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Eines meiner großen Schattenthemen: Bedeutsam in seinen Schattierungen und ein großes Scheitern

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Mein Menschenlehrer-Tagebuch Part 8

Zur Zeit beschäftigen wir uns in der integralen Menschenlehrer-Ausbildung mit Veit Lindau mit dem Thema Schattenarbeit.1)Was das ist, kannst im verlinkten Artikel aus der Zeitschrift SEIN nachlesen. Ich werde das Thema in Kürze mit meinen eigenen Worten erläutern. In diesem Artikel mag ich einmal meine eigenen Schatten benennen, denen ich mir teils schon länger, teils aber auch erst seit kurzem bewusst bin. Ich danke für meine Schattenthemen, werde mich ihnen widmen und freue mich, dass sie sich dank Schattenarbeit und meinen weiteren Bestrebungen sicher auflösen werden. Meine Kernschatten-Themen sind:

  • Meine Selbstliebe
  • Bedeutsamkeit
  • Reichtum
  • Mein Körper
  • Meine Weiblichkeit und mein Mutter-Sein:
  • Äußere Ordnung

Diese Schattenthemen werden natürlich auch gerade aktuell durch einige Menschen getriggert, zu denen ich Spannungen spüre. Die will ich hier aber aus Respekt vor deren Privatsphäre nicht benennen. Ich werde sie aber direkt ansprechen und das „aufdecken“. Also let´s go – beschreibe ich mal eines meiner Schattenthemen en detail – die Bedeutsamkeit. Die anderen beschreibe ich sukzessive später:

Bedeutsamkeit oder „Um gut zu sein, muss ich jetzt aber noch…“
Ich war mir schon länger bewusst, dass ich ein Thema damit habe – und zwar tatsächlich in ganz unterschiedlichen Dimensionen. Einerseits sehne ich mich nach Bedeutsamkeit und andererseits habe ich mich oft genug unsichtbar gemacht, könnte schon längst bedeutsamer sein.

Zwei X-Chromosomen zum Trotz?!?
Bedeutsamkeit. Prof. Dr. Gerald Hüther sprach Anfang März bei einer Veranstaltung (ein Tag mit uns Menschenlehrer*innen und den Teamleader*innen im Human Trust in Hamburg) über dieses Thema. Seine These: Männer müssten bedeutsam sein, weil sie nur ein X-Chromosom besäßen und damit die „Fehlschreibungen“ dieses Chromosoms nicht durch ein zweites X-Chromosom aufheben könnten. Das mag richtig sein. Und schon ohne, dass Gerald Hüther das ausgesprochen hatte, wusste ich, was das mit mir zu tun hat: Ich bin eine Frau, aber ich strebe dennoch nach Bedeutsamkeit – obwohl ich ja ein zweites X-Chromosom zum Ausgleich habe. Das ist zum Teil auch in einer Wunde meiner Kindheit begründet, zum Teil ist es aber – zumindest meinem Empfinden nach ein natürliches Streben danach, sichtbar zu sein. Denn wenn wir nur uns selbst genügen, was entwickelt sich dann weiter…?!?

Ich finde, es ist das Recht jedes Menschen, bedeutsam zu sein.
Und wenn sich viel mehr Menschen von uns wichtiger nähmen,
dann wäre diese Welt heller, strahlender.

Hallo, ich bin da. Sieht mich einer?
Mein eigenes Bedeutsamkeits-Thema hat schon einen großen Schatten: Meine Eltern mussten heiraten – wegen mir. Das bekam ich spätestens jeden Geburtstag parallel zu meinen Geschenken „überreicht“.2)Wobei ich auch dazu schreiben mag, dass meine Eltern so wie sie es konnten, sehr liebevoll und fürsorglich mit mir waren, so weit sie es ob ihrer eigenen Schattenthemen konnten. Diese Geschichte würde aber zu weit führen. Kurzum: Ich liebe meine Eltern und alles, was sie für mich getan hat, und ich bin dankbar für meine so freie Kindheit. Es hat geschmerzt. So habe ich viel Zeit meiner Kindheit viel dafür getan, gesehen zu werden (denn das musste ich, weil meine kleinere Schwester sehr krank war und der Großteil der Aufmerksamkeit ihr zufloss): Ich war immer eine der besten Schülerinnen, es gab nie Probleme, ich habe immer gut funktioniert. Offenbar sogar schon als Baby. O-Ton meine Mutter: „Du warst so ein braves Baby, Du hast nie geschrien.“ Nachtigall…

Studium mit links
So setzte sich mein Streben nach dieser Bedeutsamkeit, kombiniert mit einem gewissen anpassenden Funktionieren, fort: die Ausbildung musste ich durchziehen (wollte mein Vater so), ich habe so auch gut geschafft, im Studium war ich eine der Besten, obwohl ich dort gewissermaßen „ausgebrochen“ bin und mich leidenschaftlich für eine Studenteninitiative engagiert habe. Das Studium flutschte wie nebenbei. Außerdem habe ich während meines Studiums insgesamt fünf Praktika absolviert (es gab nur ein Pflichtpraktikum), gejobbt und es trotzdem in zehn Semestern gepackt. Natürlich hat mir das Freude bereitet (ich hatte tolle Praktikumsplätze), gewissermaßen hatte das aber auch damit zutun, dass ich auf Nummer sicher gehen wollte, wirklich „Karriere“ zu machen (was auch immer das heißt: in meiner Vorstellung war das damals ein Managerposten in einem Konzern mein Möglichkeits-Horizont reichte nicht weiter).

Rock´n´Roll im Haifischbecken
In meiner Konzern-Zeit kam das Bedeutsamkeitsthema auch in verschiedenen Facetten auf. Hier musste ich noch mehr um meine Bedeutsamkeit kämpfen. Ich war in einem Bereich  gelandet, in den Viele gern wollten: Im Kultursponsoring, in der Kommunikationsabteilung. Du „musstest“ Dich produzieren. Und so einige Male wurde mir die Butter vom Brot genommen. Etwa als ich eine tolle Veranstaltung, ein Rockkonzert mit Aftershow-Party im Rahmen der Frankfurter Musikmesse organisiert hatte: Bei der Teambesprechung in der Folgewoche stand es an zu berichten, welche Projekt gelaufen waren. Noch bevor ich erzählen konnte, schnappte sich mein damaliger Kollege Kai die Story, heftete sich selbst den Orden ans Revers und plauderte ausschweifend, wie begeistert doch alle Besucher*innen gewesen seien.3)So etwas ist mir übrigens nicht nur einmal passiert. Mich wurmten auch kleine Details: Die Pressemitteilungen und viele Berichte waren von mir geschrieben, doch mein Name war nirgends sichtbar. Autsch!

Die im Dunkeln sieht man nicht oder: Awardverleihung namenlos
Dass das mir bewusst war, war ja schonmal ein Fortschritt. Mir ist es in meinem jüngeren Jahren sogar passiert, dass ich Material von mir habe verwenden lasse, ohne dabei sichtbar zu sein. Für meine Magisterarbeit hatte ich auch auf  Frankfurter Musikmesse und auf der POP.KOMM. eine Befragung durchführen lassen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Die Sponsoring-Agentur, mit der wir damals zusammen arbeiteten (damals die renommierteste Agentur Deutschlands), fragte an, ob sie die Ergebnisse verwenden könnten. Ich bejahte. Sie tauchten groß aufgemacht in einer High-End-Publikation auf – mit der Quellenangabe der Agentur. Ich war nicht vorhanden – und was noch viel schlimmer ist: Es war mir damals darüber gar nicht bewusst. Erst zehn Jahren später, als ich mich daran erinnerte, wurde mir klar, das Material von mir benutzt worden war, und ich nicht darauf bestanden hatte, dass auch ich dabei sichtbar bin. Übrigens wurden „mein“ Konzern und die Sponsoringagentur kurz darauf mit einem bundesweiten „Award“ ausgezeichnet, und ich bin mir sicher, dass meine Forschungen gut dazu beigetragen haben. Immerhin war ich zur Feier eingeladen.

