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human trust: Integrales Basislager und Veränderungsfundament

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Human Rising Dezember 2016 – Ein Teil unserer Hannover-Gruppe vor der Party (und ich mich siehst Du ganz rechts in der ersten Reihe)

Die meisten, die mich persönlich kennen, wissen: Ein fester Baustein meines täglichen Lebens ist der humantrust geworden. Hier möchte ich Dir beschreiben, was die Mitgliedschaft im human trust für mich bedeutet und was ich visionär darin sehe. Außerdem möchte ich Dich einladen, einmal vorbei zu schnuppern, wenn Du neugierig geworden bist.

Wie ich zum humantrust kam – mein Anfang

2013 war ein anstrengendes Jahr gewesen. Ein Umbruchs- und Aufbaujahr. Die Gründung der Genossenschaft DIE.Kommunikationsgenossen eG, deren Initiatorin und Vorstandsvorsitzende ich war, war im Jahr zuvor gescheitert. Daran wäre ich fast zerbrochen, aber in 2013 habe ich mich wieder berappelt, startete mit einem neuen Projekt durch. Ich wollte fortan Marketing und Public Relations für nachhaltig und sinnstiftend orientierte Unternehmen machen, hatte gerade mit Jens Hansen und Hans Grimmelmann gemeinsam erfolgreich zum ersten Mal den LeineHeldenJam nach Hannover geholt.

Doch ich fühlte mich ausgepowert, ich hatte so sehr gekämpft in den vergangenen drei Jahren.
Noch immer saß mir das Scheitern dieser Genossenschaft tief in den Knochen;
ich hatte fast das Vertrauen in unternehmerische Kooperationen verloren
– und eigentlich war es immer genau darum gegangen,
eigentlich hatte ich mich auch deshalb selbständig gemacht:
um gut und sinnstiftend mit anderen zusammen zu arbeiten, sich gegenseitig zu stärken.
Ich wusste nicht mehr, ob das alles noch Sinn machte.
Ich hatte das Gefühl, ich bräuchte ein Coaching in allen Lebensbereichen.

„Ein Rundum-Coaching für Alles? Ich glaube ich habe da etwas für Dich: Den Living Master Club von Veit und Andrea Lindau  – das ist so etwas wie eine Coaching Community für alle Lebensbereiche. Ich schick Dir mal einen Link zu ein paar Videos. Dann kannst Du ja schauen, ob das was für Dich ist“, erzählte mir Hans begeistert, als ich ihm relativ offen von meiner damaligen Stimmungslage berichtete.

Was ich zu Beginn dachte:
„Seelengevögelte, sexy Erfolgsdisziplin – ist das eine Sekte, oder was?“

Zögernd und skeptisch schaute ich mir erste Begrüßungsvideos von diesem Veit Lindau an. Das hört sich alles so WOW an – wie in einer Sekte. Sexy Erfolgsdisziplin? Integraler Ansatz? Diese vielen englischen, hippen Begriffe? Irgendwie war mir das alles noch nicht ganz geheuer. Ich tigerte misstrauisch um dieses Ding herum. Vision aufstellen? Ziele setzen? Buddys suchen? Livetreffen in Hannover?

Was ich heute denke:
Mein integrales Basislager – Fundament für meine fulminanten Veränderungen seit 2014

„Nun ja, dann versuchst Du es für ein paar Wochen lang. Jeweils einen Coach für alle Lebensbereiche kannst Du Dir sowieso nicht leisten“, lautete schließlich mein Entschluss. So stieg ich ein – und bin bisher dabei geblieben. Der humantrust (denn das ist mittlerweile aus dem LivingMasterClub geworden) ist in den vergangenen drei Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens geworden, meine tägliche Übungsmatte, meine ganz persönliche Heldenreise – eine Art integrales Fitness-Studio für Herz, Hirn und Hand, ein Möglichkeitsraum in mir und dir, aus mir und dir – für uns. In der Tatvergleichbar mit einem integralen Fitness-Studio, denn die 1 Euro pro Tag entsprechen Fitness-Studio-Konditionen. Doch hier geht es um weit mehr als um Deine bloße Körper-Oberfläche („Fleisch-Klöpschen“, wie Veit immer so schön nennt).

