, der Keimzelle meiner Wut. Sie kämpft für MEINE ZEIT.

Und wisst Ihr was? Ich höre gerade auf sie, meine liebe Wut. Heute ist ein ganzer Tag für mich! Ich schreibe heute, ich genieße das. Ich lasse die anderen Schreibarbeiten links liegen, und bin für das da, was aus mir heraus in die Welt will. Und ich weiß, ich werde das jetzt konsequent tun, ich will dem „FÜR-MICH“ kontinuerlich Raum schenken, das wird die Kriegerin in mir befrieden. So wird die Energie, die Aufmerksamkeit, die sie von mir fordert, in konstruktivere Bahnen gelenkt. Kriegerin, ich danke Dir!

PS: Ich habe ihr übrigens einen Namen gegeben: sie heißt Rodriana.

Das Mark des Lebens

Mein Menschenlehrer -Tagebuch Woche 1/2

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Ich ging in die Wälder … Foto von der fotolia.de / Bearbeitung durch mich.

Dieses Zitat von Thoreau habe ich, wie wohl so viele andere Menschen das erste Mal im Film „Club der Toten Dichter“ gehört. Mit diesem Text leitete der „Club der Toten Dichter“ stets seine Sitzungen ein. So wie der ganze Film hat mich dieses Zitat damals tief berührt.

Und  Ja: genau darum geht es für mich in dieser Menschenlehrer-Ausbildung: das Mark des Lebens in mich aufsaugen, intensiv leben, echt leben, meine Essenz und Wesentlichkeit leben. Ich will tief leben, ich will mich rausfinden, mich verschenken, mich in dem Potenzial (er-)leben, auf dass ich mein Bestes in und für diese Welt geben kann. Meine Sehnsucht und meine Hoffnung ist, dass ich es wirklich schaffen kann, ein integrales, gutes Leben zu leben, und meine Sehnsucht und Hoffnung ist es zugleich auch, dass ich weitere Menschen dazu inspirieren kann.  Ich will nicht der Neil Perry im „Club der Toten Dichter“ sein, der verzweifelt und hoffnungslos aus dem Leben scheidet, weil es offenbar keinen anderen Ausweg mehr gibt. Ich will den „weiblichen Todd Andersen“ verkörpern, der es schließlich schafft, aufzustehen, für sich, für sein Leben würdevoll einzustehen.

Mein Leben ist gerade fulminant und eine Achterbahnfahrt, eine riesige Baustelle. Es kommt vieles in Fahrt, ich bin voll unterwegs, und ich komme immer mehr in meine Kraft, aber es ist wirklich noch gut was zu tun. Ich bin mittendrin, und es stehen so viele Dinge an. Das zeigt eine Zwischennotiz, die ich vor kurzem einige Tage nach dem ersten Modul der Menschenlehrer-Ausbildung schrieb:

„Vor zwei Wochen ging ich in unsere Menschenlehrer-Ausbildung mit einem Gefühl „Boah, eigentlich hast Du MEHR als genug grad – kannst Du Dir es leisten, in diesen ersten Block zu gehen…?!?“, so viele Projekte in Deinem Patchwork-Berufsdasein – u.a.:

  • Kommunikationskonzept (zum Einstieg in einen geliebten Job, der am 1.März bezahlt startet), 
  • Konzeptpapier – Abschlussarbeit für eine Fundraising-Ausbildung
  • am Wochenende Strategietreffen für Transition (so dass ich Samstag und Sonntag schonmal garantiert nicht teilnehmen konnte)
  • im Mai ein TransitionCamp zu organisieren, mit dem ich gefühlt allein dastehe, da eine Kollegin auf unabsehbare Zeit schwer erkrankt ist
  • im Mai eine komplexere Website relauncht haben (bei dem ich einen Dienstleister steuere, aber ganz viel konzeptionelle und redaktionelle Arbeit liegt bei mir),
    (beide Termine bindend, weil in ein Projekt integriert, das wir dokumentieren müssen) 
  • mein Buchprojekt, das diesmal nicht (!!!) hintenrunter fallen soll
  • Teamleader im humantrust
  • und der ganz normale geliebte (!) Berufsalltag (zwei inhaltsreiche Newsletter vorbereiten, zwei Facebookseiten betreuen)

Ich fühlte mich echt überfordert, es fühlte sich so „eng“ an und ich dachte, ich müsste mich von etwas trennen, um wirksamer und erfolgreicher unterwegs sein zu können. In das Treffen am Wochenende ging ich „hart“ – in der Ankommensrunde benutzte ich die Worte „Es ist frostig, ich gehe hier geklärt rein, aber ich fühl mich allein, es ist alles zu viel….“

Und dann: … Ist das Eis aufgebrochen!!!