Diese Rüstung passte nicht mehr…
Auch später in meiner Freiberuflichkeit „kämpfte“ ich um diese Sichtbarkeit. Schließlich funktioniert unser Markt ja so, sein Feld zu markieren, Duftmarken zu setzen, unverkennbar zu sein. Die Marketing- und Public Relations-Gesetz kannte und kenne ich gut, ich habe sie studiert und praktiziert. Doch es war immer diese Verkrampfung und der Kampf dabei4)Ich hatte außerdem das Gefühl, als Frau doppelt so viel kämpfen zu müssen, aber das ist nochmal eine weitere Facette.  Ich hatte irgendwann keine Lust mehr darauf zu kämpfen, keine Lust mehr auf diese Rüstung, die nicht zu mir passte. Ich wollte einfach als ich strahlen mit dem, was ich richtig gut kann: tausendundeine Idee haben, Konzepte daraus stricken, mich in Worten ausdrücken, mit Worten verzaubern, mich und andere begeistern, mit allen Sinnen sein, genießend, gebend, liebend. Ich wollte auch richtig weiblich sein. Doch das schien nicht zu gehen. So blieb ich im Business weiter unentspannt, im Kampf-Modus.

Genossen wie wir oder: Musketier-Prinzip mit Ellenbogen
Das trieb dann manchmal seltsame Früchte. ich eckte an, provozierte. Das ging bis hinein in ein großes Scheitern (das gleichzeitig eine große Chance war): In den Jahren 2010-2012 habe ich gemeinsam mit ungefähr 15 weiteren kreativen Freiberufler*innen eine Genossenschaft aufgebaut, DIE.Kommunikationsgenossen eG.5)Das Unternehmen gibt es mittlerweile nicht mehr – und das hat wohl auch seine Gründe. Ich war die Initiatorin und Vorstandsvorsitzende. Wir hatten die Gründung und den Aufbau so richtig gut vorbereitet: mit einer Geschäftsordnung, Arbeitsgruppen (die wir Sokos nannten), einem Leitbild, sogar einem internen Mediator*innen-Trio (ob das am Ende so glücklich war, sei dahin gestellt). Wir waren nominiert für einen Gründerpreis, wir haben Gelder von der Wirtschaftsförderung erhalten. Es schien alles supercool. Wir hatten sogar ein „Genossenschwein“ zu unserem Maskottchen gemacht – Genosse Francois (ein rotbuntes Husumer Protestschwein…) Ich habe mich so richtig reingehängt, alles gegeben. Doch dann eines Tages, ungefähr ein Jahr nach der Gründung, bekam ich einen Anruf von einer Mediatorin, die mir sinngemäß sagte:

„Steffi, es hat Beschwerden über Dich gegeben.
Du weißt ja, wie Du bist.
Du musst Dich ändern. Wenn nicht, gibt´s Ärger.“

Ich wünschte mir, das im direkten Gespräch zu klären, denn mit derartigen Aussagen konnte ich wenig anfangen. Außerdem bezog ich mich auf unser Leitbild, in dem wir uns darauf geeinigt hatten, dass wir miteinander offen kommunizieren. Doch die Person(en) (ich weiß bis heute nicht, exakt, wer das war und wie viele) wollten  sich nicht zeigen. Also informierte ich meinerseits die komplette Genossenschaft, beschrieb den Vorfall, bat die Person(en), sich zu zeigen, damit wir das in einem Gespräch klären können und signalisiete Änderungsbereitschaft. Gesondert informierte ich meine Vorstandskollegen sowie den Aufsichtsrat über dieses Ereignis und teilte ihnen mit, dass ich sie auf dem Laufenden halten würde. Die einzige Reaktion ,die daraufhin kam, war die einer Vorstandskollegin. Sie antwortete: „Steffi, das ist ja der Hammer. Unglaublich! Das muss ich erstmal sacken lassen.“ Schließlich kam es zu einer außerordentlichen Generalversammlung exakt zu diesem Thema, dass mich Menschen angezeigt hätten, und es Unmut gegen mich gäbe. Die Struktur war so vorgesehen, dass zunächst ich spreche und danach „die andere Seite“.

Ich selbst schilderte den Vorgang wie beschrieben und verwies auch auf unser Leitbild. Dann kam „die andere Seite“. Es war meine damalige Vorstandskollegin, die in einer Mail so bestürzt reagiert hatte. Das wusste ich schon zuvor, denn sie hatte es sich schon einige Zeit zuvor „offenbart“ und es hatte zwei Klärungsversuche gegeben. Der eine endet mit: „Steffi, Du änderst Dich sowieso nicht.“ Eine gute Aussage, da ist also noch Luft nach oben? 😉 Was meine Kollegin aber in der Generalversammlung vom Stapel ließ, machte mich einigermaßen sprachlos. Grundaussage, ich sei zu eigenmächtig und dominant und würde damit der Genossenschaft SCHADEN. Hierfür brachte sie zwei Ereignisse vor:

  1. Ein Unternehmen musste zum Jahresende aufgrund von Liquiditätsproblemen aus der Genossenschaft aussteigen. Die Kündigungsfrist von drei Monaten zum Jahresende war aber bereits verstrichen. Für mich war es selbstverständlich, dass dieses Unternehmen seine Kündigung rückdatiert, damit es nicht in Bredouille gerät. Vielleicht habe ich meine Überlegung zu forsch vorgebracht. Zumindest fühlte sich wohl meine Kollegin von mir unter Druck gesetzt. (In den beiden versuchten Aussprachen zuvor war nie Thema gewesen). Indem ich es zugelassen habe, die Kündigung vordatiert habe, hätte ich der Genossenschaft geschadet. 
  2. Wir hatten einen Auftrag, der an ein Mitgliedsunternehmen vergeben werden sollte. Dieses Mitgliedsunternehmen hatte ehrenamtlich viel für den Aufbau der Genossenschaft getan, verfügte aber (noch) nicht über die erforderliche Betriebshaftfplichtversicherung, die wir jedem Unternehmen als Bedingung einer Mitgliedschaft (resp. eines für die Genossenschaft tätig zu werden) auferlegt hatten. Das Unternehmen hätte diese aber bei Beauftragung finanzieren können. Indem ich für das Unternehmen ohne Betriebshaftpflichtversichung als Auftragnehmer votiert hätte, hätte ich der Genossenschaft geschadet. 

Letztendlich sind das also alles Gründe, die man konstruktiv hätte klären können. Ich bin mir aber sicher, dass eigentlich noch andere,tiefere Gründe hinter diese „Anzeige“ steckten. Ich hatte übrigens keine Gelegenheit, zu den angeführten Gründen angemessen Stellung zu nehmen und meine Meinung dazu kund zu tun (den ich hatte dazu natürlich eine). Letztlich kam es zu Neuwahlen. Ich trat wieder an, sie auch. Wir wurden beide wiedergewählt. Einen Tag später trat sie wieder zurück, mit der Begründung, sie könne mit mir nicht zusammen arbeiten. So waren wiederum Neuwahlen notwendig. Davor hatte ich einen Vier-Augen-Termin mit der Mediatorin (die gleiche, die mich damals angerufen hatte, um mir mitzuteilen, dass es Beschwerden über mich gegeben habe), die mir mitteilte, ich solle nicht wieder zur Wahl antreten, es gäbe sonst massenhaft Austritte.