Ich glaube, dass es so etwas wie den humantrust unbedingt braucht. Denn in jedem Menschen schlummert ein so großartiges Potenzial, das wir bei weitem noch nicht wachgeküsst haben. Wenn wir aber all die Herausforderungen, die wir auf diesem Planeten haben, wirklich lösen wollen, dann brauchen wir ganz viele dieser wundervollen Potenziale, von denen wir im Jetzt noch gar nicht ahnen, dass sie wie eine Perle nur entdeckt werden wollen. Wenn du an dein und mein Leben glaubst, mach es dir möglich, nach deinen kostbaren Perlen zu tauchen – zum Beispiel im humantrust.“

So habe ich es auf der Website des humantrust beschrieben, auf der ich als eine der Expert*innen selbst auftrete und meine Meinung kundtun darf – und das macht mich stolz.

Was hat sich bei mir konkret verändert?

Seitdem ich Teil des humantrusts bin, hat sich bei mir jede Menge verändert – und dazu hat sicher auch der human trust beigetragen, aber natürlich nicht nur. Konkret hat sich bei mir folgendes getan:

  • Mein Berufsleben hat sich komplett verändert – und zwar so, wie ich es mir immer gewünscht habe.
    • Ich habe seit einem halben Jahr eine (halbe) Stelle als Projektkoordinatorin beim Verein Transition Netzwerk e.V., um die deutsche Transition Town-Bewegung systematisch aufzubauen. Die halbe Stelle passt für mich wunderbar, denn so habe ich Freiräume für andere Projekte. Mit dem Job beim Transition Netzwerk habe ich ein Teilziel erreicht, mit einem beruflichen Wirken meinen Anteil zur gesellschaftlichen Transformation beizutragen.
    • Ich bin ebenso seit einem halben Jahr als freiberuflicher Coach für das Institut für berufliche Bildung IBB AG aktiv und begleite arbeits- und sinnsuchende Menschen in ihrer Neuorientierung.
    • Seit Wintersemester 2016/2017 habe ich einen Lehrauftrag an der Leuphana Universität Lüneburg zum Thema „Gemeinwohl-Ökonomie und Nachhaltig wirtschaften“ und hoffe sehr, dass ich diesen fortsetzen darf.
    • Seit knapp zwei Jahren bin ich sogar als Teamleader im human trust unterwegs und begleite Trustees in Hannover auf ihrem Weg.
    • Seit einem halben Jahr schreibe ich regelmäßig für das Online-Magazin compassioner zu Themen der Gemeinwohl-Ökonomie, der Transition Towns und der gesellschaftlichen Transformation.
    • Nachdem ich jahrelang darauf herumsinniert habe, arbeite ich jetzt tatsächlich an einem Buch -und habe jetzt kurz nach Weihnachten sogar einen Verlag dafür gefunden. => Allein dieses Ergebnis ist schon der OBERHAMMER!
  • Schließlich: In meiner Wahrnehmung bin ich generell gelassener, souveräner und vor allem: wesentlicher und wesentlich selbstwirksamer geworden.

Natürlich habe ich noch viele weitere Baustellen. Vor allen Dingen mag ich noch viel mehr Balance in mein bisher sehr auf meine Beruf(ung) orientiertes Leben bringen – und ich lege hier auf diesem Blog – voraussichtlich im Laufe des Januars 2017 – auch noch meine Baustellen offen. Doch ich kann für mich sagen: Die Mitgliedschaft im humantrust lohnt sich für mich in jeglicher Hinsicht, sie ist mein tägliches Erinner-Mich.

Kickstart

Für wirklich alle Lebensbereiche? Wie funktioniert das mit dem humantrust denn genau?