Am Wochenende haben sich zwei Teams gefunden – eines, das gemeinsam mit mir das Camp vorbereitet und richtig Bock drauf hat und ein Websiteteam. Das Fundraising-Konzept ist in die Jahresplanung integriert und nicht „nur“ für die Ausbildung geschrieben – und ich habe es nach dem Wochenende einfach runterschreiben können und pünktlich abgegeben – und es ist sogar sinnvoll, weil mit Nutzen. Die Ideenskizze zum Kommunikations-Konzept ist auch schon fertig und gestern per Skype mit einem tollen Feedback besprochen – und auch so, dass wir es gleich anwenden werden. Mein Verleger hat mich angeschrieben (also seine Initiative – wuuuuhuuuu!!!), wir haben hin und her geschrieben und Anfang März ein Treffen vereinbart – die Terminschiene fühlt sich für mich supergut an. Und gestern hat sich auch noch meine kranke Kollegin gemeldet, es geht bergauf bei ihr.

Bei einem anderen Projekt,unserem LeineHeldenJam, der im November ansteht und mir auch zuviel wurde, zeichnet sich auch eine Lösung ab: Er wird vermutlich in ein anderes Event integriert, und es ist so viiiiel weniger Arbeit. Und auch hier habe ich gesagt: „Boah, es wird mir zu viel. Ich schaffe das nicht. Ich liebe aber dieses Projekt und fühle eine Verpflichtung gegenüber einer Uni, weil sie Kooperationspartner ist und sogar ein Lehrforschungsprojekt draus macht.“ Und siehe da: Jemand anderem kam auch hier die zündende Idee, die mich sofort extrem erleichtert und die Machbarkait fühlbarer gemacht hat.

Dies alles hat sich innerhalb weniger Tage so gelöst….
Das Zuviel-Gefühl hatte ich Wochen mit mir rumgetragen. Ich weiß jetzt: Sobald dieses Gefühl auftaucht, werde ich es ansprechen ;).

Mein Learning: 
Wenn Du merkst, es wird für Dich zu viel, Du liebst aber das, was da mit Dir durch Dich passieren soll, und es ist sinnvoll, bitte nicht in dem Gefühl der Enge bleiben und zurückstecken, auf Deine Komfortzone zurückrudern, sondern ehrlich sagen: „Uff, ist grad viel… es ist aber trotzdem meine Vision und ja sie hat auch mit Eurer zu tun,und ich geh dafür. Bitte helft mir und zeigt mir, wies geht. Und die Unterstützung wird kommen :-))))…“

Ich fühle mich gerade getragen, wie befreit – größer und auf neuem Level. Ich fühle mich wie ein Feld, das mit anderen durch andere wirkt. Und es fließt. Ein tolles Gefühl!!!“

Ein großes Thema: Meine integrale Balance finden

Wie Du an diesen Ausführungen merkst, habe ich einen deutlichen Lebensschwerpunkt: mein Leben ist sehr einseitig ausgerichtet, sehr von meiner Berufung eingenommen und bestimmt. Das gefällt mir nicht, ich brauche eine integralere Lebenspraxis und ich wünsche mir sehr, dass sich diese innerhalb der nächsten zwei Jahre entfaltet – und zwar mit Leichtigkeit – so wie sich meine beruflichen Herausforderungen vor zwei Wochen gerade aufgelöst haben:

Ich mache zu wenig Sport, achte zu wenig auf mich selbst, ernähre mich ungesund, gönne mir zu wenig Auszeiten, wertschätze meine Familie zu wenig, obwohl ich sie so sehr liebe und mir sehr bewusst ist, was für einen Heimathafen und Ruhepol mir meine Familie wirklich bietet. Bei uns zu Hause ist es viel zu unordentlich und unwirtlich. Das will ich dringend ändern. Ich will wieder mehr Schönheit, Gemütlichkeit und gleichzeitig das „Mark des Lebens“. Ganz schön viel! Zuviel? Ich glaube nicht, ich glaube, dass das gehen kann.

