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Meine Ethik – Die Richtschnur meines Handelns

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 „Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine elementare ethische Urquelle in uns … Ethik – nicht Religion – ist in der menschlichen Natur verankert. Und so können wir auch daran arbeiten, die Schöpfung zu bewahren. Das ist praktizierte Religion und praktizierte Ethik.“
(aus: Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion)

Wertebewusst und wertschätzend zu leben war mir schon immer sehr wichtig. Jedoch war ich mir der Bedeutsamkeit meiner Werte nicht bewusst und habe eher intuitiv wertebewusst gehandelt. Im Zuge der Menschenlehrer-Ausbildung bei Veit Lindau und als Teamleaderin im Human Trust beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Werte und ihrer Relevanz. Dadurch wird mir bewusst, dass ich einige meiner Lebenssituationen aufgrund dessen verändert habe, dass sie nicht stimmig mit meinen eigenen Grundwerten waren. So ist es für mich wichtig, meine zentralen Werte festzuhalten, in den Kontext einiger weiterer ethischer Manifeste zu stellen, die in meinem Leben wichtig sind, und mir dieses Gefüge von Zeit zu Zeit anzuschauen und anzupassen.

Folgende Werte stellen die Richtschnur meines Handelns dar, nach ihnen will ich streben und mein Handeln messen lassen. So möchte ich sein:

wesentlich

„Was ist eine Kriegerin des Lichts?“
„Sie ist diejenige, die das Wunder des Lebens zu begreifen weiß, die um das, woran sie glaubt, bis zum letzten kämpft und auch die Glocken hören kann, die das Meer in seinen Tiefen festhält. … Dazu ist übrigens jeder Mensch in der Lage. Doch nur wenige halten sich für eine Kriegerin des Lichts, obwohl jede eine sein könnte.“
(aus: Handbuch des Kriegers des Lichts von Paulo Coelho; alle weiteren nachfolgenden Zitate sind ebenfalls aus diesem Buch. Ich habe mich dazu entschieden, die weibliche Form zu verwenden.)

Ich bin überzeugt: Jeder Mensch, jedes Wesen trägt eine kostbare Essenz seines Seins sich, ihren und seinen Lebensauftrag. Wenn es-sie-er diese Essenz entdeckt und zur Entfaltung bringt, leistet sie ihren Beitrag zum Wohle aller Wesen auf diesem Planeten. Mir ist es ein zentrales Anliegen, diese Wesentlichkeit zu fördern und jedem Wesen seinen Raum zu schenken, dass es-sie-er diese Wesentlichkeit entdecken und zur Entfaltung bringen kann.

Was ich dafür tue:
Ich strebe danach, emphatisch zu sein, mich voll und ganz auf jedes Wesen mit all meinen Sinnen einzulassen. Dies schließt auch die Achtsamkeit gegenüber mir selbst ein. Deswegen schule ich mich regelmäßig (in Achtsamkeit) und bemühe mich darum, alles möglichst holistisch anzusehen, wohl wissend, dass meine bewusste Wahrnehmung stets nur einen Bruchteil dessen erfassen kann, was ist.

sinnvoll

„Die Krieger des Lichts erkennen einander am Blick. Sie leben in der Welt, gehören zur Welt und wurden ohne Rucksack oder Sandalen in die Welt geschickt. … Das macht sie zu Kriegern des Lichts. Dass sie sich irren. Dass sie fragen. Dass sie einen Sinn suchen. Und ihn am Ende finden.“

Mit der Essenz jedes Wesens verbindet sich sein tieferer Sinn, sein Auftrag, warum sie hier ist. Ich strebe danach sinnvoll tätig zu sein, mich nicht in Ausweichmanövern zu verlieren. Ich strebe danach, sinnstiftend zu agieren und zu sein, und andere Wesen zu ermuntern, ebenfalls sinnstiftend unterwegs zu sein. Ich suche intensiv nach meinem Sinn und lasse mich finden, glaubend, dass jedes Wesen eine Bestimmung hat, auf dieser Welt zu sein.

Was ich dafür tue?
Ich strebe nach Potenzialentfaltung und erlerne und praktiziere diverse Werkzeuge zur Potenzialentfaltung. Immer einmal wieder halte ich inne, um nachzuspüren, wie sinnvoll und dienlich für das Ganze ein Tun, ein Sein sind.

sinnlich

„Alle Wege der Welt führen mitten ins Herz der Kriegerin: Sie taucht, ohne zu zögern, in den Strom der Leidenschaften ein, die durch ihr Leben fließt. … Sie nimmt ihren Leidenschaften an und genießt intensiv.“
„Manche Kriegerin des Lichts richtet ihren Augenmerk auf die kleinen Wunder des Alltags. Sie ist fähig, das Schöne zu sehen, weil sie die Schönheit in sich trägt, denn die Welt ist ein Spiegel und wirft einem jeden Menschen das  Bild seines eigenen Gesichts zurück.“

Wir Menschen sind nicht nur mit einem Kopf ausgestattet – wir sind Sinneswesen. Ich möchte tief ins Leben eintauchen, das „Mark des Lebens aufsaugen“ und intensiv und mit allen Sinnen genießen, dann entfaltet sich die Schönheit jedes Wesens. In seiner Vielfalt – mit aller Freude und aller Traurigkeit, mit aller Vitalität und allem Schmerz. Mit allem, was ist. Mir war der Leitsatz: „Ich fühle also bin ich“ schon immer mindestens genauso wichtig ein „Ich denke, also bin ich.“. Sinnlichkeit ist für mich nicht nur Erotik, sondern sich seines breiten sinnlichen Wahrnehmungsspektrums, bewusst zu sein und es in seiner Vielfalt auszukosten. Sinnlichkeit drückt sich in vielen Künsten aus, meine eigene Hauptausdrucksform ist dabei die Poesie.