Starkes ICH – Starkes WIR – Starke WELT
– das ist das Motto des humantrusts und um diese drei großen Themen geht es auch – und zwar umfassend. Es ist hier also nicht nur Egoshow angesagt. Doch wie funktioniert das? Durch die integrale Anlage, die konsequent umgesetzt ist – und zwar dadurch, dass jeder Tag einem bestimmten Thema zugeordnet ist und Du täglich morgens einen Impuls erhältst – als Einladung, Dich damit zu beschäftigen – und zwar:

  • Montags zum Thema Erfolg
  • Dienstags zum Thema Körper
  • Mittwochs zum Thema Arbeit
  • Donnerstag zum Thema Beziehung
  • Freitags zum Thema Deine Verantwortung in der Welt
  • Samstags zum Thema Glück
  • Sonntags zum Thema Seele

Zusätzlich gibt es einmal wöchentlich ein Life-Video von Veit Lindau unter dem Motto „OPUS – Meisterwerk Deines Lebens“, in dem er ein (Übungs-)Thema der Woche anbietet und – nachdem er auf Fragen von uns Trustees eingegangen ist – dieses zumeist mit einer integrierenden Meditation abrundet.  Zusätzlich gibt es viele Kurse, die jeweils einen Aspekt oder mehrere Aspekte miteinander verworben thematisieren und in vielen Übungen vertiefen, bspw.

  • Think Big Evolution – einen Kurs zu Entfaltung Deiner Selbstwirksamkeit
  • The Call – eine Entdeckungsreise für Deine Berufung
  • Love Revolution thematisiert Deine Liebes- und Beziehungsfähigkeit
  • Guter Reichtum lässt Dich erforschen, wie reich Du bereits bist und wie Du mehr (im)materiellen Reichtum generieren kannst
  • und viele Kurse mehr. Die meisten davon sind tatsächlich kostenfrei.

Durch die vier Jahre Human Trust /Living Master Club ist mittlerweile ein reichhaltiges Buffet, eine Bibliothek an Videos und Audios entstanden, aus der sich alle Trustees nach Bedarf bedienen können. Zusätzlich gibt es hunderte von Gruppen zu den unterschiedlichsten Themen – bspw. habe ich gerade eine Selbsthilfe-Gruppe von Eltern von Transgender-Kindern entdeckt. Es kommen ALLE THEMEN auf den Tisch. Hier stärken sich wache Menschen miteinander-füreinander. Niemand ist hier falsch oder richtiger… Auch das Online-Magazin compassioner trägt zur Themenvielfält und „Diskursivität“ bei – und glaub mir, im trust entstehen über die compassioner-Artikel noch ganz andere, tiefgehendere Diskussionen, als Du das „von außen“ erahnen kannst.

Gemeinsam mit Katinka begleite ich Dich im „Salon für Deine Seele“

Schließlich gibt es noch über 200 Teamleader – vorwiegend im deutschsprachigen Raum, die in lokalen Gruppen wirken. In Hannover sind wir (ich glaube) acht Teamleader – und ich bin einer davon – und ich freue mich, Dich gemeinsam mit meiner Freundin Katinka van der Meulen mit dem „Salon für Deine Seele“ zu begleiten. Ich schreibe in Kürze noch mehr darüber.

Für mich ist der humantrust weit mehr als „narzistisches Erfolgs-Chi-Chi“, das drückt auch schon sein Name „humantrust = Vertrauen in uns Menschen“ aus. Ich bin fest davon überzeugt: Bei den Herausforderungen, die wir derzeit auf unserem Planeten haben, brauchen wir neue lernende Gemeinschaften, in denen wir uns gegenseitig stärken und gemeinsam miteinander wachsen, um unsere Potenziale zu wecken. Das Internet unterstützt bei der digitalen Vernetzung und dabei, Wissen zu teilen – und wenn wir uns darüber hinaus vor Ort vernetzen können, dann stärkt das ungemein. Der humantrust ist eine dieser essentiellen lernenden Gemeinschaften.

Gibt es Alternativen zum humantrust?

Natürlich ist der humantrust nicht die einzige Plattform dieser Art. Gerade in diesen Tagen etablieren sich  ähnliche Communities wie der humantrust, wie zum Beispiel:

… und vermutlich noch einige mehr, die ich selbst noch nicht kenne. Dieses „Community-Building“ entspricht also tatsächlich den Zeichen der Zeit, unserer Sehnsucht, uns selbst und diese Welt zu heilen, denn es geht schon lange nicht mehr nur um Dich allein. Da ist etwas Größeres im Aufbruch. Also…

… worauf wartest Du noch?