Integraler UND nachhaltiger Lebensstil

Ein Riesenthema ist für mich auch, dass ich einen nachhaltigen Lebensstil wirklich vorleben möchte. Ich schreibe gerade das Buch „Unterwegs zum guten Leben – Mensch sein für ein neues Zeitalter“ und ich möchte diesen guten Menschen, den ich im Buch propagiere wirklich verkörpern. Ich möchte integer, authentisch, strahlend damit sein. Es aus jeder Pore ausstrahlen. Mein Glaube an den Weltenwandel ist wirklich wahrhaftig, meine Begeisterung transportiert sich, aber ich muss es auch wirklich verkörpern, indem ich einen nachhaltigen Lebensstil vorlebe oder einen „Bruch“ damit transparent mache und gut begründe. Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, und da ist noch ganz viel Luft nach oben, ich merke das je tiefer ich in dieses Thema eintauche. Wir könnten alle so viel mehr, wenn wir unser Verhalten und unser Bewusstsein nur ändern würden. So denke ich, dass ich mit dem Buchprojekt so etwas wie ein Spiegel sein kann. Ich transformiere mich schreibend und biete so die Transformationsfläche für andere – mit all meinen Lebensbaustellen.

Unterwegs zum guten Leben – Mein Buch- und Medienprojekt

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Vor einer guten Woche hatte ich die Chance, mein Buchprojekt „Unterwegs zum guten Leben“ kurz und knackig vor geschätzt 100 Menschen im Rahmen des Workshops „Schreibglück“ zu präsentieren. Jetzt sizziere ich auch hier kurz, um was es bei dem Projekt geht.

Los geht´s…

Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist.1)Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.

Doch wie geht das – ein gutes Leben führen,
ein Leben, das gut ist für mich, für Dich und auch für den Rest der Welt?

Wie kann das wieder in Balance kommen? Das ist doch ein Weltwunder-Projekt, so monumental, so unerreichbar, so unfassbar, dass ein Mensch allein daran scheitern. Und überhaupt: Was kann unsere gemeinsame Orientierungslinie, was könnten gemeinsam Leitsterne sein, die Dich und mich (ver)führen, uns aufzumachen hin zum guten Leben?

Die gute Nachricht ist: Es gibt diese Leitsterne schon!
Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen

Vor einem Jahr, im September 2015, ist nämlich etwas Weltbewegendes passiert: Alle 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kamen zu diesem Zeitpunkt zu einer Konferenz inNewYork zusammen und haben alle miteinander gemeinsam die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, willkommen geheißen. Alle 192 Mitgliedsstaaten haben diese Ziele unterzeichnet und sich dazu bekannt, diese Ziele gemeinsam spätestens bis zum Jahr 2030 erreichen zu wollen.

Was für eine Vision! Denn: Diese globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein Spiegelbild nahezu all der Riesenbaustellen, die wir auf diesem unserem Planeten Erde in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben. Vom Beenden der Armut über die gerechte Verteilung von Lebensmitteln, die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Rettung der Meere bis hin zur Erhaltung der Artenvielfalt sind mit den globalen Nachhaltigkeitszielen sämtliche Hausaufgaben aufgelistet, die wir zu machen haben, um diese Welt so zu ordnen, damit unsere Kinder und Kinderkinder es hier gut haben – und vielleicht sogar in manchen Dingen noch besser haben als unsere Weltengemeinschaft jetzt. Wenn wir aber das Ruder rumreißen wollen und nicht nur selbst ein gutes Leben leben wollen sondern die auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dann ist es wichtig, dass jede und jeder mit anpackt. Und dazu bieten die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzheitlichen Anlage einen idealen Orientierungsrahmen. (Im Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ auf diesem Blog kannst Du das etwas tiefer ausformuliert nachlesen).

Und ich habe sogar noch eine weitere gute Nachricht: Die Nachricht von den magischen fünf Prozent
Um dieses Wunder möglich zu machen, müssen wir freilich alle gemeinsam anpacken. Es reicht nicht zu „warten“,was einige Regierungen verzapfen, wir müssen das aktiv einfordern und selbst etwas beitragen. Doch es gibt eine weitere, weitaus beruhigendere Zahl: Es braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent, um einen fulminanten gesellschaftliche Veränderung herbei zu führen. Diese Zahl kommt aus der Schwarmforschung, Richard David Precht zitiert sie in seinem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“, in einem Interview mit dem Schwarmforscher Jens Krause2)Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225; die Autor*innen Ute Scheub und Annette Jensen haben diese magische Zahl in ihren „Aktionsplan für ein gutes Leben“, dem letzten Kapitel ihres Buchs „Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben“ ebenfalls integriert3)Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304. 5 Prozent einer Weltbevölkerung, das sind 400 Millionen Menschen – so viele Menschen wie in der EU leben. Das wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammen bekommen, wenn schon hunderttausende Menschen gegen TTIP und CETA auf die Straße gehen. Glaube mir: Wir schaffen das! (Siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.)