Was ich dafür tue?
Ich genieße es mit allen Sinnen wahrzunehmen. Ich vollziehe eine regelmäßige Schreibpraxis. Ich tauche genau bewusst in vielfältige Sinneserlebnisse ein.

dankbar

„Eine Kriegerin des Lichts vergisst niemals dankbar zu sein. … Daher kniet sie bei Sonnenuntergang nieder und dankt dem schützenden Mantel, der sie umgibt.“

Ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich am Leben bin, dass ich gesund bin, dass ich voller Talente bin, dass ich eine Familie habe, die mich trägt und stützt, dass ich eine Arbeit habe, die ich als sinnstiftend wahrnehme. Ich bin dankbar über das Glück, von solcher Fülle umgeben zu sein. Es gibt so viele Gründe, dankbar dafür zu sein, dass ich mein Leben so leben darf, dass ich den Luxus genießen darf, daran zu arbeiten, mein volles Potenzial zu entfalten. Weil ich in einer solch privilegierten Umgebung leben darf, ist diese Dankbarkeit für mich auch mit einer gewissen Verantwortung und Demut verbunden: Ich möchte dazu beitragen, dass viele weiteren Menschen Ähnliches genießen dürfen.

Ich strebe danach, ALLES als ein Geschenk zu betrachten
– auch wenn es auf den ersten Blick keines sein mag.
Ich nehme alles dankbar an, denn es wird sich als Geschenk erweisen,
wenn ich mich auf es einlasse.

Was tue ich dafür?
Ich danke am Ende jedes Tages bewusst für alle Erlebnisse und Geschenke, die ich während dieses Tages erfahren habe. Ich gebe regelmäßig ein Zehntel meines Einkommens ab, um meine Dankbarkeit zu zeigen und andere Menschen in die Fülle zu bringen.

humorvoll & verspielt

„Eine Kriegerin des Lichts tut immer Außergewöhnliches. Sie tanzt beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße. Oder blickt einem Unbekannten in die Augen und spricht sofort von Liebe. Sie verficht eine Idee, die lächerlich wirken mag. Die Kriegerin des Lichts erlaubt sich derlei Dinge.“

Ich darf mich immer wieder daran erinnern, dass im Leben nicht nur alles Ernst ist, sondern dass wir auf der Welt sind, um uns zu erfreuen, um zu Staunen, um das Spiel des Lebens zu genießen. Oft betrachte ich den All-Tag zu verbissen und verliere die Leichtigkeit. So ist für mich eine Prise Humor und Spielfreude ein wichtiges Lernfeld, das ich regelmäßig integrieren mag.

Was ich dafür tue?
Ich hole mir regelmäßig verrückende Impulse. Ich gestehe mir zu, ab und zu neben der Spur zu sein. Ich spiele bewusst.

ganzheitlich

„Intuition ist dem Krieger des Lichts sehr wichtig. Der Krieger weiß, dass die Intuition das Alphabet Gottes ist, und horcht weiter auf den Wind und redet mit den Sternen.“

Ich bin danach bestrebt, alles in seiner Ganzheit anzusehen und wahrzunehmen. Daher schaue ich ganz genau hin und nehme dabei unterschiedliche Perspektiven ein.

verbunden

„Die Kriegerin weiß, dass kein Mensch eine Insel ist. Sie kann nicht allein kämpfen. Wie auch immer ihr Plan aussieht, sie wird andere Menschen brauchen. Sie braucht jemanden, den sie um Hilfe bitten, mit dem sie ihre Strategie besprechen und dem sie in ruhigen Augenblicken am Lagerfeuer Geschichten über den Kampf erzählen kann.“

Alles ist mit allem verbunden. Ich weiß darum. Wenn ich jemand Anderem schade, schade ich auch mir selbst. Meine Familie ist mein wichtigster Verbund, meine Kraftquelle, sie pflege ich täglich. Um die weitere Verbundenheit wahrzunehmen, begebe ich mich aktiv in Gruppenprozesse wie auch in eine regelmäßige Innenschau. Denn wenn ich selbst mit mir verbunden bin, bin ich auch mit der Welt um mich herum verbunden.

exzellent

„Jede Kriegerin des Lichts versucht stets, sich zu vervollkommnen. Jeder Hieb ihres Schwerts trägt jahrhundertealte Weisheit und Meditation in sich… Die Kriegerin perfektioniert die Schönheit ihrer Hiebe.“

Um meinen Beitrag auf diesem Planeten zu leisten, strebe ich nach dem Besten, nach Exzellenz in den Bereichen, in denen ich über besondere Fähigkeiten verfüge. Auf sie fokussiere ich mich, damit ich sie weiter vervollkommne. Meine besonderen Fähigkeiten sind es, mich schreibend auszudrücken, Kommunikationskonzepte zu entwickeln und damit wertvolle Konzepte sichtbar zu machen, zu präsentieren, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen und zu moderieren. Um in diesen Bereichen exzellent zu sein, fokussiere mich auf sie. Lieber mache ich weniger, als mich zu verzetteln.

Was tue ich dafür?
Ich praktiziere diese Themenfelder intensiv und bilde mich regelmäßig in ihnen weiter. Ich orientiere mich an den Besten in diesen Themenfeldern.

achtsam

„Die Kriegerin des Lichts meditiert. Sie setzt sich an einen ruhigen Platz in ihrem Zelt und überlässt sich dem göttlichen Licht… Während sie meditiert, ist die Kriegerin nicht mehr sie selbst, sondern ein Funken der Weltenseele. … Eine Kriegerin des Licht weiß, dass in der Stille ihres Herzens eine Ordnung liegt, die ihr den Weg weist.“

Ich habe Achtsamkeit und Meditation als wesentliche Kraftquellen identifiziert, denn eine regelmäßige Praxis darin lässt mich fokussierter, zentrierter und klarer agieren und aus mir heraus handeln anstatt abgelenkt und diffus. Verbundenheit mit mir selbst zu sein, bedeutet Verbundenheit mit der Welt zu sein. Achtsamkeit zahlt auf die anderen Werte ein, die mir in meinem Leben wichtig sind. Achtsamkeit ermöglicht mit ein insgesamt ein Leben in Balance zu führen, nachdem ich strebe.