Die Generalversammlung stand an – und ich ging mit einer geklärten Haltung in sie hinein. Ich hatte mit niemanden aus der Genossenschaft zuvor darüber gesprochen. Ich erklärte meinen sofortigen Austritt aus der Genossenschaft, mit der Begründung, in dieser Art und Weise wolle ich nicht arbeiten und miteinander kommunizieren. Das Kapitel DIE.Kommunikationsgenossen eG war beendet, ein fast dreijähriges unternehmerisches Abenteuer war vorbei.

Zerbrechlich aber nicht gebrochen
Das liest sich für Dich vielleicht alles so nüchtern. Das war es aber nicht. Auf den Aufbau und Ausbau der Genossenschaft hatte ich meine gesamte berufliche Existenz gesetzt, es war mein unternehmerisches Baby, das ich mit anderen geteilt hatte und für das ich alles gegeben hatte, sogar andere Aufträge abgesagt. Ich stand beruflich vor dem Nichts. Und auch mein Vertrauen in (berufliche) Beziehungen hatte ordentliche Kratzer bekommen, allein einige wenige Genossen standen damals hinter mir. Und mein Mann. Er hat mich so gehalten, so getragen, so bedingungslos geliebt. Hätte ich ihn damals nicht gehabt, ich wäre komplett zusammen gebrochen. Bis heute habe ich nicht ganz verstanden und aufklären können, was damals wirklich passiert ist. Ich sehe meinen Anteil daran, ich sehe mein „Ringen um Bedeutsamkeit“, gleichzeitig war ich niemals für mich allein bedeutsam, sondern ich war und bin es immer für eine Sache, für eine Gruppe und bemühe mich immer, die Gruppe als Ganzes zum Fliegen zu bringen. In manchen Monaten in den Jahren danach ist mir das schon gelungen….

Ganz habe ich dieses Erlebnis also noch nicht verarbeitet und dennoch habe ich daraus gelernt.

Ich bin daran nicht zerbrochen, aber seitdem viel zerbrechlicher und zarter.

In den letzten Jahren habe ich Erfahrungen gemacht, die es mir wieder ermöglicht haben, Zutrauen zu fassen. Ich  habe einen Neuanfang gewagt, einen Wunsch ausgesprochen und der lautete: „Lass mich Teil einer wertschätzenden, nachhaltigen Unternehmerbewegung sein!“ So bin ich auf die Gemeinwohl-Ökonomie gestoßen oder sie hat mich gefunden oder ich habe mich von ihr finden lassen. Mein Weg geht weiter. Und ich werde wieder mutiger.

Wir könnten so viel bedeuten…
Doch meine Bedeutsamkeitsgeschichte ist hier an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Ich sehne mich noch immer nach mehr Bedeutsamkeit und noch immer kann nicht „normal und würdevoll“ bedeutsam sein. Noch immer ist da ein K(r)ampf in mir. Ich sehne mich danach, ein bedeutsame Autorin zu sein. Meine Vision ist es, mit meinen Gaben und Talenten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel zu leisten. Und es ist weit mehr als eine Sehnsucht, ich spüre in mir, dass ich wirklich etwas zu sagen,  etwas zu geben habe. Dieses tiefe Wissen ist allerdings auch gepaart mit Angst. Wenn meine innerere Kritikerin mich tadelt: „Was glaubst Du denn, wer Du bist? Bist Du besser als die anderen? Woher nimmst Du Dir dieses Recht?“, werde ich zaghafter. Doch eine andere Stimme in mir ruft mir zu:

„Steffi, geh dafür, schreib dafür.
Du erzählst Deine Geschichte, gibst das weiter,
was Du erfahren hast und fühlst,
stellst die Fragen, die Du hast, bringst die Ideen ein, die Dir kommen,
teilst Deine Ängste und Zweifel, Deine Hoffnungsschimer.
Sei einfach ganz da,wie Du bist – mit all Deinem Licht und Deinem Schatten.
Mit all Deinen Farben, mit Deinen Träumen, Deinen Sehnsüchten,
Deinen tiefsten Ängsten, Deinen Leidenschaften, Deiner Sinnlichkeit.
Sei voll und ganz da: Du!
Dann bist Du schon bedeutsam.
Ganz aus Dir heraus. Und mit allem verbunden.“

 

PS: Ich glaube, dass dieses Thema „Schatten und Licht meiner Bedeutsamkeit“ sich in den meisten meiner weiteren Themen wiederspiegelt. So ist vermutlich gut, dass ich es gewählt habe.

PPS: Und im übrigen glaube ich, dass nicht nur ich sondern noch viel mehr Menschen mit der Bedeutsamkeit oder auch Macht ein echtes Thema haben. Nicht ohne Grund haben wir die Konstellation, dass es nur wenige Initiator*innen und Macher*innen gibt und die große Mehrheit beim Zuschauen bleibt. So werden wir „erzogen“. Doch tief in vielen von uns schlummert die Sehnsucht bedeutsam sein zu wollen. Wir finden jedoch oft keine Ausdrucksform und „Bühne“ dafür. Also lassen wir es bleiben und schlafen ein. Deshalb stimme ich Prof. Dr. Gerald Hüther nicht komplett zu. Das Schattenthema „Bedeutsamkeit“ löst sich nicht automatisch, indem wir einem Menschen ein zweites X-Chromosom einpflanzen. Einen guten Umgang mit Macht zu finden, auf dass sich viel mehr Menschen selbst ermächtigen, wird einer der Lösungswege sein, mit denen wir die gegenwärtigen Herausforderungen unseres Planeten werden lösen können.  

References   [ + ]

1. Was das ist, kannst im verlinkten Artikel aus der Zeitschrift SEIN nachlesen. Ich werde das Thema in Kürze mit meinen eigenen Worten erläutern.
2. Wobei ich auch dazu schreiben mag, dass meine Eltern so wie sie es konnten, sehr liebevoll und fürsorglich mit mir waren, so weit sie es ob ihrer eigenen Schattenthemen konnten. Diese Geschichte würde aber zu weit führen. Kurzum: Ich liebe meine Eltern und alles, was sie für mich getan hat, und ich bin dankbar für meine so freie Kindheit.
3. So etwas ist mir übrigens nicht nur einmal passiert.
4. Ich hatte außerdem das Gefühl, als Frau doppelt so viel kämpfen zu müssen, aber das ist nochmal eine weitere Facette.
5. Das Unternehmen gibt es mittlerweile nicht mehr – und das hat wohl auch seine Gründe.

Der Kampf für mich

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Woche 2

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Der Kampf für mich – Foto: fotolia.de / Urheber: Andrey Kiselev / Bearbeitung durch mich

Ja, ich kämpfe. Ich begehre auf. Ich kämpfe für mich. Und es ist mir im Grunde egal, was Du davon hältst, ob „man“ nicht mehr kämpfen sollte, weil man ja da drüber steht, ob ich noch nicht weit genug bin und angeblich noch Techniken lernen „muss“,um in Fluss zu kommen. So ist es gerade für mich, und in dieser Woche habe ich es ganz besonders gespürt. Ich kämpfe für mich und meine so kostbare Zeit. Ich kämpfe dafür, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Ich boxe mir Zeit frei, um zu erforschen, was in mir schlummert, um in die Welt zu bringen, das herauszukommen begehrt.

Es schreit in mir, es schreibt in mir.

Ganz besonders heftig ist dieser Kampf, diese Rebellion, wenn ich in gähnend langweiligen Besprechungen sitze, Diskussionen beiwohne, die mich langweilen, in Gesprächen, die zu nichts führen, die sich sich in irre lange Dauerschleifen drehen. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will dabei Dich oder Dich nicht verurteilen oder mich über Dich stellen. Ich weiß, ich bin verdammt ungeduldig und dann auch manchmal ungerecht. Manche Dinge brauchen aber Geduld. Doch da schlummert so viel in mir, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Die Uhr tickt. Es schreit und brodelt inwändig.