Wir Menschen der westlichen Welt sind so reich.
1 Euro pro Tag sind Peanuts.
Ich finde es hingegen wichtig und fast überlebensnotwendig,
dass jede/r von uns an ihrer und seiner Potenzialentfaltung arbeitet,
denn wir haben diese Freiräume
– nicht für unser Ego-Erfolgsding,
sondern damit jede und jeder von uns seinen Teil zur Transformation
und Befreiung unserer Gesellschaft beitragen kann.
Denn vielleicht ist das unser Weg, der Welt einmal das zurück zu geben,
dass wir uns auf Kosten anderer genommen haben.
Denn das ist ein Schmerz, der tief in vielen von uns wohnt
den wir nicht so gern anschauen,
der ganz beharrlich inwändig nach uns ruft.
Er wird nicht aufhören und sich zeigen. Auch bei Dir.

Also: Machst auch Du Dich auf den Weg?
Wenn Du in den humantrust, findest begleite ich Dich gern – ein kleines oder sogar auch längeres Stück Deines Weges. Interesse bekunden kannst Du hier:
www.humantrust.com 

Anders besser wirtschaften in Hannover – was braucht es dafür?

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Jetzt ist es wirklich wahr – unser Seminar an der Universität Lüneburg zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“, das ich gemeinsam mit meiner Co-Dozentin Antoniya Hauerwaas gebe, findet wirklich-wirklich statt. Ich freue mich so sehr!
 
In den kommenden Monaten beschäftigen sich 20-30 Studierende in fünf interdisziplinären Teams mit folgenden Themenbereichen unterfüttert mit ganz konkreten Praxisbeispielen aus der Region Hannover:
  1. Gemeinwohl-Ökonomie
  2. Transition Towns – REconomy
  3. Möglichkeits-Räume
  4. Alternative Finanzierungsinstrumente / Regionalgeld
  5. Nachhaltiges Marketing

Die Methode, die wir dabei nutzen, nennt sich Project Based Learning (hier ein Link dazu auf wikipedia). Ich werde bei Gelegenheit mehr dazu berichten, ich lerne das Project Based learning (PBL) gerade erst kennen – sehr spannend! Hier eine selbst erstellte Grafik zum Abauf eines PBL-Prozesses:

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Der Zyklus des „Project Based Learnings“ (selbst erstellte Grafik)

Jedes der Projektteams wird jeweils für sich eine Leitfrage erarbeiten. Diese wird darauf abzielen, wie die Rahmenbedingungen für das Akteure des jeweiligen Spektrums verbessert werden können. Nach mehreren Feedbackschleifen hierzu, gibt es eine seminarinterne „Generalprobe“,anschließend werden die Ergebnisse in der Öffentlichkeit präsentieren. Wir hoffen, hierzu eine adäquate Location in Hannover (bspw. Rathaus) nutzen zu dürfen und einige relevante Stakeholder*innen und Multiplikator*innen gewinnen zu können, die die Ergebnispräsentation entscheidungsfreudig aufnehmen :-)

Herzlichen Dank an alle Akteure und Unternehmen, die hierzu für Video-Interviews zur Verfügung standen und so für ein gutes Intro in die Projektarbeit der einzelnen Gruppen ermöglichen. Bitte habt Verständnis, die Interviews bleiben natürlich vertraulich, denn es wurde Tacheles geredet. Es haben Rede und Antwort gestanden:

  1. Gemeinwohl-Ökonomie:
    Janika Froch, Pressesprecherin von der El Puente GmbH, dem größten Kaffee-Fairtrade-Importeur Deutschlands, die gerade eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Alexander Thron, Geschäftsführer des Naturfreundehauses Hannover, die ebenfalls eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben,
    Knut Jung, angehender Berater der Gemeinwohl-Ökonomie und Aktivist bei der Gemeinwohl-Ökonomie-Regionalgruppe Hannover (sowie mittlerweile auch Salzburg)
  2. Transition Town Hannover – REconomy
    Bono Hoyer von die Klugbeißer, veganes Cateringunternehmen
    Dorothee Hofmann, Kleider-Kabinett und Platzprojekt
    Von Transition Town Hannover wird sicherlich auch noch ein Interview folgen
  3. Möglichkeitsräume
    Constantin Alexander (Verein Zukunftswerkstatt Ihmezentrum e.V.)
    Uta Lorenz von der Agentur für kreative ZwischenRaumNutzung Hannover
    Neben dem Ihmezentrum und der Zwischennutzungsagentur gibt es selbstverständlich noch weitere Möglichkeitsräume – bspw. den gerade frisch eröffneten Co-Working- und -Makerspace oder aber das Platzprojekt.
  4. Alternative Finanzierungsformen
    Joy Lohmann, Initiator der Plattform D-Crow, sowie Initiator des Kultur des Wandels-Festes und Künstler, der u.a. mit der Methode der sozialen Skulptur arbeitet
    Anika Bogon vom bbs – Bügerbüro Stadtentwicklung mit der Plattform  HannoverMachen
    Auch zum Thema Regionalwährung gibt es Kontakte. Es wird spannend, in welche Richtung diese Gruppe sich orientieren wird.
  5. Nachhaltiges Marketing
    Cathérine Bartholomé, Inhaberin von Chrysocolla Marketing, Expertin zum Thema Nachhaltiges Eventmanagement und Marketing, die u.a. die fairgoods-Messen begleitet sowie den jährlichen Cardle2Cradle-Kongress und den LeineHeldenJam Hannover mit organisiert
    Anke Biedenkapp, die Gründerin von Stattreisen Hannover ist seit 2013 Geschäftsführerin von Global Partnership e.V. und hat unter diesem Dach eine Kampagne zum nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen – unter dem Motto „Maschsee statt Malediven“.

Ich werde über den Projektverlauf des Seminars berichten!

Vom Semesterprojekt zum Ministerium für Glück – oder: Was entfacht werden will…

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Juchu! Morgen beginnt mein erstes Uniseminar an der Leuphana Universität Lüneburg. Gemeinsam mit Antoniya Hauerwaas vom Institut für Unternehmensentwicklung begleite ich Studierende durch das Seminar: „Nachhaltiges Wirtschaften und Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis: Lösungsmodelle für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der Region Hannover“

Ich habe richtig Lust darauf, Studierende zu motivieren, dieses Seminar als Chance zu betrachten, Wirtschaft sinnvoller, achtsamer und gerechter zu machen, und sie spüren zu lassen, dasss sie ihren Teil dazu beitragen können. Dabei nehme ich morgen eine Geschichte auf, die vielleicht dafür sorgt, dass bei den Studierenden der Funke überspringt: Dem einen oder anderen dürfte das Ministerium für Glück oder aber die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler schon einmal über den Weg gelaufen sein. Das Ministerium für Glück ist im Rahmen eines Semesterprojektes entstanden. Gina Schöler gründete später ihr eigenes Unternehmen dazu, bietet Glücks-Workshops und Kampagnen an und hat mittlerweile auch ein Buch dazu veröffentlicht.

Wer weiß also, was aus diesem Praxisseminar entstehen mag? Schließlich ist es wie ein Wunder, dass dieses Seminar stattfindet, denn ich bin Kulturwissenschaftlerin, und dank eines transdisziplinären Tandemteachings ist das nun möglich. Ich freue mich sehr und werde mein Bestes geben, dass dieses Seminar richtig rockt, denn wir haben viel vor: Mein Zielbild ist die Multi-Level-Perspektive, eine Transformationsmodell nach Frank Geels. Mein Wunsch ist, dass die Transformation passiert. Drückt mir die Daumen, dass ich mit diesem Seminar einen „kleinen Vers dazu beitragen kann“.

Stell Dir vor, es ist…

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„Where is your courage?“ Fotografie eines Kunstwerkes von Lucia Dellefant.

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“

In den 80ern, zu Zeiten der Anti-Atom-Bewegung, die ja auch gleichzeitig wegen des Kalten Krieges irgendwie eine Friedensbewegung war, kursierte dieser Spruch auf vielen Stickern und Pins. Heute würde er wohl auf Pinterest oder Instagram kursieren, wenn denn dieser Spruch heute populär wäre. Ich selbst hatte so einen Sticker auf meiner Schultasche; noch heute klebt er auf meinem Akkordeonkoffer, kein Abrubbeln möglich. „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Wie wäre es wohl, wenn wir diesen Spruch heute ummünzen würden in

„Stell Dir vor, es ist Kapitalismus, Business as usual, und keiner macht mehr mit!“?