Was tue ich dafür?
Ich kultiviere eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis mit Stille am Morgen, einem täglichen Spaziergang und einem Dankbarkeitsritual am Abend.

wertschätzend

„Eine Kriegerin des Lichts teilt ihre Welt mit den Menschen, die sie liebt. Wenn sie mutlos sind, wird sie versuchen, sie darin zu bestärken, ihren Träumen zu folgen.“
„Eine Kriegerin des Lichts braucht Liebe. Zuneigung und Zärtlichkeit gehören zu ihrer Natur wie Essen, Trinken und die Lust am guten Kampf.“

Wertschätzend und liebevoll unterwegs zu sein, liebesfähig zu sein, Liebe zu schenken und zu empfangen ist eine meiner wesentlichen Kraftquellen, die mich lebendig macht. Ich berühre gerne und lasse mich gerne berühren. Wenn das passiert, weiß ich, dass ich wirklich da bin. Wertschätzend unterwegs zu sein, bedeutet für mich auch, gerne zu geben, zu honorieren, zu gönnen, freigiebig zu sein. Genauso weiß ich auch um meinen Wert und erfahre gerne eine angemessene Honorierung. Zum Thema Wertschätzung gehört für mich auch Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Pünktlichkeit. Dies sind für mich keine lästigen Sekundärtugenden sondern zollen von Achtsamkeit und Respekt gegenüber meinen Mitmenschen.

Was ich dafür tue?
In Begegnungen mit anderen Menschen und mir bin ich wirklich da und präsent.

wahrhaftig

„Eine Kriegerin des Lichts fällt Entscheidungen. Ihre Seele ist frei wie die Wolken am Himmel, aber sie ist ihrem Traum verpflichtet. Auf ihrem frei gewählten Weg muss sie zu Unzeiten aufwachen, die ihr nicht gefallen, mit Menschen reden, die sie nicht weiterbringen und auf einiges verzichten… Ihre Freunde meinen: „Du opferst Dich umsonst auf. Du bist nicht frei.“ Die Kriegerin ist frei. Aber sie weiß, dass ein offener Ofen kein Brot bäckt.“

Ich bin integer und aufrecht zu mir selbst und stehe zu meiner eigenen Wahrheit, die ich für mich gefunden habe, respektiere dabei aber auch andere Wahrheiten. Ich stehe für mich selbst ein. Wenn ich einsehe, dass ich mich irre, korrigiere ich meinen Kurs, verharre dabei aber nicht allzu lange mit Wunden lecken, sondern gestehe mir ein, dass Fehler zu einem aufrechten Kurs gehören. Ich stehe zu all dem, was und wie ich bin: zu meinen Stärken wie auch zu meinen Schwächen, zu meinem Licht wie auch meinen Schatten. Ich liebe mich.

Was ich dafür tue?
Ich lerne mich immer besser kennen. Ich praktiziere regelmäßig Schattenarbeit, um immer vollkommener zu werden.

ausgewogen

„Weil sie weiß, dass die Zeit für sie arbeitet, hat es die Kriegerin des Lichts nie eilig. … Sie weiß, dass sie an einem entscheidenden Augenblick in der Geschichte der Menschheit teilhat und sich selbst ändern muss, bevor sie die Welt verändern kann. Daher erinnert sie sich an die Worte von Lanza del Vasto:
„Eine Revolution braucht Zeit, um Fuß zu fassen.“
Ein Krieger pflückt eine Frucht erst, wenn sie reif ist.“

Ich übe mich in Geduld. Ich pflege ein ausbalanciertes Leben, das ausreichend Zeit bereit hält für Ruhephasen, Phasen des Lernens und Studierens, Phasen des Meditierens und Körpertrainings, Zeit für gesunde Ernährung, Zeit für Austausch mit anderen Menschen wie auch Phasen für eine sinnstiftende Arbeit. All diese Lebensbereiche wollen Beachtung finden, damit ich einen möglichst langen Atem habe. Ausgewogen zu sein, bedeutet auch gut für mich selbst zu sorgen, weil ich damit das Gesamtsystem in Balance bringe.    

Was ich dafür tue?

  1. Ich sorge gut für mich und diszipliniere mich zu einer integralen Lebenspraxis.
  2. Ich gönne mir ausreichende Auszeiten mit einem freien Tag in der Woche.
  3. Ich gönne mir jeden Tagen einige kurze Auszeiten mit morgendlicher Stille, einem Spaziergang und abendlicher Dankbarkeit.
  4. Ich räume mir nahezu täglich mindestens eine Stunde zum Schreiben ein.
  5. Ich kultiviere einen nachhaltigen Lebensstil.

magisch

„Eine Kriegerin des Lichts glaubt. Weil sie an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil sie sich sicher ist, dass ihre Gedanken ihr Leben verändern können, verändert sich ihr Leben. Weil sie sich sicher ist, dass ihr die Liebe begegnet. Begegnet ihr diese Liebe auch.“

Vom Zeugungsakt bis zum letzten Atemhauch: Dieses Leben ist wundervoll, voller Mysterien und Synchronizitäten. Ich tue mein Bestes und glaube, und so beschenkt mich das Universum mit einem Wunder ums andere. Ich bleibe neugierig und staune.

Was ich dafür tue?
Ich trainiere mich regelmäßig darin, einen positiven Anfängergeist zu bewahren. Ich schaue mir genauestens selbst die profanen Dinge an und nehme die Wunder dieses Lebens wahr.

 

Meine Werte sind eingebettet in einen größeren Kontext

Meine Vision ist es, gemeinsam mit anderen einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Daher bin ich Teil verschiedener Bewegungen, die dies ebenfalls als Vision in sich tragen, und so fühle ich mich diesen ethischen Manifesten ebenfalls verbunden und trage mit meinem Verhalten dazu bei, diese Werte zu leben.

Folgende Visionswerke und Ethiken anerkenne und beherzige ich:

  • Paulo Coelho „Handbuch des Kriegers des Lichts“
  • Dalai Lama „Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion“
  • Papst Franziskus: „Laudato si: Die Umweltenzyklika des Papstes“

 

Danke, Donald! Alternative Fakten und anderer kommunikativer Müll

denn: Donald Trump ist ja nur die Spitze des Eisbergs

alterative fakten

Zur Zeit mokieren sich so viele Medien und so genannte „Multiplikator*innen“ darüber, dass ein gewisser Donald Trump mit „Alternativen Fakten“ arbeitet. Ich finde, das ist ein Wort für das, was mit zunehmender Marktwirtschaft immer krassere Sprach-Blüten treibt: Um uns so viel mentaler Müll, so viel Marktschreierei, so viele lärmende Nicht-Wahrheiten. Sie prasseln alle auf uns ein, sie durchdringen uns, ganz egal ob wir dabei auf „Durchzug“ schalten, die Empfangsgeräte abstellen oder sonstige Reaktanzmechanismen entwickeln. Der Müll ist da, überwuchert die echten Botschaften, die immer weniger Platz im Leben haben. Dieser „Müll“ ist übrigens ein milliardenstarker Wirtschaftsfaktor: Rund 27 Milliarden Euro setzen Deutschlands Werber jährlich um, feiern sich selbst, ernten Applaus und Werbe-Oscars für die besten Kampagnen, die unsere Welt mental zumüllen. Und spielen sich gerade zu Moral-Aposteln gegenüber einem Donald Trump auf.