Manchmal bricht dieser Vukan auch aus. Gerade diese Woche konnte ich nicht mehr an mich halten. Es wurde zuviel, ich wurde zum trotzigen Kind, zur Kriegerin für meine Ressourcen. Ich schäme mich dessen nicht. Die kleine Kriegerin hat gut auf mich aufgepasst. Diese Woche wurde ich ihrer so richtig bewusst, der Keimzelle meiner Wut. Sie kämpft für MEINE ZEIT.

Und wisst Ihr was? Ich höre gerade auf sie, meine liebe Wut. Heute ist ein ganzer Tag für mich! Ich schreibe heute, ich genieße das. Ich lasse die anderen Schreibarbeiten links liegen, und bin für das da, was aus mir heraus in die Welt will. Und ich weiß, ich werde das jetzt konsequent tun, ich will dem „FÜR-MICH“ kontinuerlich Raum schenken, das wird die Kriegerin in mir befrieden. So wird die Energie, die Aufmerksamkeit, die sie von mir fordert, in konstruktivere Bahnen gelenkt. Kriegerin, ich danke Dir!

PS: Ich habe ihr übrigens einen Namen gegeben: sie heißt Rodriana.

Das Mark des Lebens

Mein Menschenlehrer -Tagebuch Woche 1/2

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Ich ging in die Wälder … Foto von der fotolia.de / Bearbeitung durch mich.

Dieses Zitat von Thoreau habe ich, wie wohl so viele andere Menschen das erste Mal im Film „Club der Toten Dichter“ gehört. Mit diesem Text leitete der „Club der Toten Dichter“ stets seine Sitzungen ein. So wie der ganze Film hat mich dieses Zitat damals tief berührt.

Und  Ja: genau darum geht es für mich in dieser Menschenlehrer-Ausbildung: das Mark des Lebens in mich aufsaugen, intensiv leben, echt leben, meine Essenz und Wesentlichkeit leben. Ich will tief leben, ich will mich rausfinden, mich verschenken, mich in dem Potenzial (er-)leben, auf dass ich mein Bestes in und für diese Welt geben kann. Meine Sehnsucht und meine Hoffnung ist, dass ich es wirklich schaffen kann, ein integrales, gutes Leben zu leben, und meine Sehnsucht und Hoffnung ist es zugleich auch, dass ich weitere Menschen dazu inspirieren kann.  Ich will nicht der Neil Perry im „Club der Toten Dichter“ sein, der verzweifelt und hoffnungslos aus dem Leben scheidet, weil es offenbar keinen anderen Ausweg mehr gibt. Ich will den „weiblichen Todd Andersen“ verkörpern, der es schließlich schafft, aufzustehen, für sich, für sein Leben würdevoll einzustehen.

Mein Leben ist gerade fulminant und eine Achterbahnfahrt, eine riesige Baustelle. Es kommt vieles in Fahrt, ich bin voll unterwegs, und ich komme immer mehr in meine Kraft, aber es ist wirklich noch gut was zu tun. Ich bin mittendrin, und es stehen so viele Dinge an. Das zeigt eine Zwischennotiz, die ich vor kurzem einige Tage nach dem ersten Modul der Menschenlehrer-Ausbildung schrieb:

„Vor zwei Wochen ging ich in unsere Menschenlehrer-Ausbildung mit einem Gefühl „Boah, eigentlich hast Du MEHR als genug grad – kannst Du Dir es leisten, in diesen ersten Block zu gehen…?!?“, so viele Projekte in Deinem Patchwork-Berufsdasein – u.a.:

  • Kommunikationskonzept (zum Einstieg in einen geliebten Job, der am 1.März bezahlt startet), 
  • Konzeptpapier – Abschlussarbeit für eine Fundraising-Ausbildung
  • am Wochenende Strategietreffen für Transition (so dass ich Samstag und Sonntag schonmal garantiert nicht teilnehmen konnte)
  • im Mai ein TransitionCamp zu organisieren, mit dem ich gefühlt allein dastehe, da eine Kollegin auf unabsehbare Zeit schwer erkrankt ist
  • im Mai eine komplexere Website relauncht haben (bei dem ich einen Dienstleister steuere, aber ganz viel konzeptionelle und redaktionelle Arbeit liegt bei mir),
    (beide Termine bindend, weil in ein Projekt integriert, das wir dokumentieren müssen) 
  • mein Buchprojekt, das diesmal nicht (!!!) hintenrunter fallen soll
  • Teamleader im humantrust
  • und der ganz normale geliebte (!) Berufsalltag (zwei inhaltsreiche Newsletter vorbereiten, zwei Facebookseiten betreuen)

Ich fühlte mich echt überfordert, es fühlte sich so „eng“ an und ich dachte, ich müsste mich von etwas trennen, um wirksamer und erfolgreicher unterwegs sein zu können. In das Treffen am Wochenende ging ich „hart“ – in der Ankommensrunde benutzte ich die Worte „Es ist frostig, ich gehe hier geklärt rein, aber ich fühl mich allein, es ist alles zu viel….“

Und dann: … Ist das Eis aufgebrochen!!!

Am Wochenende haben sich zwei Teams gefunden – eines, das gemeinsam mit mir das Camp vorbereitet und richtig Bock drauf hat und ein Websiteteam. Das Fundraising-Konzept ist in die Jahresplanung integriert und nicht „nur“ für die Ausbildung geschrieben – und ich habe es nach dem Wochenende einfach runterschreiben können und pünktlich abgegeben – und es ist sogar sinnvoll, weil mit Nutzen. Die Ideenskizze zum Kommunikations-Konzept ist auch schon fertig und gestern per Skype mit einem tollen Feedback besprochen – und auch so, dass wir es gleich anwenden werden. Mein Verleger hat mich angeschrieben (also seine Initiative – wuuuuhuuuu!!!), wir haben hin und her geschrieben und Anfang März ein Treffen vereinbart – die Terminschiene fühlt sich für mich supergut an. Und gestern hat sich auch noch meine kranke Kollegin gemeldet, es geht bergauf bei ihr.

Bei einem anderen Projekt,unserem LeineHeldenJam, der im November ansteht und mir auch zuviel wurde, zeichnet sich auch eine Lösung ab: Er wird vermutlich in ein anderes Event integriert, und es ist so viiiiel weniger Arbeit. Und auch hier habe ich gesagt: „Boah, es wird mir zu viel. Ich schaffe das nicht. Ich liebe aber dieses Projekt und fühle eine Verpflichtung gegenüber einer Uni, weil sie Kooperationspartner ist und sogar ein Lehrforschungsprojekt draus macht.“ Und siehe da: Jemand anderem kam auch hier die zündende Idee, die mich sofort extrem erleichtert und die Machbarkait fühlbarer gemacht hat.

Dies alles hat sich innerhalb weniger Tage so gelöst….
Das Zuviel-Gefühl hatte ich Wochen mit mir rumgetragen. Ich weiß jetzt: Sobald dieses Gefühl auftaucht, werde ich es ansprechen ;).