Bei vielen Menschen ist dieses Grundgefühl längst vorhanden. In Zahlen gemessen: 80 Prozent aller Deutschen wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung – eine mit faireren Prinzipien, eine, die achtsamer mit der Umwelt und uns Menschen umgeht, besagt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung. Du kennst die Phänomene dieser Tage vielleicht aus eigener Erfahrung:

  • Du fühlst keinen Sinn mehr in Deiner Arbeit, fühlst Dich wie im Hamsterrad, überlegst es zu verlassen, weißt aber nicht wie und mit was. Und überhaupt: Alles wird immer stressiger! Lassen wir Zahlen sprechen, die sicher der eine oder die andere schon öfters gehört oder gelesen hat. „Gegenüber dem Jahr 2003 haben sich die Krankentage auf Grund seelischer Leiden demnach mehr als verdoppelt. Auch die Falldauer bei Krankschreibung ist um ein Viertel gestiegen“, ist beispielsweise in einem Artikel in der WELT vom Juli 2015 zu lesen. Seit einigen Jahren kursiert das geflügelte Wort von der Politikverdrossenheit. Eigentlich gehört ein weiteres dazu: das von der Arbeitsverdrossenheit – und dabei geht es nicht darum, dass viele nicht mehr arbeiten wollen. Im Gegenteil: Viele sehnen sich nach Arbeit, aber eben einer richtig guten, die konform mit dem ist, was sie – vielleicht unbewusst – in sich als Wertegerüst tragen.1)Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
  • Du fühlst ein dumpfes Unbehagen, dass Du diese Wirtschaftspraktiken auch als Konsument nicht mehr hinnehmen willst – wie wir Tiere „verarbeiten“, wie wir mit der „Humanressource Mensch“ umgehen, wie wir es uns selbst auf Kosten der so genannten Dritten Welt kuschelig machen und andere Menschen für uns in unwürdigen Verhältnissen irgendwie überleben müssen.  Wollen wir wirklich weiter so an diesem Rad drehen?
  • Du bist vielleicht sogar selbst Chef und fühlst Dich in einem Dilemma: Eigentlich ist es Dir zuwider, ständig in Effizienzen und Kostenminimierungen zu denken. Aber es hilft nichts: Maßstab Deines Erfolgs sind die schwarzen Zahlen, die Dein Profitcenter am Geschäftsjahresende oder gar Quartalsende (noch mehr Druck!) schreibt. Wenn die nicht wären, würdest Du ganz anders…

Wenn das denn so ist, warum machen wir das denn überhaupt länger mit?

Wollen wir Killerphrasen die Oberhand lassen – wie etwa: „Das haben wir schon immer so gemacht?“ „Das System ist eben so, es gibt kein nunmal kein anderes!“, „Das System hat sich bewährt, jetzt was Neues anzufangen, wäre doch völlig naiv!“ oder aber die beliebtesten Angstmacher-Sätze: „Wenn wir das anders machen, dann gehen doch hunderttausende Jobs flöten!“ „Wenn wir da nicht mehr machen, gehen wir Konkurs!“ und „Wenn wir als Volkswirtschaft nicht mehr mitmachen, verlieren wir den Anschluss an die Weltwirtschaft!“

Ich glaube (und Zahlen habe ich dazu nicht, wie denn auch?), dass das Unbehagen gegenüber dem, wie wir heute arbeiten und wirtschaften viel weitere Kreise zieht, als wir ahnen.  Das ist eine riesige Dunkelziffer, unzählige Menschen, die sich bisher noch nicht zu ihrem „Wirtschaftsfrust-Outing“ stehen können, weil sie denken sie wären „nicht normal“ oder sie „müssten da mal eben durch, weil das grad so ne depressive Phase ist“ oder auch sie „dürften jetzt nichts falsch machen und sich keine Blöße geben, weil sie das Geld ja brauchen“.

Wow, was ist da an unterdrücktem Potenzial,
das wir nutzen könnten, um es anders besser zu machen!
Schließlich haben wir ja das heutige Wirtschaftssystem
auch mal so aufgebaut oder wenigstens mitgemacht.