Leute, wir machen diesen Müll doch die ganze Zeit selbst (mit),
da hält uns nur jemand – vermutlich unbewusst – den Spiegel vor!

Politiker*innen sind ebenso Marktschreier, die mit diesem Kommunikationsmüll hantieren; sie kämpfen um die meisten Stimmen. Daher finde ich es nicht verwunderlich, dass nun ein Politiker ganz besonders dreist mit „alternativen Fakten“ hantiert. Es ist nur eines der Zeichen dieser Zeit, das uns zeigt, dass es einer grundsätzlich anderen Alternative bedarf: Hin zu mehr Wesentlichkeit, Echtheit und Authentizität. Hin zum Wahren, Guten und Schönen. Deswegen „eigentlich“ DANKE an Donald, dass Du das mit den alternativen Fakten auf die Spitze treibst und uns zeigst, dass es SO garantiert nicht mehr weiter gehen kann und wird. Auch die völlig degenerierte Marketing-Kommunikation ist eine der Wahnsinns-Blüten die diese profitorientierte „Marktwirtschaft“ treibt, einer der Irrpfade dieses Systems. Deswegen schreit es dringend nach einem Systemwechsel hin zu einer ethischen wertschätzenden und ressourcenbalancierten Marktwirtschaft. Also: Lasst uns dafür gehen!

Die Gefährten – Herzlich willkommen an Dich und Dich

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Teil 3

willkommen

Willkommen für Alles Foto: von Pixabay – Urheber Randlom – Überarbeitung durch mich.

„Die Gefährten“ – so heißt die erste Folge der Trilogie „Herr der Ringe“. In ihr formiert sich eine bunt zusammen gesetzte Gruppe an Wesen, die sich gemeinsam auf den Weg macht, um den einen Ring, den machtvollsten aller Ringe, in die Klüfte der Schicksalberg zu werfen und damit Mittelerde vom „Bösen“ zu befreien und zum Guten hin zu transformieren. Den Ring selbst nimmt das unwahrscheinlichste aller Wesen an sich: ein kleiner, scheuer, ängstlicher Hobbit – Frodo Beutlin. Kein Superheld, aber ein bodenständiger, widerstandsfähiger, feierlustiger, erdverbundener und einfacher Hobbit. Seine Gefährten sind Wesen aller Art: der Zauberer Gandalf, der Zwerg Gimli, der Elb Legolas, der König Aragorn, der Mensch Boromir sowie Frodos zwei beste Freunde Pippin und Merry.

Ich befinde mich gefühlt in einer ähnlichen Situation. Auch ich habe mich vor ein paar Wochen auf die Reise gemacht, in ein Abenteuer mit ungewissen Ausgang, mit meiner Vision einer besseren Welt und meinen Zielen im Gepäck: Menschenlehrerin werden, Menschenlehrerin sein. Wie ist es um meine Gefährten bestellt – meine engsten Gefährten und jene, die vielleicht ab und an dazu stoßen? In meinem ganz persönlichen Film hat der „Rat von Elrond“ noch nicht getagt. Die Gefährten haben sich noch nicht vollends formiert.

Meine Familie – das beste Basislager

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Bisher bin ich mir nur meiner Familie klar. Sie steht diesem Abenteuer aufgeschlossen, wohlwollend und interessiert gegenüber, auch gelassen. Sie kennen den Humantrust schon längere Zeit, sie wissen um mein Menschenlehrer-Werden und -Sein. Mein Mann und mein Sohn blinzeln ab und zu mal rein; mein Mann hat sich mit mir köstlich über die Darstellung des grünen Mems amüsiert. Gefühlt bleiben beide eher „zu Hause“, empfangen mich aber jederzeit gern mit einer guten Mahlzeit und einem Krug Bier, auf dass ich von meinen Abenteuern berichte, nachdem ich mich mit einem nährenden Bissen gestärkt habe.

Es gibt kein besseres Fundament für einen solchen Weg
als ein gutes Basislager, das bereit ist,
einen aufzufangen, einen auszuhalten, einem zuzuhören, geduldig zu sein,
an einen glauben, sie bedingungslos zu lieben, wie sie gerade ist!

Genau das ist meine Familie für mich. Mein Mann Michael und mein Sohn Marten. Es ist wirklich das allergrößtes Geschenk, zwei so wunderbare Menschen an meiner Seite zu wissen. Auch wenn ab und an mal Sturm, Gewitter und Regenwolken aufziehen werden: Ich bin mir unserem Beziehungsfundament gewiss. Ich liebe meine beiden Schätze über alles! Sie geben mir eine unglaubliche Stärke und Solidität. Ich fühle mich getragen und gehalten. Immer und bedingungslos.

Herzlich willkommen an Alle!

Und die anderen Gefährten?

Ich kann ehrlicher Weise noch gar nicht genau sagen,
wer diese sein werden.
Ich habe das Gefühl, dass sich da einiges neu formiert.
Ich selbst verspüre gegenüber allen Gefährtinnen und Gefährten,
die da kommen werden
oder die schon längst an meiner Seite sind, ohne dass ich davon weiß,
eine große Gelassenheit sowie Neugierde und Wohlwollen.

Wer wird mir in den kommenden Wochen und Monaten begegnen? Wer ist schon jetzt da? Von wem werde ich was lernen können? Wem werde ich selbst hilfreich sein können? Ich bleibe gespannt. Feuer und Eis, alle Aggregatzustände, vielfältig farbenfrohe Menschen sind herzlich willkommen.

Ich begreife uns als gemeinsames großes Lernfeld
und werde aufs Ganze gehen :).