Und was hat das jetzt mit meinem Medienprojekt
„Unterwegs zum guten Leben“ zu tun?

Richtig, damit mache ich Dir richtig Lust darauf, für eine bessere Welt zu wirken.

Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?

Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

Und sukzessive gibt es hier mehr dazu zu lesen, zu hören und zu sehen.

In Kürze stelle ich Dir zum Beispiel Chris und Tanja vor…

References   [ + ]

1. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.
2. Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225
3. Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304

Schreib-Glück – Danke für die Tankstelle

Schreiben ist für mich Seelen-Nahrung und eine meiner Ausdrucksformen. Hast Du es schon immer geliebt zu schreiben und spürst da eine Resonanz, eine Sehnsucht, dem mehr Raum zu geben? Dann schau Dich nach Möglichkeiten um, damit zu „spielen“! Vor vielen Jahr fiel mir das Buch „Der Weg des Künstlers – Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ in die Hände. Ich kann es wärmstens für eine integrale Schreibpraxis empfehlen  und habe hierzu auch einen Artikel „Aus meiner Bibliothek: Der Weg des Künstlers“ geschrieben.

Durch mein Mitwirken in der Online-Community humantrust, initiiert von Andrea und Veit Lindau, bin ich Anfang des Jahres auf deren Kurs „Schreib-Glück“ gestoßen – und es ist wahrhaftig ein großes Glück und Luxus, Teil dieses Kurses zu sein. Neben zwölf inspirierenden Lektionen stellt der Kurs einen Draht zu Verleger*innen her. Vor allen Dingen ist durch den Kurs aber auch eine Community an Gleichgesinnten entstanden, eine sich stärkendes, gemeinsam lernendes Feld, das sich immer weiter entwickelt.

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SchreibGlück  – Energietankstelle – ein Rückblick zum Tagesworkshop

So ist das Schreib-Glück-Kurs mit dem Kurs selbst nicht abgeschlossen und geht immer weiter:

Vor einer Woche beispielsweise hatte LifeTrust, das Unternehmen von Veit Lindau zu einem Tagesworkshop „Schreib-Glück – eine Energie-Tankstelle“ eingeladen. Und eine Energietankstelle war dieser Workshop wirklich. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen Tag so besonders machten – an alle Teilnehmer*innen für den Austausch, die Stärkung, das Hinterfragen und den Applaus, an die Verleger*innen Cornelia Linder (Gründerin des Sheema Verlages), Ulrich Ehrlenspiel (Verlagsleiter Randomhouse), an Joachim Kamphausen (Gründer der J.Kamphausen Mediengruppe GmbH), für alle Life Trust-Menschen, die den Raum so wunderbar bereitet haben, für Veit Lindau und seine Marketing-Impulse.

Insbesondere die Verleger*innen haben mich sehr inspiriert. Jede/r von ihnen konnte auf ihre/seine individuelle Weise transportieren, mit welcher Leidenschaft sie/er seine Tätigkeit ausfüllt. Das hat mir das „System Verlag“ einmal menschlich vor Augen geführt. Jetzt sehe ich einen Verlag nicht mehr nur als „Abnehmer meiner Schreibprodukte“ an, sondern „sehe“ eher die darin arbeitenden Menschen als Gegenüber und Spiegel, denen das Schreiben, die Bücher, die liebevolle und nützliche „Verpackung“ von Wissen, Gefühlen und Geschichten, die Weiterentwicklung von Menschen genauso sehr am Herzen liegt, wie mir (und vielen anderen Menschen). Sie haben im Verlagswesen ihr Terrain gefunden, diese Welt schöner und runder zu machen.

  • Cornelia Linder hat mich mir ihrer Ruhe, Tiefe und Spiritualität sehr inspiriert. Danke für die tolle fünf Punkte-Übung!
  • Ulrich Ehrenspiel war so locker, flockig, heiter, so verschmitzt, so persönlich – und hat dennoch ehrlich, sehr liebevoll und wertschätzend einige heikle Knackpunkte aufgezeigt, die für (angehende) Autor*innen beachtenswert sind. Insbesondere ist mir eine Falle bewusst geworden, in die wohl so einige Autor*innen tappen: Man weiss um seine Geschichte, spürt Besonderes,  Musterhaftes, Exemplarisches in ihr auf, findet Mitteilenswertes darin, denkt, die eigene Lebensgeschichte, das eigene Schicksal, die eigene Heldenreise könnte DER Schlüssel, DIE Inspiration, DER NEUE BESTSELLER werden – doch oft ist dem nicht so. Schreiben ist auch ein Instrument der Selbstklärung. Und manchmal ist es gut und ausreichend, wenn es dabei bleibt.
  • Joachim Kamphausen und das „Team Kamphausen“ haben mich besonders beeindruckt. Hier war deutlich spürbar, wie sehr der Verlag sich in die Bedürfnisse von Autor*innen hineingedacht hat und sich konsequent in ihren Dienst stellt. Ein echtes Anliegen, kein Produkt, keine Vermarktungsstrategie. Das hat mich schon sehr berührt. Dabei hat Joachim Kamphausen klar auch die Schwierigkeiten der Branche benannt: Das gedruckte Buch – im Strudel befindlich inmitten eines sich immer größer auftürmenden digitalen Medien-Tsunamis (der sicherlich so manches Wertvolle einfach unbeachtet wegspült).