Mein Learning: 
Wenn Du merkst, es wird für Dich zu viel, Du liebst aber das, was da mit Dir durch Dich passieren soll, und es ist sinnvoll, bitte nicht in dem Gefühl der Enge bleiben und zurückstecken, auf Deine Komfortzone zurückrudern, sondern ehrlich sagen: „Uff, ist grad viel… es ist aber trotzdem meine Vision und ja sie hat auch mit Eurer zu tun,und ich geh dafür. Bitte helft mir und zeigt mir, wies geht. Und die Unterstützung wird kommen :-))))…“

Ich fühle mich gerade getragen, wie befreit – größer und auf neuem Level. Ich fühle mich wie ein Feld, das mit anderen durch andere wirkt. Und es fließt. Ein tolles Gefühl!!!“

Ein großes Thema: Meine integrale Balance finden

Wie Du an diesen Ausführungen merkst, habe ich einen deutlichen Lebensschwerpunkt: mein Leben ist sehr einseitig ausgerichtet, sehr von meiner Berufung eingenommen und bestimmt. Das gefällt mir nicht, ich brauche eine integralere Lebenspraxis und ich wünsche mir sehr, dass sich diese innerhalb der nächsten zwei Jahre entfaltet – und zwar mit Leichtigkeit – so wie sich meine beruflichen Herausforderungen vor zwei Wochen gerade aufgelöst haben:

Ich mache zu wenig Sport, achte zu wenig auf mich selbst, ernähre mich ungesund, gönne mir zu wenig Auszeiten, wertschätze meine Familie zu wenig, obwohl ich sie so sehr liebe und mir sehr bewusst ist, was für einen Heimathafen und Ruhepol mir meine Familie wirklich bietet. Bei uns zu Hause ist es viel zu unordentlich und unwirtlich. Das will ich dringend ändern. Ich will wieder mehr Schönheit, Gemütlichkeit und gleichzeitig das „Mark des Lebens“. Ganz schön viel! Zuviel? Ich glaube nicht, ich glaube, dass das gehen kann.

Integraler UND nachhaltiger Lebensstil

Ein Riesenthema ist für mich auch, dass ich einen nachhaltigen Lebensstil wirklich vorleben möchte. Ich schreibe gerade das Buch „Unterwegs zum guten Leben – Mensch sein für ein neues Zeitalter“ und ich möchte diesen guten Menschen, den ich im Buch propagiere wirklich verkörpern. Ich möchte integer, authentisch, strahlend damit sein. Es aus jeder Pore ausstrahlen. Mein Glaube an den Weltenwandel ist wirklich wahrhaftig, meine Begeisterung transportiert sich, aber ich muss es auch wirklich verkörpern, indem ich einen nachhaltigen Lebensstil vorlebe oder einen „Bruch“ damit transparent mache und gut begründe. Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, und da ist noch ganz viel Luft nach oben, ich merke das je tiefer ich in dieses Thema eintauche. Wir könnten alle so viel mehr, wenn wir unser Verhalten und unser Bewusstsein nur ändern würden. So denke ich, dass ich mit dem Buchprojekt so etwas wie ein Spiegel sein kann. Ich transformiere mich schreibend und biete so die Transformationsfläche für andere – mit all meinen Lebensbaustellen.

Unterwegs zum guten Leben – Mein Buch- und Medienprojekt

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Vor einer guten Woche hatte ich die Chance, mein Buchprojekt „Unterwegs zum guten Leben“ kurz und knackig vor geschätzt 100 Menschen im Rahmen des Workshops „Schreibglück“ zu präsentieren. Jetzt sizziere ich auch hier kurz, um was es bei dem Projekt geht.

Los geht´s…

Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist.1)Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.

Doch wie geht das – ein gutes Leben führen,
ein Leben, das gut ist für mich, für Dich und auch für den Rest der Welt?

Wie kann das wieder in Balance kommen? Das ist doch ein Weltwunder-Projekt, so monumental, so unerreichbar, so unfassbar, dass ein Mensch allein daran scheitern. Und überhaupt: Was kann unsere gemeinsame Orientierungslinie, was könnten gemeinsam Leitsterne sein, die Dich und mich (ver)führen, uns aufzumachen hin zum guten Leben?

Die gute Nachricht ist: Es gibt diese Leitsterne schon!
Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen

Vor einem Jahr, im September 2015, ist nämlich etwas Weltbewegendes passiert: Alle 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen kamen zu diesem Zeitpunkt zu einer Konferenz inNewYork zusammen und haben alle miteinander gemeinsam die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, willkommen geheißen. Alle 192 Mitgliedsstaaten haben diese Ziele unterzeichnet und sich dazu bekannt, diese Ziele gemeinsam spätestens bis zum Jahr 2030 erreichen zu wollen.

Was für eine Vision! Denn: Diese globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein Spiegelbild nahezu all der Riesenbaustellen, die wir auf diesem unserem Planeten Erde in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben. Vom Beenden der Armut über die gerechte Verteilung von Lebensmitteln, die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Rettung der Meere bis hin zur Erhaltung der Artenvielfalt sind mit den globalen Nachhaltigkeitszielen sämtliche Hausaufgaben aufgelistet, die wir zu machen haben, um diese Welt so zu ordnen, damit unsere Kinder und Kinderkinder es hier gut haben – und vielleicht sogar in manchen Dingen noch besser haben als unsere Weltengemeinschaft jetzt. Wenn wir aber das Ruder rumreißen wollen und nicht nur selbst ein gutes Leben leben wollen sondern die auch den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dann ist es wichtig, dass jede und jeder mit anpackt. Und dazu bieten die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzheitlichen Anlage einen idealen Orientierungsrahmen. (Im Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ auf diesem Blog kannst Du das etwas tiefer ausformuliert nachlesen).

Und ich habe sogar noch eine weitere gute Nachricht: Die Nachricht von den magischen fünf Prozent
Um dieses Wunder möglich zu machen, müssen wir freilich alle gemeinsam anpacken. Es reicht nicht zu „warten“,was einige Regierungen verzapfen, wir müssen das aktiv einfordern und selbst etwas beitragen. Doch es gibt eine weitere, weitaus beruhigendere Zahl: Es braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent, um einen fulminanten gesellschaftliche Veränderung herbei zu führen. Diese Zahl kommt aus der Schwarmforschung, Richard David Precht zitiert sie in seinem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“, in einem Interview mit dem Schwarmforscher Jens Krause2)Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225; die Autor*innen Ute Scheub und Annette Jensen haben diese magische Zahl in ihren „Aktionsplan für ein gutes Leben“, dem letzten Kapitel ihres Buchs „Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben“ ebenfalls integriert3)Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304. 5 Prozent einer Weltbevölkerung, das sind 400 Millionen Menschen – so viele Menschen wie in der EU leben. Das wäre doch gelacht, wenn wir die nicht zusammen bekommen, wenn schon hunderttausende Menschen gegen TTIP und CETA auf die Straße gehen. Glaube mir: Wir schaffen das! (Siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.)

Und was hat das jetzt mit meinem Medienprojekt
„Unterwegs zum guten Leben“ zu tun?

Richtig, damit mache ich Dir richtig Lust darauf, für eine bessere Welt zu wirken.

Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?

Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

Und sukzessive gibt es hier mehr dazu zu lesen, zu hören und zu sehen.

In Kürze stelle ich Dir zum Beispiel Chris und Tanja vor…

References   [ + ]

1. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden.
2. Richard David Precht „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (2012), Seite 225
3. Annette Jensen und Ute Scheub: Glücks-Ökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. (2014), Seite 304

Schreib-Glück – Danke für die Tankstelle

Schreiben ist für mich Seelen-Nahrung und eine meiner Ausdrucksformen. Hast Du es schon immer geliebt zu schreiben und spürst da eine Resonanz, eine Sehnsucht, dem mehr Raum zu geben? Dann schau Dich nach Möglichkeiten um, damit zu „spielen“! Vor vielen Jahr fiel mir das Buch „Der Weg des Künstlers – Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ in die Hände. Ich kann es wärmstens für eine integrale Schreibpraxis empfehlen  und habe hierzu auch einen Artikel „Aus meiner Bibliothek: Der Weg des Künstlers“ geschrieben.

Durch mein Mitwirken in der Online-Community humantrust, initiiert von Andrea und Veit Lindau, bin ich Anfang des Jahres auf deren Kurs „Schreib-Glück“ gestoßen – und es ist wahrhaftig ein großes Glück und Luxus, Teil dieses Kurses zu sein. Neben zwölf inspirierenden Lektionen stellt der Kurs einen Draht zu Verleger*innen her. Vor allen Dingen ist durch den Kurs aber auch eine Community an Gleichgesinnten entstanden, eine sich stärkendes, gemeinsam lernendes Feld, das sich immer weiter entwickelt.