Zum Zweier-Holon (wir sind sechs Menschen in zwei Holonen (vielleicht kommt noch ein weiterer Mensch dazu) sowie unsere Mentorin Katrin) kann ich nur sagen, dass ich glaube, dass ich dort auf sehr interessante und sehr unterschiedliche Frauen gestoßen bin, die wirklich bereit sind, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Am morgigen Dienstag wird es unser erstes Treffen geben und vielleicht werde ich danach noch einmal berichten.

Dann gibt es noch meine „Salon für Deine Seele“-Gruppe, die ich als Teamleaderin im Human Trust begleite. Diese Gruppe findet sich gerade erst, sie ist noch zu frisch, um daraus abzuleiten, was aus ihr erblühen mag.

Außerdem sehe ich einige Felder, in denen ich mich bewege und bei denen ich ein spüre, dass mich diese Felder wohlwollend begleiten und ich in diesen Feldern einiges bewegen kann und werde. Für mich sind das Lern- und Gestaltungsfelder, in denen ich mich gestalten lasse und gestaltet werde:

  • alle Menschenlehrerinnen, alle Menschenlehrer – wir sind sooo eng miteinander verbunden,
  • die Teamleader-Gefährtinnen und -Gefährten im Human Trust,
  • alle Trusties,
  • die Freundinnen und Freunde der Gemeinwohl-Ökonomie,
  • die Freundinnen und Freunde der Transition Town Bewegung,
  • der Tribe der Schreibglücklichen Autorinnen und Autoren sowie insbesondere mein Verleger, eine Lektorin und Bri Sandtner als Autorin, mit der ich eng im Austausch bin – auch „wird“ gerade einiges neu zusammengewürfelt,
  • die benachbarten Wandelströmungen und solche,die sich dem gesellschaftlichen Wandel anschließen werden
  • meine Klientinnen und Klienten
  • viele weitere Menschen, von denen ich noch gar nicht weiß, dass sie in meine Leben kommen werden (oder schon längst da snd)
  • sowie mein inneres Gefährten-Team „Engelchen und Teufelchen“– das Eichhörnchen, der Fuchs, Pippi Langstrumpf und Professor Mc Gonnagall und weitere, die dazu kommen mögen)

 

Keine engen Freundinnen und Freunde, viele Gefährten und Felder – für die Sache und ansonsten eher „sozial autistisch“? Mein Schattenthema

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Foto von Pixabay – Urheber: dimitrisvetsikas1969

Du hast vielleicht bemerkt: Ich benenne meine engste Familie, und dann benenne ich außerdem das 2er Holon sowie die Salon-Menschen wie auch „Felder“, aber explizit keine weiteren mir nahestehenden Personen. So fühlt es sich für mich auch an. Ich habe wenig enge Freundinnen und Freunde. Ich bin eher „für die Sache“ unterwegs und habe auf diesem Weg oft sehr tiefgehende Begegnungen, die aber kommen und gehen.

Vielleicht bin in dieser Hinsicht Autistin, vielleicht schläft da etwas? Früher, ganz früher, hatte ich mal eine beste Freundin, eine Sandkastenfreundin, die Beziehung ging aber irgendwann mal auseinander. Von Zeit zu Zeit klopften dann immer mal wieder – meistens – Frauen an, die eine beste Freundin werden könnten, sie sind es aber mit meinem Fokus „auf die Sache“ nie geworden. Ich glaube, dass da tief versteckt auch Ängste in mir sind, einen Menschen zu nahe an mich herankommen zu lassen. Ich denke schon und bin sehr gespannt, wie sich dieses „Thema“ im Laufe der Zeit entwickeln und aufbrechen wird. Ich bringe und nehme es mit und bin auch hier offen.

Aufbruch mit Licht und Schatten

Widerstände und Konflikte spüre ich derzeit wenige. Ich bin gespannt, wie sich dies im Laufe der Reise entwickeln wird. Ich bin sicher, in meinen Beziehungen wird viel in Bewegung geraten – sowohl in meiner Beziehung zu mir als auch in meinen Beziehungen zu anderen Menschen (siehe bspw. meinen letzten Eintrag „Der Kampf für mich“).

Gerade vorgestern hatte ich ein sehr erhellendes Gespräch. Es arbeitet in mir. Ende Januar hatten wir ein intensives Strategie- und Planungswochenende für die Transition Town Bewegung, bei der derzeit sehr viel ansteht. Einer der Moderatoren gab mir jetzt das Feedback, ich würde sehr viel Druck produzieren und würde dadurch viel Raum einnehmen. Wir haben sehr offen und ehrlich unsere Standpunkte dazu ausgetauscht und das Gespräch wirkt jetzt schon in mir nach. Meine Lesart zum Gespräch (die Person, mit der ich das Gespräch hatte, weiß Bescheid): Die Person ist sehr „im Grün“ und im „Peace, Peace“ unterwegs. Ihr behagt nicht, dass ich andere Farben ins Spiel bringe – Orange, Blau, ein wenig Rot und Gelb. Es wird unbequem. Die Person ist der Meinung, ich sollte einfach weibliche Liebe ausstrahlen, dann würde ich viel mehr erreichen als mit dieser „männlichen Effizienznummer“. Ich verstehe sehr wohl, was er meint, gleichwohl glaube ich nicht, dass weibliche Liebe allein reicht, um die Veränderung zu bewirken und die Ziele und die Sichtbarkeit zu erlangen, die ich mir wünsche. Gelöst bin ich aber nicht, eher zu verkrampft und angespannt, da ist seine Wahrnehmung sehr richtig. Es arbeitet aber dazu gerade in mir. Sehr spannend! Ich werde Euch dazu weiter berichten…

Der Kampf für mich

Mein Menschenlehrer-Tagebuch Woche 2

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Der Kampf für mich – Foto: fotolia.de / Urheber: Andrey Kiselev / Bearbeitung durch mich

Ja, ich kämpfe. Ich begehre auf. Ich kämpfe für mich. Und es ist mir im Grunde egal, was Du davon hältst, ob „man“ nicht mehr kämpfen sollte, weil man ja da drüber steht, ob ich noch nicht weit genug bin und angeblich noch Techniken lernen „muss“,um in Fluss zu kommen. So ist es gerade für mich, und in dieser Woche habe ich es ganz besonders gespürt. Ich kämpfe für mich und meine so kostbare Zeit. Ich kämpfe dafür, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Ich boxe mir Zeit frei, um zu erforschen, was in mir schlummert, um in die Welt zu bringen, das herauszukommen begehrt.