Alle Verleger*innen standen auch für Speed-Datings bereit – eine Möglichkeit, die ich nicht wahrgenommen habe, denn: mein Exposé war und ist noch immer nicht fertig. Darüber habe ich mich vor der Veranstaltung sehr gerärgert. Doch im Nachhinein bin ich froh, dass ich noch nicht so weit bin. Beim Workshop habe ich nochmal einige für mich hilfreiche Tipps bekommen, die ich bei der Exposé-Erstellung beachten werde. Insbesondere werde ich darauf achten, jedem Abschnitt zwei-drei Kernformulierungen voran zu stellen.

Unterwegs zum guten Leben – mein Medienprojekt

Das Highlight des Tages, auf das ich auch den ganzen Tag hingefiebert habe, war für mich, mein Buchkonzept in fünf Minuten präsentieren zu dürfen. Ich hatte mich einige Tage darauf vorbereitet; letztendlich habe ich tagsüber das Konzept, das ich mir zurecht gelegt hatte, komplett umgeschmissen und auf der Bühne intuitiv losgelegt. Es waren wahrlich sehr aufregende fünf Minuten! Eigentlich wollte ich auch ein Foto von mir schießen lassen, das mich bei der Präsentation zeigt, doch das habe ich im Eifer des Gefechts vergessen. So bleibt eine Collage, ein „Wimmelbild“ von den Medien, die ich bei meiner Präsentation eingesetzt habe:

1-unterwegs

Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Ich kann gar nicht richtig einschätzen, wie die Resonanz auf meine Präsentation war:
In jedem Fall bin ich froh, diese Chance genutzt zu haben.

Danke an alle, die so wohlwollend und begeistert Applaus spendeten. Ich fühlte mich getragen!

Und um was geht es bei „Unterwegs zum guten Leben“ in ganz wenigen Sätzen formuliert?1)Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…
Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden). Doch viele von uns wissen nicht, wie das geht. Meiner Meinung nach sind die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die idealen Leisterne für ein Wirken für eine bessere Welt dar (ich habe dazu auch den Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ verfasst). Und ich habe eine weitere gute Nachricht: Um dieses Wunder möglich zu machen, braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent (siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.) 
Mit diesem Medienprojekt möchte ich richtig Lust darauf machen, dafür zu wirken. Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?
Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

References   [ + ]

1. Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…

Mit Schreib-Glück zur Sinn-Finderei

1-ars

Oder: Wie ich gerade für mich dabei bin, Kunst und Geld zu versöhnen…

Worte schaffen Welten. Schreiben – das ist für mich Ausdrucksform und Spurensuche zugleich. Die richtigen Worte finden, um das stimmig zu erzählen, was an Gedanken und Gefühlen in mir ist, mich bewegt, und: mich zugleich von den Worten tiefer finden lassen, Worte, die wiederum mein Inneres rufen und es vermögen, weiter in mich hineinzutauchen und noch aus den trübsten Wässern längst Vergessenes hervorlocken. Mit Worten und Sprachbildern das Bewusstsein auch im nicht benennbarem Terrain erfischen: So funktionieren Ge-schich-ten.

ars:scribendi – Worte schaffen Welten.

Genau dieser Prozess, dieses Ping-Pong, fasziniert mich seither am Schreiben. Nicht ohne Grund habe ich wohl vor fast zehn Jahren mein erstes Unternehmen ars:scribendi genannt – die „Kunst des Schreibens“. ars:scribendi – die Verwandtheit zum ars vivendi, diesem leichten, kunstvollen Lebensstil, gefiel mir. Mein inneres Auge reiste nach Ligurien, ich spürte Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der Duft von Pinienhainen lag in der Luft, das Meer rauschte von der Ferne, ich wanderte auf einem schmalen Pfad an einer Felsenklippe entlang. Unterwegs und im Fluss, im Gleichklang mit mir und der Welt. Darum ging es mir schon immer: Schreibend den Sinn (er-)finden und dabei die Schönheit dieses Tuns genießen. „Worte schaffen Welten.“ habe ich damals auch als Credo für ars:scribendi gefunden, und es mit jener Werte-Kalligrafie illustrieren lassen, die Du als Titel dieses Artikels siehst. Allein: dass ich diese Werte nicht achtete, beachtete ich nicht.