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SchreibGlück  – Energietankstelle – ein Rückblick zum Tagesworkshop

So ist das Schreib-Glück-Kurs mit dem Kurs selbst nicht abgeschlossen und geht immer weiter:

Vor einer Woche beispielsweise hatte LifeTrust, das Unternehmen von Veit Lindau zu einem Tagesworkshop „Schreib-Glück – eine Energie-Tankstelle“ eingeladen. Und eine Energietankstelle war dieser Workshop wirklich. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen Tag so besonders machten – an alle Teilnehmer*innen für den Austausch, die Stärkung, das Hinterfragen und den Applaus, an die Verleger*innen Cornelia Linder (Gründerin des Sheema Verlages), Ulrich Ehrlenspiel (Verlagsleiter Randomhouse), an Joachim Kamphausen (Gründer der J.Kamphausen Mediengruppe GmbH), für alle Life Trust-Menschen, die den Raum so wunderbar bereitet haben, für Veit Lindau und seine Marketing-Impulse.

Insbesondere die Verleger*innen haben mich sehr inspiriert. Jede/r von ihnen konnte auf ihre/seine individuelle Weise transportieren, mit welcher Leidenschaft sie/er seine Tätigkeit ausfüllt. Das hat mir das „System Verlag“ einmal menschlich vor Augen geführt. Jetzt sehe ich einen Verlag nicht mehr nur als „Abnehmer meiner Schreibprodukte“ an, sondern „sehe“ eher die darin arbeitenden Menschen als Gegenüber und Spiegel, denen das Schreiben, die Bücher, die liebevolle und nützliche „Verpackung“ von Wissen, Gefühlen und Geschichten, die Weiterentwicklung von Menschen genauso sehr am Herzen liegt, wie mir (und vielen anderen Menschen). Sie haben im Verlagswesen ihr Terrain gefunden, diese Welt schöner und runder zu machen.

  • Cornelia Linder hat mich mir ihrer Ruhe, Tiefe und Spiritualität sehr inspiriert. Danke für die tolle fünf Punkte-Übung!
  • Ulrich Ehrenspiel war so locker, flockig, heiter, so verschmitzt, so persönlich – und hat dennoch ehrlich, sehr liebevoll und wertschätzend einige heikle Knackpunkte aufgezeigt, die für (angehende) Autor*innen beachtenswert sind. Insbesondere ist mir eine Falle bewusst geworden, in die wohl so einige Autor*innen tappen: Man weiss um seine Geschichte, spürt Besonderes,  Musterhaftes, Exemplarisches in ihr auf, findet Mitteilenswertes darin, denkt, die eigene Lebensgeschichte, das eigene Schicksal, die eigene Heldenreise könnte DER Schlüssel, DIE Inspiration, DER NEUE BESTSELLER werden – doch oft ist dem nicht so. Schreiben ist auch ein Instrument der Selbstklärung. Und manchmal ist es gut und ausreichend, wenn es dabei bleibt.
  • Joachim Kamphausen und das „Team Kamphausen“ haben mich besonders beeindruckt. Hier war deutlich spürbar, wie sehr der Verlag sich in die Bedürfnisse von Autor*innen hineingedacht hat und sich konsequent in ihren Dienst stellt. Ein echtes Anliegen, kein Produkt, keine Vermarktungsstrategie. Das hat mich schon sehr berührt. Dabei hat Joachim Kamphausen klar auch die Schwierigkeiten der Branche benannt: Das gedruckte Buch – im Strudel befindlich inmitten eines sich immer größer auftürmenden digitalen Medien-Tsunamis (der sicherlich so manches Wertvolle einfach unbeachtet wegspült).

Alle Verleger*innen standen auch für Speed-Datings bereit – eine Möglichkeit, die ich nicht wahrgenommen habe, denn: mein Exposé war und ist noch immer nicht fertig. Darüber habe ich mich vor der Veranstaltung sehr gerärgert. Doch im Nachhinein bin ich froh, dass ich noch nicht so weit bin. Beim Workshop habe ich nochmal einige für mich hilfreiche Tipps bekommen, die ich bei der Exposé-Erstellung beachten werde. Insbesondere werde ich darauf achten, jedem Abschnitt zwei-drei Kernformulierungen voran zu stellen.

Unterwegs zum guten Leben – mein Medienprojekt

Das Highlight des Tages, auf das ich auch den ganzen Tag hingefiebert habe, war für mich, mein Buchkonzept in fünf Minuten präsentieren zu dürfen. Ich hatte mich einige Tage darauf vorbereitet; letztendlich habe ich tagsüber das Konzept, das ich mir zurecht gelegt hatte, komplett umgeschmissen und auf der Bühne intuitiv losgelegt. Es waren wahrlich sehr aufregende fünf Minuten! Eigentlich wollte ich auch ein Foto von mir schießen lassen, das mich bei der Präsentation zeigt, doch das habe ich im Eifer des Gefechts vergessen. So bleibt eine Collage, ein „Wimmelbild“ von den Medien, die ich bei meiner Präsentation eingesetzt habe:

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Mein Buch-Konzept-Wimmelbild „Unterwegs zum guten Leben“

Ich kann gar nicht richtig einschätzen, wie die Resonanz auf meine Präsentation war:
In jedem Fall bin ich froh, diese Chance genutzt zu haben.

Danke an alle, die so wohlwollend und begeistert Applaus spendeten. Ich fühlte mich getragen!

Und um was geht es bei „Unterwegs zum guten Leben“ in ganz wenigen Sätzen formuliert?1)Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…
Wohl die meisten Menschen von uns tragen die Sehnsucht nach einem guten Leben in sich – und zwar nach einem guten Leben, das nicht nur bis zur eigenen Haustür reicht, sondern darüber hinaus geht und integriert für eine bessere Welt wirkt. Ich zitiere hier immer gern die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung, nach der sich mehr als 80 Prozent aller Deutschen eine andere Wirtschaftsordnung wünschen, die gerechter, würdevoller und ressourcenbalancierter ist. Sie ist in der Einleitung zu Christian Felbers Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ zu finden). Doch viele von uns wissen nicht, wie das geht. Meiner Meinung nach sind die Globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals, die idealen Leisterne für ein Wirken für eine bessere Welt dar (ich habe dazu auch den Artikel: „Das Wunder Weltrettung möglich machen – Deine Weichenstellung und mögliche Leitsterne“ verfasst). Und ich habe eine weitere gute Nachricht: Um dieses Wunder möglich zu machen, braucht es „nur“ die magischen fünf Prozent (siehe hierzu auch meinen Blogartikel: „Weltrettung meets Mengenlehre – und was Du selbst damit zu tun hast“.) 
Mit diesem Medienprojekt möchte ich richtig Lust darauf machen, dafür zu wirken. Ich will es fühlbar machen, dass das „Abenteuer Weltrettung“ kein Verzichtsprogramm bedeutet, sondern dass es richtig Freude machen kann, diesen Weg zu gehen. Meine „Transportmittel“ dafür sind persönliche Geschichten und Geschichten von anderen Menschen, die schon jetzt für ein besseres Morgen gehen. Und den notwendigen Werkzeugkoffer, obendrein gefüllt mit vielen Tipps, um sofort aktiv zu werden, samt eines inspirierenden Soundtrack des Wandels liefere ich gleich mit.