Es schreit in mir, es schreibt in mir.

Ganz besonders heftig ist dieser Kampf, diese Rebellion, wenn ich in gähnend langweiligen Besprechungen sitze, Diskussionen beiwohne, die mich langweilen, in Gesprächen, die zu nichts führen, die sich sich in irre lange Dauerschleifen drehen. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will dabei Dich oder Dich nicht verurteilen oder mich über Dich stellen. Ich weiß, ich bin verdammt ungeduldig und dann auch manchmal ungerecht. Manche Dinge brauchen aber Geduld. Doch da schlummert so viel in mir, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Die Uhr tickt. Es schreit und brodelt inwändig.

Manchmal bricht dieser Vukan auch aus. Gerade diese Woche konnte ich nicht mehr an mich halten. Es wurde zuviel, ich wurde zum trotzigen Kind, zur Kriegerin für meine Ressourcen. Ich schäme mich dessen nicht. Die kleine Kriegerin hat gut auf mich aufgepasst. Diese Woche wurde ich ihrer so richtig bewusst, der Keimzelle meiner Wut. Sie kämpft für MEINE ZEIT.

Und wisst Ihr was? Ich höre gerade auf sie, meine liebe Wut. Heute ist ein ganzer Tag für mich! Ich schreibe heute, ich genieße das. Ich lasse die anderen Schreibarbeiten links liegen, und bin für das da, was aus mir heraus in die Welt will. Und ich weiß, ich werde das jetzt konsequent tun, ich will dem „FÜR-MICH“ kontinuerlich Raum schenken, das wird die Kriegerin in mir befrieden. So wird die Energie, die Aufmerksamkeit, die sie von mir fordert, in konstruktivere Bahnen gelenkt. Kriegerin, ich danke Dir!

PS: Ich habe ihr übrigens einen Namen gegeben: sie heißt Rodriana.

Das Mark des Lebens

Mein Menschenlehrer -Tagebuch Woche 1/2

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Ich ging in die Wälder … Foto von der fotolia.de / Bearbeitung durch mich.

Dieses Zitat von Thoreau habe ich, wie wohl so viele andere Menschen das erste Mal im Film „Club der Toten Dichter“ gehört. Mit diesem Text leitete der „Club der Toten Dichter“ stets seine Sitzungen ein. So wie der ganze Film hat mich dieses Zitat damals tief berührt.

Und  Ja: genau darum geht es für mich in dieser Menschenlehrer-Ausbildung: das Mark des Lebens in mich aufsaugen, intensiv leben, echt leben, meine Essenz und Wesentlichkeit leben. Ich will tief leben, ich will mich rausfinden, mich verschenken, mich in dem Potenzial (er-)leben, auf dass ich mein Bestes in und für diese Welt geben kann. Meine Sehnsucht und meine Hoffnung ist, dass ich es wirklich schaffen kann, ein integrales, gutes Leben zu leben, und meine Sehnsucht und Hoffnung ist es zugleich auch, dass ich weitere Menschen dazu inspirieren kann.  Ich will nicht der Neil Perry im „Club der Toten Dichter“ sein, der verzweifelt und hoffnungslos aus dem Leben scheidet, weil es offenbar keinen anderen Ausweg mehr gibt. Ich will den „weiblichen Todd Andersen“ verkörpern, der es schließlich schafft, aufzustehen, für sich, für sein Leben würdevoll einzustehen.

Mein Leben ist gerade fulminant und eine Achterbahnfahrt, eine riesige Baustelle. Es kommt vieles in Fahrt, ich bin voll unterwegs, und ich komme immer mehr in meine Kraft, aber es ist wirklich noch gut was zu tun. Ich bin mittendrin, und es stehen so viele Dinge an. Das zeigt eine Zwischennotiz, die ich vor kurzem einige Tage nach dem ersten Modul der Menschenlehrer-Ausbildung schrieb:

„Vor zwei Wochen ging ich in unsere Menschenlehrer-Ausbildung mit einem Gefühl „Boah, eigentlich hast Du MEHR als genug grad – kannst Du Dir es leisten, in diesen ersten Block zu gehen…?!?“, so viele Projekte in Deinem Patchwork-Berufsdasein – u.a.:

  • Kommunikationskonzept (zum Einstieg in einen geliebten Job, der am 1.März bezahlt startet), 
  • Konzeptpapier – Abschlussarbeit für eine Fundraising-Ausbildung
  • am Wochenende Strategietreffen für Transition (so dass ich Samstag und Sonntag schonmal garantiert nicht teilnehmen konnte)
  • im Mai ein TransitionCamp zu organisieren, mit dem ich gefühlt allein dastehe, da eine Kollegin auf unabsehbare Zeit schwer erkrankt ist
  • im Mai eine komplexere Website relauncht haben (bei dem ich einen Dienstleister steuere, aber ganz viel konzeptionelle und redaktionelle Arbeit liegt bei mir),
    (beide Termine bindend, weil in ein Projekt integriert, das wir dokumentieren müssen) 
  • mein Buchprojekt, das diesmal nicht (!!!) hintenrunter fallen soll
  • Teamleader im humantrust
  • und der ganz normale geliebte (!) Berufsalltag (zwei inhaltsreiche Newsletter vorbereiten, zwei Facebookseiten betreuen)

Ich fühlte mich echt überfordert, es fühlte sich so „eng“ an und ich dachte, ich müsste mich von etwas trennen, um wirksamer und erfolgreicher unterwegs sein zu können. In das Treffen am Wochenende ging ich „hart“ – in der Ankommensrunde benutzte ich die Worte „Es ist frostig, ich gehe hier geklärt rein, aber ich fühl mich allein, es ist alles zu viel….“

Und dann: … Ist das Eis aufgebrochen!!!