Was ich so machte: Worte für die Tonne
Kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution

ars:scribendi – hört sich gut an, oder? Was verbindest Du damit? Eine Literaturagentur? Ein Literaturcafé? Eine Buchhandlung mit ganz feinen Büchern? Vermutlich all das und einige schöne Dinge mehr, aber bestimmt nicht das, was ich daraus mit meinem Unternehmen machte: Ich gründete eine PR-Agentur, stellte mich in den Konzept- und Schreibdienst von Unternehmen. „Das ist ja auch sinnvoll und gut“, magst Du denken. Und ja, daran ist nichts Verwerfliches, das denke ich auch. Nur: Heute denke ich, dass ich damals mein Licht unter den Scheffel stellte, aber vor allem: dass ich einige meiner zentralen Werte negierte. Denn: Vieles war ich da im Dienste einiger Unternehmen tat, war in meinen Augen kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution. Das war eigentlich für die Tonne – Schaumschlägerei und ein unangemessenes Anpreisen. Ich muss es nochmal aufschreiben, auch wenn mir wieder schlecht dabei wird. Bei all meinem Tun ging und geht es mir stets darum, wesentlich, wertvoll und sinnstiftend zu kommunizieren, zu sein. So einiges von dem, was ich da machte, war das mitnichten. Versteh mich nicht falsch – manches Mal, wenn ich für einen Coach ein Marketingkonzept erstellte, wenn ich gemeinsam mit ihm oder ihr ein Geschäftskonzept erarbeitete und dafür eine Kommunikationsstrategie entwickelte, dann war das tiefe, ehrliche Arbeit. Doch einige Projekte nahm ich offen gestanden nur wegen des Geldes an und nicht, weil ich davon überzeugt gewesen wäre. Aber genau das gestand ich mir nicht ein. Ich war so drin in der Maschinerie, dass ich Aufträge brauchte, dass ich nicht darüber nachdachte, welches meine eigentlichen Werte und Prinzipien waren.

Das Unbehagen mit dem eigenen Unternehmen

In den folgenden Jahr spürte ich oft, dass es nicht passte, dass ich nicht richtig war, dass Business-Veranstaltungen sich für mich häufig „leer“ anfühlten – das typische Unternehmer-Blabla. Vielleicht kennst Du ja auch solche Events? Ich nahm sie als notwendiges Übel hin und dachte, es müsste so sein. Viele meiner Klienten schätzten meine Arbeit. Und eigentlich habe ich auch nie Akquise gemacht, denn die Kunden fühlten sich von mir hingezogen (vielleicht weil sie spürten, dass da noch mehr schlummerte). Doch ich selbst war oft mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden, manchmal musste ich bei Abgabeterminen auch um Aufschub bitten, manche Projekte beendete ich nie… Mein Business lief folglich nicht richtig…

Was ich eigentlich wollte: Worte schaffen (auch bessere) Welten

Einige Schlüsselerlebnisse (davon berichte ich in anderen Artikeln sukzessive) führten mir vor Augen, um was es mir eigentlich ging mit meiner „Schreib- und Kommnikations-Kunst“: etwas Positives zu erschaffen, etwas Größeres, Besseres, Schöneres – einen Beitrag dazu zu leisten, diese Welt zu einem guten Platz zu machen. Dann da ist noch ganz viel Luft nach oben. Worte schaffen (auch bessere) Welten. Dazu ist Schreiben eines meiner Talente.

Meine Job-Transformation:
Ich bin Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung!

In den letzten drei Jahren habe ich mich immer mehr von Projekten finden lassen, die meinen Werten entsprechen und die dazu beitragen, diese Welt tatsächlich zu einem besseren Platz zu machen – zum Beispiel die Gemeinwohl-Ökonomie und die Transition Town-Bewegung. Und ICH DARF mich dort einbringen, schreibend, konzipierend, organisierend  – das ist ein großes (Schreib-)Glück und eine Ehre. Tag für Tag, ich bin von Dankbarkeit erfüllt. Noch bin ich unterwegs; ich bin aber immer mehr in der Lage, davon leben zu können und kongruent mit meinen Werten zu sein.