Hast Du´s gekriegt?
Gefällt Dir das?
Daran arbeite ich, gemeinsam mit Chris Batke und der Illustratorin Tanja Wehr – und ich freue mich ebenfalls, weiterhin Teil der Schreib-Glück-Community zu sein. Das ist für MICH ein Teil MEINES GUTEN LEBENS… 

References   [ + ]

1. Ein wenig kannst Du die Thematik sicher erahnen, wenn Du Dich meinen Blog schon kennst :-)…

Mit Schreib-Glück zur Sinn-Finderei

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Oder: Wie ich gerade für mich dabei bin, Kunst und Geld zu versöhnen…

Worte schaffen Welten. Schreiben – das ist für mich Ausdrucksform und Spurensuche zugleich. Die richtigen Worte finden, um das stimmig zu erzählen, was an Gedanken und Gefühlen in mir ist, mich bewegt, und: mich zugleich von den Worten tiefer finden lassen, Worte, die wiederum mein Inneres rufen und es vermögen, weiter in mich hineinzutauchen und noch aus den trübsten Wässern längst Vergessenes hervorlocken. Mit Worten und Sprachbildern das Bewusstsein auch im nicht benennbarem Terrain erfischen: So funktionieren Ge-schich-ten.

ars:scribendi – Worte schaffen Welten.

Genau dieser Prozess, dieses Ping-Pong, fasziniert mich seither am Schreiben. Nicht ohne Grund habe ich wohl vor fast zehn Jahren mein erstes Unternehmen ars:scribendi genannt – die „Kunst des Schreibens“. ars:scribendi – die Verwandtheit zum ars vivendi, diesem leichten, kunstvollen Lebensstil, gefiel mir. Mein inneres Auge reiste nach Ligurien, ich spürte Sonnenstrahlen auf meiner Haut, der Duft von Pinienhainen lag in der Luft, das Meer rauschte von der Ferne, ich wanderte auf einem schmalen Pfad an einer Felsenklippe entlang. Unterwegs und im Fluss, im Gleichklang mit mir und der Welt. Darum ging es mir schon immer: Schreibend den Sinn (er-)finden und dabei die Schönheit dieses Tuns genießen. „Worte schaffen Welten.“ habe ich damals auch als Credo für ars:scribendi gefunden, und es mit jener Werte-Kalligrafie illustrieren lassen, die Du als Titel dieses Artikels siehst. Allein: dass ich diese Werte nicht achtete, beachtete ich nicht.

Was ich so machte: Worte für die Tonne
Kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution

ars:scribendi – hört sich gut an, oder? Was verbindest Du damit? Eine Literaturagentur? Ein Literaturcafé? Eine Buchhandlung mit ganz feinen Büchern? Vermutlich all das und einige schöne Dinge mehr, aber bestimmt nicht das, was ich daraus mit meinem Unternehmen machte: Ich gründete eine PR-Agentur, stellte mich in den Konzept- und Schreibdienst von Unternehmen. „Das ist ja auch sinnvoll und gut“, magst Du denken. Und ja, daran ist nichts Verwerfliches, das denke ich auch. Nur: Heute denke ich, dass ich damals mein Licht unter den Scheffel stellte, aber vor allem: dass ich einige meiner zentralen Werte negierte. Denn: Vieles war ich da im Dienste einiger Unternehmen tat, war in meinen Augen kommunikative Müllproduktion und geistige Prostitution. Das war eigentlich für die Tonne – Schaumschlägerei und ein unangemessenes Anpreisen. Ich muss es nochmal aufschreiben, auch wenn mir wieder schlecht dabei wird. Bei all meinem Tun ging und geht es mir stets darum, wesentlich, wertvoll und sinnstiftend zu kommunizieren, zu sein. So einiges von dem, was ich da machte, war das mitnichten. Versteh mich nicht falsch – manches Mal, wenn ich für einen Coach ein Marketingkonzept erstellte, wenn ich gemeinsam mit ihm oder ihr ein Geschäftskonzept erarbeitete und dafür eine Kommunikationsstrategie entwickelte, dann war das tiefe, ehrliche Arbeit. Doch einige Projekte nahm ich offen gestanden nur wegen des Geldes an und nicht, weil ich davon überzeugt gewesen wäre. Aber genau das gestand ich mir nicht ein. Ich war so drin in der Maschinerie, dass ich Aufträge brauchte, dass ich nicht darüber nachdachte, welches meine eigentlichen Werte und Prinzipien waren.

Das Unbehagen mit dem eigenen Unternehmen

In den folgenden Jahr spürte ich oft, dass es nicht passte, dass ich nicht richtig war, dass Business-Veranstaltungen sich für mich häufig „leer“ anfühlten – das typische Unternehmer-Blabla. Vielleicht kennst Du ja auch solche Events? Ich nahm sie als notwendiges Übel hin und dachte, es müsste so sein. Viele meiner Klienten schätzten meine Arbeit. Und eigentlich habe ich auch nie Akquise gemacht, denn die Kunden fühlten sich von mir hingezogen (vielleicht weil sie spürten, dass da noch mehr schlummerte). Doch ich selbst war oft mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden, manchmal musste ich bei Abgabeterminen auch um Aufschub bitten, manche Projekte beendete ich nie… Mein Business lief folglich nicht richtig…

Was ich eigentlich wollte: Worte schaffen (auch bessere) Welten

Einige Schlüsselerlebnisse (davon berichte ich in anderen Artikeln sukzessive) führten mir vor Augen, um was es mir eigentlich ging mit meiner „Schreib- und Kommnikations-Kunst“: etwas Positives zu erschaffen, etwas Größeres, Besseres, Schöneres – einen Beitrag dazu zu leisten, diese Welt zu einem guten Platz zu machen. Dann da ist noch ganz viel Luft nach oben. Worte schaffen (auch bessere) Welten. Dazu ist Schreiben eines meiner Talente.

Meine Job-Transformation:
Ich bin Teil einer nachhaltigen Unternehmer-Bewegung!

In den letzten drei Jahren habe ich mich immer mehr von Projekten finden lassen, die meinen Werten entsprechen und die dazu beitragen, diese Welt tatsächlich zu einem besseren Platz zu machen – zum Beispiel die Gemeinwohl-Ökonomie und die Transition Town-Bewegung. Und ICH DARF mich dort einbringen, schreibend, konzipierend, organisierend  – das ist ein großes (Schreib-)Glück und eine Ehre. Tag für Tag, ich bin von Dankbarkeit erfüllt. Noch bin ich unterwegs; ich bin aber immer mehr in der Lage, davon leben zu können und kongruent mit meinen Werten zu sein.

Und jetzt meine Hinführung zum Schreib-Glück: Meine Sinnfindungssuche im humantrust (vormals Living Master Club) von Andrea und Veit Lindau hat erheblich dazu beigetragen, dass mich all das entdeckt hat. (Interessanter Weise bin ich fast zeitgleich zum Living Master Club gekommen und habe mich sowohl von der Gemeinwohl-Ökonomie als auch von der Transition Town-Bewegung finden lassen – eine sehr spannende Synchronizität…)   Als in diesem oben beschriebenen Sinn so heftig Schreib-Verliebte war es für mich nur logisch, dass ich im Frühjahr auch  in den Schreibglück-Kurs von Veit Lindau eingetaucht bin. Weil da seit Jahren Medien in mir schlummern, die die Welt erblicken mögen. Noch schenke ich ihnen nicht genügend Raum, aber ich spüre sehr deutlich, dass sie immer mehr Platz einnehmen wollen, und ich bin sehr gespannt, was in den kommenden Wochen und Monaten in dieser Hinsicht passiert.
PS: Dieser Artikel sollte eigentlich ein Rückblick auf das wunderbare Schreibglück-Event werden, das ich vergangenen Sonntag in Baden-Baden besucht habe. Meine Worte haben mich aber woandershin verführt, wie das manches Mal mit ihnen so ist ;-)…
Jetzt folgt dieses Wochenende noch ein weiterer Blogpost mit einem tatsächlichen Rückblick – und hier ist er schon: Schreibglück – Danke für die Tankstelle :-)

Buchtipp für Schreib-Liebende: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

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Als Absolventin des Kurses „SchreibGlück von Veit Lindau“ und als als ins Schreiben verliebte Frau, für die Schreiben eine ganz wesentliche Ausdrucksform ist, setze ich mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander – genreübergreifend, obwohl ich gerade selbst an einem Sachbuch arbeite.