Am Wochenende haben sich zwei Teams gefunden – eines, das gemeinsam mit mir das Camp vorbereitet und richtig Bock drauf hat und ein Websiteteam. Das Fundraising-Konzept ist in die Jahresplanung integriert und nicht „nur“ für die Ausbildung geschrieben – und ich habe es nach dem Wochenende einfach runterschreiben können und pünktlich abgegeben – und es ist sogar sinnvoll, weil mit Nutzen. Die Ideenskizze zum Kommunikations-Konzept ist auch schon fertig und gestern per Skype mit einem tollen Feedback besprochen – und auch so, dass wir es gleich anwenden werden. Mein Verleger hat mich angeschrieben (also seine Initiative – wuuuuhuuuu!!!), wir haben hin und her geschrieben und Anfang März ein Treffen vereinbart – die Terminschiene fühlt sich für mich supergut an. Und gestern hat sich auch noch meine kranke Kollegin gemeldet, es geht bergauf bei ihr.

Bei einem anderen Projekt,unserem LeineHeldenJam, der im November ansteht und mir auch zuviel wurde, zeichnet sich auch eine Lösung ab: Er wird vermutlich in ein anderes Event integriert, und es ist so viiiiel weniger Arbeit. Und auch hier habe ich gesagt: „Boah, es wird mir zu viel. Ich schaffe das nicht. Ich liebe aber dieses Projekt und fühle eine Verpflichtung gegenüber einer Uni, weil sie Kooperationspartner ist und sogar ein Lehrforschungsprojekt draus macht.“ Und siehe da: Jemand anderem kam auch hier die zündende Idee, die mich sofort extrem erleichtert und die Machbarkait fühlbarer gemacht hat.

Dies alles hat sich innerhalb weniger Tage so gelöst….
Das Zuviel-Gefühl hatte ich Wochen mit mir rumgetragen. Ich weiß jetzt: Sobald dieses Gefühl auftaucht, werde ich es ansprechen ;).

Mein Learning: 
Wenn Du merkst, es wird für Dich zu viel, Du liebst aber das, was da mit Dir durch Dich passieren soll, und es ist sinnvoll, bitte nicht in dem Gefühl der Enge bleiben und zurückstecken, auf Deine Komfortzone zurückrudern, sondern ehrlich sagen: „Uff, ist grad viel… es ist aber trotzdem meine Vision und ja sie hat auch mit Eurer zu tun,und ich geh dafür. Bitte helft mir und zeigt mir, wies geht. Und die Unterstützung wird kommen :-))))…“

Ich fühle mich gerade getragen, wie befreit – größer und auf neuem Level. Ich fühle mich wie ein Feld, das mit anderen durch andere wirkt. Und es fließt. Ein tolles Gefühl!!!“

Ein großes Thema: Meine integrale Balance finden

Wie Du an diesen Ausführungen merkst, habe ich einen deutlichen Lebensschwerpunkt: mein Leben ist sehr einseitig ausgerichtet, sehr von meiner Berufung eingenommen und bestimmt. Das gefällt mir nicht, ich brauche eine integralere Lebenspraxis und ich wünsche mir sehr, dass sich diese innerhalb der nächsten zwei Jahre entfaltet – und zwar mit Leichtigkeit – so wie sich meine beruflichen Herausforderungen vor zwei Wochen gerade aufgelöst haben:

Ich mache zu wenig Sport, achte zu wenig auf mich selbst, ernähre mich ungesund, gönne mir zu wenig Auszeiten, wertschätze meine Familie zu wenig, obwohl ich sie so sehr liebe und mir sehr bewusst ist, was für einen Heimathafen und Ruhepol mir meine Familie wirklich bietet. Bei uns zu Hause ist es viel zu unordentlich und unwirtlich. Das will ich dringend ändern. Ich will wieder mehr Schönheit, Gemütlichkeit und gleichzeitig das „Mark des Lebens“. Ganz schön viel! Zuviel? Ich glaube nicht, ich glaube, dass das gehen kann.

Integraler UND nachhaltiger Lebensstil

Ein Riesenthema ist für mich auch, dass ich einen nachhaltigen Lebensstil wirklich vorleben möchte. Ich schreibe gerade das Buch „Unterwegs zum guten Leben – Mensch sein für ein neues Zeitalter“ und ich möchte diesen guten Menschen, den ich im Buch propagiere wirklich verkörpern. Ich möchte integer, authentisch, strahlend damit sein. Es aus jeder Pore ausstrahlen. Mein Glaube an den Weltenwandel ist wirklich wahrhaftig, meine Begeisterung transportiert sich, aber ich muss es auch wirklich verkörpern, indem ich einen nachhaltigen Lebensstil vorlebe oder einen „Bruch“ damit transparent mache und gut begründe. Das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt, und da ist noch ganz viel Luft nach oben, ich merke das je tiefer ich in dieses Thema eintauche. Wir könnten alle so viel mehr, wenn wir unser Verhalten und unser Bewusstsein nur ändern würden. So denke ich, dass ich mit dem Buchprojekt so etwas wie ein Spiegel sein kann. Ich transformiere mich schreibend und biete so die Transformationsfläche für andere – mit all meinen Lebensbaustellen.

Facebook als Möglichkeitsraum – warum gerade ich als Aktivistin Facebook bewusst nutze

Erworben bei fotolia.de / Urheberin: Gesina Ottner

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Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen.1)Ich muss gesehen, ich habe hin- und herüberlegt, ob dieses Zitat verwenden soll – zumal noch an so prominenter Stelle. Denn Facebook ist für mich nichts „Böses“ an sich. Facebook ist für mich einfach ein Angebot – das mensch sich entscheidet anzunehmen und dann als digitalen Raum zu nutzen. Ich nutze es dennoch, weil es Dich vielleicht triggert, weiter zu lesen.
(Edmund Burke)

„Facebook – Du bist auf Facebook? Und dann auch noch so aktiv? Facebook – die berauben Dich doch all Deiner Daten und verkaufen sie weiter. Facebook weiß alles über Dich und manipuliert Dich. Außerdem wird da doch nur rumgepöbelt: ein Shitstorm nach dem anderen. Was wir brauchen ist ein alternatives digitales Netzwerk, eine Alternative zu Facebook, wo uns niemand reinpfuschen kann.“

Facebook – das ist das böse Netzwerk2)Interessant, auf was man bei einer einfachen Googlelei so stößte. Die Zeitung „Der Westen“ hat bereits im Jahr 2011 einige – auch wissenschaftlich fundierte Argumente – gesammelt, warum Facebook „das Böse“ sei: http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/warum-facebook-boese-und-gemein-ist-id4810086.html
Diese Meinung höre ich oft – gerade von Menschen, mit denen ich eng zusammen arbeite. Einige von ihnen lehnen Facebook komplett ab und haben erst gar keinen Account, andere konzipieren sogar Alternativen. Um den 9./10.12. herum findet beispielsweise in Berlin im Supermarkt eine sehr interessante Veranstaltung zum Thema „Plattform Cooperativsm“ statt, die genau um dieses Thema kreist.