Und jetzt meine Hinführung zum Schreib-Glück: Meine Sinnfindungssuche im humantrust (vormals Living Master Club) von Andrea und Veit Lindau hat erheblich dazu beigetragen, dass mich all das entdeckt hat. (Interessanter Weise bin ich fast zeitgleich zum Living Master Club gekommen und habe mich sowohl von der Gemeinwohl-Ökonomie als auch von der Transition Town-Bewegung finden lassen – eine sehr spannende Synchronizität…)   Als in diesem oben beschriebenen Sinn so heftig Schreib-Verliebte war es für mich nur logisch, dass ich im Frühjahr auch  in den Schreibglück-Kurs von Veit Lindau eingetaucht bin. Weil da seit Jahren Medien in mir schlummern, die die Welt erblicken mögen. Noch schenke ich ihnen nicht genügend Raum, aber ich spüre sehr deutlich, dass sie immer mehr Platz einnehmen wollen, und ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Wochen und Monaten in dieser Hinsicht passiert.
PS: Dieser Artikel sollte eigentlich ein Rückblick auf das wunderbare Schreibglück-Event werden, das ich vergangenen Sonntag in Baden-Baden besucht habe. Meine Worte haben mich aber woandershin verführt, wie das manches Mal mit ihnen so ist ;-)…
Jetzt folgt dieses Wochenende noch ein weiterer Blogpost mit einem tatsächlichen Rückblick – und hier ist er schon: Schreibglück – Danke für die Tankstelle :-)

Schaulaufen: Vom Leben verführt…

oder: warum ich die letzten vier Wochen anderer Wege ging, als weiter auf diesem Blog zu schreiben und die versprochene SDG-Serie zu starten…
oder auch: alles neu macht der Juni!!

Karussell auf dem Oktoberfest

Synchronizitäten – spirituelle Menschen sagen Dir, diese „Gleichklänge“, diese Wegweiser, diese „Ereignis-Mäzene“, tauchten dann auf, wenn Du mit Deiner Intuition gut unterwegs seist. Wenn Du so seist, wie das Leben Dich gemeint habe, dann öffne Dir das Leben Türen, die Dir zuvor verschlossen gewesen seien. Vielleicht hat Dir das Leben bisweilen diese Wunder-Winke geschenkt…

Und dann: Kennst Du auch das Gefühl, gerade dann vom Leben so komplett absorbiert zu sein, dass eine Reflektion dessen, was Dir da gerade passiert, unmöglich scheint – vielleicht gerade, weil gerade alles so synchron im Fluss ist? Obwohl Du doch Pläne hast, obwohl Du doch mitteilen willst, obwohl Du doch gerade so gut freigeschrieben bist, obwohl Du fühlst, dass ein Mitteilen vielleicht interessant, vielleicht wichtig wäre. Kennst Du das, dass das Leben Dich gerade so will, dass Du einfach nur diese Augenblicke genießen magst, weil sie zu heilig sind, als dass sie zu beschreiben wären? So geht es mir manches Mal… Ich nehme mir vor, über bestimmte Termine, über Vorträge, über Veranstaltungen, über Erlebnisse zu berichten… und dann… sind sie vorbei geflogen so intensiv… und eine weitere Erlebniswelle nimmt mich auf, trägt mich, trägt mich weiter, immer weiter im Strom des Lebens.

Genauso waren meine letzten Wochen. Ich habe an diesen meinen Blog gedacht, Wort- und Berichtsfetzen im Kopf. Die geplante Serie zum nachhaltigen Leben im Kopf… und doch war die Zeit so intensiv, dass ein Eintauchen in den geplanten Stoff nicht möglich schien…. Mit schlechtem Gewissen habe ich an diesen Blog gedacht, der in den letzten Wochen brach lag, meine Pläne mit dieser Serie, mein Versprechen zu starten… und habe es immer wieder verschoben zu schreiben… und …..