Gerade habe ich Bianca Ritter ein Feedback zu ihrem wunderbaren Roman-Erstling „das Erbe von Alchatar“ gegeben und dachte, dass diese Gedanken vielleicht auch für Euch von Interesse sein könnten:

Eine großartige Einführung ins Romanschreibe-Handwerk
liefert James N. Frey mit seinen Büchern
„Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ und
„The Key – Die Kraft des Mythos.
Wie verdammt gute Romane noch besser werden.“

Ich habe sie sehr gern gelesen, sie sind gut geschrieben – und lehrreich.

Insbesondere „The Key – Die Macht des Mythos“ hat bei mir einiges „erhellt“. Frey beschreibt darin den Zyklus der Heldenreise nach Joseph Campbell. Campbells Werke sind doch recht mühsam zu lesen – Frey erklärt das locker-flockig-leicht. Daumen hoch!

Gestatten, Margarethe Moral-Apostel!

MargareteWie Ihr seit dem letzten Blogpost wisst, geht es mir um ein ganz bedeutsames Thema: Ich trete für eine bessere Welt ein und möchte einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass wir in zwei Jahrzehnten unsere Lage der Welt deutlich zum Besseren gewendet haben werden.

Das ist schon ein sehr heikles Thema, bei dem man schon recht klugscheißerisch und oberlehrerhaft rüberkommen kann. Ich will mir diesen Schuh aber nun wirklich nicht anziehen. Wie die Weltrettung so funktioniert, das weiß schließlich keiner so genau – sonst hätten wir es doch schon längst gepackt. Außerdem möchte ich nicht missionarisch und vorschreidend sein. Ich will niemandem klare Regeln vorschreiben à la: “ Wenn Du nicht mindestens streng vegan oder gar fruktarisch lebst, zählst Du nicht zum „Club der besten Weltretter“… Nein, ich finde, jede und jeder kann und darf nach seiner eigenen Fasson seinen Beitrag leisten – und das mit ganz viel Freude.

Gestatten, Margarethe erledigt das Moral-Aposteln für mich!

Damit ich gar nicht so klugscheißerisch daherkomme, weiß ich seit gut drei Jahren eine sehr gute Freundin an meiner Seite, die diesen Besserwisser-Job auf sehr charmante, liebevolle Art und Weise – stets mit einem kleinen Augenzwinkern versehen – ausfüllt. Ich kann mir keine bessere dafür vorstellen: als Margarethe Moral-Apostel (Doppel-Name! Ja, sie ist „progressiv verheiratet“ – sie nennt ihre Beziehung eine Ehe mit Extras – sie ist auch nach zwanzig Beziehung noch immer ganz eng mit ihrem Mann, sexuelle Extras mit weiteren Männern und Frauen schließt sie dennoch nie ganz aus). Weil sie in dieser Beziehung so offenherzig ist, gestattet sie sich und ihrem Moral-Empfinden, diese Freiräume auch auf weitere Lebensbereiche auszuweiten: Es gibt keine starren Regeln, sondern ganz viele Möglichkeiten – fast so viele wie es Menschen, Bedürfnisse und Werte gibt – alles ist ein Miteinander-Austarieren und -Ausprobieren – achtsam, respektvoll und neugierig. So ist Margarethe Moral-Apostel! Sympathisch, oder?

Ja, sie kam vor drei Jahren zu mir, denn schon damals war mir klar, dass sie bei einem derart wertenden Thema eine zentrale Rolle spielen würde. Damals wollte ich sie für eine feste Kolumne engagieren. Heute weiß ich noch nicht, ob sie sich nicht dann und wann einfach nur mal auf dem Off melden wird (bei einer Geschichte bin ich mir schon sehr sicher,sie heißt „Drei Wünsche frei“). Vermutlich wird sie nicht Teil meines aktuellen Buchprojektes. Aber es ist dennoch gut und wichtig, dass sie da ist. Ich wollte sie Euch zumindest mal als Teil meines Dream-Teams vorstellen :-).

Geschaffen wurde sie übrigens von der tollen Illustratorin Tanja Föhr, die sie damals nach meinen Vorstellungen aufgemalt hat.

Und Du, welche Figuren begleiten Dich mein Deiner Arbeit?

Aus meiner Bibliothek: Julia Cameron – „Der Weg des Künstlers“

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Eines meiner Lieblingsbücher zur Ankurbelung der eigenen Kreativität ist der Klassiker „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron.

Das Buch unterstützt den Leser/die Leserin in 12 Lektionen mit vielen Schreib-, Denkübungen sowie in Übungen zur sinnlichen Wahrnehmung, die einen zugleich neu innere Landschaften entdecken lassen. Wer sich komplett darauf einlässt, wird ahnen: Dieses Buch hat es in sich und wird „nachwehen“.

Julia Cameron schlägt begleitend zur Lektüre vor, drei einfache Werkzeuge in den Alltag zu integrieren:

  1. die Guten-Morgen-Seiten:
    Stehe täglich ein halbe Stunde früher und verfasse handschriftlich ca. drei Seiten, um Deinen Schreib- und Kreativitätsfluss zu aktivieren,
  2. Rendezvous mit Dir selbst:
    Verabrede einmal in der Woche ein Stelldichein mit Dir allein für einige Stunden und verbinge die Zeit bewusst mit Dir, mach es Dir schön (stöbere in einem Trödelladen, nimm in Ruhe ein Bad nehmen, geh allein ins Restaurant oder was auch immer Dir einfällt, werde kreativ, …)
  3.  Wöchentlicher Spaziergang:
    Führe Dich darüber hinaus mindestens einmal die Woche „Gassi“ und gehe bewusst spazieren – nicht hektisch, sondern ganz in Ruhe, nimm Deine Umgebung wahr und genieße es.

Ich finde, das sind allesamt sehr wertvolle Anregungen, die ich von Zeit zu Zeit in meinen Alltag integriere – immer wie es passt. Die „Guten Morgen-Seiten“ sind gelegentlich meine „stille halbe Stunde“ am Morgen, doch wenn es allzu hektisch ist, lasse ich sie wegfallen. Das tut mir allerdings nicht gut. Gerade beim Durchblättern habe ich wieder gemerkt, dass mir das Buch richtig Lust macht, und ich freue mich schon sehr darauf bei Gelegenheit, einmal wieder die eine oder andere Übung daraus zu machen.

Neben ihrem Erstlingswerk „Der Weg des Künstlers“ hat Julia Cameron übrigens weitere lesens- und beachtenswerte „Kreativitätsbücher“ verfasst.

Und welche Bücher und Medien helfen Dir zur Aktivierung Deiner Kreativität?

Welche Tipps hast?

 

Das Buch:
Julia Cameron: „Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“

Ich freue mich, wenn Du das Buch bei Deinem lokalen Buchhändler ums Eck erwirbst!
Gute Alternative: Vielleicht findest Du es auch auf der Plattform fairmondo.de, die sind auf dem Weg, einen fairen Online-Marktplatz zu etablieren.

 

PS:

Die Krimiautorin Daniela Alge (um ihre Autorenwebsite zu besuchen, klicke bitte auf diesen Link) hat ebenfalls darüber geschrieben, wie ihr „Der Weg des Künstlers“ bei ihrer Arbeit hilft. Ich verlinke hier gerne auf den Artikel: https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/22/blogparade-special/