Ich selbst bin der Tat sogar sehr aktiv auf Facebook – sowohl auf meinem eigenen Profil als auch auf den Facebookseiten für die deutsche Transition Town-Bewegung und (zumindest temporär seit August 2016 bis ca. Februar 2017) für die Gemeinwohl-Ökonomie. Und ich hoffe sehr, dass sich in den kommenden Monaten für beide Bewegungen Social Media Teams aufbauen, die sowohl die Facebookseiten befüllen und darüber hinaus sogar weitere digitale Netzwerke, wie bspw. Instagram.3)Drückt mir die Daumen, dass wir das schaffen. Denn ich werde mich in 2017 mich auf anderen Kommunikationsfeldern tummeln.

Warum agiere ich so?
(Ich betone, dass dies hier meine Einzelmeinung ist, weder die der Transition Town-Bewegung noch die der Gemeinwohl-Ökonomie.)

Für mich sind digitale Netzwerke Möglichkeitsräume:

  • Plattformen, an denen ich die Positionen, für die ich stehe, publizieren kann,
  • Orte, an denen ich informiere und zur Diskussion stelle,
  • Netzwerke, in denen ich mich mit Gleichgesinnten verbinde,
  • Marktplätze, auf denen ich die Gelegenheit habe, die Gruppierungen, in denen ich mich bewege, sowie die Werte und die Aktionen, für die ich stehe, sichtbar zu machen.

Wenn ich diese Plattformen nicht nutze, bin ich dort nicht sichtbar. Dann sind möglicherweise nur die Positionen, Gruppierungen, Werthaltungen vertreten, die vielleicht sogar die Positionen und Aktionen für die ich gehe, verneinen. Damit hätte ich also eine Chance vertan, wenn ich mich dort nicht tummelte. Und: was passiert wohl, wenn wir neuen sozialen Bewegungen dort nicht präsent sind? Richtig: Die Alternativen werden nicht gesehen und stehen nicht zur Diskussion.

Also: Lasst uns Facebook fluten…

Das Feld Facebook nicht zu nutzen, ist meiner Ansicht nach töricht. Denn auf Facebook (und vielleicht sogar zur Zeit noch mehr auf Instagram) tobt das digitale Leben. Dort sind Menschen erreichbar. Wir können natürlich unsere eigenen reinen digitalen Dörfer bauen, nur schotten wir uns dann ab und bleiben „unter uns“. Ich weiß nicht, ob wir das wirklich wollen – und ob es dem Ziel der großen Transformation, die wir ja anstreben (?) wirklich dienlich ist. Wir sollten vielmehr dieses „Feld“ nutzen und nicht brach liegen lassen – im Gegenteil: Wir sollten es nutzen, wir sollten es fluten, mit dem, was wir zu sagen und zu bieten haben!

… und dabei wertschätzende digitale Kommunikationsstile kultivieren

Damit meine ich nicht, dass wir uns der „Shitstorm“-Gepflogenheiten bedienen sollten, die von einigen Menschen, die auf Facebook unterwegs sind, praktiziert werden. Wir sollten mit der wertschätzenden kommunikative Grundhaltung auftreten, die wir auch in anderen Kommunikationsfelder für uns kultiviert haben. In der Transition Town Bewegung ist dies die Transition Charta, in der Gemeinwohl-Ökonomie gibt es einen Kommunikations-Kodex. Auch damit machen wir einen Unterschied und zeigen Alternativen auf. Sehr fein und inspirierend hat sich übrigens kürzlich auch Veit Lindau mit diesem Thema beschäftigt im Blogartikel „Märkte sind Gespräche – und Du erschaffst sie mit“. Sehr differenziert setzt ich , Autorinnen-Kollegin im Online-Magazin compassioner mit dem Für und Wider zu Facebook auseinander im Blogartikel „Wie Du Facebook für Deine persönliche Entwicklung nutzen kannst.“

Viele Kommunikations-Wege führen in eine bessere Welt

Übrigens, auch wenn Facebook und Co. für mich wirkungsvolle Transportmittel sind: Ich finde es großartig und unbedingt notwendig, dass es digitale Pionier*innen gibt, die Alternativen zu Facebook entwickeln. Herzlichen Dank an all, die diese wertvolle, oft mühsame Arbeit machen.

So braucht es wohl beide Wege:
Das Erbauen neuer Häuser als auch das „Einnisten“ in die alten.
Und keiner dieser Wege ist besser oder schlechter.

 

Und noch ein PS, das zugleich auch eine große Herausforderung darstellt:
Wer viele Kommunikationswege wählt, braucht viele Mitgestalter*innen – deswegen macht bei uns mit, wir können viele Ko-Kreateur*innen und Ko-Kommunikateur*innen gebrauchen.

 

Jetzt interessiert mich natürlich Eure Meinung:

Wie seht Ihr das?
Seid Ihr auf Facebook und in digitalen Netzwerken unterwegs?
Wie seid Ihr dort unterwegs?
Welche Meinung habt Ihr dazu?

Interessierte Grüße,

Steffi.

References   [ + ]

1. Ich muss gesehen, ich habe hin- und herüberlegt, ob dieses Zitat verwenden soll – zumal noch an so prominenter Stelle. Denn Facebook ist für mich nichts „Böses“ an sich. Facebook ist für mich einfach ein Angebot – das mensch sich entscheidet anzunehmen und dann als digitalen Raum zu nutzen. Ich nutze es dennoch, weil es Dich vielleicht triggert, weiter zu lesen.
2. Interessant, auf was man bei einer einfachen Googlelei so stößte. Die Zeitung „Der Westen“ hat bereits im Jahr 2011 einige – auch wissenschaftlich fundierte Argumente – gesammelt, warum Facebook „das Böse“ sei: http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/warum-facebook-boese-und-gemein-ist-id4810086.html
3. Drückt mir die Daumen, dass wir das schaffen. Denn ich werde mich in 2017 mich auf anderen Kommunikationsfeldern tummeln.