… Heute bin ich wieder da… aufgetaucht… nach vier (!) intensiven Wochen, die wie im Fluge vergingen…

… und als ich heute in meinen gefühlt ersten ruhigen Stunden an die vergangenen vier Wochen gedacht habe, da wurde ich mir bewusst, dass sich in einem Monat ein Teil meines Lebens komplett umgekrempelt hat – mein Berufsleben… Auch wenn einiges davon schon früher klar war, und ich quasi ins Neue hineingearbeitet habe. Folgendem habe ich mich im Juni unter anderem voll hingegeben:

  • Zum 01. Juni habe ich meinen (Halbtags-)Traumjob angetreten, bei dem ich für meine Vision gehen kann – als Projektkoordinatorin für das deutsche Transition Netzwerk. Wuuuhuuuu! Und gleich im Juni drei intensive Veranstaltungen organisiert und erlebt, die meinen vollen Fokus forderten: ein Hackathon-Wochenende für den Relaunch unserer Website, dem ersten Projekttag mit unserem Förderer, dem Umwelt-Bundesamt sowie ein Tag, an dem wir uns das Projektjahr offiziell starteten …
  • Am 10. Juni  bin ich als Autorin im neuen Online-Magazin „Compassioner“ mit einem Artikel zur Gemeinwohl-Ökonomie gestartet und werde für den Compassioner regelmäßig monatlich schreiben. Ebenfalls: Wuuuuhuuuuu!!!
  • Mitte Juni tauchte „spontan“ ein zweiter Job auf, der mein Einkommen komplettiert und rund macht – fast wie mit einm Fingerschnipp: Ich bin als Coach und Beraterin für die IBB AG (Institut für berufliche Bildung AG) tätig – wieder einmal. Nachdem ich bis vor knapp zwei Jahren für das IBB tätig war, hatte ich seitdem pausiert. Jetzt suchte das IBB für den Standort Peine dringend einen Coach: mich. Und nachdem ich den Job seit zwei Wochen mache, kann ich schreiben: Klasse, es war eine gute Entscheidung! Ich unterstütze arbeitssuchende Menschen dabei, einen neuen Job zu finden oder sich beruflich sogar nochmal ganz neu zu erfinden. Ich kann also ganz viel Würde wieder geben, Mut machen, Sinn stiften. Toll!
  • Schließlich hat vor etwa einer Woche noch ein sehr spannender Künstler mit einigen Welt-Hits mit einem Biografie-Projekt bei mir angeklopft. So, als würde er sagen wollen: „Steffi, Du Künstlerseele, Du Künstler-Versteherin, Du Künstler-Liebhaberin, Du Kultur-Genießerin, Du in die Schönheit verliebtes Wesen, denk nicht immer nur in Welt-Retten-Dimensionen. Es gibt die Musik, es gibt die Poesie, die Mystik, die Wunder.“ Es steht im Raum, diese Biographie für ihn (mit) zu schreiben, und mein Herz lacht, weil ich einen so faszinierenden Menschen habe kennen lernen dürfen.

Also… jetzt hast Du einen kleinen Ausschnitt von dem erhascht, was mich in den vergangenen Wochen so in seinen Bann gezogen hat. Und vielleicht verstehst Du jetzt ein wenig, warum meine Arbeit am Blog  stockte. Es war, als hätte die Zeit hier stillgestanden, weil woanders das Leben getanzt hat. Jetzt bin ich wieder hier an meinem lieb gewonnenen Schreibplatz, bei meiner Schreibliebe. Und bitte verzeih, wenn es hier ein wenig still war, und sich der Start einer angekündigten Serie ein wenig verzögert. Es passiert! :-).

Und Du? Wie geht es Dir?
Bist auch Du schonmal so von Deinem Weg abgekommen,
obwohl Du doch weißt, dass es eigentlich der Richtige ist?

Herzliche, um Verständnis werbende Grüße,

Steffi.

Buchtipp für Schreib-Liebende: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

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Als Absolventin des Kurses „SchreibGlück von Veit Lindau“ und als als ins Schreiben verliebte Frau, für die Schreiben eine ganz wesentliche Ausdrucksform ist, setze ich mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander – genreübergreifend, obwohl ich gerade selbst an einem Sachbuch arbeite.

Gerade habe ich Bianca Ritter ein Feedback zu ihrem wunderbaren Roman-Erstling „das Erbe von Alchatar“ gegeben und dachte, dass diese Gedanken vielleicht auch für Euch von Interesse sein könnten:

Eine großartige Einführung ins Romanschreibe-Handwerk
liefert James N. Frey mit seinen Büchern
„Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und
„The Key – Die Kraft des Mythos.
Wie verdammt gute Romane noch besser werden.“

Ich habe sie sehr gern gelesen, sie sind gut geschrieben – und lehrreich.

Insbesondere „The Key – Die Macht des Mythos“ hat bei mir einiges „erhellt“. Frey beschreibt darin den Zyklus der Heldenreise nach Joseph Campbell. Campbells Werke sind doch recht mühsam zu lesen – Frey erklärt das locker-flockig-leicht. Daumen hoch!