(Oder hast Du nur zugeguckt? Und sage mir jetzt nicht, Deine „Eltern“ oder die „Politik“ oder „die Mächtigen“ oder die „Wirtschaft an sich“ seien schuld….)

Also… was wäre, wenn….

… Du diese Woche anfängst und heute einmal ein weniger mutiger bist…

  • … Dir ein Stündchen Zeit nimmst, um zu erträumen, was Du Dir an Deiner Arbeit, an unserer Wirtschaft anders wünscht,
  • … Dich vielleicht ganz sanft „outest“, dass Du SO nicht mehr arbeiten magst (Wer weiß, vielleicht sind Deine Kollegen sogar ganz erleichtert und wer weißt, vielleicht ist es Dein Chef auch?)
  • … vielleicht sogar Veränderungen vorschlägst („Sagt mal, unsere Kantine, könnten wir da nicht…?“ „Woher kommen eigentlich unsere Komponenten und wie geht es den Menschen, die sie herstellen, das frage ich mich schon die ganze Zeit, in der ich hier dran rumschraube…“, „Ich wünsche mir, dass wir uns mal gegenseitig loben, nicht nur immer Druck machen“)

Und was wäre, wenn Du dann feststellst, dass Du mit Deinem Unbehagen gar nicht allein bist, sondern viele Deiner Kolleg*innen, vielleicht sogar Chefin oder Chef, ähnlich empfinden – und was wäre, wenn es sogar fünf Prozent wären? Wäre ja gar nicht auszudenken 😉 (Was es mit den fünf Prozent Magisches auf sich hast, liest Du, wenn Du auf diesen Link klickst)

Eines steht fest: Wenn Du es nicht probierst, wirst es nicht rausfinden, sondern  weiter frustriert bleiben – kein schöner Zustand. Und ich habe im Übrigen mal eine tolle Managementregel von Dr. Reinhard K.Sprenger gelernt, nach der ich mein Handeln stets auszurichten versuche: „Love it, change it oder leave it!“ Und? Was machst DU jetzt?

Es gibt so viele Möglichkeiten, in ganz kleinen Mini-Schritten mit Bedacht etwas anzustoßen, viel mehr als Du denkst… Deinen Job wirst Du so leicht nicht verlieren, Du wirst nämlich gebraucht – als „wacher Mitarbeiter“ noch viel mehr. Und es ist schon so viel mehr da, als Du vielleicht bisher wahrgenommen hast:

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Cover der Broschüre „Anders leben, besser wirtschaften“ (2016) – Mein Coop-Werk mit SLU – Heinrich Böll Stiftung :-)

Es gibt noch so viel mehr…

Das sind nur drei von tausenden realer Wirtschafts-Utopien, die schon jetzt und heute Wirklichkeit geworden sind. Im Buch „Glücks-Ökonomie: Wer teilt, hat mehr vom Leben“ des Autorinnen-Duos Annette Jensen und Ute Scheub findest Du noch viele weitere Beispiele. Und ich bin stolz, vor kurzem eine Publikation mit Unterstützung der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen konzipiert, „erschrieben“ und veröffentlicht zu haben, die skizziert, was hier in Hannover so passiert. Du kannst sie hier bestellen – natürlich gerne direkt auch bei mir, wenn Du mir eine Mail an info@ars-scribendi.com mit Deiner Postadresse schreibst :-).

Also…. ich wünsche Dir eine ganz mutige Woche…  und ich freue mich, wenn Du vielleicht berichten magst :-)

Mich inspiriert übrigens JETZT gerade der Song von Emily Sandé „Read about it“ – Kennst Du ihn?

References   [ + ]

1. Ich kann diese vielen Menschen (und vielleicht gehörst auch Du dazu?) sehr gut verstehen: Ich habe es selbst auch irgendwann nicht mehr ausgehalten, 2006 meinen (vermeintlich) sicheren Job in einem Großkonzern verlassen, mich in die Selbständigkeit begeben und auch in meiner Freiberuflichkeit in den vergangenen Jahren eine ordentliche „Wertekorrektur“ vorgenommen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal :-).
2. Über die Gemeinwohl-Ökonomie werde ich in Kürze an anderer Stelle noch mehr schreiben. Du kannst Dich freuen :-